Nawalny und kein Ende

Nawalny und kein EndeRedaktion politonline

d.a. Nach wie vor füllt der russische Dissident die Spalten der Tagespresse. Mit offensichtlicher Genugtuung wurde konstatiert, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg Russland am 17. Februar aufforderte, Alexej Nawalny sofort aus der Haft zu entlassen, was von der russischen Regierung als grobe Einmischung bezeichnet wurde. Mit anderen Worten: Man wird dieser Aufforderung keinesfalls nachkommen. Gleichzeitig wurden Konsequenzen für Russlands Beziehungen zum Europarat angekündigt. [1] Was die Presse allerdings nicht erwähnte, ist der Fakt, dass Russland bereits im Dezember 2015 ein Gesetz verabschiedete, das es dem russischen Verfassungsgericht erlaubt, Urteile des

EGMR zu ignorieren, wenn diese der Verfassung der Russischen Föderation widersprechen. [2] Nicht anders verhalten sich die Vereinigten Staaten von Amerika, die sich der internationalen Rechtsprechung entziehen. Es bleibt ohnedies eine Streitfrage, inwieweit sich die Anordnung, dass internationales Recht der nationalen Gesetzgebung vorgeht, letztere also aushebelt, rechtfertigen lässt.

Die Umstände der Vergiftung, wie wir sie bereits aufgezeigt haben [3], sind nach wie vor nicht wirklich geklärt, auch wenn sich darum in zahlreichen Artikeln bemüht worden ist. So sieht der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom [4] hinter dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Nawalny zwar das typische Vorgehen russischer Geheimdienste – nur dort verwende man Nowitschok, wofür er indessen keinen Nachweis liefert – hält es jedoch für möglich, dass ein anderer ausländischer Geheimdienst sich das Gift Nowitschok verschafft haben könnte, um einen Anschlag auf Nawalny zu verüben und die Tat dann Russland in die Schuhe zu schieben. Schmidt-Eenbooms kennt durchaus noch weitere Geheimdienste, die vor Mord nicht zurückschrecken. Neben dem saudischen Geheimdienst, bekannt durch den Mord am Journalisten Jamal Kashoggi 2018, sei das »traditionell der israelische Mossad. Wir kennen das aber auch von den Vereinigten Staaten. Die Drohnen-Morde der CIA, mehrere hundert unter Ex-Präsident Barack Obama, waren auch nachrichtendienstliche Tötungsdelikte«.

Alexander Sabajew, Leiter der toxikologischen Abteilung des Städtischen Klinischen Notfallkrankenhauses Nr. 1 in Omsk, wo Nawalny zunächst in der Notaufnahme lag, sowie leitender Toxikologe der Region Omsk und des Sibirischen Föderalen Bezirks, schloss Anfang September 20 jegliche Vergiftung aus. »Bei dem russischen oppositionellen Blogger Alexei Nawalny«, so Sabajew am 8. 9. 20, »kann zumindest in Russland eine Vergiftung nicht bloß mit einem Gift aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe, sondern sogar jegliche Vergiftung generell ausgeschlossen werden«. Insofern bezeichnete er die Diagnose, die in Deutschland ausgestellt wurde, als »Phantasterei, die weder dokumentarisch noch klinisch bestätigt« worden ist: Dies ist kein Nowitschok, ganz eindeutig nicht; dies ist überhaupt keine Organophosphorverbindung, ja, es geht hier überhaupt nicht um eine Vergiftung. Es ist eine Krankheit, es handelt sich um ein metabolisches Syndrom; es handelt sich um ein metabolisches Koma infolge einer Stoffwechselstörung, nur dass diese rasch fortgeschritten ist. An Nowitschok wäre Nawalny gestorben.

Bei einer Vergiftung mit Organophosphorverbindungen kann man einen Menschen ohne Ultra-Hämodiafiltration gar nicht retten. Wir haben dieses Verfahren nicht angewendet, weil keine Voraussetzungen dafür vorlagen, sprich, keine Vergiftung. (…) Er wäre uns innerhalb der ersten Stunden weggestorben, tatsächlich wäre er um 18.00 Uhr, um 22.00 Uhr herum, gestorben. Die Untersuchung wurde im Büro für forensisch-medizinische Gutachten durchgeführt. Das bedeutet eine Ausrüstung der Expertenklasse, daher ist es unmöglich, ihr nicht zu vertrauen. Es handelt sich um Geräte aus US-Herstellung

Völlig übergangen wurde die Aussage einer der Entwickler des Nervengifts Nowitschok, Leonid Rink. Dieser hat in einem Gespräch mit sputniknewsdie Unstimmigkeiten zwischen dem Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexej Nawalny und den Symptomen einer Nowitschok-Vergiftung aufgezählt. Rink zufolge dauert es beim Kontakt mit dem Nervengift nur wenige Minuten, bevor die ersten Symptome einsetzen. »Bis zum Tod sind es zehn Minuten«, erläuterte der Forscher Ende September letzten Jahres. Gegen die Hypothese, Nawalny sei mit Nowitschok vergiftet worden, sprechen laut Rink auch weitere Anzeichen: Dass bei ihm keine verengten Pupillen und Muskelkrämpfe vorhanden gewesen seien. »Es sind krampferregende Substanzen, die Nervenimpulse unterbrechen und damit Muskelkrämpfe verursachen, insbesondere bei der Augenmuskulatur«. Dies führe zu einer Verengung der Pupillen, die »bereits bei so geringen Dosen von Nowitschok sichtbar ist, wo von einer Vergiftung noch nicht die Rede ist«. Diese Anzeichen fehlen Rink zufolge auf sämtlichen Aufnahmen von Nawalny, die nach dem vermeintlichen Giftanschlag aufgenommen wurden.  [6]

Es fällt auf, dass die deutsche Version der Sputnik Website vor einiger Zeit vom Netz genommen worden ist, wofür der Grund ganz sicherlich die Zensur sein dürfte. Denn derartige Berichtigungen, wie sie Leonid Rink geäussert hat, stehen, macht man sich die Aussagen der Regierungsmitglieder bewusst, völlig im Gegensatz zu deren öffentlich verbreiteter Stellungnahmen. Indessen ist die   Website https://sputniknews.com/ unverändert einsehbar, fernab jeglicher Zensurbemühungen.





Nun erlitten ja die angeblichen Opfer eines russischen Nowitschok-Anschlags, Julia und Sergei Skripal, der ehemalige russische Doppelagent, dieselbe Presseaufmerksamkeit, die heute Nawalny zuteil wird. Offenbar haben Giftanschläge ihren speziellen Reiz, um die Presseinhalte etwas anzuheizen. Und wie das abzusehen war, verlief die Geschichte nach der erfolgten Entlassung der beiden aus einer Klinik im englischen Salisbury im Mai 2018 mehr oder weniger im Sande. Mehr als zwei Jahre lang blieb der Aufenthaltsort von Sergei Skripal und seiner Tochter Gegenstand von Mutmaßungen und Gerüchten. Endlich, Anfang Dezember letzten Jahres, durfte man erfahren, dass beide nach wie vor in England leben. Fazit, der Tochter geht es gut, was ein sehr hübsches Foto von ihr bezeugt, während sich ihr Vater bis auf einen bleibenden Schaden gut fühle. [7]

Sergei Skripal war in seinem früheren Leben Oberst des russischen Militärgeheimdienstes. Von den Briten angeworben, hatte er etliche Jahre russische Staatsgeheimnisse an den britischen Geheimdienst MI6 verraten, bis er im Jahr 2004 aufflog, verhaftet und zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Davon saß er jedoch nur den kleineren Teil ab. Denn 2010 kam er im Rahmen eines Agentenaustauschs frei und konnte nach Großbritannien auswandern. Seine ehemaligen MI6-Auftraggeber versorgten ihn mit einer anständigen Rente. Allen Berichten zufolge führte er im Ruhestand ein ruhiges und bequemes Leben in seinem netten Häuschen im malerischen Salisbury. Seine Tochter Julia lebte in Russland und war zum Zeitpunkt des angeblich russischen Nowitschok-Anschlags zu Besuch bei ihrem Vater. [8]

»Die Parallelen zwischen dem deutschen Nowitschok-Nawalny-Fall und dem britischen Nowitschok-Skripal-Fall«, schrieb Rainer Rupp letzten Oktober unter dem Titel Nawalny als der neue Skripal, »sind offensichtlich: Beide sind gefakt. Trotzdem wird Skripal als Präzedenzfall benutzt, um dem deutschen Nawalny-Fake Glaubwürdigkeit zu verleihen. Eine verquere britische Version als Blaupause für die Bundesregierung«. [8]

So lässt sich auch ein zur Vergiftung der Skripals erschienener Bericht als reine Erfindung abtun: Wie es dort hiess, schickte der russische militärische Geheimdienst zwei seiner Eliteoffiziere, die unter falschem Namen und unter Verwendung russischer Pässe, von Moskau aus nach England. Die angeblichen Attentäter trugen zwei Parfümfläschchen mit Nowitschok bei sich, eines der tödlichsten Nervengifte, die je entwickelt wurden. Die Menge hätte ausgereicht, um etwa 800.000 Menschen zu töten. Bei ihrer Ankunft im Vereinigten Königreich buchen diese hochqualifizierten Geheimagenten ein Hotel mit einer Überwachungskamera an der Eingangstür; am 3. März reisen sie mit dem Zug nach Salisbury – angeblich um die Gegend zu erkunden – und kehren dann nach London zurück; und angeblich wurden sie von Überwachungskameras auf den Bahnhöfen und in den Straßen von Salisbury die ganze Zeit über lückenlos beobachtet.

Am 4. März, reisen die Killer erneut nach Salisbury. Diesmal gehen die Hauptattentäter zu Skripals Haus und tragen das flüssige Nowitschok auf die Klinke seiner Haustür auf. Kein Augenzeuge, kein Foto und kein Stück Videomaterial wurden jemals öffentlich zugänglich gemacht, um einen dieser beiden Männer irgendwo im Bereich von Sergei Skripals Haus zu zeigen. Der Verbleib der geöffneten Giftflasche wurde nie festgestellt. Nach dem Auftragen des Gifts, werden die beiden hochqualifizierten Attentäter ihre zweite, ungeöffnete Flasche Nowitschok (vermutlich genug, um etwa 400.000 Menschen zu töten) in einen Behälter für wohltätige Spenden, halten sich noch in einem Antiquitätengeschäft auf, stöbern dort in den Auslagen und verlassen am Nachmittag das Land; sie fliegen direkt nach Moskau, ohne zu wissen, ob ihre angebliche Zielperson tot ist, und unternehmen wiederum keine Anstrengungen, ihre Herkunft zu verbergen. [8]

Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder konstatierte auf n-tv.de am 30. 9. 20, dass er nicht an die Nowitschok-These glaube und dass es sich im Wesentlichen um reine Spekulationen handle.

»Wir haben allen Grund zur Annahme«, legte Russlands Aussenminister Sergei Lawrow im Rahmen einer Video-Pressekonferenz für einheimische und   ausländische Journalisten dar, »dass alles  – was auch immer im Hinblick auf eine Kampfstoff-Kontamination des Körpers von Nawalny geschah –  in Deutschland eingetreten sein könnte, oder im Flugzeug, in das er verladen und mit dem er zum Klinikum Charité geflogen wurde. »Dazu kommen Fragen auf, welche Personen neben den Ärzten noch an Bord dieses Flugzeugs waren. Es ist interessant, auch darüber zu sprechen. Aber es wird wahrscheinlich schon nicht mehr so sehr um medizinische Fragen gehen, als vielmehr darum, wer vielleicht neben dem unmittelbaren medizinischen Personal an dieser Geschichte noch beteiligt sein könnte«. [9]

Dass niemand anderes als Putin selbst den Auftrag zu einer derart schändlichen Attacke auf Nawalny gegeben haben konnte, diese Annahme hielt sich natürlich hartnäckig und führte zu mancherlei verbalen Angriffen auf Russland. So liess sich Heiko Maas wie folgt vernehmen: »Es führt kein Weg an Sanktionen gegen Russland vorbei«. »Sanktionen müssen immer zielgerichtet und verhältnismäßig sein. Aber eine so schwerwiegende Verletzung des internationalen Chemiewaffenübereinkommens kann nicht unbeantwortet bleiben. Da sind wir uns in Europa einig«. Einmal mehr ein leuchtendes Beispiel für die völlige Unwissenheit, die zahlreiche Politiker auszeichnet:

Am 12. Oktober 2020 erklärte Sergei Lawrow gemeinsam mit seinem dänischen Amtskollegen Jeppe Kofod auf einer Pressekonferenz: »Wir bekräftigen offiziell, dass die gesamten chemischen Waffen, die Russland besaß, unter strengster internationaler Kontrolle vernichtet wurden. Dieser langwierige Prozeß wurde am 27. September 2017 abgeschlossen. Am 11. Oktober desselben Jahres bestätigte der Generaldirektor des Technischen Sekretariats der OPCW die endgültige Vernichtung von Chemiewaffen in Russland. Was den Nervenkampfstoff anbelangt, der im Westen als Nowitschok bezeichnet wird, so wurden seine Struktur und Massenspektrum zum ersten Mal 1998 in die Datenbank des National Institute of Standards and Technology (NIST) eingetragen.

Es ist bemerkenswert, dass die Daten zu dieser Substanz durch ein Forschungszentrum des  Verteidigungsministeriums der USA geliefert wurden. Später wurde auf Basis der erwähnten Verbindung eine ganze Gruppe toxischer Chemikalien entwickelt, die nicht unter das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen (CWÜ) fallen«. Unter Bezugnahme auf diese neuen, noch nicht auf der Verbotsliste registrierten Nowitschok-ähnlichen Gifte fuhr Lawrow fort, dass man sich aktuell »nicht nur in den USA, sondern in mindestens 20 anderen westlichen Ländern mit diesen Substanzen beschäftigt. Nowitschok ist also eine rein westliche Marke. In diesen westlichen Ländern sind etwa 140 Varianten dieser Substanz synthetisiert und vorhanden. Wir verfügen über diese nicht«, bekräftigte Lawrow. [10]

Norbert Röttgen sprach sich gar für einen Stopp von Nord-Stream 2 aus: »Es gibt nur eine Sprache, die Putin versteht: Geld und Gas. Ich bin nicht dafür, den Kontakt zu Russland zu kappen. Russland ist eine Realität, mit der wir umgehen müssen. Wir wollen ein kooperatives und konstruktives, kein festgefahrenes Verhältnis. Aber unsere Naivität im Umgang mit Russland hat genau letzteres erreicht und erlaubt Putin zu tun und zu lassen, was er will. Mit unserer bisherigen Politik haben wir nichts erreicht, weil Putin es nicht für nötig hält, irgendwo auf die Europäer Rücksicht zu nehmen oder auf uns zuzugehen. Wir präsentieren ihm nur Schwäche und entsprechend handelt er in der Ukraine, in Belarus, in Syrien und in Libyen«. Legte man diese Sichtweise auf die Waage, so müsste Röttgens Waagschale abgrundtief heruntersinken …..

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, äusserte am 22. Dezember seine persönliche Meinung über Alexei Nawalny. Ihm zufolge leide der Blogger an Größen- und Verfolgungswahn. Mit seinen Videos könne er den Inlandsgeheimdienst FSB nicht in Verruf bringen. »Ich erlaube mir, meine persönliche Meinung zu äußern. Der Kranke weist einen stark ausgeprägten Verfolgungswahn auf. Bei ihm kann man auch deutlich gewisse Anzeichen eines Größenwahns feststellen, weil er sich, wie man sagt, mit Jesus vergleicht«. [11]

Was nun den erwähnten Grössenwahn Nawalnys betrifft, so erinnert dies an dessen Stellungnahme, die er im Oktober letzten Jahres verlautbaren liess, und aus der eigentlich hervorgeht, dass er am liebsten auch in der BRD Politik machen würde: Nach seinem Willen könnte der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, sein Amt bald nicht mehr ausüben. Grund sei seine Nähe zu Russlands Präsident Vladimir Putin. Nawalny schlug daher der Europäischen Union vor, dem Dirigenten und Putin-Vertrauten Gergiev die Einreise in die EU-Länder zu verbieten. In einem Interview mit der Bild-Zeitung fordert er am 7. 10. 20, Menschen wie Gergiev unter Druck zu setzen, damit sie sich von Putin abwenden. Zugleich bezeichnete Nawalny den Dirigenten als Heuchler, wenn er Putin unterstütze, zugleich aber lieber im Westen lebe. »Herr Gergiev wird zwar nicht versuchen, mich mit Nowitschok zu vergiften, aber er unterstützt alles, was Putin macht. Menschen wie er müssen mit Einreisesperren belegt werden; und wissen Sie was? 99 Prozent aller Russen werden das begrüßen«. [12]

Inzwischen sind die beiden Gerichtsverfahren gegen Nawalny abgeschlossen. Was nun die von ihm inszenierten Kundgebungen resp. Demonstrationen betrifft, so stellt sich hierzu die nicht unerhebliche Frage, wie viele NGOs, finanziell gut gepolsterte Nichtregierungsorganisationen, die über beträchtliche Möglichkeiten verfügen, solche unerkannt in die Wege zu leiten, darin verwickelt sein mögen. Man denke hier an die sogenannten farbigen Revolutionen, aber auch an die soeben erfolgte, von mir als geradezu irrwitzig vermessen eingestufte Absicht , einen Regimewechsel in Russland herbeizuführen, wie sie der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Gabriel Felbermayr, am 20. Februar kundgetan hat: Es gehe um viel mehr als nur um Nadelstiche gegen Putin: »Die Ziele, die wir gegenüber Russland haben, sind ja sehr große. Wir wollen ja nicht weniger als einen Regimewandel in Russland«. [13]

Da die eigentlichen Drahtzieher in der Regel ungenannt bleiben, ist es umso wichtiger, die neuerliche Analyse von Rainer Rupp Navalny’s Spuren zur CIA anzufügen. [14]

»In meiner heutigen und der nächsten Tagesdosis«, schreibt dieser, »wollen wir den mal mehr und mal weniger starken Indizien nachgehen, die darauf hinweisen, das Navalny womöglich von westlichen Nachrichtendiensten, gesteuert wird, wofür nach Indizienlage die CIA und vor allem der britische MI6 in Frage kommen. Dieser Verdacht gegen Navalny ist nicht erst seit der jüngsten aktiven Geheimdienst-Maßnahme in Form der fake-Novitschock-Vergiftung entstanden. Vielmehr ist die Nähe Navalnys und auch die seines engsten Mitarbeiters in Moskau, Vokow, zu westlichen Geheimdiensten seit 10 Jahren immer wieder mal auffällig geworden. Allerdings ist das noch kein Beweis dafür, dass die betroffenen Personen tatsächlich als aktive Agenten für CIA oder MI6 arbeiten. Wenn das so wäre, könnte man erwarten, dass Navalny und sein Mitarbeiter Volkow längst von der russischen Gegenspionage FSB verhaftet worden wären – sollte man meinen. Aber der russische FSB, ebenso wie vergleichbare Dienste überall in der Welt, sind in der Regel mehr daran interessiert, enttarnte Agenten erst einmal zu beobachten und ihre Verbindungen und Netzwerke zu studieren, als eine schnelle Festnahme zu machen. Nicht selten wird auch versucht, enttarnte Agenten umzudrehen, damit sie ihre Auftraggeber mit Spielmaterial versorgen, und mit echt klingenden, aber falschen Informationen dem Gegner ein falsches Bild vermitteln, um ihn in eine gewünschte Richtung zu lenken und zum Fehlermachen zu verleiten. Viele, dem Laien absolut harmlos erscheinende Handlungen und Ereignisse können für jemanden mit geheimdienstlicher Erfahrung bereits starke Verdachtsmomente darstellen, was natürlich noch keine Beweise sind. Im Fall Navalny beginnt das mit seinem Stipendium in den USA. Das hört sich erst einmal ganz harmlos an. Wenn man dann aber die näheren Umstände untersucht und die Hintergründe verdeutlicht, dürften im Fall Navalny auch bei einem Laien starke Zweifel aufkommen.

Auf seiner Webseite ist Navalny zurecht stolz darauf, dass er an der US-Elite-Universität Yale im Jahr 2010 für 4 Monate an einem Kurs für zukünftige globale Führer teilgenommen hat. Er war einer von 16 Teilnehmern, die alljährlich unter mehreren Tausend Bewerbern aus über Hundert Ländern ausgewählt wurden. [15]

Interessanterweise sollte 8 Jahre später, 2018, wieder ein Russe, diesmal Leonid Volkow, in den Genuss dieses illustren Kurses an der Uni Yale kommen. Wie man bereits erahnt, ist Volkow seit vielen Jahren Navalnys rechte Hand. Er war sein Wahlkampfmanager und Stabschef für die Bürgermeisterwahl 2013 in Moskau und als IT-Spezialist kontrolliert er alle regionalen politischen Operationen von Navalnys Partei in den 11 Zeitzonen Russlands. Nun wollen wir uns den Kurs an der Uni Yale genauer ansehen. Es handelt sich um das Maurice R. Greenberg World Fellows Program an Yales Jackson Institute for Global Affairs. Der Kurs trägt den Namen eines des mittlerweile verstorbenen AIG-Top Managers und ehemaligen US-Offiziers Maurice Greenberg. Als Gründer und finanzieller Förderer des Yale Kurses für zukünftige „Welt-Führungskräfte trägt das Programm auch den Namen des einflussreichen Geschäftsmannes Greenberg, dessen internationale Verbindungen in vielen Ländern bis in die Topetagen der Politik reichten. Hier stellt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet der in Moskau einschlägig bekannte Rassist und Rabauke Navalny für ein Stipendium an diesem Kurs von international hohem Prestige ausgewählt wurde.





Was zu Lebenszeiten des Kursgründers Greenberg nur wenigen bekannt war, waren seine Beziehungen zur CIA; diese waren derart eng, dass ihm in den 1980er Jahren sogar die stellvertretende Leitung der CIA »aufgrund seiner internationalen Expertise« angeboten wurde, was er allerdings ablehnte. Ein 2011 veröffentlichter Brief des damaligen CIA-Chefs William Casey zeugt von der vielseitigen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit Maurice Greenberg, den Casey in den höchsten Tönen lobte. Der Link zu dem Brief auf der für öffentliches Publikum zugänglichen Webseite der CIA ist inzwischen inaktiv, aber ausführliche Informationen über die Verbindungen zwischen CIA und Greenberg bringt auch die entsprechende Seite von publicintelligence.net [16].

Vor dem Hintergrund dieser engen Beziehungen zwischen CIA und Greenberg, wundert es nicht, dass bei den Kursen des Maurice Greenberg Programms für den Aufbau von zukünftigen globalen Führungskräften auch immer wieder Leute der Agency aus Langley dabei waren. So gehörte auch der Ehrenwerte ehemalige stellvertretende CIA-Direktor David Cohen regelmäßig zu den willkommenen Gastlektoren des Greenberg-Programms in Yale. Auch das könnte alles noch harmlos sein, wenn es nicht ein Fakt wäre, dass Geheimdienste in West wie in Ost an Universitäten mit ausgesuchten Lehrstuhlinhabern oder Kursleitern zusammenarbeiten. Deren Aufgabe ist es quasi als Talentsucher unter Studenten und Doktoranten, vor allem unter denen aus dem Ausland, Leute mit Potential für ihre jeweiligen Dienste auszusuchen. Nach einer positiven Überprüfung durch die Dienste wird dann mit der jeweiligen Zielperson weit weg von der Uni bei irgendeiner Gelegenheit ein harmloser erster Kontakt mit Sicht auf eine spätere Anwerbung geknüpft. Vor diesem Hintergrund stinkt das Maurice Greenberg Programm der Yale Uni zum Himmel. Für mich ist das nichts anderes als ein CIA-Programm zur Talentsuche und Anwerbung.

Hier stellt sich nun die Frage, auf Grund welcher Kriterien Navalny überhaupt für das prestigiöse Yale-Programm ausgesucht wurde. Welche Qualitäten hatte er den Amerikanern für einen zukünftigen global Leader anzubieten. Westliche Medien sprechen von einer Empfehlung des Schachweltmeisters Kasparov, der sich zu jener Zeit dem Westen gern als Oppositionspolitiker gegen Putin präsentierte. Das dürfte jedoch kaum den Ausschlag für seine Einladung nach Yale gegeben haben. Denn damals, in 2010, war bereits der liberale schwarze US-Präsident Obama an der Regierung. Und im Gegensatz zu den Behauptungen westlicher Medien, war und ist der russische Oppositionsführer Nawalny kein Liberaler. Vielmehr ist Navalny ein rechtsradikaler Rassist, der vor allem dunkel-häutige Russen aus dem Kaukasus als Kakerlaken beschimpft, die gekillt werden sollten. In einem Video aus dem Jahr 2007 [17] steht Navalny in schwarzem T-Shirt vor einem Tisch, auf dem eine Pistole, ein Pantoffel und eine Fliegenklatsche liegen. Er blickt in die Kamera. Links vor im läuft auf einem Bildschirm ein Film ab, der Würmer und Kakerlaken und sonstiges Ungeziefer zeigt. Dann spricht Navalny, dass gegen »Fliegen und Kakerlaken nur Pantoffeln und Fliegenklatschen« helfen. Anschließend fragt er: »Aber was soll man machen, wenn etwas Größeres in Dein Haus kommt? Zum Beispiel eine große Kakerlake?« In dem Moment erscheint ein mit einem langen Umhang als Kakerlake verkleideter Mensch und bewegt sich mit dem Rücken zur Kamera auf Navalny zu. Jetzt wird das Video auf dem Bildschirm ganz dunkel, Schüsse knallen und Lichtblitze sind zu sehen. Dann wird es wieder hell. Die menschliche Kakerlake liegt erschossen über dem Tisch und Navalny steht daneben und zeigt mit der Pistole in der Hand auf den Toten und sagt: »Da hilft nur die Pistole. Schusswaffen müssen erlaubt werden«. Es ist nicht das einzige Video dieser Art, das Navalny persönlich produziert hat; der vom Westen hoffierte Putin-Gegner steht heute noch zu seinen Aussagen von damals. Das wird durch das Interview bestätigt, das der Korrespondent des britischen Guardian, Shaun Walker, am 29. April 2017 mit Navalny geführt hat. Hier folgt ein Zitat der entsprechenden Passage aus dem Artikel: »Ob er (Navalny) heute nicht bedauere, diese Videos hergestellt zu haben? Aber er bleibt ungerührt. Navalny sieht es als Ausdruck von Stärke, dass er sowohl mit Liberalen als auch mit Nationalisten sprechen kann. Aber Migranten mit Kakerlaken zu vergleichen? Das gehöre zu seiner künstlerischen Freiheit, sagt er. Es gibt also überhaupt nichts von diesen Videos aus jener Zeit, das er bereue? Nein, sagt er wieder fest entschlossen«.

Wie jemand mit solchen Ansichten und öffentlichen Aktionen unter vielen Tausenden von Bewerbern für das exklusive Yale-Programm für nur 18 zukünftige globale Führer ausgesucht wurde, erfordert natürlich eine Antwort auf die brennende Frage: Auf Grund welcher menschenfeindlicher Kriterien wurde der Psychopath Navalny von den amerikanischen Talentsuchern in der US-Botschaft in Moskau an die Universität Yale geholt? Ganz aktuell hat vor wenigen Tagen Scott Ritter per Twitter-Nachricht die russische Behauptung bekräftigt, wonach Navalny für amerikanische und britische Geheimdienste arbeite. Der ehemalige Offizier im Nachrichtendienst der US-Marines, der später im Auftrag der UNO als Leiter der Waffenkontroll-Mission im Irak nach den nicht existierenden, aber von der CIA und der Bush-Regierung herbeigelogenen Massenvernichtungswaffen gesucht hat, ist kein Neuling in Sachen geheimdienstlicher Operationen und hat langjährige persönliche Erfahrungen mit der CIA. Auch kennt er den liberalen Falken Michael McFaul. Als der 2012 nach Moskau kam, hat er einen besonders provokanten Kurs gegen den Kreml gefahren. Ähnlich wie später Frau Fick-die-EU Victoria Nuland in der Ukraine, so hatte auch McFaul die russischen Oppositionellen in Moskau in aller Öffentlichkeit unterstützt. In einer breit gestreuten Twitter-Kurznachricht vom 7. Februar behauptet nun Scott Ritter, dass er weiß, dass es McFaul war, der damals in seiner Position im Nationalen Sicherheitsrat der USA dafür gesorgt hat, dass »Navalny sein Stipendium-Paket für Yale bekommen« hat. Später dann habe McFaul als Botschafter in Moskau »die Beziehungen zwischen der CIA und Nawalny überwacht«. Ritter fügt hinzu, dass er davon ausgeht, dass »sein Hinweis McFauls Argumente zur Verteidigung seines Agent-Provokateurs (Navalny) untergräbt«. Postwendend bestritt dann McFaul diese Behauptungen Ritters, woraufhin Ritter versprach, entsprechende Beweise herbeizuschaffen. Wir können gespannt sein«.

Aber zunächst befindet sich Nawalny in der Versenkung, nämlich für zweieinhalb Jahre in einem Straflager …..

[1] https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/egmr-fordert-von-russland-freilassung-nawalnyjs-17202745.html   17. 2. 21
[2] http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59367   17. 5. 16
Hilfstruppen gegen Moskau (I) »Destruktives Verhalten«
[3] http://www.politonline.ch/index.cfm?content=news&newsid=305313. 9. 20   Zum Fall Nawalny
[4] https://www.swr.de/swraktuell/geheimdienstexperte-zu-giftanschlag-auf-nawalny-100.html   3. 9. 20
[5] https://deutsch.rt.com/europa/106472-fall-nawalny-arzte-in-russland-schliessen-jegliche-vergiftung-aus-teilen-details-zur-behandlung/ 9. 9. 20
[6] https://de.sputniknews.com/wissen/20200925327996375-bei-nowitschok-vergiftung-waere-nawalny-tot/   25. 9. 20
[7]  https://de.rt.com/europa/110009-lebenszeichen-von-julia-skripal-mir/
3. 12. 20
[8] https://de.rt.com/meinung/107988-nawalny-als-neue-skripal-warum-die-britische-skripal-version-so-wichtig-ist/ 21. 10. 20
[9] https://deutsch.rt.com/international/109132-lawrow-zu-nawalny-grunde-zur-annahme-kampfstoffvergiftung-in-deutschland-oder-unterwegs-dorthin/
11. 12. 20
[10] https://de.rt.com/meinung/107988-nawalny-als-neue-skripal-warum-die-britische-skripal-v ersion-so-wichtig-ist/ 21. 10. 20
[11] https://de.rt.com/russland/110913-kremlsprecher-peskow-stellt-bei-nawalny-verfolgungswahn-fest/    22. 12. 20
[12] https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/einreiseverbot-fuer-gergiev-100.html   16. 10. 20
[13] http://www.pi-news.net/2021/02/das-ziel-der-eu-russland-in-die-knie-zwingen/
20. 2. 21 Top-Ökonom: »Wir wollen nicht weniger als einen Regimewandel«
[14]  https://kenfm.de/navalnys-spuren-zur-cia-von-rainer-rupp/   19. 2. 21
Navalny’s Spuren zur CIA – Von Rainer Rupp
[15] https://worldfellows.yale.edu/class/class-of-2010/ Class of 2010 – Liste der Teilnehmer und Gruppenfoto
[16] https://publicintelligence.net/maurice-r-greenberg/ March 30, 2010
[17] https://www.youtube.com/watch?v=oVNJiO10SWw Alexej Navalny

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1 Kommentar

  1. Im klebrigen zdf-journal wurde heute wieder mächtig gegen Russland gehetzt. Der arme Krawalny wurde ja so fürchterlich vergiftet. Beweise: Fehlanzeige!

    Widerlich, dieses Hetz-Medium!

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