STAATLICHES HANDELN SORGT FÜR STÄNDIG STEIGENDE GOLDPREISE

von Egon von Greyerz (goldswitzerland)
Original in Englisch vom Donnerstag, 8 August, 2019

Die Geschichte steckt voller Beispiele für verrückte Herrscher – vom babylonischen König Nebukadnezar über den römischen Kaiser Caligula bis hin zu zahlreichen englischen und französischen Königen sowie modernen Beispielen. Die Frage ist nur, ob wir jemals eine solch verrückte Zeit wie die heutige gehabt haben. Weltweit sind ethische wie moralische Werte verschwunden, und Dekadenz verbreitet sich ungezügelt. Im finanziellen Bereich herrscht überhaupt keine Disziplin mehr, da Führer versuchen, die Naturgesetze aufzuheben. Dies zeigt sich ganz deutlich am Beispiel der Manipulation der Weltwirtschaft, die es in diesem Maße nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben hat.

EINE VERRÜCKTE WELT MIT GELD UND GÜTERN OHNE ENDE

Wir haben es heute also nicht einem oder zwei verrückten Führern zu tun, sondern mit einer verrückten Welt, in der buchstäblich jeder Führer oder Zentralbankenvorstand verrückt ist. Warum sonst sollten sie versuchen, den Wohlstand der Welt mit wertlosem Falschgeld herbeizudrucken oder unbegrenzte Kreditmengen zu schöpfen? Und weshalb würden sie Menschen – durch Negativzinsen – dafür bezahlen, dass sie sich Geld leihen?

Der nächste logische Schritt wäre natürlich, dass wir alle aufhören zu arbeiten und die Roboter alles Notwendige produzieren lassen, wobei der Staat uns allen reichlich Geld gibt, damit wir uns das kaufen können, was wir wollen. Falls wir mehr Geld brauchen, können wir es uns einfach leihen, wobei wir noch Zinsen für die Kreditaufnahme bekommen. Selbstverständlich wird der Kredit nie zurückgezahlt werden müssen, weil wir bis in alle Ewigkeit unbegrenzte Mengen schöpfen können.

Was wie eine unglaubwürdige Sage klingen mag, ist gar nicht so weit von unserem heutigen Leben entfernt. Wir haben zwar noch keine Roboter, die die komplette menschliche Arbeit erledigen, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Man darf nicht vergessen, dass sich die gesamte Produktionsleistung im Eigentum des Staates befinden wird – oder, und das ist wahrscheinlicher, einer herrschenden Oligarchie. In der Folge werden normale Menschen praktisch zu Sklaven, weil nur sehr wenige von ihnen gebraucht werden, wenn Roboter den größten Teil der Arbeit machen.

WIR LERNEN NIE AUS DER GESCHICHTE

Wir sind mit Sicherheit noch nicht an dem Punkt, wo Menschen komplett durch Roboter ersetzt werden können. Doch der Trend ist klar, und es ist nur noch eine Frage der Zeit – ob nun in 100 Jahren oder in mehreren Jahrhunderten. Ein schwerer Wirtschaftseinbruch könnte diese Entwicklung auf jeden Fall verzögern. Nach dem Fall des Römischen Imperiums stand die kulturelle und wirtschaftliche Evolution still oder entwickelte sich für längere Zeit rückwärts. Das „finstere“ Mittelalter dauerte zwischen 500 und 800 Jahren, abhängig davon, wo man die Grenzen zieht.

Wir müssen aus der Geschichte lernen, doch die Menschheit macht es nie. Schon immer hat jede Generation geglaubt, dass zu ihren Lebzeiten eben alles anders sei.

Behalten wir im Hinterkopf, was langfristig passieren kann und betrachten wir nun den kurzfristigeren Zeitrahmen. Wie ich schon schrieb: Verrückte Regierungen und Zentralbanken setzen alles daran, die Blase auf solche Dimensionen auszudehnen, dass sich die Weltwirtschaft in eine gewaltige Nuklearbombe verwandelt. Die Explosion dieser Bombe, oder genauer gesagt die Implosion, wird katastrophale Folgen für die Welt haben. Es ist unmöglich, die exakten Folgewirkungen dieses Ereignisses zu prognostizieren. Doch eines kann als relativ sicher gelten: Es wird für unseren Planeten auf allen Ebenen großes Leid mit sich bringen.





KEINE HEILUNG FÜR DEN PATIENTEN MIT DER GUTEN ALTEN MEDIZIN

Wie ich im Artikel von letzter Woche dargestellte hatte, werden die Zentralbanken gerade von Panik erfasst. Sie wissen, dass die Wirtschaft und das Finanzsystem auf einem Fundament aus Treibsand stehen. Treibsand hat folgenden Effekt: Je stärker man sich herauswinden will, desto tiefer versinkt man. Und so wird die nächste Phase für die Weltwirtschaft aussehen. Die Zentralbanken werden nur noch zwei Stützen zur Verfügung haben. Die eine nennt sich Geldschöpfung und die andere heißt Zinssatzmanipulation.

Seitdem Nixon das Goldfenster im Jahr 1971 schloss, haben die Zentralbanken diese beiden Medikamente verabreicht – in überdosierter Form und mit stets steigender Frequenz. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind desaströs gewesen – aber niemand hat es mitbekommen. Als Beispiel: 1971 kostete in Großbritannien ein durchschnittliches Haus 4.700 £. Der heutige Preis beträgt 230.000 £, obwohl man in Südostengland dafür nur noch einen Schuppen bekommt. Trotzdem, der Durchschnittspreis ist um das 50-fache oder 4.800 % gestiegen. Sagen wir nun, dass diese Person kein Haus kaufte, sondern ihre 4.500 £ auf die Bank brachte und es dort zu einem Zinssatz von 4 % per annum für 48 Jahre ließ – zwischen 1971 und 2019. Heute würde diese Person insgesamt 30.000 £ haben, einschließlich aller Zinsen. Das Geld auf der Bank hat sich also versechsfacht (6x), während sich die Hauspreise verfünfzigfachten (50x). Natürlich kann sich diese Person heute kein Haus mehr leisten mit jenen Ersparnissen, die ihre Kaufkraft verloren haben.

STAATEN ZERSTÖREN ERSPARNISSE

Und so wurden Sparer durch unverantwortliche Geldwertzerstörung des Staates zermalmt. Kreditexpansion und Geldschöpfung haben den Wert des Geldes als auch Sparanreize komplett zerstört. Heute ergeht es Sparern sogar noch schlimmer, da Zinserträge von 4 % im Jahr nicht mehr möglich sind. In den meisten europäischen Ländern bekommt man nichts oder Negativzinsen. Aktuell zahlen Sparer eine Strafe an den Staat dafür, dass sie sparsam sind. Das ist einfach ungeheuerlich und wird in Kürze zur Zerstörung des Finanzsystems führen. Jeder, der grundlegende ökonomische Kenntnisse hat, weiß, dass reale Investitionsgewinne aus Ersparnissen hervorgehen. Um reales Wachstum und Währungsstabilität zu erzeugen, müssen die Gesamtinvestitionen gleich den Ersparnissen sein.

Die meisten Menschen verstehen nicht, dass der Wert des Geldes in ihren Taschen die ganze Zeit über sinkt. Sie leben mit der Illusion, dass die Preise steigen würden. Das ist aber völlig falsch. Es sind nicht die Preise, die steigen, es ist der Wert der Geldes, der rapide abnimmt. Und das Beispiel der Verfünfzigfachung der Hauspreise in 48 Jahren illustriert das gut. Effektiv betrachtet, ist der Wert des Hauses keinesfalls gestiegen. Allein der Wert des Geldes ist in allen Ländern eingebrochen, seit Nixon das Goldfenster schloss.

STAATEN HASSEN GOLD

Westliche Staaten hassen Gold, weil Gold ihre betrügerischen Maßnahmen zur Zerstörung des Geldwertes enthüllt. Doch sie hassen Gold nicht nur, sie verstehen es auch nicht. Zwischen 1999 und 2002 verkauften die Schweiz und Großbritannien ca. die Hälfte ihrer Goldbestände. Im Fall von Großbritannien wurden 395 Tonnen verkauft zu einem Durchschnittspreis von 200 £ pro Unze (280 €). Der Staat erhielt 2,5 Milliarden £. Heute steht der Goldpreis bei 1.230 £ und das britische Gold wäre 15 Milliarden £ wert. Gordon Brown, der britische Premier, kostete dem Land also 12,6 Milliarden £ (15 Mrd. $), da er die Hälfte der nationalen Goldreserven am Tiefpunkt des Marktes verkaufte. Die Schweizer Regierung war sogar noch ahnungsloser; sie verkaufte 1.500 Tonnen und kostet ihrem Land 38 Milliarden €.

Wären Staaten und Zentralbanken ehrlich, würden sie jedes Jahr eine Tabelle veröffentlichen, die zeigt, wie viel Wert die Währung verloren hat – im Verhältnis zu Gold, dem einzigen Geld, das seine Kaufkraft hält.

Doch das machen Staaten und Regierung nie – also werde ich es für sie machen. Oben finden Sie eine Tabelle mit den Goldpreisen in ausgewählten Ländern:

Die Botschaft könnte klarer nicht sein. Die meisten großen Währungen haben seit Nixons fataler Entscheidung von 1971 effektiv 98 %-99 % ihres Wertes verloren. Einige Währungen wie der Schweizer Franken, DM/ Euro und der Yen haben unwesentlich besser abgeschnitten.

Der Blick auf die Entwicklung allein in diesem Jahrhundert zeigt, dass alle Währungen entsetzlich abgeschnitten haben. Die großen Währungen haben zwischen 78 % und 85 % verloren. Auch hier ist der Schweizer Franken wieder der Starperformer mit einem Verlust von nur 62 %.

Wer Ökonomie und das schändliche Missmanagement des Geldes durch den Staat verstehen will, muss sich einfach nur diese Tabelle anschauen. Sie wird allerdings nie in einem Lehrplan für Universitäten oder Wirtschaftskurse auftauchen. Auch kein Journalist wird dieses simple aber entscheidende Konzept behandeln.

WÄHRUNGEN 99 % IM MINUS – NUR NOCH 1 % BIS ZUM NULLPUNKT

Die Tabelle erklärt nicht nur, was in den letzten 48 Jahren mit der Weltwirtschaft passiert ist, sie sagt sogar vorher, was in den kommenden Jahren passieren wird. Denn alles, was schon 98 %-99 % gefallen ist, wird unter Garantie um 100 % fallen und wertlos werden. Die jüngsten Maßnahmen und Aussagen der Fed, der EZB, der Bank of Japan, etc. zeigen, dass jetzt die finale Runde der Währungsmetzelei beginnt. Und sie lässt sich gar nicht vermeiden – das sagte uns von Mises schon im Jahr 1951.

Und das kommt als nächstes:





„FINALE UND TOTALE KATASTROPHE DES WÄHRUNGSSYSTEMS”

In der Tabelle oben habe ich auch Argentinien und Venezuela aufgelistet, weil sie zeigen, wie der nächste Schritt für die meisten Länder der Welt in den nächsten ca. 5 Jahren aussehen wird. Im Rahmen der nächsten Geldschöpfungsrunde (von einem Ausmaß, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat) werden der Dollar, der Euro, der Yen, das Pfund, etc. ihren finalen Absturz auf Null abschließen. Ob Gold in diesen Währungen auf 64 Millionen wie in Argentinien oder 357 Millionen wie in Venezuela steigen wird, ist vollkommen irrelevant. Papiergeld wird komplett zerstört sein und Hyperinflation wird grassieren. In der anschließenden Phase wird es eine deflationäre Implosion des Finanzsystems geben – einschließlich aller Kredit- und Blasenanlagen wie Aktien, Anleihen und Immobilien.

Gold zeigt uns aktuell, wo es langgeht, es hat in vielen Währungen neue Hochs markiert – z.B. britischen Pfund, kanadischen und australischen Dollars, schwedischen und norwegischen Kronen und vielen anderen Währungen. Der Euro und der Dollar werden bald folgen.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass Gold keine neuen Hochs erreicht, sondern die Währungen neue Tiefs ausloten. Und demnächst passiert Folgendes: Papiergeld wird komplett zerstört werden, so wie auch alle Blasen-Assets. Obwohl die meisten großen Währungen seit 2000 schon um 80 % gefallen sind, so werden sie alle – von heute aus gemessen – weitere 100 % verlieren.

GOLD BEWAHRT UND WERTET AUF

Wir hatten uns 2002 entschieden, große Kapitalmengen in physisches Gold zu stecken. Viele der Menschen, die wir damals berieten, stammten aus dem Vereinigten Königreich. Gold kostete damals 200 britische Pfund. Heute steht es bei 1.200 £ – eine Versechsfachung (6x). Kein anderes Investment kann diese Kombination aus Kapitalwertsteigerung und Anlageschutz schlagen. Und es ist so einfach – keine täglichen Sorgen um den Kauf/ Verkauf von Aktien, etc. und keinen großen Zeitaufwand, um den Wahnsinn der Investmentmärkte zu verstehen.

Angesichts einer so fehlgeleiteten Wirtschaft, wie wir sie heute haben, wird der Staat die ganze Arbeit verrichten, indem er unbegrenzte Mengen Geld und Kredit schöpft. Und diese Arbeit wird jetzt mit erhöhter Geschwindigkeit verrichtet werden. Wir müssen also nichts anderes machen, als auf der staatlichen Welle der Zerstörung mitzureiten. Gold wird weiterhin aufdecken, wie schlecht es Staaten und Regierungen geht. Es dürfte wohl kein einfacheres Investment geben!

Also: Alle, die noch keine Gold- und Silbereigentümer sind, müssen jetzt handeln. Es bleibt immer noch Zeit, die beste aller möglichen Lebensversicherungen zu kaufen. Denn diese Versicherung wird nicht nur ihre Anlagen vor der Komplettzerstörung schützen, sie wird sich auch als die ertragreichste Anlage aller Zeiten herausstellen. Doch denken Sie daran, die Edelmetalle außerhalb des Bankensystems zu verwahren und in einem sicheren Rechtsgebiet.

Egon von Greyerz
Gründer und Managing Partner
Matterhorn Asset Management
Zürich, Schweiz

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