Ein Viertel der Alleinstehenden ist ärmer als arm

von Niki Vogt (schildverlag)

Die neuesten Zahlen sind aus 2019. Sie sind alarmierend genug, aber 2019 war die Welt zumindest noch teilweise in Ordnung. Aber schon der Frühjahrs- und der Herbst-Lockdown haben in der Gesellschaft ihre Bremsspuren hinterlassen. Eine gefährdete Gruppe ist gleich doppelt und dreifach Opfer: Die älteren Alleinlebenden. Nicht nur, dass sie von der Covid-19-Infektion bedroht sind, sie leiden auch seelisch am meisten unter der Isolation. Und dazu kommt noch, dass diejenigen, die ihre viel zu magere Rente durch Gelegenheitsjobs aufbessern konnten, dazu keine Möglichkeit mehr haben. Sie können kaum überleben.

Heimat ist ein ParadiesDie Tendenz zum Alleinleben steigt. 17,6 Prozent der Deutschen leben allein. Und sie haben es schwer. Ohne Partner vereinsamen viele und es folgt meist ein sozialer Abstieg. Hinausgehen und Leute treffen erfordert Initiative und Geld. Das fehlt vielen. Im Jahr 2006 waren es schon knapp über ein Fünftel der Alleinstehenden, die an der Armutsschwelle oder darunter herumknapsten. Jeder Fünfte musste um sein Dasein kämpfen. Im Jahr 2019 war es schon mehr als jeder Vierte: Die Zahl der armen unter den Alleinstehenden ist auf 26,5% gewachsen: In Anbetracht dessen, dass die Zahl der Einpersonenhaushalte sowieso deutlich wächst, ist ein so massiver prozentualer Anstieg innerhalb dieser Gruppe doppelt traurig.

Was bedeutet Armut? Als armutsgefährdet gilt nach der Definition in der Europäischen Union, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Gesamtbevölkerung im jeweiligen Nationalstaat auskommen muss. In Deutschland gilt laut Statista eine alleinstehende Person mit einem Nettoeinkommen von 781 Euro oder weniger als arm.

Ganz besonders trifft das alleinstehende Rentner im Alter von über 65 Jahren. Deren Anteil unter den armen Einsamen ist von 15% auf 24% gestiegen. Der paritätische Wohlfahrtsverband stellt nüchtern fest, dass die Armutsquote in Deutschland einen historischen Wert von 15,9% der Bevölkerung erreicht hat. Das ist die höchste Armutsquote seit der Wiedervereinigung. In Zahlen sind das 13 Millionen Menschen in Deutschland.

Die Medien schreiben unisono, durch die Pandemie habe sich die Lage der Alleinlebenden weiter verschärft und damit ist das Thema abgehakt. Ein bisschen Zahlen, ein bisschen Empörung und eine linke Sozialpolitikerin, Sabine Zimmermann, wird freundlich erwähnt, denn diese hatte die Daten abgefragt. Das scheint auch die einzige zu sein, die sich tatsächlich für die Mitmenschen interessiert, die in dieser deprimierenden Lage sind. Sie fordert ein umfassendes Konzept. Sie fordert die Anhebung des Mindestlohnes auf 12 €/Stunde und die Zurückdrängung prekärer Beschäftigungen.

Wir Toeten die halbe MenschheitSo lobenswert ihr Vorstoß ist, so wenig wird er bringen. Wir werden vor Ostern nicht aus der Pandemie herauskommen. Bis dahin ist entweder ein Wunder passiert oder sehr viele kleine Selbständige und Mittelständler werden ebenfalls hart gegen die Armutsgrenze prallen, die nur in eine Richtung durchlässig ist: Nach unten.

Und genau diese sind es, die so viele kleine Jobs für die älteren Alleinstehenden geschaffen haben. Hier ein paar Stunden Aushilfe, da ein 450-Euro-Job. Hilfe bei der Gartenarbeit, kleine Reparaturen im Haus, Putzen, waschen bügeln, die Straße kehren, im Winter Schnee schippen, die alte Mutter im Haus ein bisschen unterhalten und mit ihr spazieren gehen. Oder bei der Inventur des kleinen Ladens helfen, mal ein paar Stunden das Geschäft übernehmen, Flugblätter verteilen. So besserten viele ihre Rente auf und wurden zum Faktotum in den Haushalten des Mittelstandes, der nun selbst vom Absturz bedroht ist. Diesen „Arbeitgebern“ mehr Stundenlohn oder gar Daueranstellungen abzufordern ist witzlos. Auch von diesen hoch-“prekären“ Jobs, die manchen vor dem Hungern bewahrt haben, werden sehr viele einfach wegfallen.

Selbst die Flaschensammler finden kaum noch etwas. Die Abfalleimer in den Bahnhöfen und Fußgängerzonen sind so leer, wie die Einkaufsstraßen und die Geschäfte. Es gibt keine Jobs mehr. Man trifft sich nicht einmal mehr an den gewohnten Stellen. Die Einsamkeit in der kleinen, schlecht geheizten Wohnung legt sich auf die Seele. Es wird ein stilles Sterben unter diesen Vergessenen, Einsamen geben. Die Zahlen des Armutsberichtes 2021 werden deprimierend.

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19 Kommentare

  1. Zum Thema Armut aus berufenem Munde:

    Es ist alles relativ. Also ich komme mit dem blanken Existenzminimum bei meinem Lebenstil über die Runden. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich reise nicht, ich nehme nicht am gesellschaftlichem Leben teil, ich gehe nicht aus essen, ich trage meine alte Kleidung bis zum Ende, ich benutze keine Kosmetika (nur Seife) und ich habe hier auch selten Besuch und wenn doch gibt es Leitungswasser und einpaar Keckse.

    Ein bisschen Geld stecke ich in meine Hobbies.

    Das ist natürlich kein normales Leben. Aber der Versuch ein normales Leben nachzuahmen, wenn man dafür absolut nicht das Geld bekommt, ist eben zum Scheitern verurteilt und würde nur frustrieren.

    Wenn ich mich mit Leuten verabreden würde, die sich im Anschluss auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen in ein Cafe setzen würden (Covid mal außer acht), dann würde ich mich durch den Kontakt lediglich schlecht fühlen, weil das eben praktisch unmöglich ist. Insofern fallen solche Beziehungen zu "normalen" Leuten weg.

    Und das Geld mit obengenannten Tätigkeiten aufbessern, macht wenig Sinn (66% müsste ich abliefern und Nichtabliefern würde ein Streichen der Leistung zur Folge haben). Selbst beim Betteln wollten manche sogenannten Ämter noch zulangen.

    Insofern sind die Leute, die eine "normale" Rente haben und dann noch ich glaube bis 450 Euro dazuverdienen dürfen und es noch können, eh schon sehr privilegiert und keinesfalls die Ärmsten.

    Ich schaue immer gerne nach Österreich, die ein viel Menschenwürdigeres System haben und den Armen zugestehen, dass sie auch am Leben teilhaben dürfen, indem sie neben deutlich höheren Leistungen auch z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen, um auch mal die Familie besuchen zu dürfen oder wichtige Anschaffungen machen können.

    Aber das ist eben undenkbar und unaussprechlich in dem Land, das angeblich die Menschenwürde über alles stellt. Willkommen in 666 = Deutschland, wo die größte Lüge schon in der Präambel des GG steht… 

    •  Im Rahmen der Gewinnmaximierung fielen schon vor Corona sehr viele "einfache" Arbeitsplätze weg!  Das Faktotum, der das Gelände und die Räumlichkeiten sauber hielt, die Verpackungen wegräumte gibt es schon lange nicht mehr, war wohl zu teuer?  Und heute wundert man sich, wenn man im Baumarkt keinen Ansprechpartner mehr findet?

       Hinzu kommt natürlich die Automatisierung.  Viele einfache Handgriffe werden von Maschinen übernommen.  Die kosten eben kein Kranken- oder Urlaubsgeld …

       Gut, wen es nicht trifft, der macht sich keine Gedanken darüber, aber, er bezahlt sie halt mit;  mit seinen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.  Es ist nicht das Problem, daß es halt "weniger Fähige" gibt, sondern das man diese aussortiert und ihnen damit ein Menschenunwürdiges Leben, ein Leben ohne Arbeit, gibt.  Und ohne Einkommen ist die weitere gesellschaftliche Ausgrenzung auch nicht mehr weit! 

       Die Betrachtung, wer als "arm" gilt, ist also nicht nur eine monetäre Betrachtung sondern wirft vielmehr ein bezeichnendes Licht auf die Gesellschaft, die meint, sich dieses leisten zu können!  Auf der einen Seite tut sie nichts dazu, daß diese Menschen sich selbst versorgen könnten, auf der anderen Seite ist es ihr völlig egal, wenn diese vor sich hin darben!

       Die andere Frage ist, warum haben wir so viele Alleinstehende?  Und als Folge davon, zuwenig eigenen Nachwuchs?  Als ob der Deutsche so gerne lieber alleine wäre?  Zwei meiner drei Kinder wollen sich lieber nicht dauerhaft binden … und ich gehe davon aus, daß es nicht an deren Eltern liegt.  🙂  Klar, auch Ehe und Elternschaft ist Arbeit, aber, wo die Scheidungsrate schon so hoch ist, daß man es gar nicht erst darauf ankommen lassen will, das läßt einen doch schon etwas ratlos zurück.

       Anscheinend wird auch dies von unserer Gesellschaft einfach so hingenommen (gefördert?), nimmt aber parallel dazu fortpflanzungsfreudigere Ethnien auf, die ebenso erst mal einfach nur Geld kosten und, irgendwann mal (vielleicht), ebenso zum Bruttosozialprodukt beitragen werden.

       Welchen Schluß soll man daraus ziehen?  Die Eigenen läßt man untergehen, im Rahmen einer Angleichung nach unten (Existenzminimum), und auf der anderen Seite will man die Weltbevölkerung und das Klima retten? 

      • Hallo Jürgen!

        Also schaut man sich den Stammbaum des deutschen Reichsadels an, dann sieht man, dass die alle heiraten und meistens 5 oder mehr Kinder haben… Von der Leyen ist da relativ typisch.

        Was hält nun die einfachen Deutschen von Ehe und Kindern ab? Könnte es an dem viele Jahrzehnte völlig einseitigem Unterhaltsrecht gelegen haben? Oder an dem viele Jahrzehnte völlig einseitigem Umgangsrecht gelegen haben? Kann es daran gelegen haben, dass die Frauen sich in der Regel nach sieben Jahren trennen?

        Kann es sein, dass die vielen finanziellen Belastungen, die hohen Steuern und die für die meisten faktische Unmöglichkeit, Wohneigentum zu bekommen, die Deutschen davon abhält Familien zu gründen?

        Oder hat da die Umerziehungskampagne und die Medienberieselung ihren Beitrag geleistet? Ich meine so vielen Rollenbildern entsprechen, wie uns da vorgegeben wird, das ist faktisch unmöglich.

        Ich selbst habe mich gegen Kinder entschieden, weil ich eine Horrorkindheit hatte und nicht wollte, dass sich sowas wiederholt. Zudem waren da keine Frau dabei, wo ich gesagt hätte, das hält lange oder dauerhaft. Es waren aber viele dabei, wo ich heute schreiend davon laufen würde, wegen ihrer Art zu denken und zu leben.

        Da fällt mir gerade noch ein Schwank ein: Heute habe ich unterwegs eine Frau kennengelernt, die mir ihre Telefonnummer gegeben hat, weil sie mich sympathisch fand. Ich habe so freundlich zugehört, wie sie mir ihre halbe Lebensgeschichte erzählt hat und mir meinen Teil gedacht…

        Insbesondere als sie über "Rechte" gelästert hat und erzählt hat, dass sie aus Cottbus weg ist wegen der vielen "Rechten". Wenn die gewusst hätte, dass ich Verschwörungsexperte, Aktivist, "Mensch und keine Person", Anmelder von sehr einschlägigen Demonstrationen war, erklärter Gegner von Freimaurerei, Geheimgesellschaften und Gruppierungen, die Gesellschaften infiltrieren und zersetzen und dazu militanter Impfgegner bin, dann wäre sie wahrscheinlich sofort schreiend davon gelaufen…

        • Martin,

           für meine Frau und mich, wie auch für unsere Jüngste, die uns zu Großeltern machte, war das keine Überlegung wert!  In den 80ern gab es auch noch Bundeserziehungs- und anschließend Landeserziehungsgeld (BaWü).  Meine Frau war (ganz klassisch) lange Zeit zuhause, was sich jetzt in ihrem Rentenanspruch wiederspiegelt. Mütterrente ist den Namen nicht wert!

           Deine gestellten Fragen zielen sicherlich in die richtige Richtung!  Als meine Eltern sich scheiden ließen, da gab es noch die "Schuldfrage" … ein weggefallenes Momentum, das die Scheidungsfreudigkeit sicherlich erhöht hat, sind die Unterhaltsansprüche doch gleichsam gesichert!  Mutmaßlich alles im Namen vermeintlicher Gleichbehandlung?

           Das mit den Rollenbildern, will heißen, geänderten Rollenbildern, spielt sicherlich auch eine Rolle!  Ich habe es damals (in den 90ern) zwar nicht durchschaut, kam mir, im Rückblick, zeitenweise aber regelrecht "entmannt" vor! 

           Hatte nie ein Problem, bei drei Kleinkindern, das Bügeleisen in die Hand zu nehmen, einen Einkauf oder sonst was "untypisches" zu erledigen, aber, mittlerweile scheint sich das Verhältnis zwischen Frau und Mann komplett umgedreht zu haben, was wohl auch nicht das Gelbe vom Ei sein kann!

           Mein Sohn (34) sagt, die Frauen haben alle nur noch Ansprüche, die von ihm erfüllt werden sollen!  Da hat er keinen Bock d´rauf!  Er hat sein Leben geregelt, sich von "ungelernt" in die Qualitätssicherung hochgearbeitet; die Frauen seiner Generation scheinen aber überwiegend überfordert?

           ………………

           Was Deine neue Bekanntschaft angeht; ruf sie an!  Unverhofft kommt nicht so oft und den Spaß kannst Dir ja erwartungsfrei gönnen!  🙂

      • Zulu, danke für den Hinweis…

        Ich würde das evtl. machen, wenn meine Maske beanstandet wird.

        Solange ich keinen Bedarf habe, sehe ich auch keinen Grund, etwas zu beantragen, was ich nicht brauche, in der Hoffnung dass ich dann eine Geldleistung bekomme, die anderweitig verwenden würde…

        Tricksen ist nicht so mein Metier. 

          • 1. Muss ich das beantragen.
            2. Sehr wahrscheinlich in das Widerspruchsverfahren und ggfs. klagen.

            Wenn ich es nicht wirklich brauche, dann beantrage ich es nicht. Ich lasse die in Ruhe und die lassen mich in Ruhe.

            Mit meiner Maske mit P3 Filteraufsätzen würde ich ungefähr ein Jahr hinkommen, ehe ich die ersetzen muss. Und die Maske trage ich eh lieber, weil die Ventile zum ausatmen hat.

            Einziger Nutzen wäre hier, falls sie keine Versandabteilung haben und mir lieber das Geld geben, das ich dann zweckentfremden würde.

            Und da bin ich so: Ehrlich währt am längsten.
            Geld was ich mir erschleichen müsste, das will ich gar nicht. 

            Würde auch nicht zum Kantschen kathegorischen Imperativ passen. Handle stets so, dass die Maximes des eigenen Handelns ein allgemeines Gesetz werden könnte.

            Und maximiere Deinen eigenen Vorteil auf Kosten der Gemeinschaft ist leider ein allgemeines Gesetz, das die Gesellschaft aushöhlt. Auch wenn es bei uns allgemein praktiziert wird, bleibt es doch unethisch.

            •  Deine Dir selbst auferlegten Prinzipien in allen Ehren … und unter der Prämisse, daß wir hier unter dem Thema Armut, und daß man arm gehalten wird, diskutieren, möchte man zum Schluß kommen, das hier auch falscher Stolz am Platz sein könnte?!  Warum sollte man verzichten auf das, was einem angeboten wird?

               Der Kant´sche Imperativ funktioniert auch nur in funktionierenden Gesellschaften! Und da sind wir weit von weg!  Warum sollte Verzicht, in diesem Fall, zu einem "allgemeinen Gesetz" werden können?  Und wie soll das aussehen?  "Ich verzichte, also bin ich!"?  Die Bedürftigen gehen voran, auf das die Welt besser werde?  

               Es ist schon schrecklich unethisch, explizit Zustehendendes in Anspruch zu nehmen, wo Habende den Hals nicht voll bekommen!

               Kommt nicht erst der Bauch und dann die Moral?  Zumal, wenn Moral dazu benutzt wird, daß wir uns mit unserem Schicksal abzufinden haben? 

              • Nur weil andere keine ethischen Standards haben, heisst das noch lange nicht, dass ich es genauso machen muss.

                "Werde Du selbst die Veränderung, die Du Dir für die Welt wünscht."

                Ich habe sicherlich in meinem Leben auch mal "abgekürzt", aber ich bin rückblickend nicht stolz drauf…

                Wie sollte ich das Lügensystem anprangern, wenn ich es selbst im Kleinen genauso handhaben würde.

                Dann würde ich doch auf der gleichen Stufe stehen, wie unsere Volksverräter, die erst Maske predigen und dann ohne in Urlaub fahren, oder erst die Benzinpreise hochtreiben, E-Autos propagieren und dann unterwegs vom E-Auto in ihre fette Limousine oder den Porsche umsteigen. Oder den Leuten das Fliegen verbieten wollen und dann mal eben mit der Flugbereitschaft rumdüsen…

                • Kontroverse Gratwanderung, Martin. Ich verstehe & schätze Deine ethisch-moralischen Einwände sehr wohl. Möchte mich selbstverständlich auch nicht unnötig bereichern, wenn es nicht Not tut. Ehrensache. Ehrlich währt am Längsten ist auch meine Philosophie. Wir wurden anständig erzogen und dafür sollten/dürfen wir stolz und dankbar sein.

                  DIE mit dem Kokolores allerdings räubern völlig ungeniert. Es ist "Bereicherung" auf unsere Kosten. Nicht nur finanziell, sondern auf Kosten unserer körperlichen Gesundheit und Gesamt-Lebensqualität; mittlerweile auch Psyche selbst der Kleinsten.

                  Also, wie kriegen wir die los? Diese nichtsschaffenden Mitesser? Erpresser? Seelenvergewaltiger? Doch nur mit zivilem Ungehorsam. Wenn die wollen daß wir bescheuerte Feudel tragen, dann sollen SIE das auch bezahlen!
                  Ich brauche das NICHT.

                  Falls sie diese Feudel überhaupt zur Verfügung stellen können!
                  Kleine Rechnung für Zahlen-Zauberer:
                  Also, wir haben ca. 83 Mio. Einwohner. Wie viele davon berufstätig sind weiß ich nicht, aber andere gehen lediglich einkaufen. Nehmen wir an, eine Angestellte arbeitet 8 Std. pro Tag. 8 x 60 = 480 (Min.). Laut Arbeitsschutzgesetz muß eine FFP2-Windel alle 75 Minuten getauscht und anschließend entsorgt werden (vor "Viren" schützt sie nicht; steht drauf).

                  Das macht pro Tag also 6,4 Luftfilter…runden wir auf sieben, weil im Auto ja auch…abzüglich 4 WE´s also 22 Tage/Monat kommen wir auf 154 Maulkörbe. Wenn es denn nach Gesetz verlaufen sollte.
                  Die Sozialhilfe garantiert 20? Das ist aber nett!

                  Soviel gibt´s doch gar nicht…vor allem, wenn die Laster nicht mehr über die Grenze kommen. Alle beknackt hier.
                  99,9% Überlebenschance? Die Zahl mal auf den Kopf stellen…

                    • Dazu kommt noch SGB XII… Das sind aber derzeit nur 1,5 Mio. Wird aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark steigen.

                      Und nochmal rund 400.000 nach Asylbewerberleistungsgesetz.

                    • Richtig, aber als ich noch zur hübschen Friseurin ging mußte diese ihr Einkommen bereits über´s Jobcenter ("Sozialamt" gibt es ja nicht) aufstocken, trotz 8 Stunden Arbeit mit Trinkgeld. Seit 6 Jahren schneide ich mir die Haare selbst. Tut mir wirklich leid für sie, aber das ist einfach zu teuer. Eine gute Maschine plus Schere amortisiert sich nach nem halben Jahr.

                    •  War schon vor vierzig (oh je) Jahren so!  Meine Exverlobte, ihres Zeichens Friseurin, lebte auch nur vom Trinkgeld, welches dann irgendwann auch noch versteuert werden sollte …

                       Wobei, wenn so ein Salon mal läuft, kann ich mir nicht vorstellen, daß da nicht besser bezahlt werden könnte!  Ist aber nicht nur da ein Problem! Geselleneinkommen im Handwerk allgemein, ist ein Drama!  Dabei wäre es so einfach.  Löhne hoch und die Binnennachfrage stärken!  Ist wohl aber nicht gewollt!

                    • Also ich schneide meine Haare auch schon seit vielen Jahren. Zuerst mit einer Maschine. Aber das war mir zu militärisch. Und heute locker mit Schere.

                      Ich meine Friseurbesuch ist nicht teuer, wenn man z.B. das Durchschnittseinkommen von rund 3000 Euro für 30 Stunden bekommt. Aber so eitel bin ich nicht mehr, dass ich mir für die Rund 180 Euro im Jahr nicht lieber etwas anderes gönne.

                      Es gibt auch hochpreisige Friseursalons, bei denen man dann ein Wellnessprogramm bekommt. Aber ob einem das 30-40 Euro für einen Herrenhaarschnitt wert ist, ist die andere Frage.

                      Beim Friseur schlägt halt auf den Lohn durch, dass eigentlich jeder nach 20-30mal schneiden, eine vernünftige Frisur hinbekommt. Wir brauchen ja keine Dauerwellen oder Färbeexperimente. 

                      Allerdings ist die Jobzufriedenheit von Friseuren (v.a. den weiblichen) besonders hoch, weil der Job eben jede Menge Möglichkeit für Gespräche und auch Kreativität läßt. Zudem sieht man, jedesmal nach kurzer Zeit, was das Ergebnis war.

                      Das ist anders als bei Leuten, die irgendwelche kleinteiligen Tätigkeiten machen bei denen sie keine Gestaltungsspielräume haben und sich nicht unterhalten können.

                      Immerhin hatte der Mindestlohn die Situation von Friseueren maßgeblich verbessert.

                    • Joah, die bekommt 5€ die Stunde (mein letzter Stand) und der Rest ist Trinkgeld. Als Kunde zahlt man aber 20€-Standard PLUS Trinkgeld. Da mach ich´s mir lieber selbst. Die Differerenz geht alles an den Chef ihrer Kompanie. Nicht in Ordnung…nei, nei.
                      Quasi schon passiv erzwungene Aufforderung zur Schwarzarbeit.

  2. https://www.t-online.de/finanzen/boerse/news/id_87991586/insolvenz-diese-firmen-sind-in-der-corona-krise-in-schieflage-geraten.html

    Das grosse Firmensterben geht erst los, wenn wieder die Insolvenzantragspflicht gilt.

    Diese Läden verschwinden aus unseren Einkaufsstraßen und dies ist erst der Anfang Den der Aufschub bei Überschuldungen galt bis zum 31.01.2021 für bestimmte Unternehmen.

    Das Gesetz zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (COVInsAG) enthält zudem eine Verordnungsermächtigung für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, wonach die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch einfache Rechtsverordnung bis zum 31.03.2021 verlängert werden könnte.

    Der Bundesrat hat nun zugestimmt, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. April 2021 nahtlos zu verlängern.

    1. Douglas (60/430 deutschlandweit; 500/2400 werden geschlossen)

    2. Pimkie ( 40/75 werden geschlossen)

    3. Friseur Klier (450/1350 werden geschlossen; 15-20% der Stellen sind betroffen)

    4. Depot (35 Fillialen schließen)

    5. Maredo ( alle Fillialen werden geschlossen, außer es wird ein Investor gefunden; fast alle Angestellte bis auf wenige in der Verwaltung wurden gekündigt)

    6. Promod ( alle 32 Geschäfte schließen) 7. Runners Point ( alle Fillialen mussten schließen)

    8. H&M ( 350 Fillialen schließen weltweit; 800 Stellen in Deutschland betroffen)

    9. Zara (1200/2800 weltweit werden geschlossen)

    10. Galeria Karstadt Kaufhof ( 40 Fillialen werden geschlossen, Darlehen von 460 Mio bekommen, um bis Ostern durchzukommen)

    11. Esprit (50 Geschäfte werden geschlossen. 1100 Mitarbeiter sind betroffen) Insolvenzen in 2021 Täglich in Deutschland

    04.01.21 89 05.01.21 65 06.01.21 43 07.01.21 60 08.01.21 34 10.01.21 1 11.01.21 38 12.01.21 24 13.01.21 34 14.01.21 37 15.01.21 21 18.01.21 16 19.01.21 34 20.01.21 16 21.01.21 28 22.01.21 30 25.01.21 31 26.01.21 33 27.01.21 58 28.01.21 40 29.01.21 34 01.02.21 88 02.02.21 40 03.02.21 47 04.02.21 52 05.02.21 45 08.02.21 38 09.02.21 31 10.02.21 32 11.02.21 13 12.02.21 23 1175

    Insolvenzen bisher in 2021 Deutschland

    https://www.unternehmen24.info/Handelsregister/Deutschland/Insolvenzen/2021-01-05 https://www.anwalt.de/rechtstipps/verlaengerung-der-insolvenzantragspflicht-bei-ueberschuldung-bis-zum-31012021-beschlossen_183430.html https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/insolvenzaussetzungsgesetz-1781394

    • Den Einzelhandel erwischt es als ersten.

      1. haben die durch die Ladengeschäfte das Gros an Kosten, das auch bei Schließung weiterläuft.

      2. Ist deren Gewinnmarge ohnehin nicht groß und das Geschäftsmodell eh durch den Online handel unter druck.

      3. Um doch noch Gewinn für die Investoren abzuwerfen, wird die Investition zumeist durch Kredite gehebelt. Gerade bei niedrigen Zinsen konnte man so aus fast keinem Gewinn noch einpaar Prozente machen, solange es läuft.

      Umgekehrt bedeuten die Kredite aber das umso schnellere Aus, weil kein Eigenkapital da ist, von dem man mal einpaar Monate oder Jahre zehren kann.

      Viele Unternehmen haben ihre Geschäftsmodelle gehebelt. Eine Börsianer meinte mal, es kommt auf das Selbe raus, ob ich meine Aktien zu so und so viel Prozent über Kredit finanziere oder ob das Unternehmen so und so viel Prozent seines Geschäftes über Kredit finanziert.

      Nur wenn man dann als Investor in so ein gehebeltes Unternehmen noch mit Kredit finanzierten Aktienkäufen investiert, dann kann man das Risiko nochmal maximieren, für den Fall, dass etwas unvorhergesehenes passiert.

      Interessant ist auch, dass viele Landwirte ihre Investitionen über Kredite finanzieren. Die sind zwar (noch) nicht speziell von Corona-Maßnahmen-Folgen betroffen. Aber auch hier kann es sehr leicht Pleitewellen geben.

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