Dies und Das – Krieg und demokratie

Warum haben wir alle schon in der Schule gelernt, dass Demonstrationen etwas – womöglich sogar zu begrüßendes – sind, das zur demokratie gehört? Und warum wurden Demonstranten schon immer weitgehend von der Polizei zusammen geprügelt oder, wenn sie Glück hatten, verschrieen und äusserst negativ dargestellt? Wie passt das zusammen?

Nehmen wir mal ein inzwischen etliche Jahrzehnte zurück liegendes aber krasses Beispiel: Den Fall Ohnsorg. Der kam nämlich nicht „irgendwie um“ und er wurde auch nicht versehentlich im Eifer des Gefechts getötet, sondern er wurde planvoll und gezielt ermordet und zwar von einem Polizisten, der ihn bewusst ohne jede situative Notwendigkeit oder Bedrängnis erschoss. Und anschließend wurde die Leiche nicht nur verschwunden, sondern sie wurde auch geschändet durch die Entfernung von Material, das bei einer wirklichen Obduktion verräterisch gewesen wäre. Allerdings: Anlass zu Sorge bestand nicht; die „amtliche Leichenschau“ war von vorne bis hinten getürkt und der Arzt, der zumindest offiziell den Totenschein ausstellte, hat sich noch Jahrzehnte später und bis zu seinem eigenen Tod aus offensichtlicher Angst geweigert, irgend etwas dazu zu sagen.

Aber auch in Chemnitz wurde und wird deutlich, wie sich das mit der demokratie und Demonstrationen, also Unwillensbekundungen der Bevökerung, so verhält. In einer Veranstaltung, bei der auch der Ministerpräsidenten-Darsteller Sachsens zugegen war, berichtete ein Bürger, der es offensichtlich noch immer nicht kapiert hatte und noch immer an „demokratie und rechtsstaat“ glaubte empört, er sei, obwohl doch nur friedlicher Demonstrant und Normalbürger als „Nazi“ beschimpft worden. Die Reaktion kam prompt: „Weil das eine Nazi-Demonstration war“. Fertig, Keks gegessen, Klappe zu.

Der betroffene Bürger hatte (wenig erstaunlich) nicht die Geistesgegenwart, mal nachzufragen „Warum? Woher weiss man, dass das eine Nazi-Demo war?“. Spielen wir es mal in Gedanken realistisch weiter und nehmen an, die Frage wäre aufgekommen. Dann wäre die Antwort in etwa die gewesen „Da haben doch welche den Hitlergruß gemacht!“ (oder Nazi Symbole, oder …). Die Details sind nicht wichtig. Wichtig ist, dass da – übrigens akut rechtswidrig – das Instrument der extrem erweiterten Sippenhaft zum Einsatz kam. Die Logik der „demokraten“ ist simpel: Wenn da auch nur einer ist, der irgendwie als Nazi eingeordnet werden kann, dann ist damit die gesamte Demo eine Nazi-Demo … und so kam es zu der beschriebenen Antwort.

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