Wird die Coronavirus-Pandemie dazu beitragen, Krieg und Militarismus einzudämmen?

Lawrence Wittner (antikrieg)

Als ich vor Jahrzehnten begann, internationale Geschichte zu lehren, fragte ich Studenten, ob sie es für möglich hielten, dass Nationen ihre Kriege gegeneinander beenden könnten. Ihre Antworten waren unterschiedlich. Aber die pessimistischeren Schlussfolgerungen wurden manchmal durch die Überlegung gemildert, dass, wenn die Nationen der Welt einem gemeinsamen Feind gegenüberstehen würden, wie z.B. einer Invasion von einem anderen Planeten, dies sie schließlich zusammenführen würde.

Daran wurde ich am 23. März erinnert, als der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, „einen sofortigen globalen Waffenstillstand“ forderte. Es sei an der Zeit, so Guterres, „die Krankheit des Krieges zu beenden und die Krankheit zu bekämpfen, die unsere Welt verheert“. In einer Mitteilung der Vereinten Nationen hieß es, der Generalsekretär habe „die Kriegsparteien auf der ganzen Welt aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, um den größeren Kampf gegen COVID-19 zu unterstützen: den gemeinsamen Feind, der jetzt die gesamte Menschheit bedroht“.

Wenn sich die Menschen vernünftig verhalten würden, würden sie ihren gemeinsamen Feind sicherlich erkennen und diesen Vorschlag unterstützen. Warum sollte man schließlich nicht kooperativ daran arbeiten, die Menschheit vor dem massiven globalen Tod und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten, anstatt weiterhin jährlich 1,8 Billionen Dollar für Kriege und gewaltige militärische Aufrüstungen mit dem Ziel auszugeben, sich gegenseitig abzuschlachten? Allein die US-Regierung gibt derzeit rekordverdächtige 738 Milliarden Dollar pro Jahr für ihren ständig wachsenden Militärapparat aus – wesentlich mehr, als sie jedes Jahr für Gesundheit, Bildung und alle anderen zivilen Dienste ausgibt. Wie wäre es, wenn diese enormen Ressourcen, die jetzt für den Krieg und die Kriegsvorbereitungen vorgesehen sind, für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung eingesetzt würden, z.B. für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie? Und sicherlich würden auch andere schwer bewaffnete Regierungen, die derzeit den menschlichen und wirtschaftlichen Reichtum ihrer Nationen in das Rattenloch des Krieges schaufeln, von einer Neuordnung ihrer Prioritäten profitieren.

Darüber hinaus, wenn die Welt von einer tödlichen Pandemie heimgesucht wird – vielleicht nur die erste von vielen in den kommenden Jahrzehnten – wie wollen die Nationen dann die notwendigen Streitkräfte zur Bekämpfung von Kriegen aufrechterhalten? Soldaten leben, wie Seeleute, in unmittelbarer Nähe zueinander, und als Folge davon werden ihre Reihen wahrscheinlich durch Krankheiten dezimiert. Wie die kürzliche Entlassung eines Kapitäns der US-Marine aus dem Kommando, der vor der Verbreitung des Coronavirus auf seinem Flugzeugträger gewarnt hatte, zeigt, werden sich hohe Militärbeamte wahrscheinlich weigern, den sich verschlechternden Gesundheitszustand ihres Militärpersonals zur Kenntnis zu nehmen. Aber diese vorsätzliche Ignoranz wird keine effektive Kampf- oder militärische Besatzungsmacht ins Feld führen. Sie könnte sogar zu weit verbreitetem Widerstand und Aufständen unter den Truppen führen, da Krankheit und Tod durch ihre beengten Baracken und Schiffsunterkünfte fegen.





Dennoch leben wir, wie uns die Geschichte zeigt, nicht in einer durch und durch rationalen Welt. Nationen – und vor ihrer Existenz konkurrierende Gebiete – haben seit Jahrtausenden menschliche und wirtschaftliche Ressourcen für Krieg und Kriegsvorbereitungen verschwendet. Selbst 75 Jahre nach der Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis mit Atombomben rüsten sich die Nationen weiterhin mit rund 14.000 Atomwaffen aus und bereiten sich damit auf einen Atomkrieg vor – und drohen manchmal damit -, der das meiste Leben auf der Erde vernichten wird.

Darüber hinaus könnte die Coronavirus-Pandemie autoritäre politische Tendenzen stärken, die traditionell mit Militarismus einhergehen. In Anerkennung der Angst und Panik, die die breite Öffentlichkeit bereits erfasst haben, nutzen machthungrige Regierungsbeamte die Krise, um den Ausnahmezustand auszurufen und die politische Freiheit einzuschränken. In Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orbàn das von seiner Partei kontrollierte Parlament davon überzeugt, alle Wahlen abzusagen, seine Fähigkeit zur Gesetzgebung auszusetzen und ihm das Recht einzuräumen, per Dekret auf unbestimmte Zeit zu regieren. In den Vereinigten Staaten machte Donald Trump, nachdem er die Pandemie zunächst auf die leichte Schulter genommen hatte, eine totale Kehrtwende, indem er „einen nationalen Notstand“ ausrief und sich selbst als „Kriegspräsident“ neu erfand. Kürzlich hat Trump unter dem Deckmantel der Coronavirus-Krise seine militärischen Drohungen gegen andere Nationen eskaliert, indem er ein verstärktes Vorgehen der US-Streitkräfte anordnete, das einen Krieg mit dem Iran riskiert und auch auf einen militärischen Angriff der USA auf Venezuela hindeutet.

Kurz gesagt, die Jury ist sich noch nicht einig, ob die Coronavirus-Pandemie Krieg und Militarismus schwächen oder stärken wird. Viel wird davon abhängen, was die Öffentlichkeit schwer bewaffneter Nationen fordern wird. Werden sie auf eine Neuausrichtung der Prioritäten ihrer Länder drängen, weg von der Kriegsführung hin zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse? Oder werden sie sich trotz der enormen Herausforderungen, die die Krankheitspandemie mit sich bringt, wieder hinter ihren Fahnen schwingenden Herrschern versammeln – allzu oft skrupellos und inkompetent – und ihr Blut und ihre Ressourcen in den Krieg stecken?

Angesichts der langen Geschichte gewaltsamer internationaler Konflikte in der Welt wäre es töricht, darauf zu wetten, dass die Menschheit ein neues Kapitel aufschlagen wird. Aber auf der anderen Seite hat es Gelegenheiten gegeben, bei denen Menschen zusammengearbeitet haben, um ihre gemeinsamen Probleme zu lösen. Vielleicht werden sie es wieder tun.

(Visited 94 times, 1 visits today)
Wird die Coronavirus-Pandemie dazu beitragen, Krieg und Militarismus einzudämmen?
0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung (0% Ergebnis)

6 Kommentare

  1. Wenn die Pandemie die Kriegstreiber und -Gewinnler treffen würde … warum nicht?

    Das mit China ist aber nicht so einfach! Dazu muß man um die Verflechtungen der Clintons und Carter mit der chinesischen Wirtschaft wissen. Da gibt es eine Gruppe, der gehören 10 % der Häfen weltweit, und nicht die kleinsten oder unwichtigsten. Das ist ein weltweiter Sumpf an Handel nicht nur mit Drogen … Und im Gegenzug gab es Wahlkampf"spenden".

     Da hängen, nicht nur im Geiste, auch unsere Regierenden mit drin! Wie Martin es sagt, Satanisten überall auf der Welt, angefangen beim Vatikan! Sie werden sich aber nicht durchsetzen! 🙂

  2. Die Zustimmung tut mir gut. Ich hätte gerne noch zwei Schippen drauf gelegt, habe mich aber sehr stark zurück gehalten. Ich würde diesem Mann gerne mal in Persona gegenüber stehen. Wie kommt der eigentlich zu Krisenfrei.

    Der wäre beim Bischof von Fulda besser aufgehoben.

  3. Das ist ein recht eigenartiger Artikel. Der Autor hat anscheinend übersehen, dass es sich eindeutig um einen weltweiten Staatsstreich der Finanzelite handelt der mit medizinisch/humanitären Gründen verbrämt wird. Eines der Ziele ist, den Volkswirtschaften der einzelnen Nationen neue Schulden in Billionenhöhe aufs Auge zu drücken. Die "Geschenke"die Scholz und Altmeier verteilen, sind gewaltige Aufschläge auf die Staatsschulden. Es ist jedem klar, dass diese Schulden nie mehr zurückbezahlt werden können. Das sollen sie auch gar nicht. So lange sie existieren, kann man aber dem Bürger Steuern abpressen. Nicht umsonst wurden in den USA die FED und die Einkommensteuer beide im gleichen Jahr, 1913, durchgedrückt. All das "frische Geld," wird nach kurzer Zeit im Sumpf der Finanzmärkte verschwinden. Da dort mittlerweile Summen von hunderten Billionen, wenn nicht die nächste 3. Potenzstufe, zirkulieren, wird es diesen Leuten vollkommen unmöglich sein, Zinsen zu zahlen. 1% von 100 Billionen ist 1 Billion. Das ist vollkommen unmöglich. Dann wären die ganzen Gangster sofort bankrott. Deshalb wird es mit Nullzinsen weiter gehen. Das wiederum bedeutet, dass die Sparer weiterhin enteignet werden. Es bedeutet ferner dass es unmöglich sein wird sich fürs Alter in Fonds und Pensionskassen abzusichern. Man wird noch mehr dem Staat ausgeliefert. In letzter Konsequenz, schaffen bis zum Umfallen. Da das immer mehr tun müssen, leistet das dem Lohndumping Vorschub. 

    Das zweite Ziel dieses Coups ist Geschäftemacherei mit Impfungen und Pharma. Wie ich in meinem  Aufsatz déjà vu schreibe, jeder soll gegen alles geimpft werden. Eine Wahnvorstellung. Wer weiß, was man uns mit Messenger RNS alles einimpfen wird?  Von den bekannten Problemen der Impfung einmal abgesehen. Mit dem  Impfzwang kommt die Kennzeichnung des Individuums. Ich verweise auf die diversen zarten Hinweise die Bill Gates bereits verlautbart hat. Last but not least die Disziplinierung, Kontrolle, Unterdrückung die der Staat uns angedeihen lässt. Nachdem die Schutzorgane 2015 die Grenze angeblich nicht schließen konnten um eine Invasion abzuwehren, gehen jetzt in einer einzigen Nacht die Schlagbäume runter. Jahre lang war die Polizei im öffentlichen Raum verschwunden wenn es galt Rowdies und ihre Übergriffe abzuwehren. Jetzt sind 4 er Streifen da, die im Englischen Garten 3 schmächtige Teenager zur Sau machen die dort im Gras sitzen. Das Wort absurd ist zu schwach all das zu beschreiben. All das scheint Herrn Wittner entgangen zu sein. Er stellt es eher als Möglichkeit für die Zunft hin.

    Die Frage die der Autor stellt ist einfach zu beantworten. Und wenn er denken kann und Augen im Kopf hat hätte er sie selbst klar mit Nein beantworten können. Ende des Vortrages.

    Trump hat doch schon angekündigt, dass er die Würgeschlinge um Venezuela und den Iran enger ziehen will. Nach dem alten Prinzip, wenn innen nichts mehr geht Krieg nach außen führen. Und die Annegret fährt mit den letzten zwei Zerstörern in der South China Sea Patrouille, gegen ein Land das uns den Löwenanteil unserer Medikamente liefert. Was würde man in Berlin denn sagen, wenn die Chinesen 3 Monate lang keine Pharma Rohstoffe mehr liefern würden. Würde das die Kriegswut dämpfen? Ich sehe die Schlagzeile der BILD vor mir "Jetzt erst recht" Seit 5:00 machen wir unser Aspirin wieder selbst.

    Wenn man Werdegang und Leben des Autors betrachtet, erinnert er ein wenig an die diversen DDR Friedenspfarrer. Von denen zumindest einer seine Friedfertigkeit ja 5 Jahre lang vorgeführt und damit bewiesen hat wo er steht.Und immer stand.Nicht bei uns.

    Und Sätze wie tödliche Pandemie, vielleicht nur eine von vielen kommenden? Die könnten aus der PR Abteilung von Bill Gates stammen. Mein lieber Herr Gesangverein.

     

      • Die Zustimmung tut mir gut. Ich hätte gerne noch zwei Schippen drauf gelegt, habe mich aber sehr stark zurück gehalten. Ich würde diesem Mann gerne mal in Persona gegenüber stehen. Wie kommt der eigentlich zu Krisenfrei.

        Der wäre beim Bischof von Fulda besser aufgehoben.

        • Ich stimme ebenfalls zu. Zu den Impfungen muss man sagen, dass es bei den von den Clintons finanzierten Impfkampagnen oft genug zu Massensterilisationen gekommen ist.

          Sicher würde der Planet sehr davon profitieren, wenn die jetzigen Eliten und Mitläufer weltweit entmachtet würden und statt dessen die Macht absolut dezentralisiert wird.

          Aber das was wir jetzt sehen, ist bloß der nächste Schritt hin zur Regierung Satans und seinem finsteren zionistischen Freimaurerreich…

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*