Friedens (Kriegs?) Nobelpreis!

Dieser missliche Moment, wenn ein Friedensnobelpreisträger einen anderen bombardiert

Dan Sanchez (antikrieg)

Flugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika und der NATO bombardierten am Samstag ein Krankenhaus in Afghanistan, das von den Ärzten ohne Grenzen betrieben wurde. Der Angriff dauerte eine Stunde lang und hörte auch nicht auf, nachdem Ärzte „verzweifelt mit der NATO und Washington telefonierten,“ um denen zu sagen, was sie hier bombardierten.  

Das war nutzlos. Die Angreifer wussten bereits genau, was ihr Ziel war. Ärzte ohne Grenzen hatte ihnen schon lange zuvor die GPS-Koordinaten ihrer Einrichtungen mitgeteilt. Und die von den Vereinigten Staaten von Amerika installierte afghanische Regierung, die genau dieses Krankenhaus schon im Juli dieses Jahres angegriffen hatte, hatte den Luftschlag mit der Behauptung angefordert, das Krankenhaus werde von Aufständischen benützt.

Der Angriff tötete 22 Menschen, darunter 12 medizinische Angestellte und 10 Patienten. Drei der Patienten waren Kinder. Der erste Bombenabwurf zielte auf die Intensivstation, wo, wie ein Pfleger sagte, der das mit eigenen Augen sah, „Patienten in ihren Betten brannten.“ Und ein Krankenhausverwalter sagte, dass er Frauen und Kinder hören konnte, wie sie „im Krankenhaus um Hilfe riefen, während es von den Bomben in Brand gesetzt wurde.“

Ärzte ohne Grenzen bekamen den Friedensnobelpreis im Jahr 1999. Präsident Obama kriegte den seinen 2009. Nachdem er der Oberbefehlshaber des Militärs ist, das das Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen bombardiert hat, macht dieser Vorfall Obama vielleicht zum ersten Friedensnobelpreisträger, der einen anderen Friedensnobelpreisträger bombardiert.

Oder vielleicht auch nicht? Henry Kissinger bekam den Friedensnobelpreis 1973, und er plante um diese Zeit federführend für Präsident Nixon die geheimen Bombardierungen von Kambodscha und Laos. Kurz darauf kam ans Licht, dass in dieser Kampagne routinemäßig Krankenhäuser als Ziele für Bombardierungen ausgewählt wurden. The Nation berichtete vor kurzem:

„Ein Brief des ehemaligen Captains der Armee Rowan Malphurs sagt, dass er 1969 und 1970 Luftaufnahmen analysierte, wo (die von Kissinger angeordneten) Bomben aus B-52s auf Kambodscha fielen: ‚Ich sah bei verschiedenen Gelegenheiten, dass möglicherweise Krankenhäuser bombardiert worden waren … ein anderes Mal sah ich ein Rotes Kreuz auf einem Gebäude, das teilweise von Bomben zerstört worden war.’“

Bis dahin hatte das Rote Kreuz bereits seine drei Friedensnobelpreise bekommen.

Leider, Obama, sieht es so aus, als wäre das der „historische Erstfall,“ den du nicht beanspruchen kannst. Dieser alte Fuchs ist dir da zuvorgekommen.

Vielleicht hebt es deine Stimmung, wenn Kissinger anscheinend denkt, dass deine Bilanz des Massenmords die seine schlägt. (Ich weiß, dass das dein Herz erwärmen wird, nachdem du einmal angegeben hast: „Sieht so aus, als wäre ich wirklich gut im Leute umbringen.“) Als er anlässlich einer Buchpräsentation mit der Bombardierung Kambodschas konfrontiert wurde, sagte Kissinger zu seiner Verteidigung:

“Ich denke, wir würden herausfinden, wenn Sie die Führung von Kriegen des Guerillatyps untersuchen, dass die Obama-Administration mehr Ziele in einem größeren Ausmaß getroffen hat, als die Nixon-Administration jemals erreichte. (…)

Und wenn Sie das auf ehrliche Weise machen, dann wette ich, dass es in Kambodscha weniger zivile Opfer gab, als durch amerikanische Drohnenangriffe verursacht wurden.”

Ob dieser dubiose Anspruch der Wahrheit entspricht oder nicht, es zählt die Denkweise. Betrachten Sie es als Kompliment: ein Goldstern vom Lehrer. Oder gar als die Weitergabe der Fackel durch einen erfahrenen Staatsmann: von einem mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Kriegsverbrecher zum nächsten.


Und was ist, wenn Frau Merkel diesen Preis erhält? Wird sie dann in wenigen Monaten mit dem Befehl aus Washington Russland angreifen? Der Frau ist alles zuzutrauen. Die Migrantenflut und die damit bevorstehenden Bürgerunruhen hat sie bravurös gelöst.

Sollte sie tatsächlich den Friedensnobelpreis 2015 erhalten, kann sie sich voller Stolz zu den größten Kriegsverbrechern einreihen. Es sei ihr gegönnt. Sie hat es verdient.

Das schwedische Nobelpreiskomitee führt auch nur die Befehle aus, die von der USraelischen Hochfinanz vorgegeben werden. Genauso könnte auch Saudi Arabien den Friedensnobelpreis erhalten. Schließlich macht Merkel mit denen gute Waffengeschäfte, wobei diese Waffen selbstverständlich nur für den Frieden in Jemen und in Syrien eingesetzt werden. Außerdem liefert Frau Merkel zum Großteil auf Kosten der Steuerzahler Kriegswaffen an das so friedliche Israel. Sie finanziert auch auf Kosten der Steuerzahler das Nazi-Regime in Kiew. 

Diese friedlichen Aktionen sind doch allemal einen Friedensnobelpreis wert. Meinen Sie nicht?

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