Wahnsinn in Moskau

Eric Margolis (antikrieg)

Eine Komödie? Eine Katastrophe? Psychische Störung? Hörverlust?

Selbst Tage nach dem bizarren Auftritt von Präsident Donald Trump in Helsinki neben einem coolen, gelassenen Präsidenten Vladimir Putin ist schwer zu sagen, was passiert ist. Aber es war wirklich unterhaltsam.

Falls jemand im Universum dieses Ereignis verpasst hat, lassen Sie mich zusammenfassen. Trump traf sich privat mit Putin, was die Bürokraten auf beiden Seiten verrückt machte. Bis jetzt wird Trump das meiste von dem, was zwischen den beiden Anführern gesprochen wurde, nicht verraten.

Aber nach der Präsidentensitzung antwortete Trump auf die Fragen des Reporters, indem er sagte, dass er glaubte, dass Russland keine Rolle bei den Versuchen spielte, die Demokratische Partei während der Wahl zu verwanzen. Empörung brach in den USA aus. „Trump vertraut den Russen mehr als seinen eigenen Geheimdiensten“, ging das Geheul los. Trump ist ein Verräter, der einige der wilderen Demokraten und Neokonservativen belastet. Nur wenige Amerikaner wollten die Wahrheit hören.

In der Tat, so intensiv war die Empörung zu Hause, dass Trump gezwungen war, einen Rückzieher zu machen und zu behaupten, er habe falsch gesprochen. Ja, er gab zu, die Russen hatten sich in die US-Wahlen eingemischt. Aber dann schien er sich wieder von dieser Behauptung zurückzuziehen.

Das Ganze war eine schwarze Komödie. Vielleicht lag es an Trumps schlechtem Gehör oder an Jetlag und Reisemüdigkeit.

Hillary Clinton verlor die Wahl nicht wegen russischer Hinterhältigkeit. Sie verlor sie, weil so viele Amerikaner sie nicht mochten und ihr misstrauten. Als die Wahrheit über ihre Manipulation der demokratischen Vorwahl auftauchte, lenkte sie geschickt die Aufmerksamkeit ab, indem sie behauptete, die Russen hätten die Wahl manipuliert. Was für eine Chuzpe.

Doch viele Amerikaner schluckten diese Ente. Wenn Russlands GRU-Militärgeheimdienst wirklich im Vorfeld der Wahl involviert war, wie US-Geheimdienste laut Berichten behaupteten, belief sich der angebliche Kauf von (Werbezeit in) sozialen Medien auf Erdnüsse und konnte die Wahl kaum beeinflussen.

In den 1940er Jahren gelang es der GRU, das Weiße Haus von Roosevelt zu durchdringen und zu beeinflussen. Das ist echte Spionage. Nicht ein paar Nachwuchsoffiziere und 20-Jährige auf einem Laptop in Moskau.

Außerdem, verglichen mit Einmischungen durch die Außenpolitik der USA war das, was die Russen in den USA taten, kleine Kartoffeln. In die politischen und militärischen Geheimnisse der USA einzudringen, ist genau das, was der russische Geheimdienst tun sollte. Vor allem, als die Demokratische Partei der USA eine sehr aggressive Politik gegenüber Russland verfolgte, die zu einem Krieg führen könnte.





Wenn die USA Russland beschuldigen, sich einzumischen, ist das ultimativ der Esel, der den Hasen als Langohr beschimpft. Die ehemalige stellvertretende US-Außenministerin Victoria Nuland gab zu, dass ihre Organisation 5 Milliarden Dollar ausgegeben hatte, um die pro-russische Regierung der Ukraine zu stürzen. Politische und finanzielle Operationen der USA wurden kürzlich in Russland, der Ukraine, Belarus, Syrien, dem Libanon, Jordanien, Jemen, Somalia, Uganda, Äthiopien, Ägypten und dem Sudan durchgeführt, um nur einige zu nennen.

Demokraten und republikanische Neokonservative befinden sich in voller Hysterie über eine angebliche russische Bedrohung – durch Russland, dessen gesamtes Militärbudget kleiner ist als allein Trumps jüngste Erhöhung des Pentagon-Budgets in diesem Jahr ausmacht.

Was wir gesehen haben, ist das faszinierende Schauspiel von Amerikas Kriegspartei und Neokonservativen, die herumzetern, um Präsident Trump zu entmachten. In ihren Reihen befinden sich die meisten US-Medien, angeführt von der NY Times, der Washington Post, dem Wall Street Journal und den Kriegsparteien des Fernsehens, CNN und NBC.

Es ist auch klar, dass Trumps leidenschaftlichste Feinde die großen US-Geheimdienste sind, deren Mammutbudget von 78 Milliarden Dollar die gesamten russischen Militärausgaben übersteigt. Die aufgeblähte US-Geheimdienstindustrie befürchtet, dass Trump ihre Budgets, Macht und Vergünstigungen kürzen könnte.

Der Eklat über Putin hat gezeigt, wie fanatisch und weit rechts die Köpfe des Nationalen Sicherheitsstaates der USA waren, die unter dem Zuckerguss der Obama-Regierung operierten. Direkt aus dem wunderbaren Film „Dr. Strangelove“. Wir sehen sie jetzt auf CNN, wie sie sich an Präsident Trump verwirren.

Apropos rechtsextreme Generäle – man erinnert sich auch an den brillanten Film `Seven Days in May‘, in dem eine Gruppe von Generälen versucht, den Präsidenten wegen eines Friedensabkommens mit Moskau zu stürzen. Könnte es eine echte Verschwörung gegen den Präsidenten geben? Wenn man US-Fernsehen sieht, könnte man das denken.

Jetzt, um die kindliche Hysterie der „Roten unter unseren Betten“ zu vervollständigen, kommt der letzte Schliff, nämlich die böse russische Spionin, die es geschafft hat, das Nationale Gebetsfrühstück zu infiltrieren. Diese gefährliche Jezebel befindet sich jetzt in den Händen des FBI. Wenn das das beste ist, mit dem KGB oder GRU zu rechnen haben, brauchen sie dringend Hilfe vom kongolesischen Geheimdienst.

 

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