Völkerrecht – NATO unterstützt Türkei indirekt

Völkerrecht - NATO unterstützt Türkei indirekt

von WiKa (qpress)

B-Rüssel: Lange Zeit hat man vom Völkerrecht rein nichts mehr gehört, als hätte es still und leise Selbstmord begangen. Sollte uns das beunruhigen? Dann hörte man mal davon, als die Bewohner der Krim über ihre Zukunft abstimmten. Das sollte ein Völkerrechtsverstoß Russlands darstellen. Noch schlimmer, dass dabei niemand ums Leben kam. So wirke der Vorwurf gegen Russland einfach nur lächerlich. Vielleicht muss man ergänzend dazu wissen, dass das Völkerrecht gar nicht das Recht der Völker und Menschen bezeichnet, sondern lediglich Staatsgebilden bei der Organisation ihrer Nutzmenschhaltung dienlich sein soll. Die kürzeste Wertung zum Völkerrecht ist demnach: Etikettenschwindel.

Tun wir einfach mal so, als wäre das Monstrum „Völkerrecht“ tatsächlich so (schein)heilig, wie dieser Tage allerorten mal wieder geheuchelt wird. So auch an dieser Stelle: Türkische Offensive in Nordsyrien • Deutsche Politiker werfen Erdogan Bruch des Völkerrechts vor[SpeiGel auf Linie]. Diesmal trifft die vermeintliche Schelte den Despoten Erdogan aus Ankara. Der möchte gerne die Kurden in Syrien meucheln, um mehr Platz für seine Türken und geflüchtete Syrer zu schaffen. Quasi eine Art „ethnischer Kosmetik“ für die Region Nordsyrien, die er kurzerhand zur Schutzzone erklärte … aber nicht für Kurden, die derzeit dort noch residieren.

Völkerrecht selektiv anwenden

Jetzt muss man mal zaghaft nachfragen, von welchem Völkerrecht jetzt gerade fabuliert wird. Meinen die etwa die Rechte von Bashar al Assad (als legitimen Vertreter des syrischen Staates), der dort noch immer rechtmäßig regiert und zu dessen Staatsgebet Nordsyrien gehört? Oder erdreistet man sich ernstlich den Kurden „Völkerrechte“ zubilligen zu wollen? Das wäre ein Novum. Rechte, die man weder den Katalanen, noch den Krimaren zugestehen mag. Schon gut! Weder die Katalanen noch die Krimaren haben sich bislang als Handlanger der USA verdient gemacht. Da klingt es logisch, dass die keine „Völkerrechte“ in dem Sinne haben können, wohl aber die Kurden.

In diesem Fall bekommt unser außerirdisches Maas-Männchen direkte Rückendeckung durch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Bundestags-Experten zum Türkei-Angriff • Eindeutig völkerrechtswidrig[TAZ]. Selbst das sollte man nicht zu ernst nehmen, weil dieser Dienst offenbar viel zu theoretisch mit dem Völkerrecht umgeht. Derlei Ansichten taugen einfach nicht für die Praxis. Das weiß auch Erdogan und lässt sich gar nicht sonderlich in seinen Vorhaben beirren. Schließlich muss er das Osmanische Reich irgendwie wiederbeleben. Auf Dauer könnte er ganz Syrien dafür gut gebrauchen. Dazu muss man das Völkerrecht schon mal in die eigene Hand nehmen … oder die von ihm ausgerufene Schutzzone nach Europa verlegen.





Wer war Erdogans Zuchtmeister in Sachen Völkerrecht?

Derweil ist die ganze NATO in heller Aufregung, weil der Erdogan einfach nicht die Verbrechen begeht, die im Sinne der NATO jetzt hilfreich wären. Ein Frontalangriff gegen Russalnd wäre so eine gute Sache. Erdogan möchte seine eigenen Verbrechen begehen. Handlungen die seine persönliche Handschrift tragen und den Stempel Türkei bekommen. Damit, so sein Kalkül, muss man doch irgendwie eine Eintragung in die Geschichtsbücher bewirken können. Bei derart groß(UN)artigen Taten stehen die blöden „Hanseln von der NATO“ einfach nur hinderlich im Weg. Von dort hätte er sich etwas mehr Applaus erwartet. Stattdessen machen die den ganzen Tag Alarm: Nordsyrien Nato bildet Krisenstab wegen türkischer Offensive [Der LÜGEL]. Unter diesem Aspekt muss man einfach verstehen, das Erdogan keinen Bock auf diese Schwätzer hat.

Wer war Erdogans Zuchtmeister in Sachen Völkerrecht?Um es für die Welt verständlicher zu formulieren, warum der Erdogan so handelt wie er handelt, muss man einfach nur wissen woher diese heute geübte Doppelmoral stammt. Und dafür möchte auch er lediglich geliebt werden. Die Strategie hat der Erdogan gar nicht selbst erfunden. Weder die USA, noch die NATO interessieren sich ernsthaft für irgendein Völkerrecht. Die schieben das lediglich vor, wenn sie wieder irgendwo Bomben schmeißen wollen. Genau das macht der Erdogan halt auch. Er setzt eine bewährte NATO-Tradition fort. Was soll, außer das es faktisch schon immer verwerflich war, jetzt daran verwerflicher sein, wo es doch geübte Lebenspraxis der Nord Atlantischen Terror Organisation ist?

Scheinheiligkeit gehört zum Handwerk

Der Rest seiner Begründungen, die Kurden weiterhin erfolgreich massakrieren zu können, wurde ebenfalls bereits 2001 in den USA erfunden. Erdogan hat das nur kreativ erweitert, indem er neben den Kurden sogleich Journalisten und Opposition kurzerhand zu Terroristen erklärte. Nach gängigen US-Doktrin ist so ein Kampf, zu jeder Zeit, an jedem Ort legitim, hat die höchste Priorität und steht noch weit über jedem noch so ulkigem Völkerrecht. Scheinheiligkeit gehört zum HandwerkUSA und NATO haben also selbst das Völkerrecht zu einem hohlen Vogel umgestaltet und wundern sich heute, das es federleicht mit einem Erdogan davonschwebt. Hier sei nur an Afghanistan, Irak und viel mehr erinnert und neuerdings an die Präsenz amerikanischer, britischer und französischer Truppen auf syrischem Grund? Aber propagandistisch sind wir sicher auf dem richtigen (AB)Weg, denn als Menschheit brauchen wir derzeit nichts dringender als Spaltung und Polarisierung. Sonst klappt das am Ende mit der einheitlichen Weltregierung nicht.

Nur so kann die Herde ihre Kraft mit dem Kampf gegen sich selbst vergeuden, während die Initiatoren des Zwists gerade unbemerkt die Früchte ihres diabolischen Treibens ins Trockene zerren. Nur gut, dass dieses Spiel wirklich niemand durchschaut. Und so richtig böse ist dem Erdogan bei der NATO auch niemand. Die Verantwortlichen tun nur so, weil sie doch die Leichen im eigenen Keller alle persönlich kennen. Insoweit bleibt Erdogan ein würdiges Mitglied dieser erlauchten Verbrecherbande. Nur darf man das offiziell nicht zugestehen, weil das den Zielen der Propaganda zuwiderliefe. Also ihr lieben Kurden, Syrer, Afghanen, Iraker und Libyer … seid gewiss, dass ihr noch lange sinnloses Kanonenfutter für die erlauchte Weltpolitik spielen dürft. Ihr müsst die euch zugedachte Rolle nur von Herzen annhemen und inbrünstig mitmachen.

Wandere aus, solange es noch geht!

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7 Kommentare

  1. Völkerrecht, der reine Hohn. 1937 klagte das Deutsche Reich gegen den neuen polnischen Staat beim Völkerbund (Leage of Nations) in den Haag dem Vorläufer der Vereinten Nationen, wegen Völkerrechtsverletzungen. Die Polen hatten den Hafen der angeblich freien Stadt Danzig mit 85% deutscher Bevölkerung gegen den Status als militärisch freie Zone zur Festung ausgebaut und mit einigen Kompanien der Haller Armee besetzt. Ein eindeutiger Rechtsbruch der Polen gestützt durch britische und französische Beihilfebekundungen. Daraufhin trat Polen aus dem Völkerbund aus. Nun hätte die Weltgemeinschaft Deutschland voll zur Seite stehen müssen. Nichts dergleichen geschah, im Gegenteil. Deutschland wurde sogar von den Westlichen Allliierten noch mit Krieg bedroht, falls Hitler diesen eindeutigen Völkerrechtsbruch zum Anlass einer Militäraktion nutzen würde. Gleichzeitig liefen die heimlichen Angriffsvorbereitungen des Westens über Skandinavien, Frankreich und Belgien an. Dementsprechend begann der zweite Weltkrieg auf der Westernplatte im Danziger Hafen. Am 1. September 1939 um 3.00 Uhr in der Frühe hatte der Kapitän des in den Danziger Hafen eingelaufenen Kriegsschiffes Schleswig Holstein im Auftrag Hitlers ein letztes Gespräch mit dem polnischen Kommandanten der Festung. Er bat den Kommandanten die Festung zu schleifen, da sonst ein europaweiter Krieg drohen könnte. Der Pole wollte nicht nachgeben und der Kapitän erstatte Hitler Bericht. Um vier Uhr in der Frühe gab Hitler den Befehl die rechtswidrige Festung zusammenzuschießen und zum Schutz der deutschen Bevölkerung, es gab bereits 14.000 Ermordete in den letzten Tagen im polnischen Machtbereich, in Polen einzumarschieren. Kurz daraufhin kapitulierten die Polen und die Festung wurde abgerissen. Die Briten und Franzosen erklärten daraufhin unisono Deutschland den Krieg. WWII hatte begonnen. Hitler hatte ein Recht und eine Pflicht so zu handeln. Die Kriegsschuld trägt ausnahmslos und alleine der Westen, der es von vorneherein auf Völkermord an den Deutschen abgesehen hatte und die polnischen Nationalisten unter Haller etc. als Kriegshebel benutzte. Nachdem Deutschland gegen die 20-fache Übermacht kapitulieren musste, begann der Blutrausch. Eine Völkerrechtsverletzung nach der anderen. Und was haben die Vereinten Nationen getan? Nichts, sie haben die Gräuel am Deutschen Volk lieber totgeschwiegen. Bestien wie Churchill und Stalin wurden noch zu Helden hochstilisiert.

  2. Der Krieg der Maulhelden

    Der von Washington und Ankara ausgehandelte Waffenstillstand an der türkisch-syrischen Grenze ist ein Theaterstück der dritten Art. Von den vier Kampfparteien auf dem Gefechtsfeld (Türkei, Kurden, Syrien, Rußland) ist nur eine beteiligt, die Armee des Sultans, und die ist in der Defensive. Mehr noch: Seit die Russen eine Art Flugverbotszone dekretiert haben, können die Kurden die Angreifer am Boden effektiver bekämpfen.

    Sie haben binnen eines Tages nicht nur etliche Dörfer zurückerobert, sondern auch die strategisch wichtige Straße M4, die parallel zum 400 Kilometer langen umkämpften Grenzstreifen verläuft, wieder völlig unter ihre Kontrolle gebracht. Die türkische Armee ist auf dem Rückzug und hält nur noch zwei Brückenköpfe. Kein Wunder, daß Erdogan mit einem Waffenstillstand einverstanden ist.

    Die Araber wenden sich den Russen zu

    Der wird auch kommen, sobald die zwei letzten Brückenköpfe verloren und die türkische Armee dann wieder hinter die Grenze zurückgeschlagen ist. Erdogan wird dann von einem befristeten Rückzug reden und Trump wird daraufhin die Sanktionen aussetzen und von einem „Friedensabkommen“ oder einem „Sieg der Menschlichkeit“ schwadronieren.

    Beim Maulheldentum liefern sich Trump und Erdogan noch heftige Gefechte. Die Tatsachen aber liegen offen zutage und weisen beide als die großen Verlierer des türkischen Syrien-Feldzugs aus. Denn Erdogan hat seine Ziele nicht erreicht, die Armee aber mehrere hundert Soldaten und Vasallen weniger, die für nichts als die großen Sprüche des Diktators gefallen sind.

    Außerdem hat er, so wie Trump, enorm an Prestige in der arabischen Welt verloren.  Demnächst wird der ägyptische Präsident Al Sisi in Moskau erwartet und Putin ist auch zu Gesprächen mit der saudischen Führung eingeladen worden.

    Trumps Verbündete sprechen von Verrat

    Trump sieht sich im eigenen Lager ungewöhnlich starker Kritik ausgesetzt. Der ansonsten sehr besonnene republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, nennt die Syrien-Politik der amerikanischen Regierung einen „strategischen Alptraum“, der getreue Trump-Verbündete und bei den Evangelikalen einflussreiche Senator Lindsay Graham spricht von einem „Verrat“ Trumps an den Kurden, was man auch tief in Texas oder Alabama versteht. Mit Schmeicheleien gegenüber seinem türkischen Konkurrenten im Maulheldenkrieg wird Trump diese Kritik nicht zum Verstummen bringen. Sein monumentaler geostrategischer Fehler wird ihm auch im Wahlkampf noch schwer zu schaffen machen.

    Wie kann es weitergehen in der nordsyrischen Wetterecke der Weltpolitik? Putin hat Assad „geraten“, die syrischen Truppen möglichst schnell und nah an die türkische Grenze zu verlegen. Das würde einen neuen Feldzug Erdogans ausbremsen. Die Kurden, die an die zweihundert Kämpfer verloren haben, werden nicht abziehen. Vermutlich wird Erdogan aber genau diesen Abzug verkünden, um innenpolitisch sein Gesicht zu wahren. Die zahnlosen europäischen Staatenlenker werden sichtbar aufatmen und hoffen, daß die Brexit-Diskussion ihre Blöße bedeckt.

    Und sie werden Erdogan vielleicht noch mehr Geld anbieten für die Versorgung der Flüchtlinge. Die Russen werden diskret ihren Einfluß in der Region ausweiten – mit relativ geringer militärischer Präsenz und vielen Gesprächen. Sie bauen ihre Position als Vermittler aus, weil sie mit allen reden, auch den Iranern, mit denen sie immerhin eine lange gemeinsame Grenze und Geschichte teilen. Russen und Kurden sind die Gewinner dieses Krieges, Assad nur ein Kriegsgewinnler. Assad ist jetzt noch mehr auf Gedeih und Verderb auf Putin angewiesen. Seine (alawitische) Armee ist schwächer als die kampfstarken Verbände der Kurden.

    Seit dem Putsch fehlen viele Offiziere

    Aber auch Erdogans Armee hat in diesem Krieg große Schwächen gezeigt. Die Kommunikation und Koordination zwischen Luftwaffe und Heer funktionierte nicht, man führte einen Krieg wie im 19. Jahrhundert: Einfach losmarschieren, losdonnern und plattwalzen. Es macht sich bemerkbar, daß so viele Offiziere fehlen, weil sie als putschverdächtig in den Gefängnissen auf fragwürdige Prozesse warten. Auch fehlen der Luftwaffe und den Panzerverbänden offensichtlich Ersatzteile.

    Die türkische Armee ist zwar noch nicht so marode wie die deutsche, ob die zweitgrößte Armee der NATO aber auch die zweitstärkste ist, darf man nach diesem Feldzug mit Fug bezweifeln. Und ob sie sich auch soldatisch verhält erst recht. Nachrichten über Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung kursieren im Netz, inklusive Belege. Das dürfte auch der Nato nicht verborgen geblieben sein. Den öffentlich-rechtlichen Besatzungssendern allerdings schon. Sie berichteten vielfach so, wie man es sich in Ankara wünscht.

  3. Diese Informationen erhielt ich 1979 von informierten Kreisen in Danzig, wo ein Teil meiner Familie immer noch lebt. Dieses wurde auch als Sachbuch veröffentlicht (Titel: Der zweite Weltkrieg begann auf Westernplatte) aber spatter unterdrückt. Danch erschien eine etwas geänderte Fassung im gleichen Verlag.

  4. Im Internet fand ich eine entstellte und verdrehende Darstellung der Vorgänge auf der Westernplatte. „Ein leichtes Zittern … dann geht es Schuss auf Schuss“.Aber es wird auch da festgehalten, dass auf der entmilitarisierten Westernplatte plötzlich polnische Bunker stehen. Aha, also doch Välkerrechtsbruch. Die folgenden Verhandlungen werden allerdings nicht erwähnt. Die Klage in den Haag auch nicht. Die würden das Bild nur stören. Die Webseite unter dem Namen "Welt" wird von irgendwelchen Geheimdiensten konstruiert und hat mit Geschichte nichts und mit politischer Hetze viel zu tun.

  5. Hier ist der Link zu der unehrlichen "Welt" Darstellung.

    https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article199412814/Zweiter-Weltkrieg-Westerplatte-1939-dann-Schuss-auf-Schuss.html

    Man last einen angeblichen Matrosen der Schleswig Holstein aus seiner Sicht berichten. Das enthebt die Betreiber der Webseite auf die politische Dimension einzugehen und so Hetze gegen Deutschland und Hitler zu betreiben.

    Auf Wikipedia ist folgendes nachzulesen:

    Ausbau der Westerplatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In Gdingen (Gdynia), das im Gegensatz zur Westerplatte im 1920 eingerichteten Polnischen Korridor lag, baute Polen derweil einen eigenen Industrie- und Militärhafen aus. Damit waren im Prinzip die Gründe dafür hinfällig geworden, die für die Abtrennung Danzigs von Deutschland bzw. die Anlage des Munitionsdepots auf der Westerplatte geltend gemacht worden waren, sieht man einmal von den seitens Polens geltend gemachten historischen Ansprüchen ab, die mit der Zugehörigkeit der Stadt zum Preußen Königlichen Anteils, das sich freiwillig unter die Schirmherrschaft der Krone Polens begeben hatte, bis zu den Teilungen Polen-Litauens begründet wurden. Aufgrund der politischen Ereignisse des Jahres 1933 in Deutschland landete am 6. März 1933 polnische Marineinfanterie auf der Westerplatte, um das Durchgangslager auf Danziger Gebiet mit Feldbefestigungen auszubauen. Auf eine entsprechende Beschwerde Danzigs verfügte der Völkerbund, dass Polen dieses Vorhaben aufzugeben und die erbaute Feldbefestigung zu schleifen habe. Die polnische Seite fügte sich zunächst der Anordnung. Sie schuf aber in den kommenden Jahren durch Abreißen alter Bauten und den Bau neuer Unterkunfts- und Wachhäuser mit in den Kellergeschossen vorbereiteten MG-Stellungen ein befestigtes Verteidigungssystem. Das geschah in der Zeit von 1933 bis 1936 unter Leitung von Major (Ing.) Mieczysław Kruszewski, dem Chef der Befestigungsabteilung der Marine.

    Nach der deutschen Besetzung der „Rest-Tschechei“ wurden im März 1939 die Befestigungen verstärkt. An Bewaffnung waren ein 7,62-cm-Feldgeschütz, zwei 3,7-cm-Pak, 18 schwere und 23 leichte Maschinengewehre sowie Gewehre, Pistolen und Handgranaten vorhanden. Der Kampfauftrag für die Besatzung lautete, im Falle eines deutschen Angriffs die Stellung zwölf Stunden lang zu halten.

    Die ersten Pläne für den Überfall auf Polen sahen den 26. August 1939 als Stichtag vor. Am 25. August 1939 lief das als Schulschiff dienende Linienschiff Schleswig-Holstein zu einem angeblichen Besuch in den Danziger Hafenkanal ein. Die Absicht war, bei der Kriegseröffnung mit ihren schweren Schiffsgeschützen der Kaliber 28 cm und 10,5 cm die polnische Garnison sturmreif zu schießen. Die Eroberung selbst sollte durch eine heimlich an Bord befindliche Marinestoßtruppkompanie (MSK) mit vier Offizieren, einem Arzt und 225 Mann erfolgen.

    Am 31. August kam der verschlüsselte Funkspruch mit der Aufforderung, am nächsten Tag um 4:45 Uhr Polen anzugreifen. In der Nacht zum 1. September wurde die „Schleswig-Holstein“ im Hafenkanal verlegt, um ein besseres Schussfeld auf die Westerplatte zu haben. Unterstützt durch die SS-Heimwehr Danzig griffen die MSK-Soldaten von der Landseite an.

    Der erste Angriff blieb unter schweren deutschen Verlusten im Abwehrfeuer liegen. Nachdem auch am zweiten Kriegstag die Verteidiger die Angriffe hatten abwehren können, wurden Bombenangriffe angefordert, die am 2. September durch Stuka-Verbände erfolgten. Wegen der mangelnden Abstimmung zwischen den deutschen Verbänden blieb jedoch ein anschließender Infanterieangriff aus. Beschuss und Bombardement der Westerplatte zogen sich bis zum 7. September hin, an dem noch eine erfolglose bewaffnete Aufklärung stattfand. Erst nachdem die Verteidiger diesen Vorstoß zum Stehen gebracht hatten, kapitulierten sie. Vor den abziehenden polnischen Soldaten salutierten deutsche Offiziere, dem Kommandanten, Major Henryk Sucharski, wurde der Säbel zurückgegeben „mit dem Recht, ihn während der Gefangenschaft zu tragen“.

    Dieses deckt sich wohl mit meinen Einlassungen.

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