Und wieder einmal hat sich Washington geirrt – die Kurden tun sich mit Assad zusammen, um Syrien zu verteidigen

Ron Paul war langjähriger Abgeordneter im US Kongress und US Präsidentschaftskandidat 2008 und 2012

von Ron Paul (theblogcat)

https://www.theburningplatform.com/2019/10/14/washington-is-wrong-once-again-kurds-join-assad-to-defend-syria/#more-205646

Als Präsident Trump letzte Woche twitterte, dass „es Zeit wird, dass wir aus diesen lächerlichen, endlosen Kriegen aussteigen“ und hinzufügte, dass sich die USA aus Syrien zurückziehen werden, da bekam Washington die Panik. Plötzlich haben Republikaner, Demokraten, die Medien, die Denkpanzer und die Kriegsindustrie „die Kurden“ entdeckt und wurden zu Experten. Man erzählt uns, „die Kurden“ seien „Verbündete“, die von einem ignoranten Präsidenten Trump auf die Schlachtbank geschickt würden.

Aber das Ganze war nichts anderes als ein überparteilicher Trick, damit die Absahnerei mit dem „endlosen Krieg“ im Washingtoner Sumpf weitergehen kann.

Die Interventionisten werden alles tun um zu verhindern, dass die US-Truppen je nach Hause heimkehren, und ihre Lieblingstaktik ist die schleichende Ausweitung von Einsätzen – „Mission creep“. Präsident Trump twitterte, dass uns 2014 von Präsident Obama erzählt wurde, dass das US-Militär nur für 30 Tage nach Syrien gehen würde, um die jesidische Minderheit zu retten, die angeblich bedroht sei. Dann weitete sich diese Mission zu einem „wir müssen ISIS bekämpfen“ aus, und seitdem besetzt das US-Militär seit fünf Jahren illegal Syrien und bombardiert dort.

Obwohl es die syrische Armee mit ihren russischen und iranischen Verbündeten waren, die in Syrien den größten Teil des Kampfes gegen AlQaeda und ISIS leisteten, hat Präsident Trump den Sieg für sich beansprucht und den Truppen die Heimkehr befohlen. Aber wenn das Militär heimkehrt, dann verliert der militärisch-industrielle-Kongress-Medien-Komplex seine Melkkuh. Und so mussten sie eine neue Begründung erfinden.

Der jüngste „Mission creep“ ist es, dass wir in Syrien bleiben müssten, um unsere „Alliierten“ zu retten – die Kurden. Ganz plötzlich geht es bei unserer militärischen Präsenz in Syrien nicht mehr um den Kampf gegen den Terrorismus, sondern darum, US-Truppen zwischen unserem NATO-Verbündeten Türkei und unserer Stellvertretermacht der Kurden zu positionieren. Sollen wir ihnen wirklich abnehmen, dass es „gut für Amerika“ sei, wenn unsere Truppen als Schiedsrichter bei einem alten Streit zwischen den Türken und den Kurden kämpfen und sterben?





Es war von Anfang an eine kolossal dumme Idee, die Kurden in Syrien auszubilden und zu bewaffnen. Aber nachdem man Milliarden ausgegeben hat um etwas für den Sturz der Assad-Regierung in Syrien zu unterstützen, das sich als Handlanger von AlQaeda entpuppt hat, da hat Washington herausgefunden, dass die Kurden die einzigen bereitwilligen Truppen vor Ort sind. Deren Interesse am Kampf gegen ISIS war zwar begrenzt, aber sie waren erfreut, dass sie bei ihrem langfristigen Ziel Washingtons helfende Hand benutzen konnten, um einen Teil von Syrien (und der Türkei) für sich selbst zu beanspruchen.

Wir dürfen nicht abziehen, weil es ein Massaker geben würde, behauptete Washington (und die Medien haben es getreulich nachgeplappert). Aber wieder einmal hat sich herausgestellt, dass die Politiker, die Massenmedien und die „Experten“ in Washington falsch lagen. Sie kapieren nie, dass der Einsatz von US-Truppen in einem anderen Land – ohne ordentliche Autorität – kein stabilisierender, sondern ein destabilisierender Faktor ist. Ich behaupte, dass wenn die USA Syrien verlassen würden (und den Rest des Nahen Ostens), dann würden die Länder der Region schon einen Weg finden, um ihre eigenen Probleme zu lösen.

Und jetzt, wo die USA sich aus dem Norden Syriens zurückziehen, geschieht genau das.

Am Sonntag haben die Kurden und die Regierung Syriens ein Abkommen unter Vermittlung Russlands unterzeichnet, um die Differenzen beizulegen und gemeinsam gegen das türkische Eindringen der Türkei in syrisches Gebiet vorzugehen.

Jetzt kämpfen „unsere kurdischen Verbündeten“ an der Seite des syrischen Präsidenten Assad – und man erzählt uns immer noch, dass der „weg muss“. Washington versteht nicht, dass unsere Intervention alles nur schlimmer macht. Der beste Weg, um den Kurden und allen anderen in der Region zu helfen, ist ein Abzug.

 

(Anm.d.Ü.: Ich denke, dass Washington das schon versteht. Denn Washingtons Ziel ist keine Einigung oder gar Frieden. Nicht umsonst spricht Pepe Escobar vom „Empire of Chaos“.)

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