Geheime Talkshow-Verträge der ARD: Millionen für Maischberger & Co.

Geheime Talkshow-Verträge der ARD: Millionen für Maischberger & Co.
Quelle: www.globallookpress.com © Soeren Stache Sandra Maischberger: Entspannt durch Polit-Kontakte und gut dotierte Verträge mit der ARD.

ARD-Talksendungen haben Gewicht und Wirkung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu tagespolitischen Themen. Nun wurden Details zu den finanziellen Deals zwischen dem Sender und den prominenten Gesichtern bekannt, die das vermutete Millionen-Business bestätigen. Die beteiligten Protagonisten schweigen.

Quelle: rtdeutsch

Der politische Kampfbegriff „Verschwörungstheorie“ muss nicht genannt oder genutzt werden, um die nüchterne Realität unausgewogener Besetzungen und bewusst geladener Gäste, meist regierungskonformer Gesprächsverläufe und manipulativer Moderationen, für die drei ARD-Flaggschiffe der Talk-Abendunterhaltungen zu kritisieren. Die hinterfragten Sendungen lauten „Maischberger“, „Anne Will“ und „Hart aber fair“. Die beiden Moderatorinnen Sandra Maischberger und Anne Will, wie auch der jüngst platzierte Lebensgefährte von Luisa Neubauer (Fridays for Future), Louis Klamroth, beeindrucken dabei regelmäßig mit ihrer offensichtlichen regierungsfreundlichen Gesprächsführung.

Das Nachrichtenportal Business Insider (BI) veröffentlichte nun individuelle Zahlen und Summen, Bezug nehmend auf „eines der bestgehüteten Geheimnisse im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ (Bezahlschranke). Der BI-Artikel stellt einleitend die Frage, was eigentlich die „Polit-Talkshows“, wie auch die prominenten Moderatoren kosten, beziehungsweise verdienen könnten. Im Hintergrund der Produktionen zeige sich „ein kompliziertes Geflecht aus diskreten Verträgen und detailreichen Absprachen“. Seit Jahrzehnten sei in der Branche bekannt, dass dabei die Quoten-Stars als „Geschenk“ der öffentlich-rechtlichen Sender, meist ihre Sendungen über eigene Produktionsfirmen organisieren „und somit doppelt verdienen können“.

Business Insider gelang es „vertrauliche Dokumente“ zu sichten, die „genauen Einblick in die Talkshow-Verträge“ der drei genannten ARD-Sendungen ermöglichten. Dabei geht es um „Kostenaufstellungen“ und aktuelle Verhandlungen, hinsichtlich der „Zukunft der Polit-Talks und entsprechende Millionenverträge für die nächsten Jahre“. Diesbezüglich heißt es:

„Maischberger handelte neben dem Produktionsvertrag für ihre Firma Vincent Productions, deren Anteile zu 80 Prozent bei ihr liegen (die übrigen 20 Prozent hält ihr Mann), einen gesonderten Moderationsvertrag aus. Der Kontrakt bringt ihr laut der internen Dokumente für 34 Sendungen im Jahr insgesamt 795.000 Euro ein. Daneben bekommt Maischbergers Produktionsfirma rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr für die redaktionellen Arbeiten.“

Vincent Productions kam im ersten Jahr der Vereinbarung demnach auf einen Bilanzgewinn von mehr als 600.000 Euro. Auffällig sei, dass trotz der Millionenverträge, die Kosten für die reine Produktion der Sendungen alleinig beim Sender, also den GEZ-Zahlern bleibt:

„Hohe Anteile übernehmen bei den Talks die federführenden Sender, also WDR und NDR, doch der Rest wird innerhalb der ARD aufgeteilt.“

Für „Hart aber fair“ errechnete der verantwortliche WDR „jährliche Kosten von 1,7 Millionen Euro“. Der vormalige „Hart aber fair“-Moderator Plasberg betreibt mit einem Partner dabei die Firma Ansager & Schnipselmann. Laut der vorliegenden Übersicht fließen von den ARD-Gesamtkosten in „Höhe von 6,6 Millionen Euro jährlich“ rund 4,9 Millionen Euro an das Plasberg-Unternehmen, „für Redaktion und Moderation, die Gästeakquise und Einspieler“. Das üppige Salär beträgt:

„Darin eingeschlossen: eine Gage von rund 21.500 Euro pro 75-minütiger Sendung für Plasberg. Bei durchschnittlich 34 Sendungen pro Jahr sind das fast 730.000 Euro nur für seine Moderation.“

Bezogen auf „Maischberger – die Woche“ summieren sich die Beträge „für Kamera und Ton, Ü-Wagen, Veranstaltungstechnik oder Reisekosten auf 1,6 Millionen Euro im Jahr“. Bezugnehmend der Personalie Anne Will heißt es im BI-Artikel:

„Laut der geheimen Übersicht handelte es sich bei „Anne Will“ in den vergangenen Jahren um das teuerste der drei Talkformate im Ersten. Kalkuliert wurde demnach mit jährlichen Gesamtkosten von rund 7,5 Millionen Euro. Das macht für jede der 30 Sendungen etwa 250.000 Euro – mehr als 4100 Euro pro Minute.“

Produktionsfirma wäre die „Will Media GmbH“, aktuell mit einem Bilanzgewinn „von rund 1,2 Millionen Euro“. Weiterhin unbekannt seien die aktuellen Absprachen mit Sandra Maischberger, die seit einer Programmreform im April 2022 „an zwei Tagen in der Woche zu sehen ist, also häufiger als in der geheimen Vertragsübersicht vorgesehen“.

Sandra Maischberger, wie auch Anne Will, galten in der Coronakrise als zuverlässige und größtenteils unkritische Unterstützerinnen der kontrovers wahrgenommenen Rolle des ehemaligen „gesundheitspolitischen Sprechers“ der SPD und seit November 2021 amtierenden Gesundheitsministers Lauterbach. Frank Plasberg bleibt in Erinnerung, für seine Aussage im November 2020, im Rahmen einer bewusst eingeschränkten Impfdiskussion. So moderierte er im November 2020 seine Sendung mit folgendem Statement an:

„Unser Thema heute Abend: Operation Impfung, ist sie gut, ist sie sicher? Wer bekommt sie wann? Dazu eine Erklärung vorne weg – Falls sie in dieser Sendung eine Diskussion mit berufsmäßigen Impfgegnern oder Corona-Leugnern erwarten, muss ich sie enttäuschen, um so ernster können sie aber unsere heutigen Gäste nehmen.“

Anne Will demonstrierte erst jüngst sehr offensichtlich ihre nachdrückliche Solidarität, hinsichtlich einer eher zu erwartenden Neutralität in der Gesprächsführung, mit der Ukraine und zu westlichen Waffenlieferungen, in ihrer Sendung vom 17. September.

Auf eine entsprechende Nachfrage wollten sich „weder die für die Talkshows zuständigen ARD-Anstalten WDR und NDR noch die beteiligten Produktionsfirmen“ zu den Recherchen von Business Insider äußern.

Mehr zum Thema – „Ernstfall“ – ARD und Kanzleramt gemeinsam am Limit

 

 

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