Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

Olduvai-Theorie

Die Olduvai-Theorie besagt, dass die industrielle Zivilisation 1930 begann, dass sie 1979 ihren Höhepunkt überschritt und dass sie nach etwa einhundert Jahren endet. Sie wird durch den Wert e, das Verhältnis der Energieerzeugung zur Bevölkerung, definiert. Richard C. Duncan benannte seine Theorie nach einer steinzeitlichen Ausgrabungsstätte in Tansania, dem Olduvai-Tal, und veröffentlichte diese 1989.

Bereits 1893 hatte Henry Adams eine ähnliche Theorie in Betracht gezogen. Er folgerte, dass die Elektrifizierung zu sozialem Abstieg führt. Frederick Ackerman veröffentlichte 1932 ein weiteres Szenario, das von M. King Hubbert 1949 graphisch dargestellt wurde. Hubbert nahm an, dass die Gesellschaft zurück auf das landwirtschaftliche Niveau fallen wird. Laut seiner Berechnung von 1949 lag der Höhepunkt von e im Jahr 2400. Er passte seine Schätzung mehrmals an und legte sich schließlich 1976 auf das Jahr 2150 für das Erreichen des Höchstwertes von e fest.

Die Produktion der Primärenergieträger Öl, Erdgas, Kohle, Nuklearenergie und hydroelektrische Energie ist seit 1975 nicht exponentiell gewachsen, die Weltbevölkerung wächst jedoch weiter. Laut Duncan kommt es deshalb in den nächsten Jahren zu Energiemangel und Stromausfällen. Fehlende Investitionen und rückläufige Produktionsmengen sind die Folge. Gleichzeitig verschlechtert sich die Nahrungs- und Gesundheitsversorgung, was zu einer Verringerung der Lebenserwartung führt. Durch die Verschärfung der Situation kommt es schließlich zu Verarmung und zu Kriegen um Energie, Wasser und Land, wodurch die Weltbevölkerung in kurzer Zeit stark reduziert wird.

Zum Höhepunkt der Bevölkerungsentwicklung leben gemäß der Olduvai-Theorie im Jahr 2015 etwa sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis 2027 sinkt die Bevölkerung auf fünf Milliarden, 2050 sind es nur noch zwei Milliarden. Zur Verdeutlichung: In 35 Jahren, von 2015 bis 2050, wird die Bevölkerung um fünf Milliarden Menschen abnehmen. Das entspricht einer Reduktion von 140 Millionen Menschen pro Jahr. Der Zweite Weltkrieg forderte neun Millionen Opfer pro Jahr. Behält Duncan Recht, werden die meisten von uns dieses Ereignis noch miterleben, zumindest den Beginn.

Milliarden Jahre hat es gedauert, bis die Natur die Voraussetzungen geschaffen hatte, dass wir auf diesem Planeten leben können. Millionen Jahre haben wir gebraucht, uns zu dem zu entwickeln, was wir sind. Ganze einhundert Jahre beträgt die Lebenserwartung der industriellen Zivilisation gemäß der Olduvai-Theorie. So wäre die Ölzeit wesentlich kürzer als die Bronzezeit, aber sie würde mit Verschmutzung und Ausbeutung erheblich mehr Spuren hinterlassen. Ging die Bronzezeit nicht zu Ende, weil es keine Bronze mehr gab, geht die Ölzeit möglicherweise zu Ende, weil es zu viele Menschen gibt. Ungewiss ist, ob sich der Kern der Aussage der Olduvai-Theorie erfüllt, aber mit Gewissheit kann davon ausgegangen werden, dass der Weg auf die Finca Bayano angenehmer ist als der Weg zurück ins Olduvai-Tal. Das Erschreckende ist, dass schon die Berechnungen von M. King Hubbert zu optimistisch waren. (Bild 3)

Mehr unter: http://2012.com.pa/?page_id=207&lang=de

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