Über Mutlosigkeit

von Jürgen

„Helden werden nicht geboren, sie werden auch nicht geschubst,
sie schmeißen sich selbst ins Wasser!“
Zitat von Christa Schyboll.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis, dürfte klar sein, daß wir wenig Helden haben und, sehr vermutlich, auch haben werden. Offensichtlich sind wir, aktuell, ein Volk ohne Helden. Und wenn man auch von den vielen „kleinen“ und namenlosen Alltagshelden mal absieht (die Zulus dieser Welt lassen grüßen!), die es durchaus gibt, da ist kein „Land in Sicht“!

Anscheinend fühlt sich niemand berufen, so richtig auf die Barrikaden zu gehen! Warum nicht? Sind wir alle einfach nur feige? Oder wird zu viel abgewägt, was man dabei verlieren könnte?

Findet sich nicht immer ein Grund, warum man sich, diesbezüglich, zurückhält? Der Verlust an persönlicher Freiheit (gegebenenfalls geht es in den Knast), gepaart mit der durchaus berechtigten Sorge um seine Familie, von finanziellen Auswirkungen und gesellschaftlicher Ächtung mal ganz abgesehen …

Was sich natürlich auch in der täglichen Argumentation wiederfindet. Es wird zwar gescholten, „was das Zeug hält“, wenn es aber um die eigene Courage geht, lassen sich tausende von Argumenten finden, warum man den eigenen Hintern nicht hochbekommt.

Einzelne neigen sogar dazu, die wenigen Mutigen, die wir vorweisen können, zu diskreditieren! Frei nach dem Motto, „Selber schuld, wie kann man nur?“ Hmm, was soll man davon halten?

Ich jedenfalls, finde das reichlich infam, Menschen, die für ihre Überzeugung oftmals geradezu im Gefängnis „verrotten“ durften und auch heute noch dürfen, als „warnendes“ Beispiel für die eigene Verweigerung anzuführen! Ist das noch und nur Mutlosigkeit?

Stattdessen redet man sich die Welt schön; da ja alles nicht so schlimm sei. Es sei besser sich anzupassen. Von wegen neue Wege beschreiten; es reiche völlig aus, den vorhandenen zu modifizieren!

Was steckt dahinter? Die pure Angst? Oder die Einschätzung, es wird schon irgendwie gutgehen? Was freilich auch eine Fehleinschätzung ist! Weil, wer sich hinter Ausreden verschanzt, genauso untergehen wird, wie seine Nichtmitstreiter!

Es wäre besser, er hätte geschwiegen!

Nun, es neigt nicht jeder dazu, „sich selbst in´s Wasser zu schmeißen“, was sich auch mir durchaus erschließt! Aber, es ist ein Unterschied, wie ich mich dafür rechtfertige! Es ist auf jeden Fall ehrlicher zu sagen, „Ich kann das nicht!“, „Ich bin es nicht!“

Alles andere ist Schoafscheiß!

Jürgen

Über Mutlosigkeit
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10 Kommentare

  1. Danke Jürgen für die liebvolle Erwähnung in Deiner Präambel! 🙂 Gebe Alles!

    Tja, da sagst Du was…ich kann es mir auch nicht recht erklären.

    Es muß ja so sein, daß die Gehirnwäsche und der Luxus parallel zueinander gewachsen sind, oder.
    So siechend schleichend, daß ein-zwei Generationen ALLES an Tugenden & Werten ihrer Vorfahren/Eltern vergessen haben. Es gibt nicht mehr Vater und Mutter, sondern Elter1 und Elter2. Das kann bis Diverses alles sein. Und aktuell züchten sie die smarten Hüpf-Zombies für Übermorgen. 

    Die haben Mut! Sie gehen nicht mehr zur Schule, ohne Angst vor den Konsequenzen. Aber Mut für die völlig falsche Sache. Wie bekommt man´s aus diesen Gehirnen je wieder raus? Oder gerade gerückt? Man sagt ja, so mit 20 sei die Entwicklung abgeschloßen. Ab 25 baut der Körper sogar schon wieder zurück. Aber als junger Mensch so geimpft ins Leben zu starten, kann ja nur in einer Katastrophe enden. Glaube da brauchen wir uns nix vormachen. Wie bei den fanatischen Islamisten.

    Aufstehen ist einerseits eine Frage des Mutes, na klar! Nur welcher Gesinnung schenke ich meinen Mut? Haben wir wirklich zu viele Mutlose? Glaub ich daher gar nicht mal.
    Die sind doch wohl eher nur alle völlig verstrahlt?!

    • Zulu,

       Du sprichst es ja direkt an! Es ist alles eine Frage der Verwirrung (über die Gehirnwäsche)!

       Einmal mehr, da wo Tugenden durch undefinierte "Werte" ersetzt werden, ist der Untergang vorprogrammiert!

       "Welcher Gesinnung schenke ich meinen Mut?"

      Nun, dieser, welche Tugenden pflegt!  Ist doch ganz einfach!  🙂

      • Gesinnung…mir ist noch was zum Thema Hüpf-Zombies eingefallen.
        Und zwar weißt Du noch in den Neunzigern…was war da mit der Jugend los?

        Boygroubs!

        Take That, NSync, Caught In The Act, Backstreet Boys, Bed & Breakfast…Die Mädchen sind heulend und kreischend reihenweise in Ohnmacht gefallen! Völlig fanatisch, wie paralysiert.
        Auch wieder Mädchen. Zufall? Oder besonders leicht zu beeinflußen? Hinter Gretel rennen ja auch hauptsächlich Mädchen her…naja, und ein paar Schwulis die vielleicht mal eines werden wollen.

        Wurden die Kinder damals (noch ohne Internet & Schlaufon´s) schon bewußt so verstört?
        Sowie heute jede zweite Supermodel oder Singstar werden will? Könnte sein, oder?

        • Zulu,

           jede Zeit hatte, und hat auch heute, ihre Muster oder Strategien, zu manipulieren. Die Musik war und ist dazu ein beliebtes Mittel. Wer von den Jugendlichen, liest heute noch ein Buch?

           Man fängt damit, nicht nur die Mädchen …

          • Oh Jürgen, noch wach oder schon wieder?
            Wir haben Vollmond, oder? Kann auch nicht schlafen.

            Naja, aber allein schon die Namen der Bands. "Nimm das", "Beim Koitus erwischt", "Hinterhof Jungs", "Frühstück im Bett". Gab ja noch mehr, mir fallen die grad nicht ein…irgendwas mit Four und so weiter. Frühsexualisierung? Wie alt sind diese Mädchen heute? Im besten Paarungsalter. Mit wem paaren? Woist wi i mein…ich wittere eine von langer Hand geplante Verschwörung! 🙂

            •  Noch wach, aber nicht mehr lange! 🙂

              Die Verrohung der Sprache drückt sich ja nicht nur in bandtiteln aus?

               Wenn auf dem Schulhof alles "Scheiße" ist, da frage ich dann gerne mal nach, warum sie Sachen in den Mund nehmen, die ich nicht mal in die Hand nehmen würde? Die Reaktionen sind oftmals unbeschreiblich! 😉

               Schlaf wohl!

              • …dann dürftest Du nicht in meiner Firma arbeiten, haha!

                Da gibt´s fast nur Gossensprache. Aber das gehört auch irgendwie zum Norddeutschen dazu. (die Werner-Filme z.B.: Hau wech die Scheiße!) Ist nicht schlimm. Was schlimm ist, ist dieser kanakische Einfluß. "ISCH!", "DISCH" "ALDA!", "Mudda". Da krieg ich echt Hals.

                Naja. Danke, denn schlaf Du auch gut! no

                • Zulu,

                   ich sehe da keinen Unterschied! Man kann alles, so oder so, ausdrücken! Fäkalsprache oder Hilfsdeutsch, das macht, für mich, keinen Unterschied! Es ist definitiv eine Verwahrlosung, nicht nur unserer Sprache; sondern auch unserer Kultur!

                   Da kann ich auch den Norddeutschen nicht aus seiner Verantwortung entlassen! Du kannst es doch auch!  🙂

  2. Einzelne neigen sogar dazu, die wenigen Mutigen, die wir vorweisen können, zu diskreditieren! Frei nach dem Motto, „Selber schuld, wie kann man nur?“

    Die meisten unserer lieben Mitmenschen meinen, wir seien zu dumm, um die Richtung zu erkennen, in die das Wasser fließt, statt dessen entgegen dem Wasser schwimmen, entgegen dem vorgegebenen Meinungsstrom.  Wegen dieses Opportunismus der meisten Menschen hat sich die "Demokratie" historisch nie lange gehalten, es sei denn, sie werde insgeheim von Geheimlogen mittels Massenmedien gelenkt.

    Mutlosigkeit???

    Invictus

    By William Ernest Henley

    https://www.poetryfoundation.org/poems/51642/invictus

    Out of the night that covers me,

          Black as the pit from pole to pole,

    I thank whatever gods may be

          For my unconquerable soul.

     

    In the fell clutch of circumstance

          I have not winced nor cried aloud.

    Under the bludgeonings of chance

          My head is bloody, but unbowed.

     

    Beyond this place of wrath and tears

          Looms but the Horror of the shade,

    And yet the menace of the years

          Finds and shall find me unafraid.

     

    It matters not how strait the gate,

          How charged with punishments the scroll,

    I am the master of my fate,

          I am the captain of my soul.

    • Jupp.
      I´m the captain of my soul.
      Datt langt eigentlich schon.
      Mehr braucht´s im Grunde gar nicht zu wissen.
      Daß dort im Ozean andere Schiffe kreuzen, mit anderen Kapitänen, und wie nah man die an sich heranlässt, ohne eine Haverie zu riskieren…methaphorisch/bildlich gesehen jedenfalls absolut einleuchtend.

      "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" ist genauso eine kluge Weisheit.

      „Persönliche Firewall“ sag ich mir immer. Sehr wichtig. Es kommt immer mehr Mist auf einen eingeflattert als man braucht. Ist halt so. So gering wie möglich halten–>Leichteres Leben.

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