Ich denke, also bin ich?

von Jürgen

Was macht des Menschen Denken aus? Sie glauben an etwas und bilden sich darüber ihre Meinung! Zumindest üblicherweise. Und da, wo es nicht gelingt, sie in irgendeinen Bann zu ziehen, schwebt doch die Absicht dazu, über uns allen!

Wer könnte sich dem entziehen? Da, von Kindesbeinen an, Religion, Elternhaus (als Agentur der Gesellschaft), Schule, der Freundeskreis, die öffentliche Meinung, Medien im Einklang mit der Politik, die unterschiedlichsten Ideologien; alle wirken sie auf einen ein und hinterlassen ihre Spuren!

Und wer es dennoch wagt, sich dem was gilt, zu widersetzen, hat zumindest einen schweren Stand, wenn er oder sie, nicht gleich einer gewissen Ächtung anheimfallen …

Und da geht es nicht um einen pubertären Trotz, sondern durchaus um Gedanken, die in sich schlüssig und auch berechtigt sind, aber eben nicht erwünscht! Es gibt eben deutlich mehr, wie Eltern, die einem sich entwickelnden Kinde Paroli bieten, sondern, die Menschen, gleich welchen Alters, Geschlechts oder Denken, im Griff zu behalten versuchen.

Nun, wir alle waren einmal Kinder. Und wenn wir vielleicht auch unterschiedlichen Nuancen der Beeinflussung ausgesetzt waren, bei jedem bleibt doch etwas hängen. Unterschiedlich in der Quantität, wie auch der Qualität. Wir sollten uns halt darüber bewußt werden, daß es so sein könnte, es somit gar nicht anders sein kann!

Und wenn wir diesen Schritt der Erkenntnis einmal gegangen sind, wissen wir auch, daß wir nicht nur Ich sind, sondern ein Ich, daß aus den unterschiedlichsten Motiven heraus geformt und beeinflusst wurde.

Ein Ich, ein Mensch, der nur so oder so denken und empfinden kann, weil er so „geprägt“ worden ist! Was natürlich Konsequenzen nach sich zieht. Was für den einen undenkbar, ist für den anderen völlig selbstverständlich. Wo der eine erst recht nochmal nachsetzt, gibt der andere lieber nach oder schweigt dann gänzlich. Selbst wenn sie, grundsätzlich, der gleichen Ansicht sind …

Was macht das mit oder aus uns? Wir verstehen zwar den anderen nicht, können es aber auch nicht einordnen, es uns nicht erklären, warum das so ist. Wo doch alles so offensichtlich ist! Wie kann der nur? … dermaßen(!), auf seinem Standpunkt beharren?





Der Psychologe würde sagen, „es liegt am Über-Ich“; der Wissenschaftler, „am fehlenden Wissen“; der Moralist, „an der fehlenden Herzensbildung“; der Politiker, „da kann es sich nur um Pack handeln!“. So unterschiedlich der Mensch schon per Geburt ist, so unterschiedlich seine künftigen und damit auch aktuellen Denkweisen.

Wie auch immer, was wir Denken oder Empfinden, ist alles, aber kein Geburtsfehler! Sondern durchaus gewollt. Und das in durchaus beabsichtigter Unterschiedlichkeit! Wer erträgt schon Einigkeit? Friede, Freude, Eierkuchen? Womöglich für immer? Der gemeine Mensch sehr wohl. Aber nicht jene, die sich anmaßen beeinflussen zu müssen, zu welchem Zweck auch immer!

Es ist ihnen ein Dorn im Auge, da sie am Wohl des Menschen nicht interessiert sind. Und wenn, dann nur zu eigenem Nutzen! Wen man nicht niederhalten kann, den läßt man, wohlweislich, teilhaben. Am Reichtum oder an der Macht. Das Ego ist befriedigt; gefangen, in der, vermeintlich, an sich selbst gestellten und erfüllten Erwartung …

Wir glauben zu Denken und sind so davon überzeugt, daß wir nicht einmal mehr bemerken, wie konditioniert wir eigentlich sind, den vorgegebenen Horizont ja nicht zu überschreiten. Und dieser Horizont gilt für alle gleichermaßen, unabhängig von Kindheit oder Milieu.

Wozu wurden Religionen geschaffen, Ideologien und Doktrinen erstellt, an denen sich zu orientieren sei? Auf daß es dem Menschen wohl erginge? Oder doch viel eher, daß ihm vorgegeben wird, was er zu glauben und zu denken hat?

Warum kümmert sich „Vater Staat“ so intensiv um seine „Kinder“? Erlässt Gesetze und Verordnungen im Dreischlag? Weil der gemeine Mensch nicht mit sich selbst klar käme? Angeblich blöde, wie er ist?

Es geht allein darum, uns das Denken abzunehmen! Und wenn es sich schon nicht vermeiden läßt, dann wird es eben kanalisiert! In eine AfD oder in Denkverbote, die dann auch schon mal strafbewehrt daherkommen!

Euer Jürgen

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5 Kommentare

  1. Ja, so ist das Jürgen. Was tut man dagegen? Man muß jeden Tag NEU da raus gehen, meiner Meinung nach. Mit frischem Bewusstsein. Dinge, Personen ständig NEU bewerten. Wer in festgefahrenen Dogmen herumirrt, was weiß ich, der ist nicht anpassungsfähig, sondern bereits völlig fremdgesteuert.
    Das ist ein gewaltiger Unterschied. Immer wachsam/achtsam & veränderbar bleiben. Lernen! Auch mal ne neue Fremdsprache oder Knoten im Dunkeln knüpfen. Stricken oder Löten. Immer was Neues. Hält auch jung.

    • "Neu da rausgehen."

        Zulu, es ist mir schon klar, wie Du das meinst, aber, inwieweit ist das überhaupt möglich? Klar, der Mensch ist nie "fertig", sich selbst verwandeln kann er aber auch nicht. Und das menschliche Gehirn neigt, wohlweislich, auch nicht gerade dazu, jeden Tag alles neu bewerten zu wollen? Wir hätten ja nichts anderes mehr zu tun! Es gilt ja auch noch Entscheidungen zu treffen!  🙂

       Was oder wieviel läßt Bewußtsein zu? Selbst wenn ich weiß, daß mich dies oder jenes beeinflußt oder bestimmt, kann man es doch nicht ablegen wie einen Kittel!

      Wenn man sich unsere "Weltverbesserer" und "Klimaretter" so anschaut, die sind ja so in sich selbst gefangen, da kommt man doch gar nicht mehr ran, geschweige denn sie selbst!

       Übrigens, wie bringt man deren Hirn auf Linsengröße?

      • Tja, dann bin ich an dieser Stelle einfach mal dankbar, bei mir ist das so. Bin schon der Meinung, daß man BEWUSST oder UNBEWUSST vor die Türe gehen kann. Natürlich habe ich auch meine Prinzipien, aber bin niemals voreingenommen. Ich will immer alles wissen, darum rede ich auch (wie hier^^) sehr viel mit den Leuten. Somit bekommt man andere Sichtweisen zu verstehen und kann evtl. neu bewerten/anpassen/verbessern/dazulernen, woist.

        Es gibt diese Gewohnheitsmenschen…die brauchen morgens EXAKT UM SIEBEN ihren Kaffee, EXAKT UM NEUN wird auf den Pott gegangen, seit 50 Jahren nur Mecedes gefahren usw., jeden Tag. Das könnte ich nicht. Jeder Tag ist ein neues Erlebnis! Wer weiß, was alles passieren kann? Kann man doch nicht mit Automatismen rumrennen und sich darauf verlassen, daß heute schon alles so bleibt wie es gestern war. So meine ich das. Ist ja kein "Leben", sondern schon fast maschinell. Und diese Leute wählen auch heute noch die CDU, weil sie es schon immer getan haben. Da haben wir den Salat…

        • Wie lange fährst Du schon Bully?
          Klar, das machst Du "nur" aus Liebhaberei!
          Dir ist schon klar, auf was ich hinaus will?  😉
          Sind wir nicht alle Überzeugungstäter?

          • Nein Jürgen, verstehe jetzt nicht worauf Du hinaus willst? Die Busse fahre ich nur 1-2 Mal im Jahr, außer ich verreise. Mir ging es damals auch eher um das "Erhalten" und "Basteln", die Nostalgie, die Treffen, die Ruhe und Gemütlichkeit, sprich Entschleunigung. Die stehen in einer Scheune & sind keine Alltagsauto´s.

            Habe einem älteren Kollegen damals meine Modelleisenbahn verkauft, und er hat die mit nem Bulli abgeholt…da hab ich Blut geleckt. Weiß gar nicht mehr wann das war…2004 oder so? Und dann hab ich gesucht, jahrelang, weil ich gerne Syncro/Allrad wollte. Das es nun zwei geworden sind…nun ja. Den Zweiten mußte ich einfach mitnehmen! 🙂
            Man sagt ja auch, der Bus findet Dich, nicht umgekehrt.
            Ist aber letzendlich auch eine solide Versicherung. Besser als jedes Papiergeld.

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