Daniele Ganser – Gekündigt

Der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser, dessen Forschungsschwerpunkte

Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, Ressourcenkämpfe und Wirtschaftspolitik sind, leitet das »Swiss Institute for Peace and Energy Research« in Basel. Ganser ist Autor zweier grundlegender politischer Werke [1]:

Zum einen NATO Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, in dem er die von diesen durchgeführten Anschläge aufzeichnet; dazu zählt auch der furchtbare Bombenanschlag auf den Bahnhof in Bologna, der im August 1980 mit 80 Toten und 200 Verletzten den Höhepunkt einer Anschlagsserie auf zivile Ziele in Italien markierte. Heute steht einwandfrei fest, dass die NATO das geheime Netz von Brüssel aus koordiniert hat. Das Allied Clandestine Committee, ACC, das dem NATO-Zentrum SHAPE in Mons angegliedert ist, koordinierte die Geheimarmeen zusammen mit dem Clandestine Planning Committee CPC und hätte im Fall einer Invasion in Westeuropa auch als Schaltzentrale funktioniert.

Zum anderen Illegale Kriege – Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien. In diesem beschreibt Ganser die permanenten Kriegsverbrechen und Völkerrechtsverletzungen der NATO und des Westens am Beispiel von 13 illegalen Kriegen seit 1945. »Auch der laufende sogenannteKrieg gegen den Terror«, legt Ganser darin dar, »ist mit Lügen durchsetzt. Dieser von den USA und den NATO-Ländern 2001 ausgerufene Krieg bietet keinen glaubwürdigen Ausstieg aus der Gewaltspirale und geht die realen Ursachen für den Terror überhaupt nicht an, weil er im Kern gar nicht auf diesen oder dessen Beseitigung, sondern auf die Eroberung und Sicherung von Erdöl, Erdgas, Geld und Macht abzielt. Der sogenannte Krieg gegen den Terrorist und bleibt ein Kampf um Rohstoffe und die globale Vorherrschaft, also alter Wein in neuen Schläuchen.« [2]

In seinem Vortrag Können wir den Medien vertrauen? legt Ganser nicht nur dar, wie unsere Medien ihre Reputation verspielt haben, sondern wie es ihnen auch gelang, die Bürger mit bewusster Manipulation, Lüge und staatlichen Fake News in verbrecherische Angriffskriege zu führen. Die Konsequenz daraus ist die inzwischen für jeden erkennbare Systemkrise. Nichts, erklärt er, hat die Macht-Pyramiden westlicher Eliten mehr erschüttert als das Entstehen des Internets mit seinen Blogs, sozialen Netzwerken und alternativen Presseplattformen. So kam das Meinungsmonopol der Mainstream-Medien, deren primäre Aufgabe es nie gewesen ist, die Massen mit neutralen Informationen zu versorgen, sondern im Gegenteil, es ihnen mittels extrem einseitiger Darstellungen so schwer wie möglich zu machen, auch nie auf die Idee, die ihm gelieferten Darstellungen zu hinterfragen. Es ging zudem um das subtile Aufrechterhalten einer stabilen Meinungsfront. Heute ist es nur eine Frage von Sekunden, um angebliche von Konzernmedien oder dem Staatsrundfunk gelieferte Fakten mittels eigener Gegenrecherche in ein anderes Licht zu rücken und wesentliche Details herauszufinden. Oft stellt sich die gesamte Meldung als reine Propaganda, als frei erfunden heraus. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht, weiss bekanntlich der Volksmund.

Die klassischen Massenmedien wurden in den letzten Jahren derart oft der Lüge überführt, dass ihnen das, was man Vertrauen nennt, nahezu vollkommen abhanden gekommen ist. Immer mehr Menschen sehen in den etablierten Medien nicht mehr die vierte Gewalt, deren Aufgabe es offiziell immer war, die Demokratie zu bewahren, sondern sie halten die meisten Journalisten für Komplizen korrupter Eliten. Fakt ist: Nicht alles, was in den neuen Medien veröffentlicht wird, entspricht der Wahrheit. Fakt ist aber auch, dass vieles, was uns in den Massenmedien über Jahre hinweg als Wahrheit verkauft wurde, als reine Propaganda dreist gelogen war. Medien haben aber auch eine soziale Funktion. Sie sollen ein Klima schaffen, das eine Gesellschaft auf der Basis von vermittelten Werten synchronisiert und damit stabil hält. Medien sind damit ein wesentlicher Faktor für den inneren sozialen Frieden eines Staates.

Wer wie private und staatliche Medien immer wieder und vorsätzlich lügt, darf sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Menschen angewidert abwenden. Sie fühlen sich verraten. [3]

»Wegen seines friedenspolitischen Engagements«, erklärt uns Jens Lehrich, »verliert Daniele Ganser, der Furchtlose, nun seinen letzten öffentlichen Lehrauftrag. Diesen hatte er an der Universität St. Gallen. Die Meldung kam dieser Tage nicht überraschend und doch ist sie bemerkenswert, weil sie erahnen läßt, wie es um die freie unabhängige Wissenschaft bestellt ist: Der dafür verantwortliche Professor Caspar Hirschi erklärte sogleich in einer Stellungnahme gegenüber der Aargauer Zeitung, daß es keinen direkten Zusammenhang zwischen seiner Entscheidung und der massiven medialen Kritik an Gansers brisanten Forschungen, unter anderem zu 9/11, gebe.

Die andere Seite: Tausendfach kommentieren Menschen in den sozialen Netzwerken, daß sie hinter Ganser stehen und die Maschen des Mainstreams längst durchschaut hätten. Daß sich die Unis so traurig verhalten, zeigt einerseits wie unabhängig sie noch sind und andererseits, daß Sie, Herr Ganser, wohl Recht haben, schreibt ein User auf Facebook. Wir leben in einem System, in dem man, wenn man nicht mit dem Strom schwimmt, mundtot gemacht wird, schreibt ein anderer. Die Anteilnahme an Gansers Rausschmiß ist enorm, das System demaskiere sich selbst, so die übereinstimmende Meinung der immer größer werdenden Community des Friedensforschers.



Warum aber ist Daniele Ganser überhaupt so umstritten?
Der Schweizer stellt seit Jahren Fragen, die extrem unbequem sind, Fragen, die das Image Wir, der Westen, sind die Guten demaskieren, Fragen, auf die immer mehr Menschen eine Antwort ihrer Regierungen haben wollen. Seine Vorträge im Netz zu den Ereignissen des 11. Septembers 2001 erreichen mittlerweile ein Millionenpublikum, das Weltbild eines jeden, der hier einsteigt, gerät massiv ins Wanken. Hinzu kommt bei Daniele Ganser sicher auch, daß er in seinem Leben immer wieder persönlich großen Mut bewiesen hat und sich nicht mundtot machen ließ, als er 2006 seinen ersten Lehrstuhl an der ETH Zürich wegen eben einer Veröffentlichung zu 9/11 verlor. Der zweifache Familienvater, der in Basel lebt und von Beginn an im RUBIKON-Beirat sitzt, hat trotz aller öffentlicher Kritik seine Forschungen auf eigene Faust unvermindert fortgesetzt, so daß nun auch die Universität Sankt Gallen die Reißleine zieht. Eine Entwicklung, die nur vermuten läßt, wie groß und mächtig die Manipulation in der heutigen Wissenschaft und Forschung ist, wenn Ergebnisse nicht in die Planungen von Politik und Großkonzernen passen.

In einem Interview, das ich 2016 in Hamburg mit Daniele Ganser führte, sagte er, er habe damals gemeinsam mit seiner Frau entschieden, sich den Rücken niemals krumm machen zu lassen. Diese Haltung wurde bis heute mit sehr viel Zuspruch belohnt, Gansers Vorträge sind stets ausverkauft und seine Bücher absolute Bestseller. Doch wie geht man nun mit so einer Nachricht um? Wütend? Verzweifelt? Fassungslos? Der RUBIKON hat sich dazu entschieden, einen offenen Brief an Professor Caspar Hirschi zu schreiben. Aus der Perspektive und dem Wissen der neuen RUBIKON-Mutmach-Redaktion heraus, daß am Ende auch die größten Niederlagen immer ein persönlicher Gewinn sind:

Sehr geehrter Herr Professor Hirschi,

im Namen des RUBIKON möchte ich Ihnen für Ihre Entscheidung danken, Dr. Daniele Ganser nicht weiter an der Universität St. Gallen zu beschäftigen. Mit der damit verbundenen explosionsartig steigenden positiven Aufmerksamkeit, die Daniele Ganser in den sozialen Netzwerken zu diesem Vorgang erfährt, fördern Sie den globalen Frieden. Damit erweisen Sie der weltweiten Friedensbewegung einen großen Dienst, denn immer mehr Menschen begreifen, daß der Wolf im Schafspelz steckt.

Doch damit nicht genug. Sie schaffen es auf eine wunderbare Art und Weise, auch ihre eigene Mainstream-Wissenschaft zu demaskieren, denn keiner kann ihnen wirklich glauben, was sie da in der Aargauer Zeitung von sich gegeben haben. Sie sagen, es sei ein üblicher Vorgang, daß neue Lehraufträge vergeben und alte nicht erneuert würden. Sie tun so, als habe die Kritik an Daniele Ganser niemals eine Rolle gespielt. Es ist die typische Art eines Politikers, so zu sprechen, nicht die eines Wissenschaftlers, der doch der Wahrheit verpflichtet sein sollte. Aber für Sie ist das sicherlich ihre ganz persönliche Wahrheit und auch deswegen können wir Ihnen in diesem Punkt nicht wirklich böse sein.

Sie handeln so, wie es die meisten Menschen in Ihrer Situation tun würden, die darum fürchten, selbst in Zukunft nicht mehr auf der Gehaltsliste ihrer öffentlichen Institution zu stehen. Sie verkaufen dabei Ihre Freiheit, aber sie erhalten dafür eine andere Freiheit, das Geld, welches Sie brauchen, um sich frei zu fühlen. Irgendwie paradox oder?

Doch am Ende meinen Sie es sicher gut, denn Sie fördern mit ihrem unbewußten Handeln, daß das Dunkle ans Licht kommt. Grundsätzlich braucht es sogar gerade Menschen wie Sie, damit Wissenschaftler wie Daniele Ganser noch mehr gehört und gesehen werden. Schon meine Oma hat immer gesagt, die Sonne muß untergehen, damit sie wieder aufgehen kann, beides gehört zu unserer polaren Welt nun einmal dazu. Nein, ich bin kein Verschwörungstheoretiker, ich bin gelernter Journalist und habe mich in den vergangenen 3 Jahren intensiv mit Daniele Ganser und seinem Werk beschäftigt. Darüber hinaus habe ich ihn zweimal persönlich in Hamburg interviewen dürfen.

Warum ich diesen Brief an Sie schreibe? Weil ich Kinder habe und Angst um unsere Zukunft, wenn die Lüge immer größer wird. Ich selbst habe nicht zu 9/11 geforscht, ich selbst habe nicht die Geheimarmeen untersucht oder den Krieg in Syrien. Ich kann nicht sagen, ob Daniele Ganser in allen Punkten richtig liegt. Aber eines weiß ich: Er stellt verdammt nochmal die richtigen Fragen und er tut das nicht, um sich damit die Taschen voll zu machen, so wie es von den Mainstream-Medien immer wieder dargestellt wird. Ganser ist zuerst einmal mutig gewesen, er hat sich nicht zurückpfeifen lassen und erst dann hat er davon profitiert.

Unsere Friedensbewegung braucht Vorbilder wie Daniele Ganser, die Dank Ihrer kostenlosen Werbung immer populärer werden. Damit auch Sie, lieber Herr Professor Hirschi, in Zukunft ohne Krieg leben können.«   [4]

[1]
Daniele Ganser NATO Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung – März 2008 Orell Füssli Verlag Zürich
ISBN 978-3-280-06106-0

Daniele GanserIllegale Kriege – Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien‹ – Oktober 2016   Orell Füssli Verlag Zürich
ISBN  978-3-280-05631-8

[2] Siehe hierzu
http://www.politonline.ch/index.cfm?content=news&newsid=2749
21. 1. 18 Kriegsverbrecher auf freiem Fuß – Von Daniele Ganser

[3] https://kenfm.de/dr-daniele-ganser-koennen-wir-den-medien-vertrauen/
21. 4. 18 Daniele Ganser: Können wir den Medien vertrauen?

[4] https://www.rubikon.news/artikel/der-furchtlose   11. 4. 18
Der Furchtlose – Von Jens Lehrich

Quelle: politonline

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