„Post-Vac”: Es braucht endlich mehr Forschung!

Von Uwe G. Kranz (ansage)

Krank und alleingelassen nach der Impfung (Symbolbild:Pixabay)

„In 20 Jahren wird du die Dinge, die du nicht getan hast, mehr bedauern als deine Taten.”(Mark Twain)

Stolz ließ sich der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holotschek (CSU) in der „Passauer Neuen Presse” vom 27. Januar dafür feiern, dass der Freistaat „weitere fünf Millionen Euro in die Versorgungsforschung zu Corona-Langzeitfolgen“ steckt. Die politische Botschaft dahinter: Man kümmere sich also um die sogenannten „Long-Covid-Patienten“ und biete mit dieser Förderinitiative zugleich „interessante Perspektiven für Akteure im ländlichen Raum“. „Abschlussbericht und finale Ergebnisse” würden für Mitte des Jahres erwartet.

Long-Covid”, „finale Ergebnisse”, „Abschlussbericht”? Diese kleine Pressemeldung hat mich zutiefst irritiert und sogar geärgert. Das klingt ja ganz wie eine abschließende Kurzuntersuchung an einer kleinen Kohorte kranker Menschen! Dabei wird doch „Long Covid” schon seit Mitte 2020 von den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und dem deutschen Robert-Koch-Institut (RKI) definiert als eine langfristige Krankheitsfolge nach einer Covid-Infektion. „Long Covid” ist auch unter den Bezeichnungen „Post-Covid“, „chronic Covid“, „posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom” (POTS) oder den eher wissenschaftlich-technischen Begriffen „post-Covid conditons“ (PCC) oder „Post-Acute Sequelae of SARS-CoV-2 infection” (PASC) bekannt, und definitionsgemäß müssen die Beschwerden in allen Fällen gemäß Patientenleitlinien länger als mindestens vier Wochen oder mehr dauern, in manchen Fällen sogar mit schweren oder sogar lebensbedrohlichen Folgen über mindestens 12 Monate oder Jahre nach der Infektion. Nach nur mehreren Wochen jedoch heißt das Syndrom dann aber „Post-Covid“. Sehr verwirrend. Absicht?

Forschung wäre essenziell

Besonders problematisch ist, dass der Zeitpunkt der Infektion von vielen Menschen gar nicht genau bestimmt werden kann (vor allem bei asymptomatisch Erkrankten), die also ihre aktuellen Krankheitsphänomene gar nicht in Verbindung zu einer Covid-Infektion bringen können. Und bis heute gibt es keinen Test, mit dem festgestellt werden könnte, ob die angeschlagene gesundheitliche Kondition des Patienten oder die festgestellten konkreten Symptome der höchst unterschiedlichen Krankheiten definitiv von Covid-19 herrühren oder nicht. Selbst ein früherer positiver Covid-Test ist kein alleiniges Bestimmungsmerkmal. Es bedarf tatsächlich ausführlicher medizinischer Anamnese und wissenschaftlicher Erforschung des „Long-Covid”-Phänomens. Forschung ist essenziell, um die wissenschaftliche Beweislage zu schaffen, auf deren Basis „Long Covid” verhindert oder erkrankte Covid-Patienten eventuell erfolgreich behandelt werden können, die volksgesundheitlichen und -wirtschaftlichen Kosten zu ermessen, wirksame Behandlungsmethoden und Medikamente zu identifizieren, Informationen und Leitlinien für die Ärzteschaft zu erarbeiten und vieles andere mehr.

Insoweit ist das bayerische Vorhaben, Long-COVID noch besser als bisher zu erforschen, grundsätzlich löblich, denn die vom Bildungs- und Forschungsministerium (BMBF) bislang veranlassten Maßnahmen zur „Förderung von Forschungsmaßnahmen zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)“ durch inzwischen 10 Forschungsverbünde unter Einsatz von schäbigen knapp 6,5 Millionen Euro waren allenfalls suboptimal. Peanuts, Verschwendungssucht & Nonsens! Aber gerade mal fünf Millionen Euro für dieses große Projekt zusätzlich zur Verfügung zu stellen, ist vergleichsweise immer noch lächerlich. Das Bundesgesundheitsministerium hat in der „Plandemie” bislang sogenannte „Impfstoffe“ im Wert von 13 Milliarden Euro bestellt (davon gingen alleine 10,05 Milliarden auf das Konto von Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – im übertragenen Sinne, versteht sich!), der Rest auf seinen Nachfolger Karl Lauterbach.

Faule Ausreden

Der Preis war jedenfalls beiden Ministern ziemlich egal. Er wurde ja vom Steuerzahler bezahlt, sicher in der Geheimschutzstelle der Bundesregierung gebunkert und wird selbst auf parlamentarische Anfragen nicht preisgegeben. Er soll sich aber vor allem in den letzten zwei Jahren kometenhaft entwickelt haben. Die Rede ist von einem Anstieg von 15 auf 100 Euro je Dosis – und wir sprechen hier von 627 Millionen Dosen; genug, um jedem Einwohner Deutschlands – gleich welchen Alters, welcher Nationalität, welchen Geschlechts oder welcher Lebensdauer –  acht (8!) Dosen zu verpassen. Dass bei einem solchen staatlichen Kaufrausch beispielsweise die Nettogewinne von Biontech durch die Decke schossen, ist verständlich (2021: 10,3 Milliarden Euro Überschuss, 1. bis 3. Quartal 2022: 7,1 Milliarden Euro Überschuss) – und das, obwohl sich doch bei der Erforschung und Herstellung von Impfstoffen angeblich „kein Unternehmer … eine goldene Nase verdienen wird“ (so Biontech-CEO Ugur Sahin noch 2020).

Die faule Ausrede des Biontech-Gründerehepaares Sahin, man habe schließlich zuvor mehr Geld investieren müssen, um die teuren Auflagen von EU und Deutschland zu erfüllen, sind – auf gut „Meenzerisch“ gesagt – blanker Kokolores: Man muss nur an die Milliarden-Geldspritzen für die Pharmaindustrie erinnern, welche die Staatengemeinschaft eiligst zusammenkratzte und spendete, um die Forschung und Entwicklung eines Covid-Impfstoffes zu beschleunigen, oder an die geradezu hellseherische Investition der Bill- und Melinda-Gates-Stiftung (BMG), die dem armen, jahrelang erfolglosen Unternehmer-Pärchen schon 2019 zwischen 50 und 100 Millionen Euro zukommen ließ, oder an das schlichte Unternehmerrisiko. Der Dank: Im März 2021 griffen Özlem Türeci und Ugur Sahin erst das Bundesverdienstkreuz mit Stern ab, erhöhten danach – trotz Milliardengewinne – die Preise ihrer „Wunderbrühe” dramatisch und kontinuierlich von 12,50 Euro auf rund 100 Euro pro Einheit – und wollen sich jetzt auch noch ins Post-Brexit-Steuerparadies England absetzen, wo sie für stolze 400 Millionen Euro das britische Unternehmen InstaDeep erwerben werden, um in das Kerngeschäft „Künstliche Intelligenz“ einsteigen zu können – ohne dort von den schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU behindert zu werden. Da werden die Mainzer Stadtväter sicher weinen und die Straße „An der Goldgrube“ (Biontechs Firmensitz) flugs umbenennen – vielleicht in Abstaubergasse oder Absahnallee?).

Für Werbung wird geradezu „geaast“

Ein weiterer Vergleich zeigt, wie stiefmütterlich unsere Regierenden allein schon mit dem Phänomen „Long-” bzw. „Post-Covid” umgehen. Es geht dabei um die monströsen Werbeetats: Die Bundesregierung hatte – mit dem Ziel, die Bürger über die COVID-19-Schutzimpfung aufzuklären und zur Impfung zu „motivieren” -, bekanntlich eine großangelegte Informations- und Aufklärungskampagne durchgeführt. Kosten alleine 2021 hierfür: angeblich „nur” rund 300 Millionen Euro. Etwa 64 Millionen von insgesamt rund 145 Millionen Euro für Presse-Werbung wurden für Print-Anzeigen vorwiegend in regionalen und überregionalen Tageszeitungen ausgegeben, weitere knapp 46 Millionen Euro für „Maßnahmen im öffentlichen Raum“ wie Plakate und digitale Screens, mit etwa 15,8 Millionen Euro beziehungsweise 12,2 Millionen Euro schlagen zudem TV- und Radio-Spots zu Buche; in Online-Werbung, beispielsweise in Form von Web-Bannern, flossen rund 2,9 Millionen Euro und weitere 3,6 Millionen Euro kostete das „Advertising in Social Media”.

Wie wir spätestens heute wissen, gab es dafür statt echter Informationen Propagandaparolen, post-faktisches Wissen und Halbwahrheiten („wirksam und sicher“) oder gar dreiste Lügen („Die Impfung schützt vor Infektion und Transmission“). Statt Aufklärung wurden Nebelkerzen gezündet zur angeblichen Notwendigkeit von PCR-Tests, zu Test-Zyklen, Inzidenzen, zur „Reproduktionszahl 0”, zu Sterblichkeitsrate (Infection Fatality Rate, IFR), zu Abstandsregeln, zur angeblichen Notwendigkeit von Kita- und Schulschließungen, zu Lockdowns un dAusgehverbote, zu G2-/G3-Regeln, zu „Divi-Gate” und der Bettenlüge – und so weiter, und so fort. Allein für die bundesweite Zeitungsbeilage „Fakten-Booster“ sollen 2022 dann unter Federführung Lauterbachs nochmals über 70 Millionen Euro zum Fenster hinausgeworfen worden sein.

Gigantische Geldvernichtung

Die Frage nach den Kosten für die Werbeaktion „#WirBleibenZuhause” (und ähnliche Kampagnen) wurden von der Regierung erst gar nicht beantwortet, sondern es wurde darauf hingewiesen, dass diese Daten „nicht aggregiert” vorlägen und das Informationsfreiheitsgesetz „keinen Anspruch auf Datenneuerhebung und -auswertung” erlaube. Da sitzen einige anscheinend immer noch auf sehr hohen Rössern!

Hinzu kommen ja auch noch die Kosten für die Impfstoffe selbst und für die Vergütung der in Arztpraxen und später auch Apotheken durchgeführten Impfungen. Auch diese trägt der Bund… Moment: nein, eigentlich trägt sie der brave Steuerzahler. Gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung tragen die Länder –  Moment: nein, wieder die Steuerzahler und die Versicherungsnehmer – die Kosten für den Betrieb der Impfzentren. Wie viele davon kriminell agierten und illegal abkassierten, wurde und wird bundesweit nicht annähernd ordentlich kontrolliert, dazu werden keine Daten erhoben, so dass die Missbrauchsfälle nur vereinzelt den Medien entnommen werden konnten; der Schaden liegt jedenfalls im hohen Millionenbereich. Für die Covid-19-Impfkampagne insgesamt legte der Bund alleine bis Mitte des Jahres 2022 sagenhafte rund 53,2 Milliarden Euro hin – davon rund 6,8 Milliarden Euro allein für die „Impfstoffe”, von denen ein Gutteil demnächst zusätzlich für teures Geld vernichtet werden muss – so wie auch das „Wundermedikament“ Paxlovid (wie das Gesundheitsministerium auf parlamentarische Anfrage des CSU-Abgeordneten Stephan Pilsinger zugeben musste. Schon diese wenigen Zahlen zeigen das absurde Ungleichgewicht zu Lasten der Infektionsopfer – wobei Kosten für persönliche Stylisten, Haarkünstler und Hoffotografen der politisch Verantwortlichen noch nicht einmal berücksichtigt sind (viel Kleinvieh gibt auch Mist).

Das Zauberwort „ME/CFS“

„Long-Covid” ähnelt, zumindest phänomenologisch, frappant dem schon seit Jahrzehnten bekannten Chronischen Erschöpfungssyndrom (auch Chronisches Müdigkeitssyndrom genannt, englisch „chronic fatigue syndrome”, CFS), das auch bekannt ist als Myalgische Enzephalomyelitis (ME, zusammenfassend auch ME/CFS). Dabei handelt es sich, wie dem Namen schon entnehmbar, um eine chronische Erkrankung, die zumeist gekennzeichnet ist von einer außergewöhnlich schnellen körperlichen und geistigen Erschöpfbarkeit. In extremen Fällen kann dies bis zu einer weitreichenden Behinderung und Pflegebedürftigkeit führen. Trotz ungeklärter Ursachen und Erklärungsmechanismen ist CFS international als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Notabene: Mit dem Verschreibe-Code „CFS“ wird jedem Patienten in Arztpraxen und Kliniken gerne geholfen und die Krankenkassen leisten auch anstandslos, Um hingegen eine Diagnose „Long-Covid” (oder gar „Post-Vac“!) und eine angemessene Therapie zu erhalten, müssen hingegen zuerst Berge versetzt werden – und die Leistung der gesetzlichen Krankenkassen (gKV) ist damit auch noch lange nicht gesichert. Man sollte also den Hausarzt genau auf das Zauberwort „CFS“ hinweisen, ehe er eine Ein- oder Überweisung ausstellt. Es könnte lebenswichtig sein!

Einen Abschlussbericht mit finalen Ergebnissen (!) für eine zusätzliche 5-Millionen-Euro-Studie über „Long-Covid” bis Mitte 2023 vorzulegen, ist angesichts der immensen Bandbreite der Infektionsschäden, der dürftigen Datenlage, der laufenden Diskussion zu Medikation und Therapie sowie der jahrzehntelangen wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Abstinenz beziehungsweise Ignoranz in Sachen ME/CFS zumindest extrem sportlich, wenn nicht abenteuerlich oder gar kognitiv arrogant zu nennen. Mich ärgert zudem sehr, dass bis heute keinerlei Forschungsprogramm für die explodierende Zahl der „Post-Vac”-Patienten aufgelegt, gesundheitspolitisch breit diskutiert und so gut wie kaum parlamentarisch behandelt wurde. Dabei ist die Existenz des „Post-Vac”-Syndroms (von englisch „vaccination” für Impfung) in der internationalen Wissenschaft inzwischen unbestritten; selbst Karl Lauterbach hat – nach unendlich langem Realitätsverlust („sicher und wirksam“) – vor wenigen Monaten zugeben müssen, dass auch Corona-„Impf“-Schäden auftreten könnten – auch wenn er im gleichen Atemzug grob wahrheitswidrig beteuerte, dass diese nur extrem selten seien und längst nicht so gravierend verlaufen würden wie die  Fälle von „Long Covid”.

Kein Wort über das „Post-Vac”-Syndrom

Ende 2022 wurden von dem Forscher Harald Prüß im Liquor von Geimpften, also dem Nervenwasser des Gehirns und des Rückenmarks, Entzündungszellen und Antikörper in sehr hoher Zahl gefunden, die als Biomarker gelten könnten (wie bei der Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astra-Zeneca). Antikörper dürften auch hinter den Fällen der impfbasierten Myokarditis (Herzmuskelentzündung) stecken. Wenn der „Deutschlandfunk” nun schreibt, dass „Überwachungsbehörden auf der ganzen Welt Meldungen über Impfreaktionen und -schäden (sammeln)… um die wenigen Fälle zu finden, aufzuklären und wo möglich zu verhindern“, sprich: also die Biomarker zu suchen, führt er seine Leser schlicht hinter die Fichte. Denn bei einem ein- bis dreiprozentigen Sammlungsvolumen kann niemand seriös forschen, auch nicht in den USA auf der Basis von immerhin 184 Millionen „Impf“-Dosen. Das zeigt sich auch an der offiziellen Antwort der Bundesregierung, die noch am 6. Januar bekannte, „derzeit keine Hinweise für einen kausalen Zusammenhang von Long-Covid-ähnlichen Symptomen und einer Covid-Impfung“ zu kennen (BT-Drucksache 20/5045, auf Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion Nr. 20/4593), und fast abschätzig zusätzlich darauf hinweist, dass „…der in der Öffentlichkeit verwendete Begriff ‚Post Vac‘ nach Covid-Impfungen bislang nicht wissenschaftlich definiert oder charakterisiert“ sei. Was im Übrigen nicht stimmt: Meines Wissens existieren zumindest in der Schweiz, in Österreich, in Großbritannien und in den USA weitgehend identische Definitionen dafür. Aber wo kein Wille ist, da ist eben auch kein Weg.

In den folgsamen Mainstream- und Systemmedien wird das „Post-Vac”-Syndrom (PVS) gerne kleingeredet: Herzrasen, anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Blutdruckschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder chronische Müdigkeit werden hier als typische Symptome genannt.

Eklatante Daten-Diskrepanzen

Das für die Überwachung von Impfstoffen und Medikamenten in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat – laut ARD-„Tagesschau“ – nach eigenem Bekunden „keine Hinweise” darauf, dass nach Corona-Impfungen der Anteil von langanhaltenden Syndromen ungewöhnlich hoch wäre. Es vergaß dabei allerdings zu erwähnen, dass es gerade einmal maximal drei Prozent aller tatsächlichen Fälle gemeldet bekommt. Da spricht ein Blinder über ein farbenfrohes Gemälde von Matisse! Übrigens werden diese Meldungen nur zu 10 Prozent von Ärzten, jedoch zu 90 Prozent von Betroffenen und Angehörigen erstattet – wovon aber auch nur die hartnäckigsten und aufmüpfigsten Angehörigen und Opfer wirklich zur Feder oder zur Tastatur greifen dürften.

Statt dieser eklatanten Daten-Diskrepanz nachzugehen, meldefaule Ärzte mit Bußgeldverfahren zu überziehen, die Daten aller gKV anzufordern und eine akribische wissenschaftliche Studie aufzulegen, begnügen sich die Regierung und die zuständigen Behörden mit diesem rudimentären, mageren Datengestrüpp – und binden das reichlich vorhandene Unkraut in den kargen Sicherheitsberichten des PEI vermeintlich wortgewaltig zu einem gesundheitspolitischen Blumenstrauß, der von Politikern und ihren Schreiberlingen gerne und gedankenlos angenommen wird. Daraus wird dann die fulminante Aussage von BGM Karl Lauterbach, dass „Post-Vac” so etwas sei, „wo nach der Impfung sich die Menschen sich nicht mehr so gut konzentrieren können wie vorher“. Oder die Aussage der Bundesregierung, dass das PVS immer „noch nicht wissenschaftlich definiert“ sei und der Begriff „unterschiedlich verwendet” werde. Dabei trägt gerade die Bundesregierung zu dieser gewollt unpräzisen Definition selbst das meiste bei.

Erschreckende Schilderungen der einzigen deutschen Impfschäden-Ambulanz

In ganz Deutschland existiert gerade mal eine einzige medizinische Abteilung – in Form einer Spezialambulanz – in der Uniklinik Gießen-Marburg (UKGM), die sich unter der Leitung des Kardiologen Professor Dr. Bernhard Schieffer dem „Long-Covid”- und „Post-Vac”-Syndrom und seinen Ursachen widmet. Diese Ursachen hat es, trotz eines unmittelbar nach Gründung der Spezialambulanz erfolgten rasanten Ansturms von Patienten (400 Mails pro Tag, über 2.000 ambulante Patienten, über 3.800 stehen auf der Warteliste) auch noch nicht gefunden; die hessischen Ärzte vermuten aber ein sich hochschaukelndes Immunsystem, das sich in einer Autoimmunerkrankung verselbständige. Schieffer beklagt insbesondere das „Underreporting“, also eine fehlende Nachverfolgung der Impfreaktionen, und moniert, dass von Anfang an eine Registeranalyse für die Covid-Impfung hätte durchgeführt werden müssen, um die Forschung zur Prävention und Therapie zu unterstützen. Wegen der geringen Datenbasis schätzt Schieffer den Anteil der „Post-Vac”-Patienten auf 0,02 Prozent. Auch die Berliner Charité hatte sich dem Thema genähert, jedoch deutlich unstrukturierter, und hat nach negativer medialer Resonanz die Studie wieder eingezogen.

Der Verein der Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Frieden und Demokratie (MWGFD) hat eine überregionale Meldestelle mit einer Hotline eingerichtet, die telefonisch unter der Nummer +49 851 – 2042 5683 oder auch via Internet kontaktiert werden kann und über die man derzeit rund 400 ausgewählte kompetente und empathische Therapeuten in räumlicher Nähe des Patienten vermittelt bekommen kann (Ärzte, Heilpraktiker, Homöopathen, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und vieles mehr). Ein ähnliches Angebot macht auch die Corona Impfschaden Hilfe (CORIH), die ebenfalls versucht, die Impfopfer über einen medizinischen Behandlungsverbund (MBV) mit einem etwas kleineren Netzwerk von Ärzten, Therapeuten und anderen kompetenten Behandlern, die Erfahrungen mit der Diagnose und Behandlung von Impfschäden haben, digital zu vernetzen (eine telefonische Hotline ist hier nicht bekannt). Eine dritte Anlaufstelle ist die Privatinitiative „impfschadenmelden.de”, die aber nur die Impfschäden registriert und weder Therapeuten noch Hotline anbietet.

Ende der Sekundär-Viktimisierung

Ähnliche Meldestellen existieren übrigens in vielen Nationen, vor allem im deutschsprachigen Bereich – siehe BSAG und Swissmedic/InfoVac -, und zudem gibt es noch eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen. Sie alle eint jedoch, dass sie als private Organisationen und Einrichtungen die von Patienten berichteten Beschwerden und Einschränkungen nach einer Covid-„Impfung“ ernst nehmen und die teilweise monatelange Odysseen der Impfopfer von einem Arzt zum anderen, von einer Klinik zur anderen und die Sekundär-Viktimisierung (erneute Opferwerdung) als angeblich psychosomatischer Patient oder gar Simulant beenden. Die meisten wollen auch durch formelle Meldungen an das PEI die Dunkelziffer der Hilfesuchenden, die vermutlich im oberen sechsstelligen Bereich liegt, aufhellen helfen; die Wege dazu sind komplex und noch unterschiedlich. Eine Vernetzung ist hier ebenso angedacht wie die Schaffung einer validen Datenbasis für künftige rechtliche Maßnahmen (Strafanzeigen, Versorgungsansprüche nach dem Bundesversorgungsgesetz gemäß Paragraph 60 Infektionsschutzgesetz, IfSG) oder Schadensersatzansprüche für Heil- und Krankenbehandlung, Schmerzensgeld, Haushaltführungsschaden, Verdienstausfälle, Pflegekosten, Bestattungskosten und Sterbegeld).

Armselig nimmt sich dagegen die Bilanz der Versorgungsämter aus: Von bundesweit derzeit rund 5.000 Anträgen sind dort gerade einmal 134 positiv beschieden worden und es handelt sich, je nach Bundesland, um mehr oder weniger restriktiv,, alles in allen aber extrem schleppend durchgeführte Verfahren). Daher fordern die oben genannten und verlinkten Initiativen eine Intensivierung der Meldungen, einen unbedingten weiteren Ausbau der Forschung, mehr Anerkennung, bessere Versorgungsstrukturen und -verfahren und mehr Therapie- und Medikamentenstudien. Und auch mehr ziviles Engagement – wie etwa die Privatinitiative von Ricarda Piepenhagen, die zum Thema Mitte Januar 2023 eine Petition mit 60.000 Unterschriften vorlegte und demonstrativ vor dem Berliner Reichstagsgebäude 400 Feldbetten aufstellte, um die betroffenen Impf- und Infektionsopfer zu symbolisieren, die selbst nicht mehr aufstehen und dabei sein können.

Von wegen „Post-Vac”-Forschung

Denn unzweifelhaft ist: In der Forschung ist das „Post-Vac” Syndrom noch nicht wirklich angekommen und auch die langsam beginnende „Medienschmelze“ ist im Grunde immer noch viel zu zögerlich, um medialen Druck auf Politik und Wissenschaft aufzubauen. Wenn der „Deutschlandfunk” am 22. November 2022 fragt: „Warum treten bei einigen Menschen nach Corona-Impfungen Probleme auf? Was passiert dabei im Körper der Betroffenen und schädigt am Ende die Gefäße oder das Gehirn? Inzwischen liefert die Forschung Erkenntnisse für einige schwere Befunde…“, so ist das eher kontraproduktiv – denn es reduziert diese Krankheitsphänomene auf wiederum nur auf “einige Menschen“, quantifiziert die Probleme immer noch als „äußerst selten“ und ignoriert damit die in Wahrheit explodierenden Fallentwicklungen, die schon seit Monaten auch international festgestellt wurden. Längst ist die Gleichung nicht mehr zu ignorieren, dass Impfschäden und Impfquoten deutlich korrelieren, will heißen: Wo viel geimpft wird, gibt es auch viele Impfschäden. Das ist kein statistisches Problem, sondern ein medizinisches – und es muss erforscht werden!

Auch in weiterer Hinsicht war der zitierte Bericht des „Deutschlandfunks“ verlogen, denn er behauptet, die „Forschung liefere Erkenntnisse“. Welche Forschung? Von einer Forschung zum Thema „Post-Vac” sind wir noch sehr weit entfernt – auch wenn das Projekt
Global Vaccine Data Network” (GVDN) versucht, seit Sommer 2022 Studien für Impfschäden nachzuholen, die eigentlich von den Pharmaproduzenten hätten geleistet werden müssen – und zwar vor der „Impfung“! Die veröffentlichten Publikationen sind aber, sagen wir es freundlich, sehr überschaubar – und dies vor allem vor dem Hintergrund der Behauptung, dass, es notwendig wäre (weil schwere Impfschäden „extremely rare“, also „äußerst selten” seien), „große Populationen” zu studieren. Nur im internationalen Verbund und mit großen Datenmengen sei es möglich, robuste Analysen zu den „sehr wenigen Impfschäden“ zu erstellen. Nun ja: Es genügten eigentlich schon die Zahlen Europas, um große Datenmengen von Impfschäden festzustellen und zu erforschen. „Extremely rare” ist jedenfalls anders, wie die Zahlen von Eudravigilance der European Medical Agency (EMA) belegen (Stand 14. Januar 2023, bei wohlgemerkt maximal 3-prozentiger Erfassung aller Fälle; die Zahlen dürften realiter fast das Hundertfache betragen):

  • 2.148.979 Gemeldete Nebenwirkungen
  • 866.261 ernste Schäden
  • 616.233 schwere Schäden
  • 37.933 lebensbedrohliche Schäden
  • 27.049 Todesverdachtsfälle
  • 167.241 Schäden mit Krankenhausaufenthalt
  • 862.630 Behinderungen
  • 584 Geburtsfehler (im Jahr 2021 zudem bei Babys von 0-2 Jahren: 1.232 Betroffene mit 5.423 Schäden, darunter 23 Todesverdachtsfällen)

Politische Legasthenie?

Genügen nicht auch schon die rund 80 Obduktionen, die Professor Dr. Arne Burkhardt mit seinem Team im MWGFD-Projekt „Pathologie“ durchführte, wobei er in rund 80 Prozent die Kausalität zwischen COVID-19-Impfung und Todeseintritt herstellen und die Märchen von schlichten Korrelationen oder unerforschten Koinzidenzen widerlegen konnte? Oder die in Deutschland 2021 geradezu explodierende Zunahme der Zahlen des plötzlichen und unerwarteten Todeseintritts (plus 1.004 Prozent), der Leukämie (plus 163 Prozent), des Knochenschwundes (plus 77 Prozent) oder des Lungenhautkrebses (plus 59 Prozent), um nur einige wenige der rund 500 Impffolgen zu nennen? Wieso kommen PEI und RKI, genauer: das Bundesgesundheitsministerium, ihren gesetzlichen Aufgaben zur gründlichen Datenerhebung und Analyse der Impfschäden seit 2020 nicht mehr richtig nach? Wieso ist eine Obduktion in diesen Fällen nicht längst Pflicht? Was ist daran so schwer, den Begriff „Impfschaden“ nach seiner Legaldefinition gemäß Paragraph 2, Nr. 11 IfSG zu behandeln – „gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung (‚Impfkomplikation‘)” – , wo doch eigentlich bereits  der Verdacht genügt?

Ist das eine Art von politischer Legasthenie? Wann werden hierfür („Post-Vac”) ausreichende Forschungsgelder vom Staat, von der Bill- und Melinda-Gates-Stiftung (BMG) oder der World Health Organisation (WHO) zur Verfügung gestellt? Was kommt vom deutschen Bildungs-/Forschungsministerium, vom Bundesgesundheitsministerium, von den Bundesländern? Für eine Antwort wären vor allem die vielen Opfer dankbar… berichtete eine spezialisierte Anwaltskanzlei doch schon vor Monaten: „Das geschilderte Leid der Mandanten geht durch Mark und Bein. Die Schwere der geschilderten Folgen und die Bedeutung für das oft junge Leben der Mandanten sind erschütternd„. Von ihren oft selbst hilflosen Ärzten fühlen sich diese Opfer jedenfalls heute zumeist verraten und verkauft. Ich vermittle jedem Interessierten unter den politisch und medizinisch Verantwortlichen gerne einmal einen Arbeitstag in der Hotline des MWGFD, um sich das Leid der „Post-Vac”-Opfer anzuhören. Es wäre sicherlich äußerst heilsam!

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