Bahn schließt analog Lebende von bezahlbarem Bahnfahren aus

von Norbert Häring

Die Bahn verkauft ab Oktober auch an physischen Verkaufsstellen Fahrkarten zum Sparpreis nur noch gegen Angabe eines Namens und einer Handynummer oder E-Mailadresse. Der Staatsmonopolist begründet die Maßnahme zur besseren Überwachung der Bewegungen seiner Kunden verlogener Weise damit, dass er diese besser über den Reiseverlauf informieren wolle. Bei Fahrkartenkauf über die Netzseite der Bahn sind diese ohnehin schon personalisiert.

So richtig stolz scheinen die Bahn-Oberen nicht auf die Maßnahme zu sein. Auf der eigenen Netzseite, etwa zu den Sparpreis-Angeboten, ist auch im ausführlichen Fragen-und-Antworten-Teil nichts davon zu erfahren. Man muss schon in den Medien darauf stoßen, die wenige Tage vorher davon informiert wurden.

Die Personalisierung der mit maschinenlesbarem QR-Code ausgestatteten Fahrkarten bedeutet, dass beim Kauf und bei jeder Fahrkartenkontrolle an eine zentrale Datenbank übermittelt werden kann und sicher wird, wer wann wohin fahren will und auch tatsächlich gefahren ist.

Wer das nicht will, oder nicht digital angebunden ist, muss sich entweder ein Normalpreis-Ticket kaufen, das meist ein Mehrfaches kostet, oder das letzte verbliebene Schlupfloch nutzen, den Kauf am Automaten. Diese hat man wohl noch nicht geschafft, entsprechend umzuprogrammieren. Über sie werden aber sehr wenige Sparpreise verkauft, weil sie eher für den Fahrkartenkauf zur sofortigen Nutzung programmiert sind, für die es keinen Sparpreis gibt, als dafür, günstige Fahrkarten für die Zukunft zu ermitteln und zu kaufen.

Wir brauchen immer dringender ein Recht auf analoges, nicht überwachtes Leben, das es staatlichen Stellen und Anbietern wesentlicher Dienstleistungen verbietet, Menschen ohne sehr guten Grund zu diskriminieren, die sich nicht digital anbinden und überwachen lassen wollen.

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Es läuft alles nach Plan. 

„Derjenige muss in der Tat blind sein, der nicht sehen kann, dass hier auf Erden ein großes Vorhaben, ein großer Plan ausgeführt wird, an dessen Verwirklichung wir als treue Knechte mitwirken dürfen.“ (Winston Churchill)

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5 Kommentare

  1. Mal was anderes—Heute viel gefährlich….Hat man vor Jahren, damals wegen Benzinmangel und Brückeneinsturz überlegt, wie es wohl ohne technische Spielereien zur Fortbewegung wäre…??……meine Ponys die ziehen durch die Welt ohne Geld, weil das Leben uns beiden gefällt…….Müßte viel umgeändert werden, denn große Entfernungen mit Ponys zurücklegen,ist schon mühevoll.Müßte ganzes Leben geändert werden. Zürücklegen nur mehr kleine Entfernungen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.Unnötige Herumfahrereien gäbs keine mehr. Platz auf Straßen nur für Lastautos, Einsatzwägen..usw.Benzin können manche selbst trinken..Heu und Gras täten es auch.

  2. Und nach der Bahn kommen dann die Busse dran. Will man sich der digitalen Vollüberwachung nicht beugen, wird man eines Tages in die Röhre schauen. Wie in China. Ohne Smartphone und QR-Code in einer App ist man dann vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Deswegen versuche ich so lange wie möglich diesen Mist zu boykotieren. Eines Tages werde auch ich leider nicht mehr drum herum kommen.

    • Theoretisch kann man immer noch trampen… Das habe ich in meiner Jugend auf dem Land ständig gemacht. Man kann da auch große Entfernungen zurücklegen. Nur weiß man nie, wann man ankommt…

  3. Noch ein Grund mehr, nie wieder Bahn zu fahren. Als Frau fahre ich ohnehin schon lange nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Zu viele narzisstische Prinzen aus 1001 Nacht.

    Diese kriminelle Kabale wird uns noch dazu treiben, dass wir wieder mit Pferd und Wagen reisen. Was für Aussichten!

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