Schäuble ist gefährlicher als Tsipras

Es existiert die Ansicht, der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble stelle für die Eurozone eine größere Gefahr dar als Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras.

Thomas Wright, Leiter des “Project on International Order and Strategy” bei der amerikanischen Denkfabrik “Brooking Institution”, erklärt in seiner in der amerikanischen Zeitschrift Newsweek veröffentlichten Analyse, “der neue Premierminister Griechenlands, Alexis Tsipras, hat einen klaren Auftrag zur Neuverhandlung der griechischen Verschuldung und der Beziehung zu der Europäischen Zentralbank“, und fügt an, “in den kommenden Wochen wird Viel über die wirtschaftlichen Themen geschrieben werden, die in den Verhandlungen umfasst sind“.

Im übrigen lässt er unmissverständlich durchklingen, dass nicht Griechenland, sondern das deutsche Dogma der Austerität den wahren Grund der Krise in der Eurozone darstellt.

Deutschland will gar keine Einigung mit Tsipras

Thomas Wright vertritt in seinem Artikel in der amerikanischen Zeitschrift Newsweek:

Erstens wird die Überzeugung, die ungeheuren Folgen eines Ausscheidens aus der Eurozone können kontrolliert werden, ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro mehr und nicht weniger wahrscheinlich machen. Laut einer Veröffentlichung meint die deutsche Regierung, die Eurozone könne ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone handhaben. Wie jedoch unter anderem betont wird, bleibt ein Ausscheiden Griechenlands unwahrscheinlich, und zwar weniger, weil Deutschland das Experiment wohl noch nicht durchziehen will, sondern weil die Situation wirklich an den Rand des Abgrunds geführt werden und die Reaktion der EZB und die Aktivierung der ihr zur Verfügung stehenden Mechanismen hervorrufen würde, wie die Einstellung der Bereitstellung von Liquidität an die griechischen Banken.

Zweitens existiert die Ansicht, dass der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble eine größere Gefahr für die Eurozone darstellt als Alexis Tsipras. In den kommenden Wochen wird Herr Tsipras als der Anlass der Probleme der Eurozone charakterisiert werden, obwohl in den letzten fünf Jahren Wolfgang Schäuble der Eurozone die deutsche wirtschaftliche Orthodoxie aufzwang, worin die Austerität, die strukturellen Reformen, die Stützung auf eine rezessive Währungspolitik und die Nationalisierung der Bankenverschuldung umfasst sind.

Drittens wird Deutschland anstreben, die populistischen Parteien in Europa zu schwächen. Das schlimmste Ergebnis für Deutschland wäre eine Einigung mit Griechenland, da sie die populistischen Parteien auch in anderen europäischen Ländern stärken würde. Gemäß der deutschen Sicht wäre das beste Resultat die Herabwürdigung der SYRIZA in Griechenland, als Warnschuss auch für die anderen Länder. Scheitert jedoch die SYRIZA und wird Griechenland aus der Eurozone hinausgedrängt, wird auch dies eine schallende Ohrfeige für Deutschland darstellen.

Abschließend betont der Autor, “es gibt natürlich auch eine mittlere Option, eine einvernehmliche Vereinbarung mit Europa, die auf alle Mitgliedstaaten zur Anwendung kommen wird. Deutschland weist jedoch auch diese Option zurück.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Thomas Wright’s englischer Artikel kann hier nachgelesen werden: Will Syriza’s Victory in Greece Mean Easing Austerity?)

Quelle: gr-blog

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