Ist der Krieg in der Ukraine jetzt Amerikas Krieg?

Patrick J. Buchanan (antikrieg)

Letzte Woche sickerte zur New York Times durch, dass der US-Geheimdienst bei der gezielten Tötung russischer Generäle durch die Ukraine und der Versenkung des russischen Schwarzmeerflaggschiffs „Moskwa“ eine unverzichtbare Rolle spielte.

Offenbar haben unsere Geheimdienstmitarbeiter für die ukrainischen Streitkräfte die Ziele ihrer tödlichen Angriffe identifiziert und lokalisiert.

Warum der US-Geheimdienst dies getan hat, ist unerklärlich.

Indem wir den Verdienst für die sichtbarsten militärischen Erfolge der Ukraine beanspruchen, schmälern wir die Leistungen der eigenen Streitkräfte dieses Landes.

Indem wir öffentlich damit prahlen, dass wir an der Ermordung russischer Generäle und der Versenkung des Kreuzers Moskva mitgewirkt haben, verhöhnen wir den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Wir provozieren ihn zu Vergeltungsmaßnahmen gegen uns und erhöhen damit die Möglichkeit eines größeren Krieges zwischen den USA und Russland, der zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren könnte.

Darüber hinaus spielen die USA mit ihrer Prahlerei genau in Putins Erzählung hinein, dass Russland in der Ukraine einer von den USA geführten Allianz gegenübersteht und gegen sie kämpft, die darauf aus ist, Russland zu vernichten.

Warum gehen wir in der Tat über die Unterstützung der Ukrainer bei der Selbstverteidigung hinaus und machen diesen Krieg zu einem Krieg der Amerikaner?

Als Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi nach ihrem Besuch in Kiew in Polen eintraf, machte sie sich die Idee zu eigen, dass der Krieg zwischen der Ukraine und Russland nun Amerikas Krieg sei, und erklärte: „Amerika steht zur Ukraine. Wir stehen an der Seite der Ukraine, bis der Sieg errungen ist“.

Pelosi wurde in Kiew von einer Delegation von Demokraten aus dem Repräsentantenhaus begleitet, von denen einer, Jason Crow aus Colorado, sich Pelosi in Polen anschloss:

„Die Vereinigten Staaten von Amerika sind dabei, um zu gewinnen“.

Ihr Besuch folgte dem von Verteidigungsminister Lloyd Austin, der in Kiew die strategischen Ziele der USA im Krieg gegen die Ukraine erklärte:

„Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es die Dinge, die es mit der Invasion der Ukraine getan hat, nicht mehr tun kann.“

Diese Äußerungen führender US-Politiker bestärken Putin in seiner Auffassung, dass Russland von einer von den USA angeführten westlichen Allianz belagert wird, die Mütterchen Russland fürchtet und verabscheut und es besiegt und geschwächt sehen will.

Unsere Feinde im Westen, die Russland zerstören wollen, sind wie diejenigen, die wir im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945 bekämpft haben, behauptet Putin jetzt. Und die Intervention in der Ukraine war notwendig, um zu verhindern, dass die heutigen Neonazis die Ukraine in ihre größere Verschwörung zur Zerstörung Russlands hineinziehen.

Denken Sie an Putins Worte von vor einer Woche:

„Die Kräfte, die immer eine Politik der Eindämmung Russlands betrieben haben, … wollen kein so großes und unabhängiges Land, das zu groß für ihre Vorstellungen ist … Sie glauben, dass es sie allein durch die Tatsache seiner Existenz gefährdet, obwohl das weit von der Realität entfernt ist. Sie sind es, die die Welt gefährden.“

Wir werden dafür gehasst, wer und was wir sind, sagt Putin. Und unsere Militäroperation ist ein legitimer Akt der Selbstverteidigung gegen dieselbe Art von „Nazi-Dreck“, den wir im Großen Vaterländischen Krieg bekämpft haben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow beschreibt die jüngste Welle schwerer westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine als „NATO …, die über einen Stellvertreter in den Krieg gegen Russland zieht und diesen Stellvertreter bewaffnet“.

Indem sie die Republikaner aus ihrer Delegation in Kiew ausschloss, scheint Pelosi den Krieg nicht nur zu Amerikas Krieg machen zu wollen, sondern auch zur Sache ihrer Partei.

Das scheint auch ein Motiv dafür zu sein, dass Biden mit seiner Sprache über Putin bewusst jeden westlichen Führer übertrifft, indem er ihn einen „Killer“, einen „mörderischen Diktator“, einen „reinen Schläger“, einen „Schlächter“, einen „Kriegsverbrecher“, der sich des „Völkermords“ schuldig gemacht hat und der „um Himmels willen … nicht an der Macht bleiben kann“, nennt.

Mit solchen Formulierungen soll Biden als der weltweit führende Anti-Putinist und der moralisch empörteste aller Staats- und Regierungschefs der Welt über das, was Russland in der Ukraine tut, dargestellt werden.

Aber wie schon bei der öffentlichen Prahlerei der US-Geheimdienstler über unsere Rolle bei der Versenkung der Moskwa und der Ermordung der russischen Generäle geht es auch hier darum, den US-Präsidenten von jeglicher Rolle bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder ein Ende dieses Krieges auszuschließen.

Was nützt es uns, dass wir keine Kommunikation von Führer zu Führer mit dem Kreml haben, wie sie Präsident John F. Kennedy in der kubanischen Raketenkrise beibehalten hat, um sie zu beenden?

Die europäische NATO, die den ukrainischen Widerstand unterstützt, ist nicht an Bord der US-Pläne, Russland dauerhaft zu lähmen.

Amerika muss erkennen, dass unsere Ziele in diesem Krieg nicht die gleichen sind wie die der Ukraine.

Präsident Wolodymyr Zelenskyy möchte, dass die USA an der Seite Kiews kämpfen, die russische Armee vernichten und besiegen und Russland nicht nur aus den Regionen vertreiben, in die es dieses Jahr eingedrungen ist, sondern auch von der Krim, die Putin 2014 annektiert hat.

Amerikas vitales Interesse an diesem Krieg besteht jedoch darin, zu verhindern, dass er zu einem amerikanisch-russischen Krieg, einem dritten Weltkrieg oder einem Atomkrieg wird.

Das Ziel der USA, eine vernichtende Niederlage der russischen Aggression zu erzwingen, ist zweitrangig gegenüber unserem weitaus wichtigeren Interesse, einen Krieg zwischen den USA und Russland zu verhindern.

Amerikas Interessen sind am besten durch einen baldigen und ausgehandelten Frieden gedient. Ein solches Ziel schließt es aus, Russland demütigende Bedingungen aufzuerlegen, die Moskau und Putin dazu veranlassen, militärisch zu eskalieren, um politisch zu überleben.

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Ist der Krieg in der Ukraine jetzt Amerikas Krieg?
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4 Kommentare

  1. Wieviele Kriege gab es, ohne daß dort die Nasen von USA and friends drinnen steckten.??.Schauen da die meisten immer weg………..Gibt es da immer viele Mitmacher, warum auch immer. Ist aber leider noch unklar, wer die in der obersten Etage sind………Ändern geht nur ohne die……Spielen die schon sehr lange Verstecken……—……..Was spielt eigentlich GB für eine versteckte Rolle?? ————- Links kann ich mir nicht ansehen.i

    • „Was spielt eigentlich GB für eine versteckte Rolle??“

      Putin muß vermutlich sterben; denn jeder, der die Strategie des großen Satans entlarvt, muß sterben. Und er hat Satan entlarvt, indem er ihn als das Lügenimperium bezeichnete. Und ob es uns besser als Putin geht, ist durchaus ungewiß, denn wir sind ja nur Kollateralschäden um die Rohstoffe Sibiriens!

      Rede am 30. Januar 1941 in Berlin

      http://www.worldfuturefund.org/wffmaster/Reading/Hitler%20Speeches/Hitler%20Rede%201941.01.30.htm

      https://web.archive.org/web/20190712090516/http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/HitlerReden_1940_1941.pdf

      „So entstand besonders in Europa eine Kräfteordnung, die England als sogenanntes Gleichgewicht der Kräfte bezeichnete, das heißt in Wirklichkeit eine Desorganisation des europäischen Kontinents zugunsten des britischen Inselreiches. Daher war es auch das Ziel der britischen Politik seit Jahrhunderten, diese Desorganisation aufrechtzuerhalten; natürlich nicht unter dem Wort Desorganisation, sondern unter einem schöneren Wort wieder. Man spricht, wie gesagt, auch nicht von Kattun, sondern man sagt Gott. Man redet nicht von der Desorganisation Europas, sondern man redet vom „Gleichgewicht der Kräfte“.

      Und dieses sogenannte Gleichgewicht der Kräfte, das heißt die wirkliche innere Ohnmacht Europas, hat es England ermöglicht, immer wieder von Fall zu Fall und je nach Bedarf Staat gegen Staat auszuspielen und dadurch die europäischen Kräfte stets in inneren Kämpfen zu verzehren, um seinerseits nun in aller Ruhe in verhältnismäßig widerstandsarme Räume der übrigen Welt vorzustoßen.

      Und doch, wenn man heute noch spricht von einer Weltmacht England oder von England als Herrn der Welt, so ist das nur noch ein Wahn. England ist zunächst schon im Innern trotz seiner Welteroberung der sozial rückständigste Staat, den es wohl in Europa gibt; sozial rückständig, das heißt, ein Staat, dessen gesamte Ausrichtung nach den Interessen einer verhältnismäßig kleinen und dünnen Oberschicht hin erfolgt und der mit dieser Oberschicht verbündeten jüdischen Genossenschaft. Die Interessen der breiten Massen spielen bei der Ausrichtung dieses Staates überhaupt keine Rolle. Auch hier behilft man sich mit Phrasen, man redet von Freiheit, man redet von Demokratie, man redet von den Errungenschaften eines liberalen Systems und versteht darunter doch nichts anderes als die Stabilisierung des Regimes einer Gesellschaftsschicht, die es möglich macht, dank ihres Kapitals die Presse in ihre Hand zu bekommen und zu organisieren und zu dirigieren und damit die öffentliche Meinung zu bilden. So ist es möglich, daß in einem Staat, der über die größten Reichtümer der Erde verfügt, dem gigantische Lebensräume zur Verfügung stehen, der im gesamten gesehen kaum einen Menschen auf den Quadratkilometer besitzt, so ist es möglich, daß in einem so von der Natur gesegneten Gebilde Millionen Menschen an diesen Segnungen keinerlei Anteil haben, sondern armseliger leben als die Menschen in irgendeinem unserer übervölkerten mitteleuropäischen Staaten. Das Land, das für einige wenige ein Paradies ist, ist für viele, das heißt für die Masse, in Wirklichkeit nur ein laufendes Elend. Elend in der Ernährung, Elend in der Kleidung, Elend vor allem in der Wohnung, Elend in der Sicherheit des Verdienstes, Elend in der gesamten sozialen Gesetzgebung…

      Seit 1871, seit sich die deutschen Stämme zu organisieren begannen und unter der Führung eines genialen großen Staatsmannes wieder ein Reich bildeten, seit also die an sich schon langsam sich ankündigende nationale Wiedergeburt des deutschen Volkes die staatliche Einheit fand, seitdem begann England dieses neue Gebilde mit seinem Haß zu verfolgen. Schon 1871, ja schon 1870, sofort nach der Schlacht von Sedan, begannen britische Zeitungen darauf hinzuweisen, daß dieses neue Gebilde für England schädlicher sei als etwa das alte Frankreich. Ja, man hatte erhofft – schon damals -, daß Preußen es gelingen könnte, vielleicht in einem langen Krieg Frankreich wieder zurückzuweisen. Aber man wollte nicht, daß etwa aus der preußischen Erhebung eine deutsche nationale Wiedergeburt oder gar ein neues Deutsches Reich entstehen würde. So kam jene Zeit seit 1871 bis 1914, in der England unentwegt gegen Deutschland zum Kriege hetzte, bei jeder Gelegenheit Deutschland anfeindete und anfehdete, bis endlich der Weltkrieg ausbrach, das Werk einer ganz kleinen Gruppe internationaler gewissenloser Strolche.

      Und England hat für diesen Weltkrieg, den es auch wieder nur führen konnte mit fremder Hilfe, die fremde Hilfe bekommen. Und es ist nun interessant, sich den ganzen Entwicklungsgang dieser britischen Weltmachtpolitik seit etwa vierhundert Jahren vorzustellen. Erst Kampf gegen Spanien mit Hilfe der Holländer, dann Kampf gegen die Holländer mit Hilfe anderer europäischer Staaten, darunter auch Frankreich, dann Kampf endlich gegen Frankreich mit Hilfe Europas, dann endlich Kampf gegen Deutschland mit Hilfe Europas und der zur Verfügung stehenden anderen Welt. Der Weltkrieg, der 1914 bis 1918 Europa erschütterte, war ausschließlich das gewollte Produkt britischer Staatskunst.“

    • „Was spielt eigentlich GB für eine versteckte Rolle??“

      IWAN KIRCHNER
      SPERRFEUER UM NAHOST
      DER KAMPF UM VORDERASIEN UND ÄGYPTEN VOM MITTELALTER BIS ZUR GEGENWART
      RUDOLF M. ROHRER VERLAG BRÜNN / WIEN / LEIPZIG
      1941
      Iwan Kirchner erläuterte sehr gut die Infiltrierung des Judentums in England im 19.Jahrhundert. Die Oberschicht Englands wurde durch den Schulschlips gekennzeichnet, den die Schüler von Eton, Harrow und Winchester trugen. Nachdem es den Juden gelungen war am 23. Juli 1858 den Abjurations- Eid loszuwerden: „Ich schwöre . . . bei dem treuen Glauben eines Christen.“ stand ihrer Karriere im Staatsdienst nichts mehr im Wege, wenn ihre Söhne auch den Schulschlips trugen.

      https://web.archive.org/web/20201031105158/http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/KirchnerIwan_Nahost.pdf

    • „Wieviele Kriege gab es, ohne daß dort die Nasen von USA and friends drinnen steckten??“

      Vermutlich keine seit ca. 1800!

      GISELHER WIRSING, Der maßlose Kontinent, Roosevelts Kampf um die Weltherrschaft, EUGEN DIEDERICHS VERLAG JENA, Leipzig, Januar 1943

      ANHANG, ab S. 452 ff.

      Die Angriffskriege der Vereinigten Staaten (bis zum Januar 1943)

      Die Vereinigten Staaten haben seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts etwa zwei Dutzend Angriffskriege geführt und Revolutionen in fremden Ländern entfesselt. Die folgende Übersicht dieser Angriffskriege erhärtet die auf Seite 186 dargelegte Verwandlung der Monroe-Doktrin aus einer defensiven Ideologie in ein ausgesprochen offensives Machtinstrument.

      1846/48 führt Präsident Polk einen unerklärten Krieg gegen Mexiko. Da eine Kriegserklärung vom Kongreß nicht zu erreichen war, benutzte er die Befehlsgewalt des Präsidenten über das Bundesheer, um eine Lage zu schaffen, die den Krieg unvermeidlich machte. Noch vor seinem Abschluß erklärte das Repräsentantenhaus, in dem inzwischen die Mehrheit gewechselt hatte, „daß dieser Krieg in unnötiger und verfassungswidriger Weise begonnen worden sei“. Ergebnis: USA. erhält Nordkalifornien und Neu-Mexiko.

      1850/51 unterstützt die Regierung der Vereinigten Staaten zwei Piratenunternehmungen gegen Kuba, nachdem zwei Jahre vorher die spanische Regierung die Abtretung Kubas gegen eine Zahlung von 100 Millionen Dollar abgelehnt hatte. Die Piratenunternehmungen schlagen fehl, daraufhin erklären 1854 die drei amerikanischen Gesandten in Paris, London und Madrid in dem sogenannten „Ostender Manifest“: Wenn Spanien den Verkauf Kubas ausschlage, hätten die Vereinigten Staaten jedes menschliche und göttliche Recht, ihm die Insel zn entreißen, „weil die Fortdauer seiner Herrschaft dort den inneren Frieden und die Existenz der Vereinigten Staaten gefährde“.

      1855 beginnt das erste Vorspiel des Dollarimperialismus‚ indem der Finanzmagnat Vanderbilt mit Zustimmung der amerikanischen Regierung in Nikaragua den Abenteurer William Walker einsetzt, der die Herrschaft in Nikaragua an sich reißt, um auf diese Weise einem Transportunternehmen der Vanderbilts auf der Landenge das Monopol zu sichern. Der ältere J. P. Morgan sah darin eine unlautere Konkurrenz, bestach Walker, woraufhin Vanderbilt einen Krieg der übrigen mittelamerikanischen Staaten gegen Nikaragua entfesselte, durch die Walker vertrieben wurde.

      1887 zetteln die Vereinigten Staaten, nachdem ähnliche Versuche bereits vorausgegangen waren, eine Revolution gegen den Eingeborenenkönig von Hawaii Kalaukaua an, durch die die Vertreter des amerikanischen Finanzkapitals und der amerikanischen Regierung praktisch die Gewalt in Hawaii in die Hand bekommen. Als 1893 die Schwester Kalaukauas sich wieder unabhängig zu machen versuchte, wurde sie mit Hilfe amerikanischer Matrosen durch eine neue Revolution abgesetzt und die fünf Jahre später endgültig erfolgte Annexion der hawaiischen Inseln eingeleitet.

      1896 zetteln die Vereinigten Staaten eine Revolution in Kuba an, der dann 1898 der Angriffskrieg der Vereinigten Staaten gegen Spanien folgt, durch den die Philippinen, Guam und Porto Rico der Union einverleibt werden.

      Von 1899 bis 1901 führen die Vereinigten Staaten Krieg auf den Philippinen, zu dem mehr Truppen aufgewandt werden müssen als zu dem Krieg gegen Spanien. Der philippinische Führer Aguinaldo war 1898 von den Amerikanern gegen das Versprechen späterer Unabhängigkeit zu eine Revolution gegen die Spanier aufgestachelt worden. Als er sich von den Amerikanern betrogen sah, kämpfte er mit seinen Filipinos zwei Jahre lang bis zur endgültigen Unterwerfung.

      1901 wurde das von den Spaniern „befreite“ Kuba durch das sogenannte Platt-Amendment gezwungen, den größten Teil seiner eben errungenen Souveränität an die Vereinigten Staaten abzutreten und Washington prinzipiell das Recht bewaffneter Intervention einzuräumen;

      1903 entfesselt Theodore Roosevelt in der Panamazone mit Hilfe von amerikanischen Marinesoldaten eine „Revolution“ gegen Kolumbien, durch die die „selbständige“ Republik Panama entsteht, die von Theodore Roosevelt eine Stunde nach dem Ausbruch der Revolution telegraphisch anerkannt wird. Das Unrecht der Vereinigten Staaten war dabei so offenkundig, daß sie sich noch 1922 gezwungen sahen, an Kolumbien 25.000 Dollar Entschädigung zu zahlen.

      1905 wird die Republik San Domingo durch eine von den Vereinigten Staaten entfesselte Revolution unterworfen und ihre Zollverwaltung beschlagnahmt.

      1906 wird ebenfalls durch eine von den Vereinigten Staaten angezettelte Revolution das Interventionsrecht des Platt-Amendments in Kuba ausgenutzt und Marinetruppen gelandet, die dort drei Jahre bleiben. Auf diese Weise werden die Interessen des amerikanischen Zuckerkapitals endgültig sichergestellt.

      1909 und dann nochmals 1912 werden amerikanische Marinetruppen nach der vorherigen Entfesselung einer Revolution in Nikaragua gelandet, wo sie bis 1925 bleiben. Dahinter standen die Kapitalinteressen der Firma Brown Bros. & Co., die praktisch alles, was es in Nikaragua überhaupt an Werten gab, beherrschte.

      1911 wurde unter ähnlichen Vorwänden Honduras besetzt, wo die amerikanischen Marinetruppen bis 1919 blieben. Dahinter standen Interessen der National City Bank, d. h. der Morgan-Gruppe.

      Ebenfalls 1911 wurde in Mexiko eine Revolution entfesselt, die auf die Agenten des Standard Oil Trusts zurückging‚ da der achtzigiährige Diktator von Mexiko, Porfirio Diaz, neuentdeckte Öllager an eine englische Ölgesellschaft vergeben hatte.

      1914 führten die Vereinigten Staaten einen Angriffskrieg gegen Mexiko, bei dem Vera Cruz besetzt wurde. Durch die Einschaltung der großen südamerikanischen Republiken wurde diese Intervention zunächst wieder beendet.

      1915 wurden auf Betreiben der Morgan-Gruppe auch Truppen auf Haiti gelandet, die bis 1934 an Ort und Stelle blieben. Die Republik Haiti wurde von nun ab vollständig eine Domäne der National City Bank, der durch die Bundesregierung ein Monopol auf die Finanzen der Republik verschafft wurde.

      1916 wurde auf Betreiben derselben Finanzgruppe San Domingo abermals besetzt. Die amerikanischen Marinetruppen blieben bis 1924 dort. Bei ihrem Abzug war die Republik vollständig unter amerikanische Finanzkontrolle gelangt.

      1916/17 führte der später im Weltkrieg bekanntgewordene General Pershing wiederum Krieg gegen Mexiko, der wahrscheinlich zu Annexionen weiterer mexikanischer Gebiete geführt hätte, wenn der Weltkrieg nicht dazwischengekommen wäre.

      1917 traten dann die Vereinigten Staaten in einem reinen Angriffsakt in den Weltkrieg gegen Deutschland und seine Verbündeten ein. Die als Vorwand benutzte Versenkung der „Lusitania“ wurde später von maßgebendster britischer Stelle als völkerrechtlich völlig berechtigt erklärt. Die amerikanische Wochenschrift „Time“ vom 17. Februar 1936 berichtet hierzu folgendes: „Die Berechtigung der Deutschen, die ‚Lusitania‘ zu versenken, wurde von einem der höchsten britischen Marineoffiziere, dem Admiral Earl of Cork and Orrery, Kommandanten der britischen Home Fleet (1933-1935), Präsidenten der Königlichen Marinehochschule zu Greenwich und Kommandierenden Admiral der Königlichen Marine-Kriegsschule (1929-1932) zugegeben. Vor einer Londoner Zuhörerschaft, auf die sich allmählich eine tiefernste Stille senkte, erklärte der Admiral: ‚Die Lusitania hätte verwendet werden können, um mit einer einzigen Reise 10.000 amerikanische Truppen zur Bekämpfung Deutschlands herüberzubringen. Wenn Frauen und Kinder durchaus in Kriegsgebieten umherkreuzen wollen, dann müssen sie das, was ihnen zustößt, erwarten. Bei der Versenkung der ‚Lusitania‘, als Kriegshandlung betrachtet, war die deutsche Admiralität vollkommen im Recht.‘ Die ‚Lusitania‘ führte außerdem Munition an Bord.“

      Kein unverdächtigerer Kronzeuge dafür wäre möglich, daß der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten 1917 eine unprovozierte Angriffshandlung gewesen ist. Es muß hierbei erwähnt werden, daß die Vereinigten Staaten außerdem den Kriegseintritt von Kuba, Honduras, Guatemala, Panama, Haiti, Kostarika und Nikaragua mit unrechtmäßigen Mitteln erzwangen und daß sie Brasilien und einige andere südamerikanische Republiken mit Revolutionen und inneren Wirren bedrohten, falls sie sich nicht dem Krieg gegen Deutschland anschließen würden.

      1921 werden die Angriffshandlungen gegen Mexiko durch eine Flottendemonstration vor Tampico fortgesetzt und 1926 nochmals Truppen in Nikaragua gelandet.

      1941 wird durch einen völkerrechtlich ungültigen „Vertrag“ mit dem von seiner Regierung nicht legitimierten dänischen Gesandten Kauffmann Grönland von den Vereinigten Staaten zum zeitweiligen Protektorat erklärt.

      Ebenfalls 1941 wird schließlich Island mit der Begründung, es gehöre zur Westlichen Hemisphäre, auf Befehl Präsident Franklin D. Roosevelts besetzt und gleichzeitig Portugal bedroht, daß auch die Azoren demnächst von den Vereinigten Staaten besetzt werden sollen. Eine ähnliche Drohung richtet sich gegen Französisch- Westafrika und insbesondere den wichtigen Kriegshafen Dakar.

      Im Oktober 1941 entfesseln die Vereinigten Staaten in Panama eine Revolution mit dem Ziele, den Präsidenten Arias, der Washington nicht als gefügiges Werkzeug diente, abzusetzen.

      Im Februar 1942 unterstützten die Vereinigten Staaten in Uruguay den Versuch eines Staatsstreiches ihres dortigen gefügigen Werkzeuges, des Präsidenten Baldomir‚ gegen dessen absolute Hörigkeit von Washington sich die Mehrheit des Parlaments wandte.

      Einmischungen der USA, insbesondere in Südamerika, aus Hitlers Reden 1941 bis 1942:

      http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/HitlerReden_1941_1942.pdf

      8. Juni 1941:
      USA. nehmen die französischen westindischen Inseln Martinique und Guadeloupe.

      19. Juni 1941:
      Schließungen der amerikanischen Konsulate und Reisebüros im Reich und den von deutschen Truppen besetzten Ländern.
      Schließungen der amerikanischen Konsulate in Italien.

      15. Juli 1941:
      „Schieß-Befehl“ Roosevelts an die amerikanische Flotte auf deutsche Kriegsschiffe.

      17. Juli 1941:
      Sperrung aller Guthaben südamerikanischer Firmen mit Beziehungen zu den Achsenmächten in den USA.

      22. Juli 1941:
      Ausweisung des deutschen Gesandten durch die bolivianische Regierung unter dem Druck der USA.
      Schärfster Protest der Reichsregierung.
      Ausweisung des bolivianischen Geschäftsträgers in Berlin.

      13. September 1941:
      Bekanntgabe eines Entschlusses der USA.-Regierung durch Roosevelt: Alle Schiffe der Achsenmächte in den sogenannten „defensiven Gewässern“ sind anzugreifen.

      11. Oktober 1941: Staatsstreich in Panama auf Veranlassung der USA.

      1. November 1941:
      Dementi der Reichsregierung in einer Note an alle Neutralen über die Lügen des amerikanischen Staatspräsidenten Roosevelt von deutschen Angriffsplänen auf Mittel- und Südamerika sowie der geplanten Beseitigung aller Religionen.

      16. November 1941:
      Die brasilianische Regierung lehnt die Überlassung von Stützpunkten an USA. ab.

      25. November 1941:
      Beschluß der nordamerikanischen Regierung, Truppen nach Holländisch-Guayana zum angeblichen Schutz der Bauxit-Werke zu schicken.

      17. Dezember 1941. Belagerungszustand in Argentinien.

      19. Dezember 1941:
      Botschaft der japanischen Regierung an die Regierungen Argentiniens, Brasiliens, Chiles und Perus: Erklärung weiterer freundschaftlicher Beziehungen zu den Staaten Ibero-Amerikas.

      29. Dezember 1941:
      Costarica unter nordamerikanischer Herrschaft.

      2. Januar 1942:
      Unterstellung von Stützpunkten und Eisenbahnen unter die USA. durch Senat und Regierung in Mexiko.

      3. Februar 1942.
      Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland, Italien und Japan durch die Regierungen von Brasilien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Ecuador und Peru unter dem Druck der nordamerikanischen Regierung.

      12. Februar 1942:
      Besetzung der holländischen Inseln Curaçao und Aruba durch nordamerikanische Truppen.

      Weitere Einmischungen der USA, nur in Lateinamerika, nach 1943 sind unter anderen:

      1. Invasion in Kuba

      https://de.wikipedia.org/wiki/Invasion_in_der_Schweinebucht

      „Die Invasion in der Schweinebucht war ein von den Vereinigten Staaten organisierter militärischer Angriff kubanischer Exilanten auf Kuba. Sie wurde am 17. April 1961 mit verdeckter Unterstützung der CIA von rund 1300 seit 1959 aus Kuba geflohenen Freiwilligen von Guatemala aus durchgeführt und hatte den Sturz der Revolutionsregierung unter Fidel Castro zum Ziel.“

      Bisher fast 60jährige Sanktionen gegen Kuba.

      2. Putsch in Chile

      https://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile_1973

      „Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile. Der drei Jahre zuvor demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende nahm sich das Leben, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den Präsidentenpalast La Moneda zu bombardieren, und Putsch-Militär in den Palast eingedrungen war. Eine Junta unter der Führung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis zum 11. März 1990 als Militärdiktatur. Der Putsch wurde von den USA politisch und finanziell unterstützt, vor allem durch verdeckte Operationen der CIA.“

      3. Invasion in Grenada

      https://de.wikipedia.org/wiki/US-Invasion_in_Grenada

      „Die US-Invasion in Grenada, innerhalb des US-amerikanischen Militärs auch als Operation Urgent Fury bezeichnet, war eine militärische Intervention der USA im Karibikstaat Grenada. Sie begann am 25. Oktober 1983 und endete 4 Tage später.
      Grenadas Regierung unter Eric Gairy wurde 1979 in einer nahezu gewaltfreien Revolution durch das New Jewel Movement (NJM) gestürzt.[1][2] Das NJM unter Premierminister Maurice Bishop enteignete einige Betriebe, setzte jedoch zunächst primär auf soziale Reformen wie die Einführung eines kostenlosen Gesundheitssystems, den Bau neuer Schulen und Ähnliches.“

      4. US-Invasion in Panama (Noriega)

      https://de.wikipedia.org/wiki/US-Invasion_in_Panama

      Die US-Invasion in Panama (Operation Just Cause) war ein militärischer Einsatz der US-Streitkräfte gegen Panama, der vom 20. Dezember 1989 bis zum 3. Januar 1990 andauerte. Die Invasion war die größte Luftlandeoperation seit dem Zweiten Weltkrieg.
      Durch den Panamakanal, der den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, bildet die Region ein wichtiges strategisches Interessengebiet der Vereinigten Staaten. In den Kanalverträgen von 1977 wurde die Rückgabe des Kanals an Panama auf 1999 festgelegt, allerdings mit der Bedingung, dass der Kanal für amerikanische Schiffe weiterhin offen bleibt. Nach Unterzeichnung der Verträge verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den USA und Panama jedoch. Auch zeigte Panama zunehmend Tendenzen, sich dem US-amerikanischen Einfluss zu entziehen: die Genehmigung zum Betrieb der WHISC sollte nicht verlängert werden. Außerdem sollte der Panamakanal durch japanische Investoren und Baufirmen ausgebaut werden, was die Interessen der US-Baufirma Bechtel Corporation tangierte.

      5. Contra-Krieg in Nicaragua

      https://de.wikipedia.org/wiki/Contra-Krieg

      „Der Contra-Krieg war ein von 1981 bis 1990 mit maßgeblicher Unterstützung der Vereinigten Staaten geführter Guerilla-Krieg der Contra-Rebellen gegen die linksgerichtete sandinistische Regierung Nicaraguas. Die Contra-Rebellen operierten vor allem von Stützpunkten im Nachbarland Honduras aus. Sie führten Anschläge gegen die öffentliche und wirtschaftliche Infrastruktur Nicaraguas aus. Dabei wurden auch zehntausende Zivilisten getötet.“

      Maßgeblich beteiligt am Contra-Krieg Elliott Abrams,
      https://en.wikipedia.org/wiki/Elliott_Abrams
      der jetzt (12.02.2019) die Intervention der Trump-Regierung in Venezuela organisiert.

      6. Versuchter Putsch gegen Hugo Chávez

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ch%C3%A1vez

      „Am 12. April 2002 kam es zum Putsch. Der Generalstab des Militärs, der den Staatsstreich vorbereitet hatte, nahm die Toten zum Anlass, Chávez nicht mehr anzuerkennen, und ordnete am 12. April 2002 seine Verhaftung an. Noch am selben Tag ließ sich Pedro Carmona als Übergangspräsident vereidigen. Dieser löste als seine erste Amtshandlung das Parlament und das Oberste Gericht auf, was national wie international auf scharfe Kritik stieß. Nach dem Putsch kam es zu zahlreichen Feuergefechten, Straßenschlachten und Hausdurchsuchungen, bei denen weitere 50 bis 70 Menschen starben, hauptsächlich Aktivisten der sozialen Bewegungen in den Armenvierteln. … Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass die US-Regierung unter George W. Bush in den Putsch gegen Chávez verwickelt war. Mehrere Zeitungen, darunter die New York Times, berichteten, dass die Putschisten zwei Monate vor den Ereignissen regelmäßig Kontakt mit der US-Botschaft gehabt hätten.“

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