Nach der Wahl: in Kiew nichts neues

Nur wer gemeint hatte, die Wahl in der Ukraine brächte ein bemerkenswertes Ergebnis in dem Sinne, daß nun der Staat neu aufgestellt, gefestigt und strotzend von demokratischer Legitimation sei, kann jetzt enttäuscht sein. Aber das hatte auch nur meinen können, wer die allgemeine Washington/Brüssel/Kiew-Propaganda glauben mag.

Jeder andere sieht sich bestätigt: Es geht in Kiew weiter wie bisher, etwas anderes war auch gar nicht geplant. Die meisten Abgeordneten sind Kreaturen von einer Handvoll Oligarchen, deren Legitimation angesichts einer Wahlbeteiligung von nur 52,4 Prozent zudem wackelig aussieht. Die Posten werden vergeben unabhängig vom Wahlergebnis und nach der vereinbarten Weise.

So bleibt Poroschenko Präsident, der brave Mann, der Schokolade herstellt, in seiner Gutmütigkeit wahrscheinlich das meiste für Kinder. Daß er nebenher Waffen produziert und handelt, ist für die Öffentlichkeit von geringerem Belang, bringt aber für ihn persönlich einen großen Vorteil mit sich. Denn die USA, die wissen, daß ihr Geschöpf, das Kiewer Regime, so gut wie pleite ist und nicht weiß, wie es den Winter überstehen soll, sind bereit zu finanzieller Hilfe. Allerdings, so hört man in Washington, beschränkt sich diese Hilfe auf den militärischen Sektor, ganz nach der heldenhaften Maxime, daß der ukrainische Patriot zuerst kämpfen muß, bevor er zu essen bekommt. Wer sich über die Schwäche des ukrainischen Militärs beim Bürgerkrieg im Donbass wundert, mag hier nach Gründen suchen.

Da aber Poroschenko nicht zu den  kämpfenden Soldaten gehört, sondern derjenige ist, der sie ins Feuer geschickt hat, geht es bei ihm anders. Er verdient am Krieg gegen das eigene Volk, und wenn jetzt die Ami mit weiteren Dollars diesen Krieg anheizen, so soll es Poroschenkos Schaden nicht sein.

Im Amt bleibt auch Ministerpräsident Jazenjuk, schließlich wurde er nach dem Maidan-Putsch von US-Außenstaatssekretärin Nuland dorthin befördert. Und er hat sich dort  vor allem durch seinen pathologischen Haß auf alles Russische im Sinne Washingtons glänzend bewährt. Und dabei wollen wir es doch belassen.

So bleibt grosso modo und für alle Beteiligten alles beim alten, außer für die EU. Denn weil doch die Ukraine pleite ist und es zudem an Energie und Lebensmitteln fehlt, die USA sich aber nur für Waffen zuständig fühlen, kommen auf Brüssel, das heißt, den EU-Steuerzahler, über 50 Millionen Kostgänger zu, die man zunächst über den kommenden Winter durchfüttern muß. Da aber, wie die gleichgeschalteten Medien nach der Wahl allenthalben gejubelt haben, die Richtung Kiews nach Europa geht, wird dieser Winter nur ein Probelauf für die kommenden Zeiten sein. Natürlich wird die EU die Ukraine schlucken und natürlich wird dann Brüssel dieses Land erhalten müssen, wie so viele andere auch.

Nur – bei den Zahlern sieht es immer schlechter aus. Deutschlands Wirtschaft stottert, nicht zuletzt wegen der Rußland-Sanktionen, und wenn man die wirtschaftlichen sowie finanziellen Verhältnisse Frankreichs anschaut, wird es einem übel. Wenn nicht, dann spätestens bei einem Blick auf Italien.

Die Lunte an dem Pulverfaß EU brennt. Und es könnte sein, daß sie kürzer ist, als viele glauben.

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