EU probt erfolgreich erste Sparer-Enteignung in Zypern

CDU Schutz Enteignung damals und heute Zypern Tourneeplan-01

Amnesie Total: In Zypern hat die EU-Junta jetzt einmal richtig vorgeführt wie es funktioniert wenn man weite Teile der Bevölkerung über Nacht teilenteignet. Und zur Beruhigung aller Beteiligten kann wohl auch vermeldet werden, dass alles reibungslos funktioniert. Damit kann sich die EU-Kratie nunmehr kräftig auf die Schulter klopfen. Der Trend, hin zur Rettung der Ultra-Vermögen ist nunmehr endgültig besiegelt, man lässt dafür dann die kleinen Leute bluten. Sicher ist der letzte Satz noch ein wenig erläuterungsbedürftig, ändert aber nichts an der Tatsache. Die Staatsverschuldung ist im Falle Zyperns auch nur der Tarnanstrich für die erste Enteignung dieser Art. Es riecht aber doch sehr stark nach einem generalstabsmäßigen Probelauf zum Thema Enteignung, was selbstverständlich postwendend von Brüssel in Abrede gestellt wird.

Was läuft jetzt genau auf Zypern ab

Vorweg, auch auf Zypern galt bis zum Geschäftsschluss der Banken am Freitag eine Schutzgarantie für Bankeinlagen unter 100.000 Euro. „Galt“, denn über Nacht hat sich dies geändert, natürlich auch ohne Vorwarnung. Denn in der Nacht hatte die Eurogruppe beschlossen zyprische Bankkunden ohne Ausnahme kräftig zur Ader zu lassen, um einen Staatsbankrott wegen der maroden Finanzinstitute und deren Rettung abzuwenden.

Die zwischen EU und Zypern vereinbarte Sonderabgabe beträgt demnach 6,75 Prozent für Guthaben bis 100.000 Euro und 9,9 Prozent für höhere Guthaben. Rund ein Drittel der Einlagen in Zypern sind angeblich in der Hand ausländischer Kontoinhaber. Man sagt, vor allem reiche Russen und Briten hätten dort gut gebunkert. Ok, Russen und Briten sind irgendwie keine Eurofreunde, da ist es sicherlich gut und gerecht wenn man die mal zur Kasse bittet. Die 2/3 Zyprer buchen wir jetzt einfach unter Kollateralschaden.

Jetzt dürfen also erstmals in der Geschichte auch die Zyprioten echte Solidarität mit den großen Banken üben, genau jene die vom Staat (also den Bewohnern) zu retten sind. Die eigentlichen Nutznießer dieser Enteignungsaktion sind am Ende wieder einmal Großbanken und Großinvestoren, denen man so die Kohle sichert, indem man sie quer durch die Gesellschaft jetzt anteilig bei den kleinen Leuten einsammelt. Ob sich dahinter die Rente oder sauer erspartes von Oma und Opa oder eben die Guthaben relativ reicher Ausländer verbergen, interessiert gar niemanden.

Aufmunternde Worte dazu aus Brüssel

Die Abgabe soll geschätzte 5,8 Milliarden Euro zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen erbringen, so Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach der Einigung der Finanzminister in Brüssel. Und die zyprischen Banken hatten in den vergangenen Tagen auch noch lauthals versichert, es gelte wie in ganz Europa die Garantie der Geldeinlagen in Höhe von 100 000 Euro. Offensichtlich gilt die jetzt auch wieder nach der Teilenteignung, bis zur nächsten Enteignungsrunde.

Dijsselbloem meint: „Wir bestrafen Zypern nicht“. Das sehen viele einfache Zyprer allerdings etwas anders. Und unser deutscher Vertreter bei der EZB, EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen, der hatte nach den zehnstündigen Verhandlungen in Brüssel die Zyprer gar selbst für das Verfahren verantwortlich gemacht. Nun wer sollte auch sonst Schuld an der Misere sein. Und er hatte noch einen Trost für die Zyprer auf Lager, als er sagte, dass die Abgabe abgezogen sein wird bevor die Banken wieder öffnen. Der Rest des Geldes soll dann aber wieder frei verfügbar sein. Und er musste noch extra für alle Europäer erwähnen, dass ein solches Vorgehen in keinem der anderen Krisenländer des Kontinents droht. Ok, wer dem Glauben schenken mag, der ist auch gut mit dem Weihnachtsmann beraten.

Kampfszenen aus Brüssel

Es wird am Rande von tumultartigen Verhältnissen in Brüssel berichtet. Danach soll es bei den Verhandlungen dort zu dramatischen Szenen gekommen sein. Mindestens drei Mal muss die zyprische Delegation bei der Eurogruppe kurz davor gewesen sein, einfach abzureisen. Die anderen Europäer haben aber Zypern zum Wohle der großen Geldindustrie vor die Alternative gestellt, entweder dieser Form der Sonderbesteuerung der Geldeinlagen zuzustimmen oder zur früheren Währung des Landes, dem Zypern-Pfund, zurückzukehren.

Ob es noch ein wenig Handgeld für die Delegierten aus Zypern gegeben hat, um erstens ihr Durchhaltevermögen zu stärken und zweitens deren Gewissen für diesen Volksverrat etwas geschmeidiger zu gestalten, davon wird leider nicht eine Silbe berichtet. Womöglich hat auch eine unentgeltliche Erpressung schon gereicht. Aus Patriotismus werden die Zyprer sicherlich dieser Maßnahme nicht zugestimmt haben. Aber wir kennen das, bei Merkel und Schäuble nennt es sich „Pflichtbewusstsein”.

Kontozwang und Bargeldverbot gleich EU-Selbstbedienungsladen

Klingeling … klingeling … wer merkt denn jetzt was? Bestimmt keiner, alle schlafen sie hier den Schlaf der Gerechten und glauben sicherlich einmal mehr den Merkel’schen und Schäuble’schen Lautsprecherdurchsagen: „Die Spareinlagen sind sicher“! Sicher sind die sicher … sicher für den Zugriff durch die EU, aber der Halbsatz fehlt dann bei allen offiziellen Beteuerungen zum Thema, was sicherlich viele Billionen gute €-Gründe hat. Aus Kostengründen haben wir zum Thema Enteignung und Bebilderung dieses Artikels ein altes CDU Plakat aus den Endvierzigern ausgegraben, wie immer mit den unverbrüchlichen Ansagen der Partei. Nun, da sich seitens der CDU wahrscheinlich niemand mehr an dieses Plakat erinnern mag, haben wir es einfach mit wenigen Handgriffen auf aktuellen Stand gebracht.

Bargeldeinschränkungen und das Konto als Menschenrecht sind jetzt ideale Aufhänger, um zu vermeiden, dass die Menschen ihre Kohle unter dem Kopfkissen stapeln. Das ist aber nur der erste vorbereitende Schritt zur Enteignung, damit alle Guthaben auch tatsächlich auf Knopfdruck zum Stichtag blockiert werden können, wann immer dieser Tag kommen wird. Nur zu glauben dass dieser Tag ausbleibt, das ist dann der Gipfel der Naivität, auf den aber unsere Offiziellen den Michel einschwören.

Man darf den Zypern-Enteignungs-Blitz-Krieg als absolut erfolgreiche erste Enteignungsmaßnahme im EU-Labormaßstab in der Chronik vermerken. Bei gut 6 Milliarden wird es keine große Welle schlagen und die Schreierei auf Zypern wird hier keiner hören, weil man sicherlich auch gemäßigt dazu berichten wird, wenn überhaupt.

Und jeder der noch ein wenig Sachverstand beisammen hat und dazu echte Probleme mit den Lautsprecherdurchsagen, der muss nun für sich selbst und ganz allein überlegen, wie sehr er einer solchen EU noch (ver)trauen möchte. Einer EU die sich nicht zu schade ist ein kleines Mitgliedsland binnen einer Nacht nicht nur zur Laborratte zu degradieren, nein, auch sogleich noch dergestalt die Pistole auf die Brust zu setzen, dass dieses Ländle hergeht und auf Bestellung, sozusagen über Nacht, die beschriebene Teilenteignung auch durchzieht. Ob das wohl auch in Portugal, Spanien oder gar Italien einst auch so leise gelingen wird … so heimlich über Nacht?

Quelle: qpress

 

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