Eine Warnung vor US-Oligarchen, die die Medien verschweigen

Es ist ein Oxfam-Bericht zu Ungleichheit erschienen, der deutlich vor der Macht der US-Oligarchen warnt. Das allerdings verschweigen Medien wie der Spiegel, dort erfährt man nur, dass die fünf reichsten Männer der Welt ihr Vermögen seit 2020 mehr als verdoppelt haben, aber nicht, wo das tatsächliche Problem ist.

Quelle: anti.spiegel

Der Oxfam-Bericht zu Ungleichheit ist eine durchaus lesenswerte Lektüre. Der Spiegel hat darüber unter der Überschrift „Oxfam-Bericht zu Ungleichheit – Die fünf reichsten Männer der Welt haben ihr Vermögen seit 2020 mehr als verdoppelt“ berichtet und leider die interessanten Informationen verschwiegen. Das gilt für praktisch alle Medienberichte über den Oxfam-Bericht.

Die Kernaussage des Spiegel-Artikels ist ziemlich banal und wohl für niemanden überraschend:

„Demnach haben die fünf reichsten Menschen der Welt – allesamt Männer – ihr Vermögen seit 2020 mehr als verdoppelt. Bei den Männern handelt es sich um Elon Musk, Jeff Bezos, Bernard Arnault, Larry Ellison und Warren Buffett.
Gleichzeitig wurden fast fünf Milliarden Menschen, die ärmsten 60 Prozent, noch ärmer.“

Wahrscheinlich wäre die Tatsache, dass fast fünf Milliarden Menschen noch ärmer geworden sind, für die Spiegel-Redaktion weniger schlimm, wenn unter den fünf reichsten Menschen der Welt auch ein paar Frauen wären, oder was soll der explizite Hinweis darauf, dass es sich dabei um „allesamt Männer“ handelt?

Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist, dass der Oxfam-Bericht derzeit hochaktuell ist, denn er hat auch mit den aktuellen Bauerprotesten zu tun. Aber das erzählt der Spiegel seinen Lesern lieber nicht, denn der Spiegel und die anderen deutschen Medien bemühen sich derzeit bekanntlich nach Kräften, die protestierenden Bauern als Extremisten darzustellen, um deren Proteste zu diskreditieren.

Außerdem ist für westliche Medien jede Kritik an den US-Oligarchen oder dem westlichen System insgesamt ein Tabu, zumal sich die westlichen Medien von den Oligarchen längst großzügig für ihre wohlwollende Berichterstattung bezahlen lassen. Solche Dinge werden als „Verschwörungserzählungen“ diffamiert, die Leser sollen von dem tatsächlichen Kernproblem nichts erfahren.

Vom Oligopol zum Monopol

Ich habe erst vor wenigen Tagen den Artikel mit der Überschrift „Agenda 2030 – Warum die kleinen Bauernhöfe im Westen in die Pleite getrieben werden und worum es wirklich geht“ veröffentlicht, in dem ich erklärt habe, dass das Höfesterben im Westen kein Naturphänomen ist, sondern das Ergebnis einer koordinierten und geplanten Politik, deren Ziel es ist, die kleinen Bauern aus dem Markt zu drängen und die Lebensmittelproduktion in die Hände einiger weniger Großkonzerne zu überführen, die dann als Monopolisten den Markt – und damit Preise und Qualität der Lebensmittel – kontrollieren.

Die Politik unterstützt diese Tendenz nach Kräften, indem sie die Arbeitsbedingungen für kleine landwirtschaftliche Betriebe schrittweise immer weiter verschlechtert. Die aktuellen Sparmaßnahmen, gegen die die Bauern derzeit protestieren, sind einer dieser kleinen Schritte und die Regierung ist weiterhin festentschlossen, keine weiteren Kompromisse zu machen.

Ob die Kasper, die in Berlin und Brüssel solche Entscheidungen treffen, überhaupt verstehen, was sie da tun, bezweifle ich. Sie setzen nämlich nur das um, was ihnen die Lobbyisten der Konzerne und die Regierungsberater, die ebenfalls aus dem Dunstkreis der Konzerne kommen, einflüstern. Ein Hampelmann, wie beispielsweise Robert Habeck, der von Wirtschaft so viel versteht, wie eine fette Mastsau vom Hochsprung, kann gar nicht erfassen, was er da tut.

Im Westen findet in allen Wirtschaftszweigen eine Konzentration der Marktmacht statt, die zwangsläufig zu Monopolen führen wird und derzeit in vielen Branchen schon zu Oligopolen geführt hat, bei denen weniger als eine Handvoll Konzerne einen Markt beherrschen und daher Preisabsprachen treffen können. Das habe ich in meinem Artikel detailliert beschrieben und darauf hingewiesen, dass diese Konzerne wiederum von nur wenigen Superreichen kontrolliert werden, die von den westlichen Medien liebevoll „Philanthropen“ genannt werden, obwohl sie in Wahrheit skrupellose Oligarchen sind, die mit ihrem Geld die Politik beeinflussen, um noch reicher und mächtiger zu werden.

Der Oxfam-Bericht bestätigt meine Thesen voll und ganz. Dem Problem der Monopole im Westen ist eines der vier Kapitel des Berichts gewidmet. Über die Landwirtschaft erfahren wir dabei unter anderem, dass heute nur zwei globale Konzerne über 40 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes kontrollieren. Vor 25 Jahren haben noch zehn Konzerne „nur“ 40 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes besessen. Außerdem kontrollieren vier Konzerne 62 Prozent des weltweiten Pestizidmarktes. In der Landwirtschaft ist demnach eine „zunehmende Konzentration in der Produktion und im Handel mit Agrar- und Lebensmittelprodukten“ zu beobachten.

Dass es nicht nur um Saatgut, Pestizide und den Handel mit Lebensmitteln geht, steht bei Oxfam nicht geschrieben, aber das habe ich in meinem Artikel aufgezeigt, denn die US-Oligarchen, die die Kontrolle über diese Dinge übernehmen wollen, kaufen auch im großen Stil landwirtschaftliche Flächen auf, wenn kleine Landwirte aufgeben müssen, weil die Maßnahmen der Regierung ihnen eine gewinnbringende Produktion unmöglich machen.

Neokolonialismus, Oligarchen und Clans

Außerdem bestätigt Oxfam auch die russische Kritik am westlichen System, denn die russische Regierung wirft dem Westen bei jeder Gelegenheit vor, Neokolonialismus zu betreiben. Formell sind die meisten früheren Kolonien heute unabhängige Staaten, aber sie werden weiterhin vom Westen ausgebeutet, wobei auch hier eine Konzentration stattfindet, sodass einige wenige US-Oligarchen den größten Teil vom Kuchen bekommen. Oxfam schreibt, dass ein „extraktivistisches“ Modell im kolonialen Stil aufrechterhalten wird.

Mein Warnung vor den US-Oligarchen wird von Oxfam ebenfalls bestätigt, denn man kann in dem Bericht über die Macht der Investment- und Hedge-Fonds erfahren, dass „die wirtschaftliche Macht solcher Indexfonds so konzentriert ist, dass ‚in naher Zukunft etwa zwölf Einzelpersonen die praktische Macht über die Mehrheit der US-Aktiengesellschaften haben werden’“.

Diese „etwa zwölf Einzelpersonen“ sind die von mir als „US-Oligarchen“ bezeichneten Superreichen, wobei ich eher von „zwölf Einzelpersonen und Familienclans“ sprechen würde. Bill Gates beispielsweise ist noch eine Einzelperson, aber George Soros ist alt und wird bald sterben. Dann wird sein Vermögen seinen Kindern gehören, wobei Soros bereits festgelegt hat, welcher Sohn den Clan dann als Familienoberhaupt führen wird. Bei Rockefeller ist das schon vor fast hundert Jahren passiert, Rockefeller ist heute ein Clan mit einem Familienoberhaupt, aber die Macht des Rockefeller-Clans ist ungebrochen.

Ich habe das entsprechende Kapitel über Monopole aus dem Oxfam-Bericht übersetzt, damit Sie es selbst lesen und selbst entscheiden können, ob Sie meine Schlussfolgerungen teilen.

Beginn der Übersetzung:

Eine neue Ära der Monopolmacht

In diesem Kapitel wird ein zentrales Instrument untersucht, das die Ungleichheit verschärft hat: die Unternehmenskonzentration und das Wachstum der globalen Monopolmacht. Milliardäre und mächtige Finanzunternehmen dominieren den Besitz von Unternehmensmonopolen, die ihrerseits immer mehr unserer Volkswirtschaften beherrschen und außergewöhnlichen Reichtum und Macht in die Hände einiger weniger Superreicher verlagern und konzentrieren.

2.1 Monopole schüren Ungleichheit

Wir leben in einer neuen Ära der Monopolmacht. Eine kleine Zahl immer größer werdender Konzerne übt einen außerordentlichen Einfluss auf Volkswirtschaften und Regierungen aus, mit – wie dieses Papier zeigt – der weitgehend ungezügelten Macht, die Verbraucher mit Preisen zu übervorteilen, Löhne zu drücken und Arbeitnehmer zu missbrauchen, den Zugang zu wichtigen Gütern und Dienstleistungen einzuschränken, Innovation und Unternehmertum zu vereiteln und öffentliche Dienste und Versorgungseinrichtungen für privaten Profit zu privatisieren.

Monopolistische Unternehmen sind nicht nur groß, sie können auch Märkte kontrollieren, die Regeln und Bedingungen für den Austausch mit anderen Unternehmen und Arbeitnehmern festlegen und höhere Preise verlangen, ohne dass es zu geschäftlichen Einbußen kommt. Genauer gesagt ist ein Monopol „ein Unternehmen mit beträchtlicher und dauerhafter Marktmacht, d. h. der langfristigen Fähigkeit, Preise zu erhöhen oder Wettbewerber auszuschließen“. Monopolistische Macht erzeugt noch mehr Macht und ermöglicht es den Monopolen, von den Unternehmen und Arbeitnehmern in ihrem Gravitationskreis zu profitieren, was zu größerer Ungleichheit führt.

Gremien wie der IWF sind sich einig, dass monopolistische Macht zunimmt und zur Ungleichheit beiträgt. Monopole bewirken einen gesamtwirtschaftlichen Transfer von der Arbeit zum Kapital – „eine Umverteilung des verfügbaren Einkommens der Vielen in Kapitalgewinne, Dividenden und Managergehälter der Wenigen“. Indem sie Knappheit schaffen, um die Preise zu erhöhen und die Gewinne in die Höhe zu treiben, sorgen Monopole für eine regressive Umverteilung von Einkommen und Wohlstand in der gesamten Wirtschaft: von den Arbeitnehmern und Verbrauchern, die durch höhere Gewinnspannen übermäßig belastet werden, zu den Führungskräften und Eigentümern, die eher reich sind und Aktien besitzen.

Untersuchungen des IWF haben ergeben, dass die Zunahme der Monopolmacht für 76 % des Rückgangs des Anteils des Arbeitseinkommens im verarbeitenden Gewerbe in den USA verantwortlich ist; ohne sie wäre der Anteil des Arbeitseinkommens im 20. Jahrhundert konstant geblieben. Optimistischerweise zeigt die Forschung, dass die Durchsetzung von Antimonopolen diese Trends umkehrt – sie senkt die Preise, erhöht die Zahl der Unternehmensgründungen und steigert die Löhne und die Beschäftigung der Arbeitnehmer. So wie Monopolpreise ärmere Menschen bestrafen, kommen ihnen die Einsparungen durch die Bekämpfung von Monopolen überproportional zugute.

Private Monopole sind kein abstraktes Phänomen; sie spielen eine große Rolle bei der Gestaltung des Lebens der einfachen Menschen auf der ganzen Welt – sie beeinflussen, wie viel wir verdienen, welche Lebensmittel wir essen und uns leisten können, zu welchen Medikamenten wir Zugang haben und welche Menschenrechte verwirklicht (oder verletzt) werden. Allzu oft nutzen multinationale Monopole ihre Macht aus, um in die Privatsphäre einzudringen und den öffentlichen Diskurs zu verzerren, wobei sie sich mehr um ihre Gewinne als um nationale oder öffentliche Belange kümmern. Es hat sich auch gezeigt, dass sie in den USA den Rassismus als Waffe einsetzen. Kämpfer für den Zugang zu Arzneimitteln kritisierten beispielsweise den „wissenschaftlichen Rassismus“, der eingesetzt wurde, um die gemeinsame Nutzung von Wissenschaft und Technologien für COVID-19-Impfstoffe mit Herstellern in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu untergraben.

2.2 Der Höhepunkt der Monopolmacht

Die Regierungen haben es den größten Unternehmen der Welt ermöglicht, größer und profitabler zu werden. Apple wird mit 3 Billionen US-Dollar bewertet: Diese Zahl ist größer als das gesamte BIP von Frankreich, der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die fünf größten Unternehmen der Welt sind zusammen mehr wert als das BIP aller Volkswirtschaften in Afrika, Lateinamerika und der Karibik zusammen. Und obwohl die enorme Macht von Unternehmen eine globale Geschichte ist, überrascht es nicht, dass US-Konzerne oft den Diskurs über die Macht von Unternehmen dominieren, da sie die meisten der wertvollsten Unternehmen der Welt stellen.

Monopolistische Unternehmen stehen seit 2021 wegen einer „Verkäuferinflation“ unter Beobachtung. Als die Angebotsschocks von COVID-19 die Weltwirtschaft erschütterten, konnten große Unternehmen in vielen konzentrierten Sektoren, die sich implizit koordinierten, die Preise erhöhen, um ihre Gewinnspannen in die Höhe zu treiben, was wiederum die Inflation anheizte, eine Theorie, die vom IWF und der Europäischen Zentralbank bestätigt wurde. Im Energie-, Lebensmittel- und Pharmasektor kam es zu erheblichen Preiserhöhungen, die es den Unternehmen ermöglichten, ihre Gewinne so schnell zu steigern wie seit 1955 nicht mehr.

Diese opportunistische Intensität der Preiserhöhungen ist neu, der Trend zur Gewinnsteigerung jedoch nicht. Daten von mehr als 70.000 Unternehmen in 134 Ländern aus vier Jahrzehnten zeigen, dass der weltweite durchschnittliche Preisaufschlag – das Verhältnis von Preis zu Kosten – von 7 % über den Kosten im Jahr 1980 auf 59 % über den Kosten im Jahr 2020 gestiegen ist. Entscheidend ist, dass dieser Anstieg weltweit von marktbeherrschenden Unternehmen der Spitze vorangetrieben wurde, die ihre Marktmacht ausbauen konnten, und nicht von der Mehrheit der Unternehmen. Darüber hinaus wurden die steigenden Gewinne von großen multinationalen Unternehmen angetrieben: Der Anteil der multinationalen Gewinne an den weltweiten Gewinnen vervierfachte sich von 4 % im Jahr 1975 auf 18 % im Jahr 2019.

Die Preisinflation ist nur eine Erscheinungsform der Marktmacht. Gleichzeitig hat sich die relative Größe von Großkonzernen vervielfacht. Amazon, das Ende 2023 von der US-Regierung verklagt wurde, wird beschuldigt, seine Monopolmacht zu nutzen, um „die Preise in die Höhe zu treiben, die Qualität zu verschlechtern und Innovationen für Verbraucher und Unternehmen zu ersticken“.

2.3 Big Pharma, Big Tech, Big All

Die Marktkonzentration ist allgegenwärtig. Auf der ganzen Welt haben die Unternehmen eine umfassende Konsolidierung durchlaufen:

  • Aus 60 Unternehmen fusionierten im Laufe von zwei Jahrzehnten zehn riesige, globale „Big Pharma“-Firmen.
  • Zwei globale Unternehmen kontrollieren über 40 % des weltweiten Saatgutmarktes (im Vergleich zu 10 Unternehmen, die vor 25 Jahren 40 % des weltweiten Saatgutmarktes besaßen).
  • Vier Unternehmen kontrollieren 62 % des weltweiten Pestizidmarktes.
  • Drei Viertel der weltweiten Ausgaben für Online-Werbung gehen an Meta, Alphabet und Amazon.
  • Mehr als 90 % der Online-Suche wird über Google abgewickelt.
  • Die „Big Four“ dominieren den globalen Markt für Rechnungswesen mit einem Marktanteil von 74 %.
  • In der Landwirtschaft ist eine „zunehmende Konzentration in der Produktion und im Handel mit Agrar- und Lebensmittelprodukten“ zu beobachten.

Zahlreiche scheinbar einzigartige Produkte in den Supermarktregalen, von Müsli bis Shampoo, gehören in Wirklichkeit ein und demselben Unternehmen. Der Biergigant AnheuserBusch Inbev ist beispielsweise Eigentümer von über 500 Biermarken, darunter Budweiser, Becks, Corona und Stella Artois.

Monopolmacht wird durch viele Geschäftstaktiken verstärkt und ausgeübt, darunter: Fusionen und Übernahmen, geheime Absprachen in konzentrierten Branchen, aggressiver Missbrauch des Schutzes geistigen Eigentums und Exklusivverträge, um Konkurrenten und kleinere Unternehmen aus dem Markt zu drängen.

Risikokapitalgeber und Monopole nutzen ihren bevorzugten Zugang zu Finanzmitteln, um monopolistische Unternehmen zu unterstützen, während sie ihre Konkurrenten aushungern, um dann von den überlebenden Unternehmen höhere Renditen zu kassieren. Volkswirtschaften im gesamten Globalen Süden sind auf den Export von Primärrohstoffen, von Kupfer bis Kaffee, für die Verwendung durch monopolistische Industrien im Globalen Norden festgelegt, wodurch ein „extraktivistisches“ Modell im kolonialen Stil aufrechterhalten wird.

2.4 Monopol-Geld

Private Finanz- und Vermögensverwalter – die größtenteils im Auftrag wohlhabender Kunden handeln – spielen eine große Rolle bei der Konzentration wirtschaftlicher Macht in wenigen Händen. Private-Equity-Firmen, die seit 2009 weltweit mit 5,8 Billionen US-Dollar an Geldern reicher Investoren ausgestattet sind, haben ihren privilegierten finanziellen Zugang genutzt, um viele Märkte zu konsolidieren, indem sie kleine Unternehmen „aufrollen“. Dadurch steigern sie ihre eigenen Gewinne und die der Unternehmen, die sie kaufen, während sie gleichzeitig die Märkte verzerren und sektorübergreifend als Monopolisten auftreten.

Abgesehen von Private Equity verwalten die drei großen Indexfondsmanager – BlackRock, State Street und Vanguard – zusammen ein Vermögen von rund 20 Billionen US-Dollar. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Art der Marktkonzentration die Anreize für Unternehmen verringert, miteinander zu konkurrieren, und im Gegenzug die Monopolmacht verstärkt. Zusammen kontrollieren sie fast ein Fünftel aller investierbaren Vermögenswerte der Welt. Gemeinsames Eigentum an so wenigen Finanzunternehmen untergräbt die Fairness in der gesamten Wirtschaft. Darüber hinaus hat eine Harvard-Forschung festgestellt, dass die wirtschaftliche Macht solcher Indexfonds so konzentriert ist, dass „in naher Zukunft etwa zwölf Einzelpersonen die praktische Macht über die Mehrheit der US-Aktiengesellschaften haben werden“ – Bedenken, die der Gründer von Vanguard selbst geäußert hat.

Diese Finanzialisierung der Unternehmen, bei der die riesigen Finanzmärkte eine immer größere Rolle in der Wirtschaft spielen, hat die Konzentration auf kurzfristige Gewinne gegenüber längerfristigen Zielen verschärft. Sie hat auch die Investitionen von produktiven Zwecken weggelenkt und stattdessen im Interesse des extremen Kapitals gehandelt, indem sie viele Nicht-Finanzunternehmen zunehmend auf Finanzinstrumente und -tätigkeiten ausgerichtet hat. Dieser Ansatz wird durch das Modell vieler Hedge-Fonds veranschaulicht, das darin besteht, ein unterbewertetes Unternehmen zu identifizieren und zu kaufen, Vermögenswerte zu verkaufen und Mitarbeiter zu entlassen, um einen kurzfristigen Gewinn zu erzielen, bevor sie zum nächsten Ziel weiterziehen. Hedge-Fonds arbeiten im Auftrag reicher Investoren; die Mindestinvestition in Hedge-Fonds beginnt bei etwa 100.000 US-Dollar und reicht bis zu 2 Millionen US-Dollar.

Wenn große Unternehmen Schritte in Richtung missionsorientierter, zielgerichteter Ziele unternehmen, wie z. B. die Zahlung existenzsichernder Löhne oder Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes, können sie dafür aggressiv angegriffen werden. Es hat sich gezeigt, dass Hedge-Fonds Bemühungen von Unternehmen, nachhaltiger zu handeln, als ein Zeichen dafür ansehen, dass sie Ressourcen verschwenden und den Shareholder Value nicht maximieren. Diese Unternehmen werden zur Zielscheibe der „Buy, Strip and Flip“-Strategie von Hedgefonds. Dies zeigt das 115 Milliarden Pfund schwere feindliche Übernahmeangebot von Kraft Heinz für den Konsumgüterkonzern Unilever im Jahr 2017, das vom brasilianischen Hedgefonds 3G Capital unterstützt wurde. Der globale Norden dominiert den privaten Kapitalmarkt; von den fast 10 Billionen US-Dollar an weltweit verwaltetem Vermögen sind 56 % in Nordamerika, 24 % in Europa und 18 % in Asien angesiedelt.

Ein großer Teil dieser Mittel fließt jedoch in den globalen Süden. Einigen Schätzungen zufolge sind die privaten Kapitalzuflüsse inzwischen so hoch wie der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe am BIP der einkommensschwachen Länder (LICs), aber einige dieser Investitionen sind sehr volatil und haben kein integratives Wirtschaftswachstum gefördert. Untersuchungen über die afrikanischen Länder südlich der Sahara zeigen, dass Private-Equity-Investitionen in erster Linie in den Finanz- und ICT-Sektor fließen. 83 % der Investitionen gingen in nur vier Länder. Auch Untersuchungen aus 31 Ländern des Globalen Südens legen nahe, dass ein Großteil der Finanzerträge von den größten Unternehmen erwirtschaftet wird, wodurch lokale Wirtschaftseliten gestärkt werden, die von der finanziellen Integration profitieren. Das Wachstum eines großen und nicht rechenschaftspflichtigen Sektors schafft neue Herausforderungen für die nationale Souveränität.

2.5 Lehren aus der Vergangenheit

Monopole sind nicht neu. Die im Jahr 1600 gegründete englische East India Company entwickelte sich zum größten Monopol der Welt und läutete gewaltsam die koloniale Ära ein. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, vor allem in den USA, wurden einige Geschäftsleute im sogenannten „Gilded Age“ außerordentlich reich, indem sie Branchen von der Eisenbahn bis zum Bankwesen monopolisierten. Beispiele hierfür sind John D. Rockefellers Ölimperium oder Cecil Rhodes‘ Kontrolle über das weltweite Diamantenangebot.

Das letzte Mal, als die Vermögenskonzentration so hoch war, gingen die Regierungen in Ländern wie den USA durch eine Ausweitung der öffentlichen Macht gegen private Monopole vor. Sie zerschlugen die Monopole und unterdrückten ihre Macht, indem sie sie einer neuen Wettbewerbs- und Kartellpolitik sowie neuen Finanzvorschriften und Steuern unterwarfen. Gleichzeitig wurde die Macht der öffentlichen Hand gestärkt, indem einige Wirtschaftszweige in öffentliche Versorgungsbetriebe umgewandelt und Wirtschaftszweige von der Elektrizität bis zum Gesundheitswesen (z. B. der National Health Service in Großbritannien) in öffentliches Eigentum überführt wurden.

Diese Periode durchsetzungsfähiger öffentlicher Politik, die Anfang des 20. Jahrhunderts begann, endete jedoch in den späten 1970er Jahren, als die neoliberale Wirtschaftspolitik die staatliche Regulierung zugunsten des ungehinderten Marktes verdrängte. Die Anti-Monopol-Politik wurde drastisch abgeschwächt und auf einen „Verbraucherwohlfahrtsstandard“ umgestellt. Dabei handelt es sich um ein monopolfreundliches Paradigma, das davon ausgeht, dass große Unternehmen effizienter sind und den Verbrauchern einen besseren Nutzen bringen. Solange die Verbraucherpreise niedrig sind, sind andere Aspekte wie Größe, Macht, Fairness und Demokratie unwichtig. Doch selbst wenn man diesen zutiefst fehlerhaften Ansatz für bare Münze nimmt, ist er an sich schon gescheitert: Die Konsolidierung der Märkte hat vorhersehbar zu höheren Preisen für die Verbraucher geführt. Dieser zentrale, wenn auch weniger bekannte Teil der neoliberalen Geschichte hat das Kapital im Dienste der Monopolmacht entfesselt.

Ein weiteres zentrales Element der Geschichte der Unternehmensmonopole, die die globale Ungleichheit vorantreiben – historisch und heute – ist der „ungleiche Austausch“, der zum Teil daraus resultiert, dass reiche Nationen und ihre monopolistischen Unternehmen ihre Dominanz in der Weltwirtschaft durchsetzen. Dazu gehören die Senkung der Preise für Rohstoffe und Arbeit in den Ländern des Globalen Südens und die aggressive Durchsetzung von Patentmonopolen, die wiederum durch Machtungleichgewichte in den globalen Finanzregeln und -institutionen ermöglicht wird.

2.6 Von der Demokratie zur Plutokratie

Die von privaten Monopolen geschaffene extreme Machtungleichheit ist eine Form der Korruption, die wirtschaftliche Ungleichheit auflädt. Monopole handeln wie Regierungen, regulieren wie Regierungen und konkurrieren mit Regierungen um Macht. Wie der frühere US-Präsident Franklin D. Roosevelt warnte, ist die Freiheit einer Demokratie nicht sicher, wenn die Menschen das Wachstum privater Macht bis zu einem Punkt tolerieren, an dem sie stärker wird als ihr demokratischer Staat selbst. Auf die Gefahren der wachsenden Macht der Konzerne wies insbesondere der ehemalige chilenische Präsident Salvador Allende hin, der sagte: „Wir stehen vor einer direkten Konfrontation zwischen den großen transnationalen Konzernen und den Staaten. Die Konzerne mischen sich in die grundlegenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entscheidungen der Staaten ein“.

Wie in Kapitel 3 gezeigt wird, haben die Konzerne seit langem in ihre Macht durch Armeen von Lobbyisten investiert, was ihnen beträchtliche Gewinne einbrachte. Aber wir wissen, dass das Monopol selbst Macht ist – die Macht, der demokratischen Sphäre politische Entscheidungen zu entreißen. Wie der Milliardär Mark Zuckerberg feststellte, ist Facebook in vielerlei Hinsicht eher wie eine Regierung als ein traditionelles Unternehmen“.

Diese neue Monopol-Ära ist nicht unvermeidlich oder ein natürliches Phänomen, sondern das Ergebnis von Gesetzen und politischen Entscheidungen. Es ist zum Teil eine Herausforderung, die sich aus dem beklagenswert schwachen Wettbewerb ergibt, aber vor allem aus der Konzentration von privatem Reichtum und Macht, die nicht durch öffentliche und demokratische Kontrolle ausgeglichen wird.

Das Zeitalter der Monopolmacht verlangt von uns, dass wir es mit den Monopolisten aufnehmen, um die heutige extreme Vermögenskonzentration zu beenden und die Demokratie zurückzuerobern. Wir müssen private Monopole aufbrechen und verhindern, dass Unternehmen überhaupt zu groß werden; wir müssen das Monopol auf Wissen beenden und geistiges Eigentum demokratisieren; wir müssen die Privatisierung öffentlicher Versorgungsbetriebe stoppen und eine stärkere öffentliche Kontrolle wiederbeleben.

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