Todesanzeige: Unser grüner Wasserstoff

Geboren 1999        Verstorben 18.8.2023 um 10:30 MEZ        Geliebt, beweint und unvergessen
Unser geliebter Hoffnungsträger ist nach langem Siechtum seinem schweren Leiden erlegen.
Am Ende seines Weges wurde er durch eine akute Sauerstoffintoxikation buchstäblich verbrannt. 

Auch die sofortige Konsultation von Professor Claudia Kemfert und Professor Quaschnig konnten seinen Tod nicht mehr verhindern. Da es sich um einen sehr seltenen Fall von spontaner und totaler Autokremation handelt, ist nichts für eine Beisetzung übrig geblieben. 

Die weltweit erste Wasserstoff-Fabrik ist ein Großverbraucher für Erdgas.

Von Wilfried Schuler (anderwelt)

Aber ohne Erdgaszufuhr könnte sie nicht arbeiten. 

Nehmen wir einmal an, ein genialer Planer hätte das geschafft, was alle grünen Träumer von der Agora Energiewende und auch Claudia Kemfert in 20 Jahren nicht geschafft haben. Dieser kühne Denker hätte einen Entwurf kreiert, eine chinesische Firma gefunden, und eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in die südliche Wüste von Marokko gebaut. Diese weltweit erste Fabrik ihrer Art ist auf die Erzeugung einer Million Tonnen grünem Wasserstoff ausgelegt. Es ist der Betreiberfirma gelungen König Mohamed VI als Schirmherr zu gewinnen. Der König nimmt regen Anteil an dem Projekt, er hat die Baustelle des Öfteren besucht und sich in Gesprächen als durchaus sachkundig erwiesen.

75 km von der Stadt El Ajun entfernt, befindet sich nun ein Hafen und ein Gasterminal für die Entladung von LNG. Nebst Anlage zur Regasifizierung plus Anschlussleitungen zu den einzelnen Teilen des Gesamtkomplexes.

Etwas entfernt stehen die Terminals für die Verschiffung des flüssigen Wasserstoffs und des flüssigen Sauerstoffs. Beide werden flankiert von Linde Anlagen zur Verflüssigung der Gase und Lagertanks für die jeweiligen Flüssiggase.

In der Nähe des Hafens ist eine Gruppe von Gaskraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 40 Terawatt h/Jahr errichtet worden. Daran anschließend, ein großer Komplex auf dem in Zeilen die Elektrolyse-anlagen angeordnet sind. Das Ganze flankiert von den elektrischen Anlagen, die den Strom, der aus einiger Entfernung aus der Wüste kommt, in die erforderliche Spannung umwandeln. Weitere Details sind für unsere Betrachtung nicht wesentlich.

Die Solarpaneele sind in einiger Entfernung in der Wüste zu sehen.
Ihre Gesamtfläche beträgt 25 Quadratkilometer. Auch dieses Detail ist für unsere Betrachtung ohne Bedeutung.

Materialbilanz

Ausgangsmaterial: 9 Millionen Tonnen hochgereinigtes Wasser.
Endprodukt 1.   1 Million Tonnen flüssiger Wasserstoff. Energieinhalt 33 TWH.
Endprodukt 2.   8 Millionen Tonnen flüssiger Sauerstoff.

Energiebilanz

Vorab eine kurze Erläuterung. Bekanntlich besteht Wasser zu 89% aus Sauerstoff und zu 11% aus Wasserstoff. 89% der Solarenergie werden für die Bildung des Sauerstoffs verbraucht. Wenn also die Anlage als nachhaltig gelten soll, muss der entstehende Sauerstoff aufgearbeitet und einer Verwendung zugeführt werden. Ihn zu vernichten wäre ein grober Verstoß gegen die Regel.

Es ist Allgemeingut, dass jede Industrieanlage Energie zu Ihrem Betrieb benötigt. Im Fall der Wasserstoff Anlage ist es elektrische Energie, die jederzeit und sofort abrufbar sein muss. Die drei größten Verbraucher der Anlage sind:

Wasserentsalzungsanlage:                    0,1 TWh/a
Linde Anlage für Flüssigsauerstoff:     4,5 TWh/a
Linde Anlage für Füssigwasserstoff:  11,0 TWh/a
Andere Verbraucher:                            1,0 TWh/a
Totalverbrauch W(elektrisch)            16,6 TWh/a

Es müssen ca. 17 TWh/a an Prozess Energie für den Betrieb der Wasserstoffanlage bereitgestellt werden. Bei einem Wirkungsgrad von 50% benötigen die Gaskraftwerke deshalb 34 TWh/a Erdgas als Zulieferung.

Resümee: 

Beim Abgleich der Energiebilanz wird ersichtlich, dass es wesentlich sinnvoller wäre, das Erdgas nach Europa zu transportieren und dort zu verbrennen.

Sollte hier der Einwand kommen, dass eine autarke, rein auf Wasserstoff basierte Betriebsauslegung Abhilfe schaffen könnte, so beruht das auf einem fundamentalen Irrtum. Bei Abwesenheit der Gaskraftwerke könnte man die Anlage überhaupt nicht anfahren, da weder Wasser noch Strom für eine Pumpe vorhanden wäre.

Der wesentliche Punkt ist, dass die Gaskraftwerke 16,6 TWh/a an elektrischer Leistung liefern müssen. Bei einem Wirkungsgrad von 50% würde die Anlage den erzeugten Wasserstoff selbst verbrauchen.

Das Ganze würde zum Selbstzweck. Ohne jedes Potential Energie nach außen liefern zu können.

Und allem Sachverstand zum Trotz: 

Baerbock will 3 Millionen Tonnen Wasserstoff aus Kasachstan importieren

Von Peter Haisenko

Für die Herstellung von Wasserstoff in Kasachstan gilt dasselbe, wie in Marokko oder anderswo. Obwohl Trampolinspringen durchaus den Gesetzen der Physik unterworfen ist, versteht nicht jeder Trampolinspringer etwas von Physik und offensichtlich noch weniger von Chemie. Wäre das anders, gäbe es derart fachfremde Vorschläge nicht. Doch sehen Sie selbst, was unsere Allroundwissenschaftlerin Baerbock für uns plant:
https://youtube.com/shorts/3kkrHRZsvJ4?si=DQHzcVvcvEyC9bZ-

Die Meldung der dpa dazu liest sich so:

Baerbock setzt auf grünen Wasserstoff aus Kasachstan

Astana (dpa) – Außenministerin Annalena Baerbock will die Zusammenarbeit mit Kasachstan im Bereich von grünem Wasserstoff vorantreiben und so die zentralasiatische Region enger an Europa binden.

Gemeinsam mit der EU werde Deutschland Projekte für Infrastruktur in den Bereichen Digitales, Energie und Transport auf den Weg bringen, sagte die Grünen-Politikerin am Montag bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik in der Hauptstadt Astana. Eine zentrale Rolle spiele dabei die EU-Initiative „Global Gateway“.

Mit dieser Initiative will die EU bis zu 300 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern investieren. Das Projekt macht der „Neuen Seidenstraße“ Konkurrenz, an der China schon seit Jahren in vielen Ländern arbeitet. Kasachstan und auch Usbekistan – die nächste Station von Baerbocks Reise – haben traditionell enge Beziehungen zu ihren großen Nachbarn China und Russland.

Treffen mit kasachischem Außenminister

Ein Wasserstoffprojekt in der Region am Kaspischen Meer stehe exemplarisch für eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft, sagte Baerbock nach einem Treffen mit dem kasachischen Außenminister Muchtar Tleuberdi. Dort könnten von 2030 an durch Windenergie drei Millionen Tonnen grüner Wasserstoff durch Elektrolyse mit Wasser aus dem Kaspischen Meer produziert werden.

Ohne China zu nennen, sagte Baerbock, andere Länder versuchten in vielen Teilen der Welt, ihren Einfluss auszuweiten, „nicht nur mit militärischer Gewalt, sondern auch durch wirtschaftliche Deals, hinter denen sich ein Netz von Abhängigkeiten verbirgt“. Deutschland wolle andere Wirtschaftsbeziehungen – „fair, auf Augenhöhe, ohne Knebelkredite und ohne versteckte Agenda“.

Und wie soll der Wasserstoff zu uns kommen?

Eine Antwort darauf bleibt die Völkerrechtsexpertin schuldig. Auf absehbare Zeit ist kein maritimer Transport möglich. Der Pipeline Transport ist nach derzeitigem Stand der Technik nicht sicher und sehr teuer. Das gilt im Übrigen auch für alle Gasleitungen innerhalb Deutschlands, auch zu den Haushaltungen, den Endverbrauchern.

Fazit: Der Traum von grünem Wasserstoff für Deutschland ist ein Hirngespinst, das nur fachfremden grünen Ideologen realisierbar erscheint. Die Realität beginnt diese langsam einzuholen, aber es wird noch eine Weile dauern, bis das beim deutschen Spitzenpersonal der Klimasekten angekommen ist.

Der grüne Wasserstoff ist tot!

Wer das immer noch nicht glauben will, der kann sich an folgenden Artikeln schlau machen, die von einem Ingenieur verfasst worden sind, der etwas von der Matierie versteht:

Das Geschenk des Gottes Ammon aus der Oase Siwa

Greenwashing Down Under. Aus braun wird grün. Eine Geschichte aus Australien

Der Transport von Wasserstoff aus Australien ist möglich. Aber… 

Grüner Wasserstoff ist eine Schimäre

Krieg, Wasserstoff, Ammoniak und das Haber-Bosch-Verfahren

Der Wasserstoff aus der Wüste – Technisches Wissen anstelle von Wunderglauben

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