Dank der Covid-Maßnahmen: Die Rückkehr der Inflation, die Folgen und Desinformation in den Medien

Was bisher als Panikmache abgetan wurde, wird nun auch von den Zentralbanken zugegeben: Die Inflation wächst schnell, aber das ist keine Folge von Covid-19, es ist die Folge der Politik der westlichen Regierungen.

von Thomas Röper (anti-spiegel)

Seit der US-Finanzkrise von 2008 ist das Finanzsystem in Schieflage. Um die Banken zu retten, haben die Zentralbanken die Finanzmärkte seit dem mit ungezählten Milliarden geflutet, was zu einer Inflation auf den Finanzmärkten geführt hat. Diese Inflation kann sich jeder selbst an den Börsen anschauen, denn die Aktienkurse stellen ständig neue Rekorde auf, obwohl wir uns doch in der größten Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte befinden und die Aktienkurse eigentlich fallen müssten. Dass sie nicht fallen, liegt daran, dass so viel Geld im System ist, dass die Akteure einfach nicht wissen, wohin mit all dem Geld.

Das gleiche sehen wir bei den Immobilien oder bei Sachwerten wie Gold. Die Preise für all diese Geldanlagen sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert, weil die institutionellen Anleger (also Banken und Hedgefonds) einfach nicht wissen, wohin mit all dem Geld, mit dem die Zentralbanken sie zugeschmissen haben. Nebenbei hat das in den letzten 13 Jahren auch zu einer massiven „Shoppingtour“ vor allem der Hedgefonds geführt, die im großen Stil Anteile an Konzernen und Immobilien gekauft haben. Mit dem von den Zentralbanken aus dem Nichts geschaffenen Geld haben sie reelle Vermögenswerte gekauft.

Diese Inflation ist jedoch nicht in der Realwirtschaft angekommen, sie fand nur auf den Finanzmärkten statt und führte – quasi als Nebenwirkung – zur Nullzinspolitik, weil Geld für sich genommen im Grunde keinen Wert mehr hat, wenn davon so viel im Markt ist, dass die Akteure nicht mehr wissen, wohin damit. Und wenn etwas keinen Wert hat, dann zahlt dafür auch niemand Zinsen.

Die Inflation kommt bei den Menschen an

Seit Beginn der Pandemie pumpen die westlichen Staaten noch mehr Geld in die Märkte, dieses Mal als sogenannte „Corona-Hilfen“ und das bedeutet, dass die Inflation zwangsläufig auch bei den Menschen ankommen musste. Davor haben Fachleute seit Beginn der „Corona-Hilfen“ gewarnt, aber Politik und Medien haben das bestritten und auf die Zentralbanken und regierungstreue „Fachleute“ verwiesen, die brav erklärt haben, eine Inflation sei nicht zu erwarten.

Als die Inflation dann vor einigen Monaten stieg und die Prognosen der unabhängigen Experten sich bewahrheiteten, wurde dem dummen Volk erzählt, das seien „Sondereffekte“ und das sei nur ein kurzlebiges Phänomen. Diese Linie ist nun nicht mehr zu halten und kurz vor Weihnachten tauchten auch in den „Qualitätsmedien“ die ersten Artikel auf, in denen die Menschen darauf vorbereitet wurden, dass die Inflation länger anhalten und wohl auch noch steigen wird.

Geradezu lächerlich sind die angeführten Begründungen dafür. In einem der vielen Spiegel-Artikel darüber, dass die EZB nun eingesteht, dass die Inflation andauern wird und noch weiter steigen könnte, hat der Spiegel über die Gründe geschrieben:

„Die Gründe für die hohe Teuerungsrate sind vielfältig: Durch die Pandemie sind viele Lieferketten unterbrochen. Rohstoffe sind teuer, auch, weil Länder wie Russland geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen.“

Damit verkauft der Spiegel seine Leser so derartig für dumm, dass einem die Worte fehlen. Daher wollen wir uns das einmal anschauen.

Die Pandemie ist nicht der Grund für die Inflation

Politik und Medien bezeichnen die Pandemie als Ursprung allen Übels, sie soll an der Unterbrechung der Lieferketten und an der daraus folgenden Inflation schuld sein. Das ist geradezu hanebüchen, denn es ist nicht die Pandemie, die die Lieferketten unterbrochen hat, es sind die Corona-Maßnahmen der (vor allem) westlichen Regierungen.

In vielen Containerhäfen wurden die Arbeiter wegen positiver Tests in Quarantäne geschickt und die verbliebenen Arbeiter sind mit der Arbeit nicht nachgekommen, weshalb sich Containerschiffe auf See vor den Häfen stauen. Dass ganze Industriezweige wegen der Lockdown-Maßnahmen Produktionsausfälle hatten, die die Lage noch verschärfen, erwähnt der Spiegel nicht einmal.

Nicht Covid-19 hat die Lieferketten unterbrochen, das haben die (vor allem) westlichen Regierungen mit ihren Corona-Maßnahmen getan. Aber das erfährt der Leser der „Qualitätsmedien“ nicht, dem wird allen Ernstes erzählt, die Pandemie sei an allem schuld. Selbst wenn man die Pandemie für so gefährlich hält, wie das offizielle Narrativ behauptet, ändert das nichts daran, dass die Maßnahmen der Regierungen die Lieferketten zerschossen haben, und nicht das Virus.

Das müssten Medien und Politik ehrlicherweise auch so formulieren und dann argumentieren, warum die Maßnahmen trotzdem gerechtfertigt waren, wenn sie dieser Meinung sind. Wer aber dem Virus die Schuld zuschiebt, der verkauft seine Leser für dumm.

„Geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung“

Einer der Antreiber der Inflation ist derzeit unbestritten der Preis für Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Und der Spiegel hat recht, wenn er als einen der Gründe für die Inflation „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung“ nennt. Nur behauptet der Spiegel, das Russland diese Konflikte austrage, dabei ist das Gegenteil der Fall: Der Westen befeuert diese Konflikte nach Kräften.

Die derzeitige Energiekrise in Europa hat die EU-Kommission selbst künstlich geschaffen, indem sie auf Wind- und Sonnenergie gesetzt hat, die aber leider nicht stabil zur Verfügung stehen, wie wir in 2021 gesehen haben, als der Sommer windstill war und die Windenergie gefehlt hat. Um das zu kompensieren, mussten zur Stromerzeugung mehr Kohle und Gas verfeuert werden und vor allem das Gas fehlt nun im Winter, denn es hätte eigentlich in die Gasspeicher geleitet werden müssen.

Indem die EU-Kommission vor einigen Jahren auch noch den Börsenhandel mit Gas freigegeben und auf kurzfristige Lieferverträge gesetzt hat, anstatt wie früher auf langfristige Verträge mit stabilen Preisen, war es nur eine Frage der Zeit, bis Spekulanten den Gaspreis an den Börsen in die Höhe treiben würden. Während Russland sein Gas nach langfristigen Verträgen immer noch für maximal 300 Dollar pro Kubikmeter nach Europa verkauft, kostet es an den Börsen über 2.000 Dollar – der Weiterverkauf von Gas ist zu einem Bombengeschäft geworden und die Rechnung zahlen die Verbraucher über ihre Strom- und Heizrechnung.

Und während der Spiegel schreibt, Russland würde „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen„, ist das Gegenteil der Fall, denn Russland hat immer wieder erklärt, es sei bereit mehr, Gas zu liefern, aber aus irgendwelchen Gründen gehen aus Europa keine Bestellungen ein, wie ich hier aufgezeigt habe.

Dass es die EU-Kommission ist, die die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 herauszögert und am liebsten verhindern möchte, sei da nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt. Die EU-Kommission tut alles, um Gas in der EU zu verknappen, aber „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel fabulieren, Russland würde „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen“ – man lernt eben nie aus…

Die Corona-Hilfen als Preistreiber

Dass der Hauptgrund für die steigende Inflation die Milliarden (oder sogar Billionen) sind, die die westlichen Regierungen als Corona-Hilfen herabregnen lassen, erwähnt der Spiegel erst gar nicht. Vor allem in den USA hat dieses Geld, das den Menschen teilweise als eine Art Grundeinkommen überwiesen wurde, das bei Kleinverdienern höher war, als ihr ursprüngliches Gehalt, die Inflation ausgelöst. Man muss nicht Volkswirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass zusätzliches Geld bei einem gleichzeitigem Rückgang des Warenangebotes (siehe Lieferketten) zwangsläufig zu einer Inflation führt, zu meiner Zeit hat man das noch in der Schule gelernt.

All das ist „mit Ansage“ geschehen und Experten, die natürlich in den „Qualitätsmedien“ keine Bühne bekommen, haben genau diese Entwicklung schon vor anderthalb Jahren vorhergesagt, wobei diese Zusammenhänge auch von Schulabgängern verstanden werden, oder zumindest zu meiner Zeit noch verstanden wurden, ich weiß ja nicht, was Kinder in Deutschland heute in der Schule lernen…

Aber Spiegel-Leser und Konsumenten anderer „Qualitätsmedien“ erfahren diese elementaren Zusammenhänge nicht, stattdessen tut der Spiegel ganz überrascht, wenn die EZB plötzlich meldet, dass die Inflation nicht nur lange andauern könnte, sondern auch noch steigen dürfte. Spiegel-Überschriften der letzten etwa zehn Tage zu dem Thema lauteten zum Beispiel „Geldentwertung – EZB-Direktorin Schnabel warnt vor »Aufwärtsrisiko«“ oder „Vizechef der EZB de Guindos – Inflation »nicht so vorübergehend wie erwartet«“ – wobei ich mich frage, wer ernsthaft erwarten konnte, die Inflation sei vorübergehend. Der letzte Artikel zu dem Thema im Spiegel ist vom 1. Januar 2022 und die Überschrift lautet „Steigende Preise – Experten rechnen mit dauerhaft höherer Inflation“ – na, da bin ich aber überrascht…

Dass die Lage durchaus ernst ist, zeigt zum Beispiel ein Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Inflation in Deutschland – Importpreise steigen so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr“ und unter der Überschrift „»Jahrzehnt mit niedrigerer Rendite« – Norwegens Staatsfonds erwartet Inflation und Kursverluste“ zitierte der Spiegel den Chef des staatlichen norwegischen Investmentfonds mit den Worten:

„Ich glaube, das wird noch viel ernstere Folgen haben, als zurzeit üblicherweise angenommen wird.“

Die Immobilienblase

Dass einer der Preistreiber der Inflation die Immobilienpreise sind, kann nicht überraschen, denn die Immobilienpreise steigen seit der Finanzkrise von 2008, weil die Zentralbanken die Märkte mit Geld geflutet haben, wovor ich schon vor der Pandemie gewarnt habe. Jetzt steigen die Immobilienpreise noch schneller als damals, die zusätzlich in die Märkte gepumpten Corona-Hilfen machen es möglich.

Während ich in dem ober verlinkten Artikel im Dezember 2019 einen Spiegel-Artikel auseinandergenommen habe, in dem ein „Experte“ des Spiegel bestritten hat, es gäbe in Deutschland eine Immobilienblase, klingt das im Spiegel neuerdings anders. Schon im Oktober lauteten Überschriften im Spiegel plötzlich „Mögliche Blase – EZB mahnt zur Vorsicht bei Immobilienkrediten“ oder „Immobilien – In Frankfurt am Main ist die Gefahr einer Preisimplosion weltweit am größten

Dass die Inflation aus den Finanzmärkten nun über die Immobilienpreise bei den normalen Menschen ankommt, zeigt ein aktueller Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Statistisches Bundesamt – Wohnimmobilien verteuern sich rasant„, dessen Einleitung lautete:

„Für Häuser und Wohnungen müssen die Menschen in Deutschland zunehmend mehr bezahlen – auch auf dem Land. Im dritten Quartal kosteten Wohnimmobilien im Jahresvergleich zwölf Prozent mehr.“

Die Blasenbildung ist schon lange nicht mehr auf die Großstädte beschränkt, sondern sie schreitet auf dem Lande inzwischen sogar schneller voran, als in den Städten. In dem Artikel hieß unter anderem:

„Auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Immobilienpreise rasant. Dort verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und Eigentumswohnungen um 11,2 Prozent.“

Die Kamikaze-Politik der EZB

Ich habe im Sommer 2020 einen Artikel über die Corona-Politik der EZB geschrieben, in dem ich anhand eines Interviews, das der Spiegel mit dem schon erwähnten EZB-Vizechef de Guindos geführt hat, für Laien verständlich aufgezeigt habe, warum die EZB-Politik früher oder später in den Crash führen musste, und wie das Interview davon abgelenkt hat. Man soll sich nicht selber loben, aber als ich den Artikel bei der Recherche über das Thema jetzt wieder gelesen habe, musste ich lachen, denn ich war damals offensichtlich sehr sauer und habe das komplizierte Thema nicht nur für Laien verständlich erklärt, sondern war dabei auch ausgesprochen sarkastisch.

Das Finanzsystem stand im Grunde schon seit Jahren vor dem Kollaps und aus Sicht der westlichen Zentralbanken, die das mit ihrer Politik spätestens seit 2008 zu verantworten haben, kam die Pandemie genau zum richtigen Zeitpunkt. Nun können sie die Probleme, die sie selbst geschaffen haben, auf die Pandemie abschieben und „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel unterstützen sie dabei nach Kräften. Wir haben eine Inflation? Covid ist schuld!

Das Finanzsystem bricht zusammen, weil so viel Geld im System und die Welt insgesamt so überschuldet ist, dass sie unter der Last der Schulden zusammenbricht? Fein, Covid ist schuld!

Kommt der EZB-Coin?

Sollten die Entscheidungsträger plötzlich auf die Idee kommen, das Finanzsystem platzen zu lassen und als neues System einen EZB-Coin einzuführen, was man den Menschen mit einem „bindungslosen Grundeinkommen“ als soziale Innovation schmackhaft machen könnte, dann sollten Sie auf das Kleingedruckte achten.

Der Grund ist simpel, denn dann wäre man nicht nur in Sachen Einkommen vollkommen vom Staat abhängig, sondern das gesamte Vermögen eines jeden Normalbürgers wäre unter der Kontrolle der EZB. Dass man dabei gläsern wird und nicht einmal mehr einen Kaugummi kaufen könnte, ohne dass der Staat davon wüsste, ist noch nicht einmal das Schlimmste an einem EZB-Coin. Da man dann auch kein Bargeld mehr hätte, das im Zuge einer solchen Umstellung aller Wahrscheinlichkeit nach abgeschafft wird, wäre man vollständig vom Staat abhängig.

Da wäre es nur noch ein kleiner Schritt, bis man Menschen, die das System oder Maßnahmen der Regierung kritisieren, „abschalten“ und ihr Konto inklusive Guthaben sperren könnte. Das mag nach Schwarzmalerei klingen, aber das könnte „klein anfangen“, indem zum Beispiel als erstes Spenden an kritische Medien unmöglich gemacht werden. Dass Regierungen im Westen – und auch in Deutschland – mit kritischen Medien bereits in dieser Weise umgehen und mit solchen Mitteln gegen sie vorgehen, habe ich immer wieder aufgezeigt.

Leider habe ich den Verdacht, dass es über kurz oder lang in diese Richtung gehen wird, weil hinter den Kulissen bereits an vielen Bestandteilen solcher Programme gearbeitet wird, wie ich bei der Arbeit an meinem Buch „Inside Corona“ herausgefunden und in diesem Artikel an einem Beispiel aufgezeigt habe.

Da an diesen Programmen schon seit Jahren gearbeitet wird, kam die Pandemie, der man nun an all den Entwicklungen die Schuld geben kann, für gewisse Herrschaften zum bestmöglichen Zeitpunkt. Und genau diese Herrschaften verdienen derzeit an der Pandemie hunderte Milliarden und sie haben – so die Erkenntnisse aus meinem Buch – die Pandemie von langer Hand vorbereitet.

In meinem Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.

Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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