World Economic Forum – von der Leyen und Milei weisen den Weg

Ein Kommentar von Ernst Wolff  (apolut)

Die Welt wird in unserer Zeit vom mächtigsten Kartell in der gesamten Geschichte der Menschheit beherrscht. Es besteht aus den größten Vermögensverwaltern der Wall Street und den IT-Giganten des Silicon Valley.

Wie wir in den vergangenen dreieinhalb Jahren vor allem im Rahmen der Gesundheitskrise erfahren haben, hat sich dieser digital-finanzielle Komplex mittlerweile so gut wie alle Regierungen der Welt unterworfen.

Geholfen haben ihm dabei zahlreiche mächtige internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, die Weltgesundheitsorganisation oder das World Economic Forum, die er alle zu Instrumenten seiner Agenda gemacht hat.

Seit einiger Zeit allerdings kämpfen sowohl der digital-finanzielle Komplex als auch die von ihm gesteuerten Organisationen mit 2 großen Problemen:

Zum einen ist das Geldsystem, unter dem wir seit mehreren hundert Jahren leben, auf Grund der jahrzehntelangen Manipulation unwiderruflich zerbrochen und muss durch ein neues ersetzt werden. Zum anderen steht der globale Arbeitsmarkt auf Grund des rasanten Fortschritts der Künstlichen Intelligenz vor dem größten Einbruch seiner Geschichte.

Beide Probleme gefährden die globalen gesellschaftlichen Strukturen und stellen so die bestehenden Herrschaftsverhältnisse grundlegend in Frage.

Wie reagiert das herrschende Kartell auf diese Situation? Ganz einfach: Indem es die Gangart auf allen Ebenen drastisch verschärft. Wir erleben seit März 2020, wie eine winzige Minderheit uns unsere Rechte auf nie gekannte Weise entzieht, unseren Lebensstandard senkt und das in seine Endphase eingetretene Geldsystem rücksichtslos plündert.

Als Vorwand für diese Verschärfung haben den Verantwortlichen zunächst eine Krankheit und dann der Klimawandel gedient. Doch mittlerweile verfehlen beide Narrative in breiten Teilen der Bevölkerung zunehmend ihre Wirkung.

Das stellt für die Elite natürlich eine gewaltige Bedrohung dar, denn das bedeutet nicht nur Glaubwürdigkeits- sondern vor allem Kontrollverlust.

Um diesen Kontrollverlust zu verhindern und an den Hebeln der Macht zu bleiben, gibt es für die herrschende Elite in der gegenwärtigen Situation nur ein Mittel: Sie muss die Zügel weiter anziehen, jeglichen Widerstand gegen ihre Maßnahmen aus dem Weg räumen und zu diesem Zweck wirtschaftlich, politisch und medial alle verfügbaren Mittel einsetzen.

Wie der Weg, den sie einschlägt, konkret aussieht, das zeigen vor allem zwei Reden, die am diesjährigen Jahrestreffen des WEF in Davos gehalten wurden.

Zum einen die von Ursula von der Leyen. Die EU-Kommissionspräsidentin, ein langjähriges Vorstandsmitglied des WEF, sagte in ihrer Rede:

“Für die globale Geschäftswelt ist die größte Sorge in den nächsten zwei Jahren nicht der Konflikt oder das Klima, sondern Fehlinformation und Desinformation.“

In anderen Worten: Es wird vor allem darum gehen, vom Mainstream abweichende Meinungen zu zensieren, um jede Art von Kritik an den geplanten Maßnahmen auszuschalten. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür hat die EU bereits geschaffen. Der Digital Service Act, das Gesetz für digitale Dienste, das Verbraucher im Netz besser vor Desinformation und Hassrede schützen soll, ist schon im Oktober 2022 auf den Weg gebracht worden.

Einen weiteren Hinweis darauf, was die Welt in der nahen Zukunft erwartet, gab der Auftritt des neu gewählten argentinischen Präsidenten Javier Milei.

Um seine Ansprache richtig einordnen zu können, muss man Folgendes wissen: Argentinien hat 2018 den höchsten jemals vom IWF vergebenen Kredit über 57 Mrd. Dollar aufgenommen, von denen heute noch 44 Mrd. zur Rückzahlung anstehen.

Eine solche Verschuldung hat natürlich Folgen, denn der IWF verlangt für seine Kredite nicht nur Zinsen, er bindet diese Kredite auch an harsche Bedingungen. Er gibt den Empfängerländern genau vor, in welchen Bereichen sie Einsparungen oder Preiserhöhungen vorzunehmen haben, wo sie Steuern und Abgaben heraufsetzen und welche zusätzlichen Bedingungen sie zu erfüllen haben. In anderen Worten: Der IWF entzieht den Empfängerländern die finanzielle Souveränität.

Für Argentinien hat das in den vergangenen Jahren bedeutet: Die argentinische Geldpolitik wurde nicht in Buenos Aires, sondern in Washington in der Chefetage des IWF festgelegt. Und die ganzen Maßnahmen, die angeordnet wurden, haben nicht etwa dem argentinischen Volk, sondern ausschließlich dem von den USA gesteuerten IWF und den von ihm begünstigten Kräften genützt.

Was aber hat Javier Milei am 10. Januar – also genau 8 Tage vor seinem Auftritt in Davos – gemacht? Hat sich der Kettensägen-schwingende selbsternannte Anarcho-Kapitalist dem Diktat des IWF widersetzt? Absolut nicht. Im Gegenteil: Er hat sich dem IWF – genau wie seine von ihm aufs Schärfste kritisierten Vorgänger – wie ein vor seinem Herrn kriechender Hund vollständig und rückhaltlos unterworfen.

Milei hat mit Unterstützung des von ihm ernannten Wirtschaftsministers und des von ihm eingesetzten Chefs der Zentralbank – die er ja eigentlich in die Luft jagen wollte – die Freigabe einer weiteren Tranche des laufenden Kredits über 4,7 Mrd. US-Dollar vereinbart und damit die Autonomie über die Finanz- und Wirtschaftspolitik Argentiniens für die eigene Amtszeit vollständig aus seinen Händen gegeben.

Etwas banaler ausgedrückt: Nicht Javier Milei, sondern der IWF entscheidet in den kommenden Jahren über die Staatsfinanzen Argentiniens – und das heißt angesichts der enormen Schuldenlast nichts anderes, als dass der argentinischen Bevölkerung das bisher härteste Austeritätsprogramm in ganz Südamerika aufgezwungen werden wird.

Dass ausgerechnet ein Mann, der seine eigene Nation kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten einer vom Ausland gesteuerten Organisation unterordnet und damit alle Selbstbestimmtheit aufgibt – dass ein solcher Mann in Davos auftreten und sich dort vor versammeltem Publikum auch noch als radikaler Vorkämpfer finanzieller Freiheit inszenieren durfte, das sollte man jedoch nicht als Realsatire abtun.

Das Ganze war von den Machern des Treffens mit Sicherheit sorgfältig geplant und inszeniert:  Der internationalen Öffentlichkeit sollte damit nämlich – zusammen mit Ursula von der Leyens Rede – gezeigt werden, wohin der Weg in der vor uns liegenden Periode führt:

Während man Kritiker unter dem Vorwand, gegen Fehl- und Desinformation vorzugehen, einer eisenharten Zensur unterwirft, setzt man, wenn es um die eigene Politik geht, auf genau diese inzwischen vollkommen schamlose Irreführung der Öffentlichkeit – und setzt mit der üblichen Arroganz darauf, dass die Mehrheit der Menschen nicht in der Lage ist, dieses schäbige Spiel zu durchschauen.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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World Economic Forum – von der Leyen und Milei weisen den Weg
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4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Hr. Jürgen2,
    in Ehrfurcht verneige ich mich vor Ihrem Wissen, Ihren Kenntnissen, und der Intelligenz die Punkte miteinander zu verknüpfen. Ihre Kommentare sind meist wertvoller als die kommentierten Artikel und hervorragend in Worte gefasst.
    Daher kommentiere ich hier auch meist nichts, da meine wenigen Fragmente, die ich beizutragen hätte, schon bei Ihnen Erwähnung fanden. Vielen Dank und hoffentlich noch lange weiter so!

  2. Alles richtig, nur: Wenn der Großteil der betroffenen Menschen diese Zusammenhänge schlichtweg nicht kapiert, helfen die besten und vernünftigsten Argumente wenig.

  3. „Zum anderen steht der globale Arbeitsmarkt auf Grund des rasanten Fortschritts der Künstlichen Intelligenz vor dem größten Einbruch seiner Geschichte.“

    Leider kann ich die Auswirkungen so nicht sehen und vermute eher, daß hinter der Hype „Künstliche Intelligenz“ was anderes stecken könnte. Soweit ich verstehe, kann man an das KI-System Fragen stellen und Antworten bekommen, was bisher auch bei Google-Suche für Medizin und Rechtsberatung möglich war. Wenn Studienabschlüsse und Schulzeugnisse durch KI erledigt werden, war das früher auch schon Betrug. Und wenn Videos mit der tatsächlichen Stimme eines Menschen gefälscht werden können, sehe ich auch keine wirtschaftlichen Auswirkungen. Auch Operationen mit Hilfe von Computern sind heute schon möglich und werden bestimmt keine Arbeitslosigkeit der Ärzte verursachen. Wenn die Zeitungen mit KI produziert werden, werden sie immer weniger gekauft werden, weil ihnen dann die Originalität fehlen muß. Autos werden nie ohne einen Fahrer fahren, der Softwarefehler zur Not ausbügeln muß. Und bei dem sog. Fachkräftemangel hilft uns KI auch nicht, und die Roboter werden die Pflegekräfte in Altersheimen auch nicht ersetzen können, weil es ohnehin zu wenig Pflegekräfte gibt. KI ist also nur eine Steigerung der industriellen Revolution und wird allerhöchstens den Arbeitskräftemangel durch die Demographie mildern, aber keine Arbeitslosigkeit verursachen, wobei es sowieso abartig ist, daß wir bei soviel Maschinen immer länger arbeiten sollen.

    „Als Vorwand für diese Verschärfung haben den Verantwortlichen zunächst eine Krankheit und dann der Klimawandel gedient. Doch mittlerweile verfehlen beide Narrative in breiten Teilen der Bevölkerung zunehmend ihre Wirkung. ‚Für die globale Geschäftswelt ist die größte Sorge in den nächsten zwei Jahren nicht der Konflikt oder das Klima, sondern Fehlinformation und Desinformation.'“ Das hat sich der anglo-zionistische Westen selbst zuzuschreiben, daß er seine rechtlichen Grundlagen, z. B. GG, wegen Corona und Kliomawahn ad absurdum geführt hat. Wegen dieses offensichtlichen Täuschungsmanövers des medial-politischen Komplexes hat er seine echten System-Kritiker gestärkt, aber natürlich auch automatisch Spinner und staatlich finanzierte Trolls hervorgerufen, die das Netz mit irren Anschauungen überschwemmen, wie der Ratgeber der Eliten namens Dr. Coldwell.

    „In anderen Worten: Es wird vor allem darum gehen, vom Mainstream abweichende Meinungen zu zensieren, um jede Art von Kritik an den geplanten Maßnahmen auszuschalten.“ Das wird nicht ganz einfach sein, weil es auf die mehr oder weniger stumpfe Masse von 90 % nicht ankommt, sondern auf den Sauerteig der 10 % der aufgewachten, der in diesem Staat überhaupt noch denken kann und will und sich schlecht glattbügeln lassen wird.

    Die Wahl Mileis ist wieder der Beweis, daß das Wahlverhalten der Masse nicht berücksichtigt werden sollte. Milei hat mit einer Reihe von Happenings bei den Dumnmköpfen Eindruck gemacht, um gewählt zu werden, dabei war er von Anfang an im Bunde mit dem System, was er durch den Austritt aus den BRICs als bezahlten Agenten sofort gezeigt hat. Seine Rede in Davos hat er wortwörtlichj abgelesen und sie wurde ihm offensichtlich von einem versierten Volkswirt geschrieben, der sich auf unwidersprochenem volkswirtschaftlichen Fundament befand.

    Agentinien ist schon seit Jahren überschuldet, genauso wie Italien und Belgien, aufgrund eines fundamentalen Fehlers: der sog. Schein-Demokratie. D. h. der medial-politische Komplex hätte es sowohl in Italien als auch in Argentinien NIE soweit kommen lassen dürfen, daß die Politiker zu Lasten der Bevölkerung den Staat verschulden, wie wir jetzt durch die EU und EZB auch bei uns haben.

    Wenn die Gläubiger einen Staat überschulden, müßten sie vernünftigerweise einen Schuldenerlaß gestatten, wie es Mose 5, 15, 1 ff. fordert, allerdings nur für Mitglieder des jüdischen Volkes.

    https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU12/DEU.15/5.-Mose-15

    „1Alle sieben Jahre sollst du ein Erlaßjahr halten. 2Also soll’s aber zugehen mit dem Erlaßjahr: wenn einer seinem Nächsten etwas borgte, der soll’s ihm erlassen und soll’s nicht einmahnen von seinem Nächsten oder von seinem Bruder; denn es heißt das Erlaßjahr dem Herrn. 3Von einem Fremden magst du es einmahnen; aber dem, der dein Bruder ist, sollst du es erlassen. 4Es sollte allerdinge kein Armer unter euch sein; denn der Herr wird dich segnen in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird zum Erbe einzunehmen, 5allein, daß du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchest und haltest alle diese Gebote, die ich dir heute gebiete, daß du darnach tust. 6Denn der Herr, dein Gott, wird dich segnen, wie er dir verheißen hat; so wirst du vielen Völkern leihen, und du wirst von niemand borgen; du wirst über viele Völker herrschen, und über dich wird niemand herrschen. 7Wenn deiner Brüder irgend einer arm ist in irgend einer Stadt in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, so sollst du dein Herz nicht verhärten noch deine Hand zuhalten gegen deinen armen Bruder, 8sondern sollst sie ihm auftun und ihm leihen, nach dem er Mangel hat.“

    Argentinien hatte mit seinen Gläubigern schon einen Schuldenerlaß zu einem tragbaren Schuldenstand vereinbart, als ein (vermutlich jüdischer) Richter in New York diese Vereinbarung mit den argentinischen Gojjim kassierte und auf der Zahlung der vollen Summe bestand. Damit wurde die Betrafung der leichtsinnigen Gläubiger verhindert und seitdem ist Argentinien nicht mehr aus der Krise gekommen.

    Einen ähnlichen Hintergrund hatte die Eroberung Mexikos durch Napoleon III., der den phantastischen Erzherzog Maximilian dort als unglücklichen Kaiser einsetzte. Durch die ständigen Wirren in Mexiko und insbesondere da die USA Mexiko nebenbei die Hälfte seines Landes stahl: Texas, Neu-Mexiko, Kalifornien usw. hatte der Wert der mexikanischen Staatsanleihen stark an Wert verloren. Eine französische Bank kaufte diese Anleihen zu niedrigem Wert und forderte von Mexiko den vollen Betrag zurück. Da Benito Juarez dies nicht konnte und die Bank politisch gut vernetzt war, wie jetzt Warburg mit Scholz, gewann sie Napoleon dazu mit Steuermitteln den Marschall Bazaine nach Mexiko zu schicken und die Regierung zu stürzen. Bazaine kapitulierte später im Oktober 1870 bei Metz.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois-Achille_Bazaine

    • An den Kriegen der letzten 200 Jahren dürfte kaum einer zu finden sein, an dem nicht direkt oder indirekt Banken beteiligt waren. Jetzt gegen Rußland Scholz (Warburg-Connection), Merz (Blackrock). Im Ersten Weltkrieg finanzierten die Banken den gewaltigen Aufbau der Rüstung an der Ostküste der USA, um unsere Kriegsgegner mit Waffen zu beliefern. Als unsere Kriegsgegner kein Geld mehr hatten, lieferten die Banken gegen Kredit, und als nach dem Zusammenbruch Rußlands es so schien, als würde das Deutsche Reich gewinnen, zwangen sie sofort die USA in den Krieg gegen uns: mit der ganzen verhängnisvollen Nachkriegszeit ab Versailles, bis zu unserem absehbaren Ende!

      Es istganz lehrrreich, wie der Krieg gegen Mexiko wegen Finanzgeschäften angezettelt wurde:

      Johannes Scherr, Menschliche Tragikomödie, 10. Band, 1884

      https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?sts=t&cm_sp=SearchF-_-home-_-Results&ref_=search_f_hp&tn=Menschliche%20Tragikom%F6die&an=Johannes%20Scherr

      Das Trauerspiel in Mexiko (1863)

      Am teuersten ist das „an der Spitze der Zivilisation Marschieren“ in Mexiko den Franzosen zu stehen gekommen. Die Tausende und wieder Tausende von armen Soldaten [,die starben], die Hunderte und wieder Hunderte von Millionen [Steuergeldern], welche die mexikanische Expedition gekostet hat, wer hat sie genau gezählt? Eine klare Rechnung wird vielleicht nie gestellt werden oder gestellt werden können. Aber was tut das? Frankreich ist ja, wie jedermann weiß, zu jeder Zeit und unter allen Umständen »reich genug, seinen Ruhm zu bezahlen«, und jedes Volk hat bekanntlich die Regierung, welche es verdient. [Anm.: Bei uns die Ampel!]

      Es ist sehr ergötzlich, die Bombasthymnen, welche der kaiserliche Moniteur und die gesamte bonaparte’sche Presse über die Motive der Expedition nach Mexiko angestimmt haben, mit der nachstehenden Geschichte zusammenzuhalten.

      Während seiner Gegenpräsidentschaft [in Mexiko] hatte der General Miramon mit einem gewissen Jecker, Schweizer von Geburt und später (1862) als Franzose naturalisiert, ein Geldgeschäft gemacht. Der Jecker streckte dem General die Summe von 7.452.140 Francs vor; davon aber nur 3.094.640 Francs in barem Gelde [d. h. Gold], die größere Hälfte in Wert- , beziehungsweise Unwertpapieren. Hierfür erhielt Herr Jecker von dem Afterpräsidenten aus die Staatskasse der Republik Mexiko lautende Schuldbriefe im Betrag von 15 Millionen Pesos (75 Millionen Francs in runder Summe). Diese gesamten Schuldverschreibungen – so setzte am 15. Juli von 1862 Lord Montagu im englischen Unterhause auseinander – verkaufte Jecker an den damaligen französischen Gesandten in Mexiko und dieser an andere Leute, bis sie zuletzt in den Händen des Herrn de Morny, des Halbbruders Napoleons des Dritten von mütterlicher Seite, sich befunden hätten. Lord Montagu deutete sogar sehr merkbar an, daß noch höher stehende Personen als Morny an dieser Jeckerei mitbeteiligt gewesen seien. Wie dem gewesen sein mag, genug, die französische Regierung verlangte von Mexiko die Rückzahlung des jeckerischen Anleihens und zwar im Betrage von 15 Millionen Pesos. Der Präsident Juarez erklärte, daß, obgleich der ganze Handel ungesetzlich gewesen, die Republik um des Friedens willen bereit sei, die vom Jecker dem Miramon wirklich geliehene Summe anzuerkennen und zu erstatten, nicht aber die 15 Millionen Pesos, d. h. 75 Schwindel-Millionen Francs.

      Damit wäre aber den Leuten, welche dieses allerliebste Geschäft unternommen hatten, natürlich nicht gedient gewesen. Sie verlangten den Betrag ihrer »Bons« und Frankreich mußte schließlich auch diese „Gloire“ bezahlen. Denn die Inhaber der miramon’schen Schuldbriefe sind in Folge der mexikanischen Expedition befriedigt worden und haben sich also in diesem Falle Schwindelmillionen in wirkliche verwandelt, was bekanntlich nicht so häufig zu geschehen pflegt wie das umgekehrte.

      Im Februar von 1863 kam die Jeckerei im Corps législatif zur Sprache. Diese Versammlung war nämlich seit 1857, wo 5 Republikaner in dieselbe gewählt worden, nicht mehr eine so ganz »stumme«, wie es im Interesse des Bonapartismus zu wünschen gewesen wäre. Die kleine republikanische Opposition griff den ganzen Riesenhumbug des mexikanischen Unternehmens entschieden an und Jules Favre beleuchtete insbesondere das jeckerische Geschäft. Er äußerte, mit den Waffen Frankreichs habe man die 75 Millionen zurückgefordert, während man doch wissen mußte und zweifelsohne wußte, daß alle die Schuldverschreibnngen, welche dieser Forderung zu Grunde lägen, auf ein schmähliches Wuchergeschäft basiert und zum vierten Teil ihres Nominalwertes aufgekauft seien und zwar, wohlverstanden noch bevor der Jecker als Franzose naturalisiert worden sei. Trotzdem habe man denselben als ein französisches Opfer mexikanischer Anarchie und Treulosigkeit hingestellt und seine Sache ohne weiteres zur Sache Frankreichs gemacht. Die Herren von der Regierung würden ja wohl wissen, warum. Die Erwiderung des „Sprechministers“ Billault, eines Renegaten mit einer Stirne von Bronze, fiel ganz kläglich aus. Er schwatzte von der Leichtfertigkeit und Lebhaftigkeit der französischen Einbildungskraft, welche gar zu gerne an »skandalöse Insinuationen« glaube, und sagte, es würde ihm leicht sein, das Gegenteil von allem zu beweisen, was Favre vorgebracht habe: allein er hütete sich wohl, diesen Beweis auch nur von ferne zu versuchen. Favre hatte eben einfach die Wahrheit gesagt.

      Der finanzielle Teil des mexikanischen Handels entsprach überhaupt dem Charakter des Ganzen. Lug und Trug von A bis Z. Jedermann weiß, welche Mittel aufgeboten wurden, um die Franzosen zur Beteiligung an den »mexikanischen« Anleihen zu bewegen, die in Mexiko selbst nicht den geringsten Anklang gefunden haben. Was es mit dem angeblichen »Imperialismus« der Mexikaner auf sich hatte, erhellte schreiend aus der Tatsache, daß von den Obligationen dieses zur Begründung der Monarchie [durch Maximilian] in Mexiko kontrahierten Anleihens nicht eine einzige im Lande selber untergebracht werden konnte. Sogar von den mexikanischen Mitgliedern des Kaiserschwindelkomplotts hat nicht ein einziges sich herbeigelassen auf die Anleihe zu subskribieren. Diese Herren wußten eben besser als die armen unwissenden Philister von kleinen Rentiers in Frankreich, welche Hoffnungen auf mexikanisches Kaisertum zu setzen wären.

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