Wer hat diesen mysteriösen Angriff geführt?

Eric Margolis (antiktieg)

Der Mittlere Osten hat seine eigene Vielfalt an verrücktem Humor. Seit 2015 sprengen und bombardieren die Saudis den unglückseligen Jemen, eines der ärmsten Länder dieser Welt.

Diese von den USA unterstützten Angriffe und eine von Saudi-Arabien und seinem Handlanger, den Vereinigten Arabischen Emiraten, verhängte Marineblockade des Jemen haben zu Massenhunger geführt. Niemand weiß, wie viele Jemeniten gestorben sind oder derzeit verhungern. Die Schätzungen reichen von 250.000 bis zu einer Million.

Der schwarze Humor? Die Saudis behaupteten gerade, dass sie in der vergangenen Woche Opfer iranischer „Aggression“ wurden, nachdem die führende Ölaufbereitungsanlage des Königreichs in Abqaiq von einem Schwarm bewaffneter Drohnen oder Marschflugkörper getroffen wurde. Die üblichen amerikanischen Militaristen, die jetzt von Staatssekretär Mike Pompeo angeführt werden, nachdem der verrückte Kriegshetzer John Bolton endlich rausgeschmissen wurde, fordern militärische Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran, obwohl die schiitische Houthi-Bewegung des Jemen die Verantwortung für den Angriff beansprucht hat.

Dieses Drama ereignete sich ungefähr zur gleichen Zeit, als Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, ein enger Verbündeter des US-Präsidenten Donald Trump, schwor, im Falle einer Wahl das gesamte Jordantal Palästinas zu annektieren. Keinerlei Protest kam aus den USA, die kürzlich Netanyahus Annexion der Golanhöhen Syriens abgesegnet haben, während sie Russlands Führer Wladimir Putin wegen der Annexion der Krim – einem russischen Besitz seit über 300 Jahren – geißelten.

Ich studierte US-Fotos der beschädigten saudischen Ölanlagen. Die Öltanks scheinen genau an der gleichen Stelle getroffen zu sein. Nach dem Angriff behaupteten die Saudis, dass die Hälfte ihrer Ölproduktion vernichtet wurde, aber einen Tag später schworen sie, dass die Produktion innerhalb einer Woche wieder aufgenommen werden würde. Es wurden Teile von sogenannten Drohnen gezeigt, die weit über die technologischen Möglichkeiten des Jemen oder gar des Iran hinauszugehen scheinen. Die Raketen könnten von der Ukraine geliefert worden sein.

Die Saudis, wie ihr Gönner in Washington, weisen eine schlechte Bilanz für Wahrhaftigkeit auf. Erinnern Sie sich an die saudischen Leugnungen über den Mord an dem Journalisten und saudischen Kritiker Jamal Khashoggi? Noch wichtiger ist, dass wir auf weitere Angriffe unter falscher Flagge im Golf gewartet haben, die einen Angriff der USA auf den Iran rechtfertigen sollten.





Das Muster der so genannten Drohnenangriffe auf die saudischen Ölanlagen ist einfach zu ordentlich und symmetrisch. Die Israelis haben ein starkes Interesse daran, einen US-amerikanischen und saudischen Krieg zu fördern. Die Angriffe in Saudi-Arabien erfolgten ironischerweise direkt nach dem Jahrestag des 9/11, der die USA in den Krieg gegen große Teile der muslimischen Welt stürzte.

Als langjähriger militärischer Beobachter fällt es mir sehr schwer zu glauben, dass Drohnen über so große Entfernungen und so genau ohne Flugzeuge oder Satelliten geführt werden können. Im Jemen, der gerade erst in das 12. Jahrhundert eintritt, ist der Wechsel eines platten Reifens eine große technologische Errungenschaft. Bis heute hat das iranische Raketenarsenal eine schlechte Zuverlässigkeit und große Steuerungsprobleme.

Abgesehen von diesen Fragen haben die Saudis Milliarden für US-Flugabwehrsysteme ausgegeben. Diese haben versagt bei der Absicherung der Ölanlagen. Die Saudis wären besser dran gewesen, Luftverteidigung von den Russen zu kaufen, zu einem Viertel des Verkaufspreises der US-Systeme.

Trump zeigte zumindest etwas Weisheit, indem er bisher Forderungen der Neokonservativen, die ihn umgeben, nach größeren Angriffen auf den Iran ablehnte. Die Explosion des Iran würde nicht viel nützen und die US-Streitkräfte im Irak, in Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Somalia und Syrien den Angriffen der iranischen Guerilla aussetzen. Saudische Ölanlagen – nach dem, was wir letzte Woche gesehen haben – sind verwundbar.

Der Angriff auf den Iran, wenn auch nur aus der Luft, riskiert einen viel breiteren Nahostkrieg, überhaupt wo die Trump-Administration, die ursprünglich gegen „dumme“ Nahostkriege aufgetreten ist, vor den Wahlen im nächsten Jahr steht. Aber die Regierung steht unter intensivem Druck von ihrer pro-israelischen Basis, den Iran zu verfolgen.

Die Bombardierung der iranischen Ölinfrastruktur wäre relativ einfach und wird seit Anfang 2002 intensiv geplant. Aber was dann? Der so genannte „Regimewechsel“ (Washingtons beliebtester Euphemismus zum Sturz ungehorsamer ausländischer Regierungen) funktioniert selten wie geplant und kann die USA in schrecklich chaotische Situationen bringen. Die CIA hat 1953 die demokratische Regierung des Iran gestürzt und schauen Sie, wo wir heute stehen.

Möglicherweise können die Angriffe auf Abqaiq die rücksichtslosen saudischen Führer dazu veranlassen, mit der Verwüstung des Jemen aufzuhören und ihren seit 1979 andauernden Stellvertreterkrieg gegen den Iran herunterzufahren. Aber verlassen Sie sich nicht darauf.

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