Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sprunghaft angestiegen

Die Zahl der Insolvenzen ist in Deutschland sprunghaft angestiegen. Ein Bericht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform macht nun das Ausmaß deutlich: Im Jahr 2023 gab es 23,5 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr – und die Aussichten für 2024 sind eher düster.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sprunghaft angestiegen
Quelle: www.globallookpress.com © Ralph Peters via www.imago-images.de Symbolbild

Quelle: rtdeutsch

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist 2023 sprunghaft angestiegen. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform meldet, gab es in diesem Jahr 18.100 Fälle von Unternehmensinsolvenzen. Dies stellt gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Plus von 23,5 Prozent dar.

Man erwarte zwar keine „Insolvenzwelle oder gar einen Insolvenztsunami“, allerdings würden immer mehr Firmen der dauerhaften Belastung nicht mehr standhalten. Patrik-Ludwig Hantzsch, der Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform, sagte:

„Immer mehr Firmen brechen unter den Dauerbelastungen der hohen Energiepreise und der Zinswende zusammen.“

Hinzu komme außerdem die Kaufzurückhaltung der Konsumenten angesichts der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten bei zugleich sinkenden Reallöhnen. Auch Nachholeffekte vergangener Krisen spielten eine Rolle:

„Viele nun insolvente Unternehmen haben jahrelang gegen multiple Krisen wie Corona, Inflation und Fachkräftemangel angekämpft. Als nachlaufender Indikator spiegeln die Zahlen nun die dicht aufeinanderfolgenden Krisen der vergangenen Jahre wider.“

Aufgrund der vielfältigen Ursachen werde die Wirtschaft daher auf breiter Front getroffen: Im Baugewerbe nahm die Zahl der Insolvenzen um 20,8 Prozent zu, im Dienstleistungssektor um 22,5 Prozent. Im Handel betrug die Zunahme 26 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe sogar 30,2 Prozent.

In den meisten Fällen trifft es dem aktuellen Insolvenz-Report zufolge kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Sie machen 2023 allein gut 80 Prozent der Insolvenzen aus, in den Vorjahren war der Anteil jedoch noch höher. Allerdings steigt die Zahl der Insolvenzen von Mittelständlern und Großunternehmen laut der Creditreform-Analyse massiv. Bei Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern ist die Fallzahl beispielsweise von 60 auf 90 gestiegen. Auch bei Unternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern stieg die Fallzahl um 50 Prozent und liegt nun bei fast 2.500.

Im Bereich 51 bis 250 Mitarbeiter gab es eine Steigerung um fast 76 Prozent auf 650 Firmen. Schätzungsweise 205.000 Arbeitsplätze seien im laufenden Jahr durch Firmeninsolvenzen bedroht oder weggefallen. Das sind 30.000 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Besonders hart trifft es den Handel sowie die Bau- und Immobilienbranche. Das bekannteste Beispiel dürfte wohl der Zusammenbruch der Signa Holding des österreichischen Immobilien- und Handelsinvestors René Benko sein. Zu dieser gehören in Deutschland zahlreiche Gewerbeimmobilien sowie der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof.

Auch die Mode- und Textilbranche war 2023 besonders betroffen, da zahlreiche bekannte Unternehmen wie Peek&Cloppenburg, Ahlers, Reno sowie Sportcheck Insolvenz anmeldeten. Zudem gab es weitere bekannte Fälle wie den Lebensmittelhändler Real oder den Spielzeughersteller Haba (RT DE berichtete). Hinzu kommt die Notlage in den Krankenhäusern, welche ebenfalls von Insolvenzen betroffen sind. Wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) im Oktober bekannt gab, sind seit November 2022 allein 26 Träger mit insgesamt 34 Kliniken in Insolvenz gegangen.

Auch für 2024 sind die Aussichten eher trübe, im kommenden Jahr rechnet man bei Creditreform mit zahlreichen weiteren Insolvenzen. Hantzsch erklärte:

„Die Zahl der Insolvenzen wird bei diesen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch in den kommenden Monaten deutlich ansteigen.“

Dass die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2024 etwa 20.000 betrage, halte er für „durchaus realistisch“. Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID), erklärte jedoch kürzlich, dass er nicht mit einem „Anstieg, wie wir ihn Mitte der Nullerjahre gesehen haben, mit über 30.000 Insolvenzen pro Jahr“, rechne. Den Höchststand gab es damals im Jahr 2003 mit 39.320 Fällen.

Laut Hantzsch, der von einer „Normalisierung der Fallzahlen“ spricht, seien die „Sondereffekte“ der Corona-Zeit, als die Bundesregierung die Insolvenzmeldepflicht zeitweise aussetzte, mittlerweile weitgehend verpufft. Zudem hätten sich die Rahmenbedingungen gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 deutlich verschlechtert, da verschleppte Strukturreformen angesichts der neuen Herausforderungen die Unternehmen besonders belasten.

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Stimmt, was dieser Logiker sagt. Das Geld geht irgendwo hin. Von den Armen zu den Reichen. Wenn die Grünen es andersrum vor hätten, wären sie nicht in der Vasallen-Regierung.

Dass die Scholli-Bande es mit den Insolvenzen so schnell hinbekommt, hätte ich nicht gedacht. Nun, je schneller, desto besser. Die Masse bevorzugt leider immer noch ein Schrecken ohne Ende.

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