Alle Betrachtungen dieser Welt

von Jürgen

beruhen auf was? Auf uns selbst! Unsere persönliche Einschätzung, beruhend auf einer gewissen Erziehung, die den einen für das, den anderen für jenes empfänglich macht. Wer nicht „erzogen“ wurde, hat er nicht eine größere Freiheit, sich zu entscheiden?

Wo die intellektuelle Vorgabe, ein Glaubensbekenntnis oder Parteibuch fehlen; da wo kein normierter Weg, keine Richtschnur vorgegeben, eröffnen sich nicht allein dadurch andere Wege? Eine größere Freiheit „von“ führt eher zur Selbstbestimmtheit?

Nun, diesen Versuch hatten wir schon einmal und der nannte sich antiautoritäre Erziehung. Was dabei herauskam, waren allerdings auch keine „besseren“ Menschen; was aber auch der damaligen Zeit geschuldet mögen sein könnte, die noch so manch´ anderes hervorbrachte, welches ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten zuließ …Wobei dieser Erziehungsstil, die Negierung der Erziehung, natürlich genauso Vorgabe ist!

Ein Kind „grenzenlos“ aufwachsen zu lassen heißt, daß es diese Grenzen sich selbst erarbeiten muß. Die frühkindliche Erfahrung, sich einer Autorität unterzuordnen, von ihr zu lernen, wird damit nur auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Und Eltern üben Autorität ja nicht um ihrer selbst willen aus; sie führen, unterbinden oder leiten an und sorgen für eine gedeihliche Entwicklung. Und wenn das Kind Glück hat, werden ihm seine Grenzen, wie auch seine Perspektiven, in Langmut und Liebe nahegebracht.

Wahrlich, Erziehung ist niemals perfekt! Wer das Glück und die Beschwerlichkeit, Eltern sein zu dürfen, erfahren hat, weiß sein ganz persönliches Lied darüber zu singen. Und wenn wir (meine Frau und ich) das ganze „Drama“ jetzt als Großeltern wieder erleben dürfen, so ist es gewiß nicht mit weniger Liebe verbunden, aber mit doch deutlich mehr Langmut! 😉

Was auch der Grund ist, warum ich als „Opa“ darüber schreibe. Ohne Erziehung geht es halt nicht! Ein „Bitte“ hier und ein „Danke“ da, auch wenn es mal vergessen wird, ist nicht nur rituelles Wiederholen eingeimpfter Gepflogenheiten, sondern zeugt von Wahrnehmen seines Gegenübers. Ich nehme und ich gebe, und lerne dabei, daß eben nicht alles selbstverständlich ist oder nur einem (meinem) Willen unterliegt!





Wenn man weiß, daß der Grundcharakter eines Kindes in den ersten drei bis vier Jahren herausgebildet wird, dann hat man keine Zeit für antiautoritäre Erziehung. Was danach kommt, kommt einfach zu spät! Es gilt also, frühestmöglich, Fundamente zu legen.

Wobei wir beim nächsten Aspekt wären. Wie soll ein solches Fundament aussehen? In einer Zeit, wo alles möglich ist und nichts mehr wirklich gilt? Attribute, wie Treue oder Sittsamkeit, Lauterkeit und Integrität, als überholt gelten? Rechte auch mit Pflichten verbunden sind? Wo der eigene Vorteil wichtiger ist wie der Gemeinnutz? Wo sich der Mensch in der aufgezwungenen Vielfalt der Glaubensrichtungen und Kulturen zurechtfinden soll?

In einer Zeit, wo sich junge Eltern bereits so desorientiert vorkommen müssen, wie sonst so mancher Demente? In einer Gesellschaft, in der die Politik, erstaunlicherweise, dann doch autoritär bestimmt, daß es keine Grenzen mehr gibt, weder nach außen noch im Inneren? Wo man sich des Geschlechtes seines Kindes nicht mehr sicher sein kann? „Finn-Luca, spiel doch auch mal mit den Puppen!“ …

Was soll nur aus unseren Kindern werden? Wie werden sie einst die Welt betrachten? Eine Welt, die sich zwar auf Werte beruft, aber keine mehr hat! Eine Welt, die immerzu von Frieden redet, aber unentwegt Krieg führt! Die von universellen Rechten spricht, aber dennoch Unterschiede macht!

Wie im Großen, so auch im Kleinen! Familie ist (die kleinste) Agentur der Gesellschaft. Und was Gesellschaft oder Politik predigen, das schlägt bis nach unten durch. Und das ist unser eigentliches Problem! Die uns aufgezwungene Sicht der Welt, wie sie zu sein habe! Die uns vermittelte Gesinnung, die uns glauben macht, daß Eigenes, und damit wir selbst, nichts mehr wert seien.

Was sehen wir denn, wenn wir auf das „Große“ schauen? Wo findet da noch Autorität statt, wenn Heerscharen von Beratern eingestellt werden? Wo alles nur noch in Ausschüssen zu Tode beraten oder einem demokratischen Konsens unterstellt werden muß? Wo ist hier noch Führung zu erkennen, wenn jede NGO, jeder Umweltschützer mehr zu sagen hat? Wo die Lobby im Reichstag überfüllt ist mit Industrie- und Pharmavertretern? Wo ist hier noch Liebe, wenn man ein Volk nicht aus der „Schuld“ entlassen will? Wo der Langmut, wenn eine NPD demonstriert?

So wie Greta und ihre Jünger/innen****** die Wissenschaft anrufen, werden (auch da), wo immer es passt, gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, nur gerade so, über Bord geworfen! Was sich nicht nur auf frühkindliche Erziehung bezieht, sondern auch darauf, daß es eben unterschiedliche Kulturen mit entsprechendem Hintergrund, wie auch traditionelle Wertvorstellungen gibt, die eben nicht kompatibel sind!

Wenn Eltern versuchen aus ihren Kindern lebensfähige und selbstständige Wesen zu machen, was macht der Staat mit und aus seinen „Schutzbefohlenen“, außer sie zu entmündigen, sie gegeneinander auszuspielen und insgesamt zu vernachlässigen (vorsichtig ausgedrückt)?

Wie sage ich es meinem Kinde?“ Nun, denen ist es reichlich egal, ob der andere eine andere Hautfarbe hat oder in welchem Glauben er erzogen wird. Es ist einfach nur dem Nichtwissen geschuldet. Was da auf sie zukommen mag, sie wissen es einfach nicht! Kindliches Vertrauen wird hier einfach nur ausgenutzt! Es ist unser Problem, wie wir damit umgehen wollen oder auch können! Ob wir die vorherrschende Sicht auf die Welt, wie sie zu betrachten sei, annehmen oder verwerfen! Für unsere Kinder!

Grüße vom Opa Jürgen

Wandere aus, solange es noch geht!

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7 Kommentare

  1. Das Entscheidende ist nicht, ob man ein Kind mehr oder weniger autoritär erzieht. Das Wesentliche ist, dass beide Elternteile dem Erziehungstil treu bleiben und dahinter stehen.

    Das schlimmste für Kinder ist, wenn die Maßstäbe der Erziehung wechseln.

    Interessant ist übrigens, dass die Kinder die durch eine wenig verschulte Waldorf Pädagogik gegangen sind am Ende durchaus besonders Leistungsorientiert sein können.

    Während viele Kinder die durch ein notenorientiertes System laufen, am Ende wenig Leistungsorientiert sind.

    Das Extrem der autoritären Erziehung haben wir in den USA, wo Eltern und Schulen ihre Kinder selbst mit Ortung und abhören ständig überwachen. Ich glaube nicht, dass das grundsätzlich der bessere Erziehungstil ist.

    Auch bei den türkischen und arabischen Zwandererkindern überwiegt eine strenge autoritäre Erziehung in der 4x so oft geprügelt wird wie in deutschen Familien. Ich kann nicht erkennen, dass diese Kinder dadurch Vorteile in unserer Gesellschaft haben.

    Aber das Ideal liegt vielleicht auch nicht bei den Extremen…

    • Martin,
      Deine Überlegungen hierzu haben durchaus ihre Berechtigung!
      Autorität darf aber auch nicht mit bedingungsloser Durchsetzung gleichgesetzt werden! Wahre Autorität hat dies bestimmt nicht nötig, fußt vielmehr auf anderen Qualitäten! 🙂

      Was unterschiedliche Erziehungsstile angeht,und wenn es nur Nuancen sind, Kinder (hast Du auch welche?) wissen dies sehr wohl zu erkennen, wie auch auszunutzen … gerade wenn es um die Eltern geht.

      Wobei, ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, daß Erziehung ziemlich bald endet! Da werden die Einflüsse von außen einfach zu groß! Wir können nur Grundlagen legen, was davon überlebt, steht auf einem anderen Blatt! 😉

  2. Ich habe zwar leider keine Enkelkinder, weiß aber auch nicht, ob ich das bedauern soll. Es ist doch zweifelsohne so, daß in allen „westlichen“ Ländern geheimnisvolle Kräfte darauf hinarbeiten, daß die Geschlechterunterschiede abgeschafft werden, daß männlich und weiblich eins wird und lauter verrückte Ideen durchgesetzt werden. AKK machte sich beim Fasching 2019 schon einmal für das Einheitsklo stark (glaube ich). RT.com berichtete gestern von Schulen in Birmigham, wo sich muslimische und christliche Eltern dagegen wehren, daß in einem Schulbuch ein König einen anderen König liebt. Bei uns bekomme ich von einem „Mathias von Gersdorff von Aktion KIG“ Infos über immer größere Perversitäten. Und niemand kann sich dagegen mehren, weil das genauso aus dem Hinterhalt von Geheimlogen kommt wie in der Politik. Vor Jahren war ich in Paris als Hunderttausende gegen die Homoehe demonstrierten. Hollande, der selbst 4 Kinder zeugte mit seiner Kabinettskollegin, aber sicherhaltshalber nicht heiratete, hat die Homoehe doch durchgesetzt. Warum wird hier immer der Wille einer Minderheit gegen den Willen der Mehrfheit durchgesetzt? Was ist der Finalzweck? Soll im Endeffekt die Menscheit zerstört werden, die Menschheit, die schon heute größtenteils nicht mehr richtig tickt? Ich habe zwar persönlich nichts gegen Homos, war mit einigen sogar politisch befreundet, müssen aber so Lesben wie Anne Will oder Homos wie Spahn unbedingt die Meinungsführerschaft bilden? Nach Meinung des Rundfunks eben schon!

  3. Es kommt gar nicht auf den Willen der Mehrheit an, sondern allein auf den Willen der Mächtigen.

    Die Demokratie war nie dazu da, dem Willen der Mehrheit Geltung zu verschaffen. Sie war und ist dazu dar, um die wahren Machtverhältnisse zu verschleiern und dem ganzen einen Anstrick von Legitimät zu verschaffen.

    Die Sklaven arbeiten viel besser, wenn man ihnen das Gefühl gibt, frei zu sein und das System zu bestimmen. Vorher war es eben so, dass es die Gefahr eines gewaltsamen Umsturzes und des Lebensverlustes der Mächtigen gab.

    Heute haben sie da mehrer Schichten an Politikern dazwischen, während die wesentlichen Entscheidungen auf Treffen der Mächtigen getroffen werden und dann über Politik, Logen, Vereine, Verbände, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Medien, Celebrities usw.. umgesetzt werden.

    Auch wenn vielleicht mehr Leuten bewußt ist, was da abgeht, als vor einpaar Jahrzehnten, als die Leute noch an das Gute im System geglaubt haben, läuft es trotzdem immer weiter.

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