Zinsen verarmen die Gesellschaft

Vor kurzem habe ich in diesem Blog einen vierteiligen Auszug von der „Freigeld-Zinstheorie von Silvio Gesell“ (aus seinem Werk: Die natürliche Wirtschaftsordnung; Band 11) reingestellt. Ehrlich gesagt hatte ich mit interessanten Kommentaren zu diesem Thema gerechnet. Leider war dies nicht der Fall. Nun ja, vielleicht mag es daran liegen, dass sich kaum jemand ein gesundes Wirtschaftswachstum ohne Zinsen vorstellen kann und von daher der Auszug von Gesell erst gar nicht gelesen wurde. Es gibt Leute, die Gesell für langweilig halten und sogar der Meinung sind, dass Gesell ein Kommunist war. Wer sein bedeutendes Werk (s.o.) gelesen hat, kann unmöglich einen Kommunisten in ihm gesehen haben.

Zugegeben, Silvio Gesell ist manchmal nicht ganz einfach zu verstehen, aber seine Theorie vom Freigeld, die er vor etwa 100 Jahren zu Buche schrieb, beschreibt genau das, was die Reichen so sehr hassen. Schwundgeld!

Er war der Meinung, das alles verfügbare Geld sich im Umlauf befinden und für die Wirtschaft zur Verfügung stehen sollte. Auf gehortetem Geld sollten Minuszinsen anfallen. Und genau dieses Szenario versuchen die Superreichen mit aller Gewalt zu verhindern, denn dann würden sie sich mittels leistungslosem Einkommen nicht noch weiter bereichern können. Unser heutiges Zinseszinssystem ist nämlich der Grund, warum Arme immer ärmer und Reiche immer reicher werden.

Wenn jemand Zinsen auf der Einnahmenseite verbucht, muss ein anderer dafür bezahlen. Und dies sind in der Regel die Verbraucher – die Masse. Jedes Produkt, welches Sie kaufen, beinhaltet Zinsen, die Sie an die Geldverleiher zahlen. Ein Unternehmer, der ein Produkt herstellt und dafür einen Kredit aufnimmt, zahlt für diesen Kredit Zinsen. Diese Zinsen sind im Preis des Produktes enthalten. Das heißt: Mit jedem Joghurt, den Sie kaufen, auch wenn er nur 35 Cent kosten sollte, machen Sie die Reichen immer reicher.

Natürlich brauchen Sie den Joghurt, das Gemüse, das Fleisch und sonstige Lebensmittel. Auch hätten Sie gerne ein Auto, einen PC, eine Stereoanlage, einen Fernseher … usw. So soll es ja auch sein in einer Konsumgesellschaft, aber bedenken Sie, das der Endverbraucher auf alle Produkte, die er erwirbt, im Durchschnitt ca. 30 Prozent Zinsen zahlt.

Meinen Sie wirklich, dass Sie etwas geschenkt bekommen? Die Reichen verschenken nicht einen Cent! Die Gier nach Geld und Macht ist in unserem heutigen Geldsystem grenzenlos – mitunter auch krankhaft.

Wenn Sie mir oder Silvio Gesell nicht glauben, dass unser Zinseszins-Geldsystem die Gesellschaft auf Dauer verarmen wird, dann vielleicht dem „killerzins“. Der killerzins zeigt unmissverständlich auf, warum Arme ärmer und Reiche reicher werden.


Warum Arme ärmer und Reiche reicher werden

Zinsen zu erhalten wird als etwas positives angesehen. Doch meistens übersieht man: Was der eine an Zinsen erhält, muß der andere an Zinsen zahlen.

Wenn die Deutschen also 3,6 Billionen Euro Geldvermögen haben, die sie verzinst haben möchten, so müssen auf der anderen Seite Schulden in der gleichen Höhe existieren, deren Schuldner Zinsen zahlen müssen.

Zinsen führen über den Zinseszins-Effekt zu exponentiellem Wachstum von Vermögen: Bei 4% Zinsen verdoppelt sich jedes Vermögen nach 17,5 Jahren. Aus 1000 Euro werden nach 17,5 Jahren also 2000, nach 35 sind es 4000, nach 52,5 sind es 8000, nach 70 Jahren sind es 16.000. Meistens hört man hier auf zu rechnen, weil: Wer lebt schon so lange, daß ihn das Problem interessiert? Aber: Was ist mit unseren Kindern und Enkeln? Sind uns deren Probleme egal? (Ehrlich aufgeschlossene Menschen können diese Berechnung gern weiterverfolgen und sich fragen, wie ein Wirtschaftssystem leben soll, wenn es in gar nicht so langer Zeit plötzlich bei zig-Trillionen Euro Geldvermögen angelangt ist und immer schneller weiter wächst). 3,6 Billionen Euro verdoppeln sich also dank Zinseszins in einem Zeitraum, den wir erleben werden. Das bedeutet, daß auch die Schulden sich verdoppeln werden, die unsere Wirtschaft ertragen muß – denn wenn die Geldvermögen nicht als Schulden in die Wirtschaft gedrückt werden, wer zahlt dann die Zinsen für die Vermögen?

Fazit: Zinseszins führt zu immer schnellerer Verschuldung. Deshalb finden sich auf Killerzins.de aktuelle Links zur Verschuldungsproblematik um zu zeigen, daß es sich hierbei nicht um ein theoretisches Problem handelt, sondern daß dieses Problem in der Realität unsere Lebensgrundlage langsam aber sicher zerstört.

Weiteres Fazit: Immer größer werdende Vermögen auf der einen Seite machen Reiche noch reicher. Immer größere Schulden auf der anderen Seite machen Arme noch ärmer. Deshalb finden sich auf Killerzins.de Links um zu dokumentieren, wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht – weil die Armen das zahlen, was die Reichen kriegen.

Die Reichen kriegen immer mehr, die Armen müssen immer mehr zahlen – dieses Problem läßt sich natürlich auch auf die Unternehmen übertragen. Es kommt deshalb zu einer immer stärkeren Auslese von Unternehmen, bei denen die Kleinen verlieren und die Großen gewinnen. Langfristig bewegen wir uns also auf eine Monopolisierung unserer Wirtschaft zu, da die Großen die Kleinen schlucken. Wundern wir uns also noch über die Pleitewelle in Deutschland, die ebenfalls auf Killerzins.de dokumentiert wird?

Zinsen belasten die Volkswirtschaft. Ein Unternehmen, welches sich Geld leiht, legt die Kosten für diesen Kredit auf die Preise um. Das heißt, jeder Käufer zahlt über den Preis Zinsen mit. Der Zinsanteil in den Preisen beträgt inzwischen ca. 30%, Tendenz steigend. In den Steuern beträgt der Zinsanteil derzeit bereits über 20%, weil der Staat über 20% seiner Steuereinnahmen als Zinsen wieder ausgibt. DEINE STEUERN! Für die Reichen! Natürlich wachsen diese Zinskosten ebenfalls immer mehr, je mehr Schulden der Staat macht. Wundert es uns also noch, daß der Sozialstaat demontiert wird?

Das, was unsere Volkswirtschaft produziert ist wie ein Kuchen zu betrachten, der aufgeteilt wird. Das eine Stück erhalten die, die ihre Arbeitskraft bereitstellen, das andere die, die ihr Geld für Investitionen bereitgestellt haben und darauf Zinsen erwarten. So weit ist dieser Vorgang völlig normal und auch in Ordnung, Volkswirtschaftler nennen diese zwei Einkommensarten „Arbeitseinkommen“ und „Kapitaleinkommen“. Menschen sparen aber ständig Geld, vor allem jene, die so wohlhabend sind, daß sie ihre Einkommen gar nicht verkonsumieren können. Wenn immer mehr Geld gespart wird, auf das man Zinsen erwartet, so werden die Kapitaleinkommen immer größer. Deshalb schreien unsere Politiker nach mehr Wachstum: Denn nur wenn der Kuchen im Ganzen wächst, den man verteilen kann, so wird niemand schlechter gestellt als zuvor. Nur ist die wirtschaftliche Situation so, daß der Kuchen nicht mehr wächst. Aber die Kapitaleinkommen wachsen weiter. Was passiert, wenn ein Kind ein immer größeres Stück vom Kuchen abhaben will? Das andere Kind bekommt weniger Kuchen. Im Fall der Wirtschaft heißt das: die Arbeitseinkommen müssen zurückgehen, damit die Kapitaleinkommen steigen können. Arbeitseinkommen sind vor allem Löhne. Fazit: Der Zins erzwingt ein Sinken der Löhne oder er rationalisiert Arbeitsplätze weg. Denn jeder Arbeitnehmer, der nicht mehr bezahlt werden muß, verkleinert natürlich die Arbeitseinkommen und läßt somit mehr Kuchen für die Kapitaleinkommen. Killerzins.de dokumentiert, wie der Arbeitsplatzverlust immer weiter voranschreitet – als Ergebnis der Umverteilung durch den Zins.

Und noch ein Fazit läßt sich schließen: Es gibt in der Natur keinen einzigen Prozeß, der langfristig exponentiell wächst, ohne irgendwann an seinem Wachstum zugrunde zu gehen oder in ein Gleichgewicht mit seiner Umgebung überzugehen. Aber in der Wirtschaft soll es möglich sein? Ist die Wirtschaft losgelöst von der Natur? Oder ist Wirtschaft nur eingebettet in die Natur und muß sich eigentlich an die Regeln der Natur halten? Wenn langfristig exponentielles Wachstum nicht möglich ist, aber Geldvermögen durch Zinseszins exponentiell wachsen, so muß es irgendwann zum Zusammenbruch des Währungssystems und damit der Wirtschaft kommen. Killerzins.de dokumentiert, wie die Währungen der Welt immer instabiler werden, wie Banken den Bach runter gehen und das blinde Volk nur danebensteht und es akzeptiert wie ein Naturereignis.

Aber: Wo man Ursachen eines Problemes kennt, kann man die Ursachen bekämpfen. Während unsere Politik sich also weiter abmüht, die Symptome mit zweifelhaften Maßnahmen in den Griff zu bekommen, setzen sich schlaue Menschen überall auf der Welt für die Behebung der Ursachen ein – nämlich ein Mittel zu entwickeln, den Zins zu neutralisieren. Verbote nützen nichts, das ist hinreichend bekannt. Aber Mechanismen gibt es wohl, den Killerzins abzutöten. Man muß es nur wollen und praktizieren. Killerzins.de dokumentiert deshalb, wie die Projekte von zinslosem Geld vorangehen. Denn: Es gibt zinsloses Geld, nur sind unsere konditionierten Hirne zu skeptisch gegenüber neuen Ideen – wir halten lieber an Traditionen fest, „weil es ja schon immer so war“, auch wenn die Welt um uns herum zusammenfällt.

Viele Menschen halten Diskussionen über dieses Thema überflüssig. Innerhalb einer Sekunde tun sie ab, was ihnen als ungewohnter Gedanke erscheint. Das ist schade, aber wohl offenbar „typisch Mensch“. Sie vertrauen darauf, daß „die da oben schon wissen, was sie tun“ und „wenn es so einfach wäre, wäre da wohl schonmal jemand drauf gekommen“. Verantwortung abzugeben und Probleme zu verdrängen ist, was der Mensch bislang wohl am besten kann. Warum haben alle großen Religionen den Zins jahrhundertelang verboten (im Islam ist dies immer noch der Fall!)? Warum schrieben Menschen wie der allseits anerkannte Wirtschaftler John Maynard Keynes ganze Bücher über die Auswirkungen des Zinses auf die Wirtschaft? Warum wird so viel Wert darauf gelegt, wenn die Europäische Zentralbank oder die US-amerikanische FED die Leitzinsen mal wieder geändert hat, wenn dies alles so unwichtig ist?

Warum fällt den Politikern aller Länder seit Jahrzehnten kein Mittel gegen immer wiederkehrende Wirtschaftskrisen ein? Vielleicht wegen dem, was Albert Einstein sagte: „Es ist schwieriger, eine vorgefaßte Meinung zu zertrümmern als ein Atom“

Quelle: http://www.killerzins.de/

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