Wo ist der General Yorck des Jahres 2017 ?

von Wilfried Schuler

Wo ist der General Yorck des Jahres 2017 ?

In Wiesbaden, das war die erste Stadt, die ich vor vielen, vielen Jahren zu sehen und zu erleben bekam, gab es eine Yorck Straße. Und sie ist immer noch da. Ich werde demnächst mal wieder hingehen. Es gab und gibt natürlich, Roon-, Clausewitz-, Scharnhorst-, Gneisenau-, Derfflinger-, Moltke-, und viele andere Straßen zuhauf, auch einen Blücherplatz, so wie in jeder Stadt die etwas auf sich hält. Im Spaß nannte ich das Gebiet einst, das Feldherrenviertel.

Keinesfalls, soll das Andenken an diese Soldaten hier beschädigt werden. Ja, sie waren Täter. Aber sie waren die Produkte und in vielen Fällen, auch die Opfer ihrer Zeit. Nicht zuletzt wegen des Militarismus und Bellizismus des Königs Friedrich von Preußen. Gerne auch, „Der Große“ genannt. Ein gnadenloser Tyrann gegenüber allen nicht konformen Ideen. Ein Vati Syndrom, vergleichbar dem aktuellen Mutti Syndrom. Hat nicht Mutti sich bei Gedenkveranstaltungen für die Militär Tyrannen durchaus hervorgetan? Die geistige Verwandtschaft ist nicht zu übersehen.

Aber nun zur Person des nachmaligen Generals von Yorck. Wie in Preußen nicht anders zu erwarten, war sein Vater ein Soldat, der wegen pekuniärer Umstände die Mutter seines Sohnes erst Jahre später ehelichen konnte. Der junge Yorck, trat im Teenager Alter von dreizehn Jahren in die Armee ein und machte seinen Weg. Nach heutiger Definition, ein Kindersoldat. Nach einem Kriegszug, hatten andere Kommandeure etwas klebrige Finger. Yorck aber, verurteilte das entschieden als Diebstahl und sagte seine Meinung vor versammelter Mannschaft. Dies rief den Alten Fritz auf den Plan, der Yorcks Ansichten nicht ganz teilte. Er beendete die Angelegenheit mit der Bemerkung, „Der Rittmeister von Yorck kann sich zum Teufel scheren“.

Diesen Gefallen tat Yorck ihm aber nicht. Er brummte ein Jahr Festungshaft ab, trat dann in die Dienste der Holländisch Ostindischen Gesellschaft und ging dahin wo der Pfeffer wächst, nämlich nach Indonesien und später nach Kapstadt. Nach Jahren, als der Alte Fritz das Zeitliche gesegnet hatte, kehrte er zurück, wurde vom neuen König Wilhelm in Gnaden wieder aufgenommen und setzte seine Karriere fort. Nach der demütigenden Niederlage gegen Napoleon 1806 verließen viele hohe Offiziere Preußen und traten in die Dienste des Zaren. Unter anderem auch von Clausewitz. Yorck jedoch blieb und ballte die Faust gegen Napoleon in der Tasche. Ein glühender Franzosenhasser. Preußen wurde, gegen seine nationalen Interessen, ein willfähriger Vasall Napoleon. Wie sich die Bilder gleichen. Beim Russland Feldzug, befehligte Yorck die preußische Armee, die an der baltischen Flanke operierte. Er belagerte Riga und war in verschiedene kleinere Unternehmungen verwickelt. Die verheerende Niederlage der Hauptstreitmacht, blieb ihm aber erspart und er konnte ungeschoren den Rückzug antreten. In Litauen, wurde er von Emissären des russischen Generals von Diebitsch aufgesucht. Auch von Diebietsch war ein Deutscher, der beim Zar in hohem Ansehen stand und in Russland eine steile Karriere gemacht hatte. Die Sache Napoleons war verloren, die Russen waren aber klug genug über den Tellerrand zu schauen. Sie wollten keine blinde Rache und hatten kein Interesse im Grunde nutzlose Kämpfe gegen die Preußen zu führen. Mehr noch, man bot Yorck eine Koalition an, Preußen und Russland gegen Napoleon. Yorck informierte seinen König, der das ablehnte. Die Verhandlungen liefen aber trotzdem weiter. Ein heikles Thema für Yorck, es hätte auch wegen Verrat vor einem Erschießungskommando enden können. Yorck galt als sehr schwieriger Charakter. Er war absolut unbeugsam und extrem eigensinnig. Schließlich gab er den Vorstellungen der Russen doch nach. Auch Clausewitz nahm auf russischer Seite an den Verhandlungen teil. Irgendwie gelang es den König zu überzeugen.





So kam die Konvention von Tauroggen zustande. Abgeschlossen am 30.12.1812, in der Poscheruner Mühle. Napoleon war zwei Wochen früher, am 18.12.1812, nach Paris zurückgekehrt und schon hatten seine Vasallen, genauso wie heute die Warlords in Afghanistan, die Seiten gewechselt. Wer aus Berlin, könnte heute den „Verbündeten“ in Afghanistan vorwerfen, sie seien unzuverlässig?

Yorck schreibt „ So denn Preußen wieder in seine Position von vor 1806 eingesetzt wird“ Also soll Russland den Preußen wieder zur alten Macht verhelfen? Interessant. Und genau so kam es auch. Das Ganze war die Idee der Russen und der Dank dafür gebührt ihnen. Das hat man später wohl vergessen. So wie man heute Gorbi´s Gutmütigkeit bei der Wiedervereinigung vergessen hat.

Der Rest ist Geschichte. Nicht zuletzt mit Hilfe der Russen, konnte Napoleon überhaupt demontiert werden. Die Pontonbrücke über die Blücher in Kaub den Rhein überquerte, wurde von Zimmerleuten aus Bashkirien gebaut, man kann Einzelteile und die Werkzeuge heute noch im Blücher Museum in Kaub besichtigen. Ohne die Russen hätte Wellington in Waterloo seinen Satz so nicht sagen können. Er wäre gar nicht bis dorthin gekommen, weil ein Blücher der auf der Französischen Seite hätte stehen müssen, ihn daran gehindert hätte.

Diese kleine Geschichte endet mit der Frage:

Wo ist der Yorck im Deutschland von 2017? Ein Mann der aufsteht und dem Elend im Reichstag ein Ende macht. Er muss ja nicht unbedingt am Sonntag um 4 Uhr in der Frühe mit Panzern das Regierungsviertel umstellen.

Unsere Wünsche heute sind bescheidener. Keine Sehnsucht nach Macht und Größe. Wir wollen uns nur von Leuten befreit sehen, die den Willen des Volkes missachten und uns alle ins sichere Verderben führen.

Nachtrag vom 25.02.2018

In der angeblichen Demokratie BRD regelt die Monarchin Ihre Nachfolge. Die harten Männer in der CDU sehen zu, wie eine Muttikratie in eine andere übergeht. Ein Yorck ist nicht in Sicht. Ganz Berlin ist eine große Muppets Show.

Und noch ein Zitat von Noam Chomsky das uns vielleicht zur Antwort leitet.

Die Mehrheit der gewöhnlichen Bevölkerung versteht nicht was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass sie es nicht versteht.

Das erinnert an Plato´s, Wer weiß dass er nichts weiß….

Ist diese offenkundige Wahrheit schon schlimm genug, so erfährt sie noch eine Steigerung durch den Umstand, dass sie für den gesamten Bundestag auch zu gelten scheint. Vielleicht mit Ausnahme von Wagenknecht und Gregor Gysi.

Wandere aus, solange es noch geht!

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3 Kommentare

  1. Ja und?
    Hätte Napoleon den Krieg gewonnen, wären uns die später folgenden zwei vernichtenden Weltkriege erspart geblieben, weil die Zyonisten nie soviel Einfluß und Macht hätten erreichen können.
    Der ganze Genderscheiss und die volle Idiotie in vielen Bereichen unseres Lebens wären uns erspart geblieben.
    Es gäbe schon längst ein vereinigtes Europa, nur wäre dieses eben nicht zyonistisch völlig durchseucht und damit dem Untergang geweiht.
    Jedenfalls, was die Belange unserer europäischen Völker angeht.
    ( So. Und nun legt bitte diesen Kommentar dem Schuster zur Prüfung vor Freigabe vor)

  2. "Keinesfalls, soll das Andenken an diese Soldaten hier beschädigt werden. Ja, sie waren Täter."
    Über so einen Satz könnte ich mich wieder so aufregen, dass dieser Beitrag gleich wieder wegzensiert wird!
    Wie kann ein Soldat, egal aus welchem Land ein "Täter" sein?
    Er hat seinen Befehlen zu gehorchen, oder er wird hart bestraft werden.
    Wenn jemand ein "Täter" ist, dann ist es durchweg und NUR! ein verdammter Politiker, der ja gerade dafür mit Gesetzen sorgt, dass "seine Befehle" in Recht und Gesetzt gegossen auch angewendet und rigoros eingehalten werden.
    Verdammt nochmal!
    Schafft diese elendigen Politiker alle miteinander ab, weltweit. Diese dienten und dienen nie und nimmer dem eigenen Volk, sondern immer nur dem Geld und eigenen Interessen.
    Erst dann wird es Ruhe, Wohlstand und Frieden geben!

  3. Die Eigenmächtigkeit des Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg mit den Russen im Jahre 1812 eine Neutralität zu unterzeichen, während sein Oberbefehlshaber, der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., noch mit Napoleon verbündet war, hat letzterer ihm sehr verübelt, konnte jedoch nicht mehr zurück, nachdem sich das Volk gegen Napoleon ausgesprochen hatte.  

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Yorck_von_Wartenburg

    Wie ganz anders das Verhalten des Karl Ernst Thomas de Maizière, des Innenminsters, der entgegen der Asylgesetzgebung die Gesetze brach, um im September 2015 für ungeheure Massen unsere Grenzen zu öffnen auf Anweisung von Merkel.  Er ist ein Schandfleck in unserer Geschichte, genauso wie seine Vorgesetzte, der er zu Sicherung seines Einkommens und Pension gehorchte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_de_Maizi%C3%A8re

    Das Wort "Mutti" ist absolut falsch gewählt.  Man will sich damit über eine Frau lustig machen, die jedoch beinhart ist und de Maizière mit Rauswurf drohte, Norbert Röttgen sogar rauswarf, und außerdem gar keine Mutter ist, keine Kinder gebar, wenn nicht gar abgetrieben hat, was in der DDR ohne Komplikationen möglich war.

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