„Wir können dankbar sein, dass Merkel da ist“: Die mediale Kanzlerinnen-Apotheose

Die Zeiten sind hart, doch kein Grund zur Sorge – Deutschland wird ja von Angela Merkel geführt. Derartige Aussagen finden sich in jüngster Zeit in den „Qualitätsmedien“. Mit dem, was die Kanzlerin tut und sagt, hat das nicht viel zu tun. Mit Journalismus auch nicht.

von Andreas Richter (rtdeutsch)

Herrscher und andere wichtige Persönlichkeiten wurden in der Antike gern zu Gottheiten erklärt. Hintergrund dieser Apotheose genannten Vergöttlichung schon zu Lebzeiten war die Vorstellung, dass eine lebendige Gottheit besser für das Gemeinwesen sorgen könne als ein einfacher Mensch.

Etwas ganz ähnliches scheint nun Bundeskanzlerin Angela Merkel zu widerfahren, deren Verherrlichung durch die deutschen „Qualitätsmedien“ immer absurdere Züge annimmt. Man ist es längst gewohnt, dass diese Medien überaus freundlich und ehrfürchtig mit Merkel umgehen.

Was die Kanzlerin sagt und tut, wird nur selten hinterfragt, ebenso wenig die Motive ihres Handelns. Grundsätzliche Kritik sucht man schon länger vergebens. Doch mit der Corona-Krise hat auch die mediale Verehrung eine neue Ebene erreicht – die der Apotheose.

Der Spiegel veröffentlichte am vergangenen Wochenende einen bizarren Beitrag mit dem Titel „Die Merkel-Matrix“, dessen Kernthese lautete, dass die Kanzlerin in Krisen besonders stark sei. Der Autor machte vier Koordinaten aus, die das Handeln der Kanzlerin bestimmten: Wirtschaft, Freiheit, Humanität und Biedermeier. Und wie schon 2015 in der Flüchtlingskrise, werde ihr Handeln auch heute wieder von Humanität bestimmt:

In der Co­ro­na­kri­se setzt sich die Hu­ma­ni­tät vor die Wirtschaft und die Frei­heit. Mer­kel sag­te, man müs­se „den Ge­sund­heits­schutz vor­an­stel­len“. Sie sprach von der „menschlichen Ge­sell­schaft“, von „Für­sor­ge“, von „den Schwa­chen“ und er­wähnt Ar­ti­kel 1 des Grund­ge­set­zes, der die Wür­de des Men­schen für un­an­tast­bar er­klärt. Die Würde al­ler Men­schen. (…) In der Co­ro­na­kri­se spricht sie von Ge­mein­schaft, bis­lang ein eher ver­pön­ter Be­griff für Po­li­ti­ker von links bis zur Mit­te. Man spricht von Gesellschaft, weil das Viel­falt aus­drückt und Wi­der­sprü­che ein­schließt. Ge­mein­schaft be­tont die Ein­heit. Mer­kels Huma­ni­tät gilt al­len.

Die Menschenfreundin im Kanzleramt also. Natürlich könnte man fragen, wo sich Merkels Humanität in der Eurokrise, bei ihrer Sozialpolitik, bei den von ihr unterstützten Kriegen und Regimewechseln versteckte. Man könnte auch hinterfragen, ob Menschenfreundlichkeit wirklich das Hauptmotiv für das Agieren der Kanzlerin 2015 und heute war und ist oder man nicht doch vielleicht nur der Selbstdarstellung einer Politikerin auf den Leim geht. Könnte man, tut man aber offenbar als Journalist der „Qualitätsmedien“ nicht.





Einen anderen Pfad der Merkel-Vergöttlichung geht das Springer-Blatt Die Welt. Dort hieß es am Mittwoch: „In der Corona-Krise herrscht in den USA plötzlich ‚Merkelmania'“. Der Beleg dafür: drei Beiträge in Trump-kritischen US-Medien, die die Deutsche als Gegenbild zum verhassten US-Präsidenten hochjubeln. Daraus wird dann „Merkelmania“ in den USA.

Noch irrwitziger kommt ein Meinungsbeitrag im Sterndaher, der unter der Überschrift steht: „Warum jeder von uns heilfroh sein sollte, dass Angela Merkel noch Kanzlerin ist“. Es sei den Beschränkungen und „unserem exzellenten Gesundheitssystem“ zu verdanken, dass die Pandemie hierzulande nicht so gravierend verlaufe wie anderswo. Und wem noch?

Und nicht zuletzt Angela Merkel. Ihre Besonnenheit, analytische Kühle und ihr Weitblick sind genau das, was wir in einer solch beispiellosen Situation brauchen. Wie froh können wir sein, dass Merkel noch da ist. Dass sie es ist, die uns durch die Pandemie steuert.

Die Zwischenüberschriften „Sie findet die richtigen Worte und den richtigen Ton“, „Merkel ist demütig und verlässlich“, „Merkel ist Wissenschaftlerin“, „Unsere Kanzlerin hat Weitblick und Augenmaß“ verraten die Argumentation des Textes, der mit den Worten endet:

Wir können wirklich dankbar sein, dass Merkel immer noch da ist. Dass sie noch nicht amtsmüde ist. Denn auch wenn die Zeiten wahrlich sorgenvoll sind – zumindest darum müssen wir uns keine Sorgen machen. Bei Angela Merkel ist das Land in guten Händen.

Auch und gerade während Corona.

Man fragt sich beim Lesen solcher Machwerke: Glauben die Autoren, was sie da schreiben? Tickt so, wer das bundesdeutsche Bildungssystem von der Kita bis zur Journalistenschule durchlaufen hat? Oder erfüllen die nur ihren Auftrag?

Klar ist, dass sich die „Qualitätsmedien“ immer weiter von der ihnen wenigstens in der Theorie zugeschriebenen Rolle einer „Vierten Gewalt“ entfernen – die in Zeiten wie diesen besonders gebraucht wird – und lieber die Öffentlichkeitsarbeit der Regierung erledigen. Die mediale Kanzlerinnen-Apotheose ist nur ein bizarrer, aber konsequenter Auswuchs dieser Entwicklung.

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Wir? Mit „wir“ können nur die Großkonzerne und Schatten-Regierungen gemeint sein. Das Volk, das den Gewählten am Allerwertesten vorbei geht, wohl eher nicht. Wie sonst werden den kleinen Leuten durch Merkel und Co. das Geld aus den Taschen gezogen und den Großkonzernen in den Rachen geschoben?

Nochmal, was jetzt abläuft ist nur ein Testballon für den bevorstehenden Finanzcrash, der bereits begonnen hat. Über den Schuldigen wird seit Wochen in den Staats-Medien rauf und runter berichtet. Und so wird aus einer Lüge in den Köpfen der Menschen eine Wahrheit.

„Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt.“ (stammt angeblich von einem Meister der Propaganda)

Man muss den „Qualitäts-Medien“ zugestehen, dass sie dbzgl. aus der Geschichte etwas gelernt haben. Glückwunsch zu dieser herausragenden Erkenntnis!

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„Wir können dankbar sein, dass Merkel da ist“: Die mediale Kanzlerinnen-Apotheose
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7 Kommentare

  1. https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/40193

    Aus den Podesta-Mails von WikiLeaks vom 21.02.2016:

    Germany's Übergutmenschen get their death wish: Over 7 million lumpen migrants — incl. uncounted family members — have already received a meal ticket for life, and that's just for starters.

    ("Deutschlands Übergutmenschen erhalten ihren Todeswunsch:  Mehr als 7 Millionen Lumpenmigranten – inkl. nicht gezählter Familienmitglieder – haben bereits einen lebenslangen Essensgutschein – und das ist erst der Anfang!")

    “Our multicultural society is a colossal failure.” That came out of the mouth of Angela Merkel in 2004. And now she is hailing the next tidal wave of Muslim no-hopers as the best thing since sliced bread…….. It’s difficult NOT to picture Merkel in the padded-cell section of a funny farm under heavy sedation and in an industrial-strength straitjacket. Time was when it took a goodly number of nukes to wipe out Europe. All you need now is one Blöde Kuh with a Wiedergutmachung complex."

    ("Unsere multikulturelle Gesellschaft ist ein kolossaler Fehler."  Dies kam aus dem Mund der Angela Merkel im Jahre 2004.  Und jetzt bejubelt sie die nächste Flutwelle muslimischer Nicht-Hoffnungsträger als das besten Ding, seitdem man Brot zu schneiden (lernte) ….Es ist schwer sich Merkel nicht vorzustellen in einer Gummizellenabteilung einer Klapsmühle unter schweren Beruhigungsmitteln und in einer kräftigen Zwangsjacke.  Es gab eine Zeit, als es einer guten Anzahl von Atomwaffen bedurfte, um Europa auszulöschen.  Alles was man jetzt braucht, ist eine blöde Kuh mit einem Wiedergutmachungskomplex.")

    Wegen der Frau Merkel haben wir uns zu einem Gespött aller unserer Nachbarn gemacht, die alle ganz erstaunt sind, wen wir an der Spitze des Staates willig ertragen, weil einerseits dumm, verlogen, ideologisch verblendet und andererseits unsere Zukunft ständig stehlend, wie jetzt erneut in der Corona-Krise.  Diese sehr zutreffende Kennzeichnung der bösartigen Raute ist schon 4 Jahre alt und vielleicht läßt sie sich wieder nach unendlich langer Bedenkzeit doch noch einmal "überreden" den bisherigen Job fortzuführen, Schäuble nacheifernd.

    Henryk M. Broder ist bestimmt ein überzeugter Jude – und wenn der schon Merkel für abartig hält, sollten wir es erst recht tun:

    https://www.youtube.com/watch?v=NNg-VFd3M0A&list=PLhuw3twPZAbg0xbYJtijhqr3K-FjX6bCj&index=2&t=0s

    Aber wir werden sie einfach nicht los, weil die Kräfte im Hintergrund, deren Interessen sie vital vertritt, einfach übermachtig sind und weil denen Demokratie auch in jeder Hinsicht scheiß-egal ist, solange diese sog. Demokratie ihr sie begünstigendes Spielzeug ist!!!

  2. Diese Kampagne lässt vermuten, dass die wissen, dass die Umfrageergebnisse getürkt sind. Dass die wissen, dass die Reputation der Raute des Grauens angeknackst ist. Und jetzt versuchen die gegenzulenken. Dies Kampagne ist mit Sicherheit abgesprochen. Die Lügenpresse macht ihrem Namen also wieder alle Ehre.

    Aus diesem Grund wäre es vielleicht nicht schlecht wenn man die Maske beschriftet mit "Merkel Maulkorb".

    Ich träume jetzt einmal:

    Ich stelle mir also vor, dass Tausende der Bürger einen "Merkel Maulkorb" tragen. Die Mehrheit sieht die Maskenpflicht negativ. Zumindest bei uns. Es trägt bisher fast keiner eine Maske. 

    Wenn diese, als negativ empfundene Maske in der Öffentlichkeit vermehrt und immer wieder in Verbindung gebracht wird mit Merkel, so hat dies sicher einen negativen Einfluss auf die Zustimmungsrate zu Merkel.

    Noch besser wäre, wenn jemand (ich bin weiblich, alt, solo und technisch völlig unbedarft) diese so beschriftete Maske bei YouTube einstellen könnte. Auf diese Weise würden viele Menschen dies sehen können.

    Das ist endlich einmal eine Möglichkeit auf völlig legalem Weg, Widerstand zu zeigen.

  3. Apotheose, bwahah!
    Was passiert, wenn man irgendwie immun ist? Bei zu vielen Wiederholungen wird abgeschaltet und was Neues gesucht, oder nicht? Na gut…auch mal zurückgeschaut. Reflektieren, vergleichen, analysieren, planen…bin wohl nicht ganz dicht.

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