Weltwirtschaft im freien Fall

Folgen des US/Israel Angriffskriegs auf Asien

Heute, am 16. April 2026 sollten die Waffenstillstandsgespräche zwischen dem Iran und den USA und Israel wieder einsetzen. Während Israel weiter den Libanon bombte und die USA den Krieg durch die Blockade, die als kriegerische Aktion gilt, weiter führten, hatte sich der Iran mit Vergeltungsschlägen bisher zurückgehalten. Aber egal ob es nun schnell oder erst in Monaten zu einer Auflösung der Krise kommt, die durch den Angriffskrieg gegen den Iran entstand, der Schaden ist viel größer, als bisher in Medien vermittelt wird. 

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka (apolut)

Was wir bisher wirtschaftlich sahen war mehr das Vorbeben eines zu erwartenden weltökonomischen Erdbebens. Durch die Schäden und maritimen Behinderungen, jetzt angedroht durch die USA, entwickelt sich ein Szenario, welches erhebliche Auswirkungen auch auf Deutschland und Österreich haben wird.

Auf dem Höhepunkt der Krise stieg der Ölpreis auf 110–116 Dollar pro Barrel. Doch die Steigerung stagnierte mit der Waffenstillstandspause bei 90–100 Dollar. Flüssiges Erdgas (LNG) war noch stärker betroffen. Der Ölpreis stieg um mehr als 50 %, aber LNG stieg um bis zu 143 % –was in drei Jahren nicht mehr erreicht worden war.

Besonders betroffen ist Asien, da 20 % des weltweiten Öl und Flüssiggasmengen über Hormus in die Region fließen. Bis zum 12. April wurde die Region von LNG-Knappheit, Versicherungsprämien, Devisendruck und bereits gesperrten Schäden im zweiten Quartal überschattet. Was die Situation verschärfte, war, dass Premierminister Netanjahus brutale Militärkampagne im Libanon die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran, die am Sonntag ohne endgültiges Abkommen endeten, belastete.

Inflation, industrielle Erlahmung, Engpässe… 

In Energiekrisen war die Inflation schon immer der wichtigste Faktor. Ein Mangel an Treibstoff, Strom und Düngemitteln bedeutet, dass Kosten für Unternehmen (höhere Löhne, steigende Versandkosten, höhere Preise für Rohstoffe) auf die Verbraucher bei einer Vielzahl von Waren und Dienstleistungen weitergegeben werden.

Flüssiggas-Preis-Schocks führen meist zu einer industriellen Verlangsamung. Während die Preise für Petrochemikalien, Kunststoffe und Düngemittel drastisch steigen, ja sogar Versorgungsmängel entstehen, hat sich in Asien, der „Weltfabrik“, die größte „Unterbrechung“ ereignet. In dieser Hinsicht sind das gasabhängige Japan, Korea und Vietnam am stärksten betroffen.

Deutschlands und Österreichs Industrie hätte bessere Karten, wäre die Politik nicht den Weg der Sanktionen und der Einseitigkeit und damit Abhängigkeit in der Versorgung gegangen, wären die Sanktionen gegen Russland nicht zum Industrietöter geworden. Wir erinnern uns, dass noch 2018 Fachleute der Energiewirtschaft voraussagten, wie positiv NordStream die Sicherheit und Preisstabilität des Gasmarktes nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt beeinflussen wird.

Zurück zur heutigen Situation. Im Bereich Schifffahrt und Logistik bedeutet die Hormus-Störung höhere Fracht- und Versicherungskosten, was zu Engpässen in der Lieferkette in ganz Asien geführt hat. Wenn nun Donald Trump eine Blockade gegen die Blockade erklären sollte, um alle Schiffe, welche iranisch, oder neutral sind und eine Passage bezahlen, oder vom Iran als befreundet angesehen werden, und kostenlos den Service der iranischen Begleitung wahrnehmen können, wird sich die Situation noch einmal verschärfen.

Mit Devisen- und Kapitalflüssen haben Ölimporteure eine Währungsabwertung erlitten. Während die Zentralbanken die Zinssenkungen verzögern, entstehen angespannte finanzielle Bedingungen.

Der Tourismus ist auch nicht immun gegen Flugpreisspitzen und Störungen des Luftraums im Nahen Osten. Im Moment ist die Wirkung moderat. Aber das könnte sich ändern, wenn die Krise anhält.

Die Weltwirtschaft im Schockzustand?

Die Iran-Krise ist in erster Linie ein Öl-/LNG- und Lieferkettenschock. In Ostasien wird die industrielle Produktion unter Druck gesetzt. In Südostasien spiegelt sich dies in der Inflation und der Devisenknappheit wider.

Waffenstillstandsaufhebung bedeutet keine Normalisierung. Aufgrund der Unsicherheit bleiben die Versicherungsprämien hoch, auch wenn die Preise fallen.

In ganz Asien werden Wachstumsprognosen neu ermittelt. Sogar der IWF signalisiert eine breite globale Abstufung und „dauerhafte Narben“. Diese Krise ist ein systemischer Energieschock.

Ganz offensichtlich wurde der LNG-Schock unterschätzt.

Wenn die Schuldner-Länder herabgestuft werden

In Japan und Südkorea ist der Status quo schlechter als angenommen, aufgrund der Verwundbarkeit gegenüber LNG, Petrochemikalien und Exporten.

In Japan haben Inflation und schwacher Yen sehr negative Auswirkungen. Die Zentralbank bewertet die Zinsentwicklung neu. Das BIP-Wachstum Südkoreas liegt wahrscheinlich näher bei 1 % oder darunter, nicht bei 1,5–2 %.

Als Handels-, Schifffahrts- und Raffineriezentrum bleibt Singapur sehr sensibel gegenüber Frachtkosten und Energieströmen. Es steht vor einem erheblichen prozentualen Rückschritt.

Seit der ersten Trump-Regierung ist China durch mehrere von den USA geführte Sanktionen abgeschirmt. Aber sie profitiert von russischer Energie und vielfältigen politischen Instrumenten. Obwohl Peking widerstandsfähig ist, muss es mit der nachlassenden Nachfrage nach Export und Industrie zurechtkommen.

Vietnam versucht, seine steigende Lieferkettenbelastung zu bewältigen, insbesondere die Produktionskosten (Kunststoffe, Chemikalien).

Mit seiner sehr hohen Ölabhängigkeit und knappen Reserven stehen die Philippinen bereits vor einem Energienotstand, einem Währungsschock und Transportstörungen – inmitten des größten Korruptionsdebakels und der politischen Polarisierung seit Jahrzehnten.

Was passiert, wenn der Krieg anhält?

Was also, wenn der Waffenstillstand scheitert und der Krieg noch einen weiteren Monat andauert?

Wenn sich die Krise verschärft, würden sie in den Bereich von 150 Dollar steigen.

Die LNG-Preise würden hoch bleiben und bei knappem Angebot weiter ansteigen. Die Inflation würde im zweiten und dritten Quartal mit einer Verzögerung stark ansteigen.

Devisen würden insbesondere in Korea (KRW), den Philippinen (PHP) und Indonesien (IDR) weiter abwerten. Gleichzeitig würden die Lieferketten weiter zusammenbrechen und die Lagerbestände erschöpft werden.

Wichtige Eskalationsauslöser sind eine erneute Störung in Hormuz, LNG-Ausfälle in Katar und eine Krisenausweitung auf Bab el-Mandeb, die als Handelsschockmultiplikator dienen würden.

Laut dem IWF betrifft der Iran-Schock bereits 80 % der Länder. In Entwicklungsasien könnte die Krise um -1,3 Prozentpunkte des BIP-Wachstums abziehen.

Was für Asien klar erkennbar ist, wird in Europa in gedämpfter Form auch auftreten. Besonders gefährdet ist Deutschland, das seine Ölspeicher ausgerechnet zu Höchstpreiszeiten auffüllen muss, und wenn die Versorgung grundsätzlich gefährdet ist.

Anhaltender Angebotsschock 

Derzeit bleibt der Energieschock der größte, der je aufgezeichnet wurde. Abwärtsrisiken dominieren. Die Wachstumsverteilungen verschieben sich weiterhin nach unten. Und es gibt keine bedeutenden Upgrades.

Als regionaler Stabilisator liegt Chinas Wachstum bei etwa 4,0 %, wird jedoch durch schwächere Exporte und eine schwächere globale Nachfrage herausgefordert. Korea und Japan verschlechtern sich weiter.

In Südostasien erleidet Singapur einen schweren Schlag. Malaysia und Indonesien sind etwas abgeschottet. Die Importeure Südostasiens befinden sich nun in einer Wachstumszone von 3–4 %. Die Philippinen befinden sich bereits im Notfall.

Womit die Region jetzt umgehen muss, ist ein anhaltender Angebotsschock mit teilweisen finanziellen Entlastungen. Obwohl die Märkte sich erholen können, wird sich die reale Wirtschaft nicht parallel erholen. Die globalen Wachstumsaussichten verschieben sich auf 2,0–2,4 %.

Was in Asien passiert, bleibt nicht in Asien – weder Europa noch Nordamerika sind immun gegen den drohenden Tsunami.

War das nicht voraussehbar?

Natürlich war eine solche Entwicklung, ausgelöst durch einen Angriffskrieg gegen den Iran voraussehbar. Weshalb auch Thesen aufgestellt werden, die besagen, dass die USA diese Krise bewusst auslösten, da das Land zwar auch leiden wird, aber weniger als der Rest der Welt. Was letztlich den Abstieg der USA in Bezug auf den Rest der Welt bremst. Andere Analysten sagen, es sei ein Nebeneffekt, ein „Windfallprofit“, während die Interessen Israels im Vordergrund gestanden hätten.

(Teile des Artikels basieren auf der Arbeit von Dr. Dan Steinbock)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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1 Kommentar

  1. „Weshalb auch Thesen aufgestellt werden, die besagen, dass die USA diese Krise bewusst auslösten, da das Land zwar auch leiden wird, aber weniger als der Rest der Welt. Was letztlich den Abstieg der USA in Bezug auf den Rest der Welt bremst. Andere Analysten sagen, es sei ein Nebeneffekt, ein „Windfallprofit“, während die Interessen Israels im Vordergrund gestanden hätten.“

    Die erste These ist unwahrscheinlich, denn so weit denken die amerikanischen Politiker nicht, die nur an kurzfristigem Profit interessiert sind und nur eine kurze Legislaturperiode vor sich haben. Nur die zweite These ist der wahre Grund für diesen Krieg. Die Zionisten in Amerika haben das Land fest in der Hand mit ihrem Geld, wobei sie sich in Zukunft häufiger irren könnten, wie TRTWorld berichtet.

    https://www.trtworld.com/article/38c75bfec339

    „How AIPAC gamble backfired in New Jersey as Analilia Mejia wins special election for US House“

    https://www.trtworld.com/article/634c8ba44f5e

    „How the powerful pro-Israel lobby keeps controlling Democrats in the US“

    https://www.trtworld.com/article/5907646b2bfa

    „US Senate rejects Bernie Sanders‘ bid to block nearly $500 million in arms sales to Israel

    Lawmakers in the upper chamber of the US Congress voted down measures to prohibit the sale of 1,000-pound bombs and armoured bulldozers to Tel Aviv.“

    Die Demokraten der USA sind zwar jetzt noch die Partei der Juden und der Migranten, deren Parteijugend sich jedoch immer weniger für die Zionisten vereinnahmen lassen will. Das ist genauso wie bei uns, wo die paar Jahre des Dritten Reichs vom Fernsehen immer aufs neue hochgeputscht und immer mehr zerredet werden mit zweifelshaften historischen Ereignissen, die nur von den Staatsanwaltschaften unter dem Publikum erzwungen werden können, weil man unbedingt beweisen will der unbewiesene Völkermord Hitlers sei größer als der juristisch festgestellte von Netanjahu, wodurch man weiter Geld von uns erpressen will.

    Der Iran hat jetzt wieder die Straße von Hormus gesperrt, weil Trump seinerseits kein Entgegenkommen gezeigt hat und iranische Schiffe weiter blockiert, damit der Iran kein Geld mehr verdient. Die Situation ist also unverändert seit dem amerikanischen Truppenaufmarsch Anfang Januar. Der Iran ist für die Zionisten eine echte Gefahr, weil er diese jüdische Gründung nicht anerkennt, die die Angelsachsen ziemlich frech geschaffen haben. Der Iran denkt wohl, Israel wäre besser in Uganda gegründet worden, wo die Zionisten ursprünglich hinwollten. Deswegen müssen Israel und die USA die Theokratie des Iran unbedingt zerstören, so daß ein echter Waffenstillstand oder gar Frieden absolut unmöglich ist. Alles was jetzt von den Massenmedien verbreitet wird, von dem Lügner Trump sowieso, kann nicht stimmen, wenn sie nicht berichten, daß die Entscheidung in diesem Krieg nur von den besseren Waffen entschieden werden wird, weil es um zwei grundsätzlich unterschiedliche Anschauungen geht. Also kann die Weltwirtschaft sich auch nicht erholen, unsere sowieso nicht wegen unserer Regierung. Vielleicht eskaliert das ganze noch in einem Atomkrieg oder der Zerstörung von Bushehr oder D-i-m-o-n-a.

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