Weimarer Verhältnisse

von Michael Winkler (462. Pranger)

Anders als die Bonner Republik wurde die Weimarer nicht wirklich von Weimar aus regiert. In den Wirrungen nach dem verlorenen ersten Weltkrieg mußten sich die Volldemokraten zeitweise aus Berlin zurückziehen. Der Ort des Exils war besagtes Weimar, dort wurden wichtige Dinge ausgehandelt, wie zum Beispiel die Gehälter der Regierungsmitglieder. Die Herren Volldemokraten – Damen gab es damals in der Regierung noch nicht – schätzten ihren Wert außerordentlich hoch ein, erst Hinweise darauf, daß das Volk den Wert dieser Herren völlig anders beurteilte, brachte sie dazu, sich mit dem ursprünglich geforderten Monatsgehalt als Jahresgehalt zufrieden zu geben.

Die Weimarer Republik bestand nur 14 Jahre, sie war die ungeliebte Nachfolgerin des Kaiserreiches, hat aber zu keinem einzigen Zeitpunkt dessen Kultur, Stabilität, Prosperität und Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Staat erreicht. Die Republik war fortwährend den Begehrlichkeiten der Linksparteien ausgesetzt, vor allem der SPD, der USPD, der KPD und der NSDAP. Wobei allerdings die SPD nie gewußt hat, was sie wirklich wollte, und im Zweifel immer mit der Obrigkeit auf die Arbeiter geschossen hat.

Die Weimarer Republik stand unter dem Fluch des Versailler Vertrages, eines beispiellosen Machwerks eines Sieger- und Gewaltdiktats, das vor allem das Ziel hatte, das Deutsche Reich per fortwährender Ausplünderung zu Grunde zu richten. Frankreich und Belgien haben Deutschland als Selbstbedienungsladen angesehen, in den man nach Belieben einmarschieren und rauben konnte. Gegen die Gallier der 1920er Jahre nahm sich das „Vae victis!“ eines Brennus wie ein harmloser Partyscherz aus.

Die Schulden des Weltkriegs und die Reparationen hätten nur einen Staatsbankrott ausgelöst, die geradezu kindliche Unwissenheit der Volldemokraten führte zu einem weitaus größeren Desaster: Die Herrschaften haben einfach die Notenpresse angeworfen, immer mehr und noch mehr Geld gedruckt und so die wichtige, staatstragende Mittelschicht in absolute Armut gestürzt. Vermögen, die über Generationen angehäuft worden waren, lösten sich in der Hyperinflation in Nichts auf. Die Zwanziger Jahre waren nur für einige wenige Kriegsgewinnler golden, für geschickte Spekulanten und eine neue Klasse durchgeknallter Künstler, welche die Grenze ihres Wachstums längst erreicht hatten und sich nur noch über ihr Publikum erheben konnten, indem sie es für dumm verkauften.

Kunst war einst das, was dem Auge gefällt, das Ohr umschmeichelt. In dieser Zeit wurde Kunst elitär, erklärungsbedürftig, dem größeren Teil der Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Egal ob die Kunst an der Wand hing, figürlich im Raum stand, sich auf der Bühne abspielte oder mit Instrumenten dargeboten wurde, sie entglitt dem Volk. Abgehobene, entrückte Kunst war zu allen Zeiten ein Zeichen der Dekadenz, eines Kulturkreises, der seinen Höhepunkt überschritten hatte und dem Untergang zustrebte.

Mit der Rentenmark gab es eine kurze Scheinblüte, die mit dem Schwarzen Freitag an der Wall Street zu Ende gegangen ist. Einige wenige Jahre hatten die Menschen der Weimarer Republik ihr Auskommen, ihr zwar karges, aber tägliches Brot. Das war nicht das Verdienst der Volldemokraten, sondern ein zeitweises Ausbleiben weiterer Krisen. In dieser Phase gelang es der Republik, die Linken in Schach zu halten, nicht durch überlegene Staatskunst, sondern durch Lohn und Brot für die Mehrheit des Volkes.

Die Deutsch-Nationalen, die rechten Kreise, die den Kapp-Putsch und die Freicorps organisiert hatten, waren in dem 1920ern ruhig und stellten keine Gefahr für die ungeliebte Republik dar, allenfalls Ludendorfs Beteiligung an Hitlers Marsch auf die Feldherrenhalle könnte man als Ausnahme gelten lassen.

Für uns Heutige, die ein exportstarkes Merkeldeutschland gewohnt sind, die seit EWG-Zeiten Freihandelszonen kennen, ist die Isolation des Deutschen Reiches schwer vorstellbar. Außenhandel, Export war damals ein extrem schweres Geschäft. Das Reich konnte sich die dringend benötigten Devisen und das als internationale Leitwährung dienende Gold kaum verdienen. Deutsche Wissenschaftler waren von der Teilnahme an internationalen Kongressen ausgeschlossen. Wo das Kaiserreich in allen Belangen führend gewesen war, wurde die Republik zurückgedrängt, ausgestoßen, verbannt.

Politisch stabil war die Weimarer Republik nicht, denn die Volldemokraten waren eine Zusammenarbeit nicht gewohnt. Kleine Gruppen und Gruppierungen bekämpften sich gegenseitig, Kanzler und Minister wechselten häufig. Die einzige feste, verläßliche Größe waren die Reichspräsidenten, zunächst Ebert und schließlich Hindenburg. Der Feldmarschall galt als die Person gewordene Erinnerung an frühere, an bessere Zeiten, er war der Ersatzkaiser, der die Sehnsucht des Volkes stillte, aber nicht befriedigte.

Was heute als Weimarer Verhältnisse bezeichnet wird, betrifft die Spätphase der Republik, vor allem die Jahre 1931 und 1932, in der sich die weltweite Depression auf Deutschland verheerend auswirkte. Der Republik ging das Geld aus, und ihre Reaktion darauf war das eiserne Sparen. Banken brachen zusammen, Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Hunger, Not und Elend der frühen Dreißiger ließen die Zwanziger als bessere Vergangenheit erscheinen.

Da die bürgerlichen Parteien keine Antwort auf die Krise fanden, haben sich auf der linken Seite die internationalen Sozialisten der KPD mit den nationalen Sozialisten der NSDAP gestritten, geprügelt und gegenseitig erschossen. Die SPD hat damals grundlegend versagt, sie war zu links, um den bürgerlichen Staat zu stützen, und zu bürgerlich, um sich auf die Seite der Arbeiter zu schlagen. Wer hat Euch verraten? Sozialdemokraten! war damals ein gängiger Spruch.

Dieser Spruch ist übrigens geradezu erschreckend gegenwartsnah.

Die wenigsten Menschen der Weimarer Zeit haben damals gesehen, worauf das alles zutreibt. Was nur zu verständlich ist, denn wer in Stromschnellen um sein Überleben kämpft, der denkt nur selten darüber nach, wie der Fluß auf der Landkarte aussieht. Auch heute kämpfen die meisten Menschen gegen die nächste Welle, gegen den nächsten Strudel, ohne über den Lauf des Flusses nachzudenken. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie übernimmt ein Drehbuch und setzt es neu zusammen.

Was einst ein Reichskanzler Brüning getan hat, hat ein Bundeskanzler Schröder wiederholt. Seine Agenda 2010 hat zur Verarmung und zum Elend vieler Deutscher geführt, auch wenn die offiziell eingestandene Arbeitslosenzahl sich dadurch drastisch verringert hat. Für viele reicht es gerade so zum Überleben, das ist ähnlich der Zeit nach der Einführung der Rentenmark. Die Phase des exzessiven Gelddruckens hat die Europäische Zentralbank längst eingeleitet, zuvor hat das Merkel mit ihrer Abwrackprämie betrieben.

Statt der Franzosen haben wir Muselmanen im Land, die uns vorschreiben, auf welche Weise wir ihre Kultur und ihre Religion zu respektieren hätten, unterstützt von willfährigen deutschen Kollaborateuren in Amtsstuben und Justizpalästen. Die letzten Zahlungen für den Versailler Vertrag haben wir 2010 geleistet, heute bezahlen wir für die EU, für die Euro- und Bankenrettung und für den ESM an drei weiteren Versailler Verträgen. Unser hochgelobter Export ist in Wahrheit ein Tribut an fremde Länder, denn wir bekommen diese Waren nicht bezahlt, sondern nur Schuldscheine, Zahlungsversprechen, die keinerlei echten Wert besitzen.

Die Merkelrepublik verortet die Gefahr gerne auf der politisch rechten Seite, doch gerade da hat diese Republik mit ihrer Meinungskontrolle einen Scherbenhaufen hinterlassen. Die letzte Partei, die noch ganz leicht rechts angehauchte Thesen vertreten hatte, die FDP, ist wegen ihres Verrats an der Liberalität und ihren viel zu schwachen und konturlosen Parteivorsitzenden weitgehend verschwunden. Linke Schlägertrupps, Antifa und Schwarzer Block, praktizieren den Straßenterror gegen freie Meinungsäußerung. Volksverhetzung ist ein offizielles Propagandawerkzeug, nicht derjenigen, die deswegen vor Gericht gezerrt werden, sondern das der Linksaktivisten, die „bunt statt braun“ plakatieren und gegen das eigene Volk, die eigenen Eltern aufhetzen.

Die Sozialistischen Einheitsparteien Deutschlands bezeichnen sich selbst als Demokraten, doch sie sind bei den Faschisten in die Lehre gegangen und haben deren Methoden beherzigt. Ein Hugenberg, ja ein Goebbels hatte von einem republikweiten Meinungskartell nur träumen können, heute ist es verwirklicht. Unabhängige Sender, unabhängige Zeitungen sind rar gesät, höchstens im Internet herrscht noch Meinungsvielfalt, aber nur für den, der sie zu finden weiß.

Der einstige Wohlstand wurde durch enteignende Steuern verpraßt, und da selbst das nicht ausreicht, wurden 2.100 Milliarden Euro eingestandene Schulden angehäuft. Die Börsen steigen, hatten sich die 8.000 Punkte für den DAX über ein Jahrzehnt als Todeszone etabliert, hat der DAX heute schon die 9.400 Punkte überschritten. Alles scheint erreichbar, 9.500 Punkte, 10.000, 12.000, 15.000 – der immerwährende Reichtum ist ausgebrochen. Ja, das hatten wir schon einmal, bis zu einem Freitag im Oktober 1929.

Die Altersvorsorge vieler Deutscher ist bereits ruiniert. Mickerzinsen auf Sparbücher entwerten die Einlagen, selbst die Lebensversicherungen sind inzwischen gefährdet. Doch sollten die Zinsen erhöht werden, drohen reihenweise Staatsbankrotte, Bankenzusammenbrüche, Arbeitslosigkeit, Not und Elend. Wir tanzen auf einem Vulkan, dessen dumpfes Grollen den Ausbruch bereits ankündigt.

Der Merkel-Staat ist gefährdeter und schwächer, als wir alle denken. Das mittelmäßigste Mittelmaß an Volldemokraten hat keinerlei Ideen und keine Rezepte, um den Zusammenbruch abzuwenden. Oh, die Damen und Herren Regierigen wissen durchaus, in welcher Gefahr sie schweben, doch solange der Dienstwagen vor der Haustür wartet, werden sie alles tun, damit das so bleibt. Es wird dahingewurstelt, so wie einst bei Hindenburg mit den präsidialen Notverordnungen. Da der Bundespräsident zu unser aller Glück diese Vollmachten nicht besitzt, wird stattdessen eine große Koalition geschmiedet.

Der Koalitionsvertrag wurde zusammengestupfelt, als Musterbeispiel unverständlicher Polit-Rhetorik, er wurde veröffentlicht, und die SPD-Mitglieder dürfen darüber abstimmen. Erich Mielke hat die Stimmen längst gezählt, also wird demnächst die dritte Merkelregierung vereidigt. Die Zusatzprotokolle des Koalitionsvertrags sind natürlich geheim, was darin steht, werden wir alle noch erleiden müssen. Wer hat Euch verraten? Da CDU und CSU zu Personenkult-Wahlvereinen zusammengeschrumpft sind, bleibt nur die Antwort: Sozialdemokraten.

Die Weimarer Republik führte in den Untergang. Die internationalen Sozialisten wollten schon damals Deutschland auflösen, es in einen großen, sozialistischen Einheitsstaat eingliedern, als deutsche Sowjetunion. Die nationalen Sozialisten haben sich damals durchgesetzt, weil die Deutsch-Nationalen in ihnen das kleinere Übel gesehen und sie unterstützt haben. Sie hatten erwartet, daß Hitler scheitern und danach verschwinden würde, sie hatten allerdings übersehen, daß in Deutschland, und nur in Deutschland, ein nationaler Sozialismus Erfolg haben kann. Die Hitler-Regierung war geschickt genug, das Nationale zu betonen und damit dem deutschen Volk die Identität zurückzugeben, während der Sozialismus geschickt in der Volksgemeinschaft versteckt worden ist. Deshalb glauben viele Menschen, daß die NSDAP eine rechte Partei gewesen ist.

Keine der heutigen Sozialistischen Einheitsparteien ist pro-deutsch gesinnt, sie alle sind internationale Sozialisten, die Deutschland in der Räte- und Kommissar-Republik der EU aufgehen lassen wollen. Die Verdrängung und Verteufelung alles Nationalen, alles Deutschen, dient allein diesem Ziel. In der großen Auseinandersetzung auf karmischer Ebene soll damit eine positive Kraft ausgelöscht und der Menschheit für immer genommen werden. Unsere gewählten Volksverräter wissen das natürlich nicht, derartige Zusammenhänge übersteigen deren Verstand bei weitem. Dieses Thema möchte ich allerdings einem späteren Pranger vorbehalten.

Diesmal sollen die Weimarer Verhältnisse bis zum bitteren Ende durchgehalten werden. Die nationale Identität wurde durch Zuwanderung, durch das gezielte Einfluten Fremder zersetzt. Die Finanzen und die Zukunftsvorsorge der Deutschen wurden gezielt zerrüttet. Statt einer einheitlichen, dem Volk begreifbaren Kultur gibt es die Dekadenz für die Eliten, bei der Wagner-Opern in Schlachthöfen spielen müssen und in Mozart-Opern abgehackte Köpfe angesungen werden. Für die Unterschicht gibt es seichte Unterhaltung in den Massenmedien, Rätsel-, Spiel- und Talkshows. Eingelullt und jeglicher Bildung entrückt, sollen sie ihrem Untergang entgegendämmern. Brot und Spiele, sowie die tägliche Fünf-Minuten-Haß-Sendung, genannt Tagesschau.

Der Untergang ist längst geplant, und er wird nicht friedlich vonstatten gehen. Die Weimarer Verhältnisse werden in Straßenkämpfen und Bürgerkrieg enden, doch der erste Schlag dürfte an den Finanzmärkten stattfinden. Ein verarmtes Volk läßt sich leichter entrechten. Geld, das im Börsenzusammenbruch vernichtet worden ist, wird schon nicht zwangsenteignet, als „Solidaritätsabgabe Europa“. Was da abkassiert wurde, fällt nicht unter die Währungsreform. Nach der Währungsreform sind die Sozialkassen leer, es langt allenfalls noch für Lebensmittelgutscheine, für Rentner, Bedürftige und natürlich Ausländer.

Und einen Krieg bekommen unsere Volldemokraten auch noch hin, da habe ich keinerlei Bedenken.

©Michael Winkler

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