Was uns noch Kopf und Kragen kosten könnte

von Helmut Mueller

Was uns noch Kopf und Kragen kosten könnte.

Ce qui pourrait nous coûter la tête et le cou.

What could cost us head and neck

Es gibt Schwärmer und Fanatiker ohne besondere Fähigkeiten, außer einer bestimmten, und sind gerade dadurch ausgesprochen gefährlich. Der Boots-„Flüchtling“ und mutmaßliche Halsabschneider von Nizza kann als Vertreter jener wenig befähigten Generation instabiler und leicht beeinflussbarer Schwärmer, wie man sie auch in manchem politischen Lager findet, gesehen werden. Es wäre im konkreten Fall aber leichtsinnig, ganz allgemein die Beweggründe islamistisch munitionierter Attentäter und die tieferen Ursachen dahinter nur im Zusammenhang mit zwar gut meinender, aber verfehlter Integrationspolitik oder zum Teil selbstverschuldeter sozialer Ungleichheit sehen zu wollen. Auch die in den Herkunftsländern fehlende Perspektive für junge Leute kann keine einzige der unzähligen Gewalttaten in einem Gastland rechtfertigen.

Das Problem, so wie es sich jetzt in einigen EU-Ländern manifestiert, wurde ohne Zweifel planmäßig importiert, das heißt durch eine jahrzehntelang offenbar absichtlich fahrlässig bis landesverräterisch betriebene Willkommenspolitik ermöglicht. Was in den Medien längst die Frage nach persönlicher Verantwortung und Schuld aufwerfen müsste, säßen die meisten Chefredakteure (gewiss auch Bischöfe) nicht im selben Boot wie die Politiker. Doch unablässig und unbeirrt wird von ihnen allen, mehr direkt von den einen, etwas indirekter von den anderen, die Sache des von UNO, Brüssel, Vatikan und einflussreichen Logen geplanten und propagierten Bevölkerungsaustausches vor allem in den wirtschaftlich starken Ländern der EU weiter voran getrieben.

Im kleinen Kreis oder unter vier Augen ticken zwar in Sachen Einwanderung nicht nur viele französische Journalisten anders, da klingt es eben auch bei einigen Politikern da wie dort etwas anders als in deren Reden an die Nation oder in Wahlkämpfen. Gerade auch in Frankreich, heute wie gestern schon. Daran erinnerte vor einiger Zeit Alain Cagnat in der eher nicht linken kulturpolitischen Zeitschrift „Terre et Peuple“(1). Er brachte etwa als Beispiel De Gaulles Frage an einen seiner Vertrauten: „Würden Sie Ihre Tochter einem bougnoule (2) anvertrauen?“. Weiters erwähnte er auch Chiracs Hinweis (anlässlich eines Abendessens mit Parteifreunden) auf „den Lärm und Gestank“ der Immigranten aus Afrika. Dennoch wurde bis heute am vorgegebenen Ziel der (einst so genannten) Umvolkung durch Masseneinwanderung festgehalten, wie es übrigens von Chiracs Nachfolger Sarkozy letztlich im kleinen Kreis lautstark und bestimmt auch zugegeben wurde: die Förderung der „Metissage“ , der  kulturellen und ethnischen Fusionen. Was natürlich nicht heißt, dass diese Politiker deshalb eine besondere Sympathie für die Zuwanderer hätten. Diese sind bloß nützlich beim Aufbau einer neuen Weltordnung nach Zerstörung der alten.

So registrieren wir also im Privaten der politischen und gesellschaftlichen Elite gelegentlich völlig konträre Töne zu dem durch politisch-strategische und ökonomische Interessen bedingten ganz anderem Verhalten in der Öffentlichkeit. Dieselben besonderen Interessen ließen Chiracs engen Mitarbeiter Alain Juppé damals deshalb auch sagen, man müsse die Treue der Immigranten zu ihren Wurzeln akzeptieren, seien sie doch eine Quelle der Vielfalt, die unser kulturelles Erbe bereichert. Hätte auch ein deutscher Grüner oder unser besonders geschmeidige Sebastian Kurz (3) sagen können. Schön und weniger gut, denn dass die neue Vielfalt bei fortschreitendem Zuzug Fremdstämmiger eine andere, diese bodenständig, verdrängen würde, wird nicht gesagt.





In demselben Beitrag führt uns Alain Cagnat auch vor Augen, dass selbst rechtspopulistische Politiker wie Marine Le Pen der politischen Korrektheit etwas abgewinnen können – ein Phänomen, dass auch in deutschen Landen nicht unbekannt ist – wenn es Wählerstimmen bringen soll.  So meinte die Tochter von Jean-Marie Le Pen (den ich anlässlich eines Interviews erstmals kennenlernte) vor wenigen Jahren, das Konzept des Bevölkerungsaustausches würde ja einen Plan voraussetzen. Sie teile nicht diese verschwörerische Vision. Es dauerte aber nicht lange und sie musste sich, auf die Gefahr hin, eigene Anhänger zu verlieren, wieder davon distanzieren. Und ganz aktuell gesehen hätte sie sich sowohl was die sich rapide verändernde Bevölkerungsstruktur als auch die letzten Anschläge betrifft, mit so einer Ansage in ihrer eigenen Partei vollkommen diskreditiert und ihr Gesicht verloren.

Denn seit 2015 ist ja einiges passiert und die Einwanderung geht munter weiter, aber jetzt drängen vermehrt auch von Brüssel angelockte Afrikaner in Massen nach Europa und NGOs betreiben neben Kriminellen das Schleppergeschäft ganz offiziell. Dabei ist die Integration nicht nur in Frankreich längst gescheitert, wobei sich nicht nur Jean-Marie Le Pen  in seinen früheren Aussagen bestätigt fühlen dürfte. Ja inzwischen meinte sogar der linke französische Spitzenpolitiker Jean-Marc Ayrault, sie (die Integration) sei eine schlechte Grundlage für eine politische Ordnung, die politischen Möglichkeiten seien erschöpft. Zumindest solange an der derzeitigen Politik festgehalten wird, meine ich. Selbiges wissen wohl auch alle maßgeblichen System-Politiker in Europa, so sie bei Verstande sind, aber wollen oder dürfen es, vor allem im Westen der Europäischen Union, nicht vor ihren Wählern eingestehen. Sie sind Marionetten in einem Projekt, dessen widerstandslose Hinnahme den Europäern, mehr noch als eine Plandemie, eines Tages Kopf und Kragen kosten könnte.

In der erwähnten Zeitschrift „Terre et Peuple“ wird auch die französische Schriftstellerin Malika Sorel nicht eben im Sinne der Herrschenden deutlich: „Wir befinden uns in der Zeit der Konsequenzen, aber das Schlimmste ist, dass die Eliten trotz allem ihren Kurs nicht ändern wollen. Wir befinden uns in einer Konfrontation zwischen zwei Projekten der Gesellschaft, zwischen zwei Visionen der Welt“.  Also, wohin wollen, sollen wir uns wenden, und können wir überhaupt noch etwas beeinflussen? Alain Cagnat meint in seinem Beitrag denn auch, Zustände wie im Libanon oder in Syrien seien bei uns unvermeidbar, es sei denn, die Völker Europas erwachten und stünden in einem großen Schwung auf. Unverzagt meint er, diese Stunde sei vielleicht in nicht allzu weiter Ferne, und die Hoffnung sei nicht tot. Dem brauche ich eigentlich nichts hinzuzufügen.

(1) Terre & Peuple (Nr.66/2015) BP 38, 04300 Forcalquier (F)

(2) Abwertende Bezeichnung aus der Kolonialzeit für Nord- und Schwarzafrikaner

(3) Im Juni 2016, also nicht einmal ein Jahr bevor er Kanzler wurde, erklärte er noch zum Vorhalt, dass er der beste Mann der FPÖ in der Regierung sei, im Kurier:   „In puncto Resettlement (Neuansiedlung,Anm.) und Entwicklungszusammenarbeit ist meine Position eher mit der Position der Grünen zu vergleichen“. Und in derselben Kurier-Ausgabe urgierte Kurz damals, dass man „legale Fluchtwege“ schaffen müsse.

Anmerkung aus aktuellem Anlass: Wir gedenken in diesen Tagen unserer Verstorbenen, im Krieg Gefallenen und Vertriebenen. Sollten wir nicht auch die vielen Opfer einer verfehlten Asylpolitik in unser Gedenken mit einbeziehen?

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