Während die EU sich ruiniert, profitieren die USA weiterhin vom Russland-Handel

Während die EU sich ruiniert, profitieren die USA weiterhin vom Russland-Handel
Quelle: Gettyimages.ru Symbolbild.

Wegen der Konfrontation mit Russland und des dramatischen Rückgangs der russischen Gaslieferungen mussten die EU-Länder seit 2022 rund 185 Milliarden Euro mehr für ihre Gasimporte bezahlen. Ein Nutznießer dieser Situation sind die USA, die nicht nur durch ihre LNG-Exporte nach Europa profitieren, sondern auch weiterhin Handel mit Moskau treiben.

Von Alex Männer (rtdeutsch)

Die russlandfeindliche Politik des Westens hat angesichts der mittlerweile mehr als 15.000 Sanktionen gezeigt, dass der regelrechte Wirtschaftskrieg gegen Moskau trotz aller Bemühungen gescheitert ist. Denn die Strategie der USA und ihrer Verbündeten, die russische Volkswirtschaft durch Beschränkungen zu isolieren und in den Ruin zu treiben, hat sich als vollkommenes Fiasko herausgestellt.

Zugleich hatte diese Konfrontation mit Russland – insbesondere den zahlreichen Akteuren im Westen – offenbart, dass die Sanktionen in Wirklichkeit ein zweischneidiges Schwert sind und dass sie Probleme für diejenigen bringen, die sie erlassen. Nach Monaten der hohen Energiepreise und der Inflation in Europa ist zu konstatieren, dass es vor allem Deutschland und die anderen Mitglieder der Europäische Union sind, die sich mit ihren „Sanktionspaketen“ wirtschaftlich selbst massiv geschadet haben, und deshalb zu den großen Verlierern zählen.

Dafür spricht allein die Situation im Energiebereich: Russische Medien berichten diesbezüglich unter Verweis auf die Angaben von Eurostat, dass die EU seit dem Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 bis November dieses Jahres etwa 185 Milliarden Euro mehr für Gasimporte ausgegeben hat, als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Demnach seien die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für Gaslieferungen von knapp sechs Milliarden Euro auf geschätzt 15 Milliarden gestiegen. Insgesamt sollen sich die Ausgaben der EU-Länder auf mehr als 300 Milliarden Euro belaufen – diese Summe hätte vor dem Ukraine-Konflikt für mehrjährige Gasimporte ausgereicht, meinen Experten.

Hierbei ist jedoch grundsätzlich zu klären, dass die Krisenlage bei der europäischen Gasversorgung – nämlich die massive Kürzung der russischen Gaslieferungen nach Europa sowie der enorme Preisanstieg auf dem Gasmarkt seit 2021 – nicht unbedingt eine direkte Folge der antirussischen EU-Politik sind. Denn seitens der EU wurden keine Sanktionen gegen Russlands Gassektor erlassen. Vielmehr haben andere Handlungen dazu geführt, dass die Preise zwischenzeitlich in die Höhe geschossen waren und die Gasimporte aus Russland von 140 Milliarden Kubikmeter 2021 auf inzwischen 30 Milliarden Kubikmeter gefallen sind.

Hinsichtlich der Importmengen hatte zunächst die Ukraine einen Teil des Gastransits aus Russland gestoppt. Danach hatte sich etwa Polen geweigert, die von Moskau geforderten Rubel-Zahlungen für russisches Gas zu tätigen, und deshalb seinen Transit ebenfalls eingestellt. Im September 2022 waren zudem die Nord-Stream-Pipelines bei einem Anschlag zerstört worden, die zuvor jährlich insgesamt 110 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland transportiert hatten.

Dies hatte zweifelsohne große Auswirkungen auf die Gaspreise auf dem europäischen Spotmarkt, die allerdings schon im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise beziehungsweise mit dem Beginn der Energiekrise Ende 2021 deutlich angestiegen waren. 2022 betrugen die Preise zwischenzeitlich sogar mehr als 2.000 Euro je Kubikmeter, was zu extrem hohen Energierechnungen bei den Verbrauchern und zu einer gefährlichen Inflationsspirale in der EU führte.

Gegenwärtig liegt der Preis bei etwa 400 bis 500 Euro je Kubikmeter, was im Vergleich zu den vertraglich festgelegten Preisen von etwa 200 bis 250 Euro für russisches Gas relativ teuer ist. Prognosen zufolge sollen die Preise auch im kommenden Jahr etwa auf diesem Niveau bleiben, was mit Blick auf die bestehende Inflation definitiv keine gute Perspektive ist.

Trotzdem gibt es aber auch zahlreiche Nutznießer dieses Preisanstiegs. Dazu gehören die ausländischen Gasexporteure, allen voran die USA, die mit ihren Flüssiggaslieferungen in die EU mehr als 50 Milliarden Euro verdient haben sollen. Die Europäer haben wegen der besagten russischen Importkürzungen nämlich keine andere Wahl, als US-LNG zu extrem hohen Preisen auf dem Spotmarkt zu kaufen.

Washington selbst hat allerdings kein Problem damit, weiterhin Energieressourcen aus Russland zu beziehen. Vor wenigen Tagen etwa brachte ein Tankschiff 50.000 Tonnen russisches Erdöl in die USA – und das ungeachtet des vom Westen durchgesetzten Ölembargos gegen Moskau. Das Schiff war aus Noworossijsk am Schwarzen Meer zum US-Marinestützpunkt in Norfolk an der Ostküste unterwegs gewesen, was bei so manchem Beobachter in der Ukraine Unmut auslöste.

Ebenfalls wird kritisiert, dass die USA nach wie vor Uranlieferungen aus Russland beziehen. Hierbei ist zu betonen, dass die US-Atomkraft bei der Urananreicherung hauptsächlich von der Kooperation mit Russlands Atomsektor abhängt, weil sie nach wie vor die Kernelemente aus russischer Produktion in Anspruch nehmen muss. Aus diesem Grund hatte man bislang auch vermieden, russisches Uran auf die Sanktionsliste aufzunehmen.

Man muss sagen, dass diese Kooperation sehr intensiv ist. Nach Großbritannien ist Russland heute nämlich der zweitgrößte Uranlieferant der Vereinigten Staaten, wobei seine Importe vor Kurzem deutlich zulegten. Laut US-Angaben haben die US-Amerikaner ihre Ankäufe in Russland im vergangenen Oktober im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Demnach kauften die USA knapp 43 Tonnen Uran für insgesamt fast 63 Millionen US-Dollar.

Im Grunde zeigen diese Lieferungen, dass die USA nicht vorhaben, ihre nationalen Wirtschaftsinteressen wegen irgendwelcher Sanktionen und anderen fragwürdigen Strategien aufs Spiel zu setzen – im Gegensatz zur rückgratlosen EU, die wegen angeblicher Erfolgsaussichten ihrer Sanktionspolitik sogar eine regelrechte Wirtschaftskrise in Kauf nimmt.

Mehr zum Thema – Bericht: USA verdreifachen Uranimporte aus Russland

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8 Kommentare

  1. https://www.focus.de/kultur/monika-gruber-rechnet-ab-als-ich-anfing-mich-fuer-deutschland-zu-schaemen_id_259486281.html

    Monika Gruber rechnet ab
    Mein Deutschlandfrust: Früher wurden wir respektiert, jetzt werden wir bemitleidet

    Mittwoch, 13.12.2023, 08:34

    In „Wilkommen im falschen Film“ widmet sich Kabarettistin Monika Gruber auf lustige und bitterböse Weise dem Zustand unserer derzeitigen Gesellschaft. Egal ob grüne „Wärmepumpenfetischisten“, „verblendete Woke-Aktivisten“ oder weltfremde Politiker: Hier bekommt jeder sein Fett weg. Ein Buchauszug.

    Ich war nie stolz darauf, eine Deutsche zu sein. Worauf sollte ich dabei auch stolz sein? Es war ja nicht mein Verdienst. Dass ich in Deutschland – oder noch besser: in Bayern – geboren wurde, entsprang einfach einer Laune der Natur, des lieben Gottes oder der Hormone meiner Eltern. …

    Jetzt aber ertappe ich mich immer öfter dabei, dass ich mich schäme, eine Deutsche zu sein. Oder wie man inzwischen politisch korrekt sagt: eine bürokratiehörige Maximalsteuerzahlerin ohne Migrationshintergrund. Immer wenn zum Beispiel unsere Außenministerin den Mund aufmacht, diese angebliche Spitzenpolitikerin im Körper einer Waldorfpädagogin im ersten Praktikumsjahr mit den Englischkenntnissen eines Fünftklässlers, denke ich mir: „Bitte lieber Gott, lass das bloß keinen im Rest der Welt hören!“

    Blöderweise klappt das leider nicht immer, weil es nun mal in der Natur der Sache liegt, dass ein Außenminister auch draußen wahrgenommen wird. Neulich bei der Sicherheitskonferenz in München, auf der mal wieder die mächtigsten Politvertreter dieser Erde anwesend waren – Emmanuel Macron, Joe Biden oder Hubert Aiwanger beispielsweise –, ging es natürlich primär um den Krieg in der Ukraine. Und da sagte Frau Baerbock in einer Sprache, die sie für Englisch hielt: Also wenn der Putin endlich eine 360-Grad-Wende machen würde, dann wäre die Welt wieder glücklich! 360 Grad, das ist einmal im Kreis herum.

    Wir waren nicht beliebt, aber wenigstens respektiert

    Vielleicht hat sie das so in ihrem ganzheitlichen Montessori-Tanzkurs für angehende Grünen-Ministerinnen gelernt. Aber dummerweise bedeutete das: Alles soll so bleiben, wie es ist. Da dachte sich Herr Putin vermutlich: „Ja, das bekomme ich hin.“ …

    • In diesem Video sehen Sie, wie Professor Jeffrey Sachs mit Dr. Heinz Gärtner auf der Internationalen Konferenz für Frieden in Wien (Juni 2023) spricht. Dr. Sachs legt klar und prägnant dar, wie aggressiv die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist und wie eine kleine Gruppe von Eliten das Land immer wieder an den Rand eines Atomkriegs bringt.

      Jeffrey D. Sachs ist Universitätsprofessor und Präsident des UN-Netzwerks für nachhaltige Entwicklungsziele. Er hat für drei Generalsekretäre der Vereinten Nationen gearbeitet und dient derzeit unter António Guterres.

      Er hat 42 Ehrendoktorwürden erhalten, was ihn zu einer der glaubwürdigsten Personen auf dem Planeten macht.

      https://www.youtube.com/watch?v=t-onj6mWtx8

    • Russland hat sich selbst mit seiner Fähigkeit überrascht, westliche Sanktionen zu überstehen, alle wirtschaftlichen und militärischen Schocks, die der Westen zu verursachen versuchte, zu absorbieren, und ist stärker als je zuvor aus diesem tragischen und unnötigen Krieg hervorgegangen.

      Aber die Neokonservativen sind immer noch im Leugnen. Nun, militärische Realitäten gewinnen immer über wahnhafte Fantasien. Hier ist, was wir über die Fähigkeiten gelernt haben, über die der Westen einst als „Tankstelle, die sich als Land verkleidet“ gelacht hat.

      In diesem Video spreche ich mit Nicolai N. Petro, Professor für Politikwissenschaft an der University of Rhode Island. Er ist ein großer Experte für Russland und die Ukraine und hat vor gerade einem Jahr ein wunderbares Werk mit dem Titel „Die Tragödie der Ukraine: Was uns die klassische griechische Tragödie über Konflikte lehren kann“ (2023) veröffentlicht. Schauen Sie sich das Video über sein Buch hier an:

      https://www.youtube.com/watch?v=yLgX3SS1sW0&t=27s

  2. In diesem Video, das exklusiv auf unserem Kanal in deutscher Sprache veröffentlicht wird, spricht der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Journalist und Herausgeber der Snowden NSA-Leaks Glenn Greenwald darüber, wie sich die Darstellung der Medien über die Ukraine zu ändern beginnt. Von führenden US-Medien bis hin zu hochrangigen ukrainischen Generälen geben nun zu, dass ein Sieg gegen Russland nicht mehr möglich ist und sich der Krieg in einer Pattsituation befindet. Wenn abweichende oder alternative Stimmen diese Positionen vertraten, wurden sie von den etablierten Medien und Persönlichkeiten als russische Agenten oder als Verbreiter von Kreml-Propaganda abgestempelt.

    Dieses Video wurde von System Update produziert und am 9. Dezember 2023 auf YouTube veröffentlicht. Wir haben es ins Deutsche übersetzt und veröffentlichen es heute erneut, um die Meinungsbildung zu diesem Thema in Deutschland und darüber hinaus zu unterstützen.

    Das Ukraine-Narrativ bricht völlig zusammen:

    https://www.youtube.com/watch?v=79H1ktJmGIU

    • https://www.youtube.com/watch?v=79H1ktJmGIU

      Das deutsche Publikum erhält nicht und kann nach dem Verbot der russischen Medien auch nicht erhalten, was auch immer der Ukraine schaden bzw. sie diffamieren könnte. Insofern ist ein großer Teil unserer Mitbürger in keinster Weise in der Lage zu beurteilen, inwiefern der Warburg-Verbrecher sie in Probleme hineinmanövriert. Weder die amerikanischen Zeitungen noch die russischen Medien sind ihnen zugänglich.

      Schon aufgrund des großen Gräberfriedhofs bei Inkerman werden die Russen die Krim niemals mehr hergeben.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Inkerman

      Wir Deutsche sind den Ukrainern nicht im mindesten verpflichtet, denn wir selbst sind ein nicht-souveränes Land und Verpflichtungen, die der Warburg-Verbrecher in unserem Namen abgegeben hat, binden uns in keinster Weise.

      Die Russen sind nach der „Wiedervereinigung“ ganz anständig abgezogen, nicht hingegen jedoch die Ostsee-Sprenger, die mit ihrem Militär Europa weiter beherrschen wollen und uns mit ihren Atombomben auch bedrohen. Alle Versuche ihre Atombomben loszuwerden, unter anderem von Guido Westerwelle, waren vergeblich, weil die Amis einen Atomkrieg, wenn überhaupt, dann doch nicht im eigenen Land führen wollen, sondern bei uns.

      Ich sehe keine Probleme für uns, wenn die Russen die ganze Ukraine annektieren, wie sie schon viele andere Völkerschaften ziemlich klug verwalten. Die ukrainische Elite wollte einen Krieg gegen Rußland führen, weil sie schon vor dessen Einmarsch die russischen Donbass-Republiken ununterbrochen bombardieren ließ. Nachdem sie diesen Krieg verloren haben, geht es ihnen nicht anders als uns auch, sie werden annektiert. Wen juckt’s???

      Wir sollten uns die Italiener zum Vorbild nehmen, die uns mehrfach als Bündnispartner in den Rücken gefallen sind und dadurch immer nur gewonnen haben. So machen wir es jetzt auch mit der Ukraine!!! Im Jahre 1913 hat Italien noch einmal den Dreimächtepakt mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn unterschrieben. Als jedoch im August 1914 der Krieg ausbrach, blieb Italien zunächst neutral, ließ sich dann von dem perfiden Albion mit Südtirol und Triest bestechen und begann dann im Mai 1915 den Krieg gegen uns. Diese vertragswidrige Beute besitzen sie noch heute!

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