von Torben Botterberg (qpress)
Es gibt Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob man noch träumt oder schon in einer besonders schlecht geschriebenen Satire gelandet ist. Die Diskussion um Angela Merkel als künftige Bundespräsidentin ist genau so eine: Ausgerechnet jene Frau, die Deutschland als Kanzlerin in einen Zustand lähmender Apathie versetzt hat, wird nun von grünen Altvorderen wie Renate Künast und Jürgen Trittin als „eindeutig qualifiziert“ für das höchste Amt im Staate gepriesen. Man müsse sie nur noch überreden! Dass Merkel selbst diese absurde Idee als „abwegig“ zurückweist, ist da fast schon der einzige Lichtblick – denn die Vorstellung allein ist schon ein politischer Alptraum.
Merkel: Die Mutter des politischen Stillstands
Was genau soll Angela Merkel eigentlich zur Bundespräsidentin qualifizieren? Ihre legendäre Fähigkeit, alles auszusitzen? Ihr Talent, jede Krise mit stoischer Gleichgültigkeit zu ignorieren, bis sie nicht mehr zu leugnen war? 16 Jahre lang hat Merkel dieses Land mit einer Mischung aus Lethargie und Verantwortungslosigkeit regiert – immer bemüht, bloß keine klaren Kanten zu zeigen, niemandem weh zu tun und vor allem: möglichst nichts zu verändern.
Ihre Bilanz? Eine Gesellschaft, die in der Mittelmäßigkeit erstarrt ist. Eine Wirtschaft, die seit Jahren von echten Innovationen nur träumen kann. Eine Infrastruktur, deren Zustand mittlerweile internationales Gespött provoziert. Und eine politische Kultur, in der das Aussitzen von Problemen zur Tugend erklärt wurde. Wer das für „Erfahrung“ hält, verkennt den Unterschied zwischen Verwalten und Gestalten.
Grüner Applaus für den Sumpf der Vergangenheit
Dass ausgerechnet Grüne wie Künast und Trittin jetzt ins Schwärmen geraten, sagt viel über den Zustand unserer Politik aus. Anstatt endlich einmal frische Köpfe oder gar mutige Persönlichkeiten ins Rennen zu schicken, flüchtet man sich in die Vergangenheit – als ob das kollektive Einschläfern einer ganzen Nation irgendeine Form von Vorbildfunktion hätte.
Renate Künast fabuliert von Merkels „Ausstrahlung“ und ihrem „Gespür für gesellschaftliche Stimmungen“. Hat sie in den letzten zwei Jahrzehnten in einem Paralleluniversum gelebt? Merkel hat gesellschaftliche Entwicklungen immer erst dann wahrgenommen, wenn sie ihr mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen sind – siehe Flüchtlingskrise 2015 oder die jahrelange Ignoranz gegenüber digitaler Transformation. Ihre berühmte „ruhige Hand“ war vor allem eines: ein Synonym für politischen Leerlauf.
Ronald McDonald wäre ehrlicher
Wenn wir schon dabei sind, sollten wir gleich einen Schritt weitergehen: Warum nicht Ronald McDonald zum Bundespräsidenten machen? Der Mann (oder besser: die Kunstfigur) bringt wenigstens das mit, was der aktuelle Berliner Politzirkus dringend braucht – nämlich einen Clown an der Spitze! Das hätte wenigstens einen ehrlichen Unterhaltungswert und würde dem Zustand unseres Staates ein angemessenes Gesicht verleihen. Die Bevölkerung hätte zumindest etwas zu lachen statt nur bitter zu grinsen.
Der Vergleich mag überzogen wirken – doch angesichts des aktuellen Personalkarussells wirkt er fast realistisch: Politiker wie Künast fordern „überparteiliche“ Kandidaten mit „weltpolitischer Erfahrung“. Was sie wirklich meinen: jemanden, der garantiert niemandem auf die Füße tritt und den Kurs des allseits beliebten Nichtstuns fortsetzt. Da könnte man tatsächlich auch gleich eine Comicfigur vorschlagen.
Die Bilanz einer Ära des Versagens
Merkel hat während ihrer Kanzlerschaft alles getan – außer Verantwortung zu übernehmen. Sie hat politische Gegner durch Passivität entwaffnet und eigene Parteifreunde mit endlosen Kompromissen eingelullt. Die großen Reformen? Verschoben auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Die entscheidenden Weichenstellungen? Lieber ausgesessen als durchgezogen.
Ob Energiewende ohne Plan, jahrelanges Wegsehen bei sozialer Spaltung oder ein Gesundheitssystem am Limit – überall zeigt sich heute das Erbe ihrer Politik: Halbherzigkeit statt Visionen, Flickschusterei statt Mut zur Veränderung. Und jetzt soll genau diese Frau Deutschland als Staatsoberhaupt repräsentieren? Wer braucht da noch Satire?
Bundespräsidentin Merkel: Ein Offenbarungseid
Das Amt des Bundespräsidenten sollte eigentlich für moralische Orientierung stehen – für Integrität, Klarheit und echte Führungspersönlichkeit. Merkel hingegen steht für das Gegenteil: Für Beliebigkeit, politische Narkose und den Triumph des kleinsten gemeinsamen Nenners. Sie wäre keine Integrationsfigur – sondern das Symbol dafür, dass in Deutschland selbst das höchste Staatsamt zum Parkplatz für abgehalfterte Altpolitiker verkommen ist.
Deutschland braucht keinen Clown – aber noch weniger Merkel
Wenn es nach Künast & Co ginge, dürfte Merkel mindestens bei der Auswahl des nächsten Bundespräsidenten mitentscheiden – als lebende Inkarnation des politischen Stillstands. Doch was Deutschland jetzt wirklich braucht, ist keine weitere Runde kollektiver Beruhigungstabletten-Politik. Es braucht Mut zur Veränderung, Lust auf Zukunft und endlich wieder Persönlichkeiten mit Rückgrat.
Sollte Angela Merkel tatsächlich ins Schloss Bellevue einziehen (oder auch nur ernsthaft erwogen werden), dann wäre Ronald McDonald als Präsident fast schon ein Fortschritt – denn er würde wenigstens ehrlich zeigen, dass unser politisches System endgültig zur Lachnummer geworden ist.
Deutschland verdient mehr als den nächsten Akt im ewigen Theaterstück des Aussitzens. Wir brauchen keinen Clown an der Spitze – aber noch weniger brauchen wir eine Bundespräsidentin Merkel.
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