Verbrechen an den Deutschen

Was wurde in der Nachtsitzung vom 1. Juni 2015 im Kanzleramt ausgeheckt? Anwesend waren Jean-Claude Juncker, Christine Lagarde, Francoise Hollande, Mario Draghi und Angela Merkel. Die Fünf erdreisteten sich,  im Namen aller 19 Euro-Staaten zu beschließen, auf welche Weise den Griechen in letzter Sekunde doch noch zu helfen sei.

Der Inhalt des erzielten Kompromisses, den ganze drei Vertreter im Namen der anderen sechszehn Euro-Staaten (Draghi und Lagarde zählen hier nicht mit) ausgehandelt hatten, sickerte erst später durch.

Da Merkel nichts lieber tut, als das Geld der Deutschen auszugeben bzw. zu verpfänden, zeigte sie sich am 1. Juni 2015 wieder einmal äußerst spendabel. Dieser Großzügigkeit sollten sich auch alle anderen Beteiligten anschließen, was jedoch an Frau Lagarde scheiterte. Die IWF-Chefin trat Merkel offen entgegen. Wenn das Geld der Deutschen verbraten wird, so argumentierte Lagarde, heißt das nicht, dass auch der IWF sein in Griechenland gestecktes Treuhandgeld bedingungslos verbrennen wird.

Die mächtigste Frau der Welt knickte – wie unzählige Mal zuvor bereits – wieder einmal ein. Da Merkel ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro um jeden Preis verhindern möchte, um bei dem dann folgenden Euro-Zusammenbruch nicht durch die Straßen Berlins gejagt zu werden, übernahm sie einmal mehr sämtliche Garantien gegenüber allen anderen Hilfspflichtigen, die sich formell an der “Griechischen-Titanic-Rettung” beteiligen.

Mit dieser ruchlosen Tat treibt sie den Verfall von Recht und Moral in der Währungsunion beispiellos voran. Die Regelbrecher werden auf Kosten der Regeltreuen belohnt, was früher oder später zu einer Revolution in der EU führen muss. Aber Merkels Angst vor einem Euro-Untergang, ausgelöst durch den Grexit, ist eben größer als Vernunft und Rechtstreue. An Gewissenhaftigkeit zeigte sie schon immer ein auffallendes Defizit.

Verbrechen an den Deutschen
22 Stimmen, 4.09 durchschnittliche Bewertung (82% Ergebnis)