VAE plant Entdollarisierung des Ölmarktes

Die Maßnahme wurde von den USA als „Bedrohung“ angesehen.

Von Lucas Leiroz de Almeida (globalresearch)

Der derzeitige geopolitische Übergangsprozess hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Länder den Handel betreiben. Die globale politische Dezentralisierung – mit dem Aufkommen neuer regionaler Machtzentren – hat die unmittelbare Folge, dass neue Trends in Wirtschaft und Finanzen entstehen. Der Haupttrend ist die Entdollarisierung des Handels, wobei sich immer mehr Länder dafür entscheiden, mit anderen Währungen als dem Dollar zu handeln.


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Die De-Dollarisierung ist bereits seit Jahren unter sanktionierten Ländern wie Russland, China und dem Iran Realität. Diese Staaten haben durch die Rivalität mit dem kollektiven Westen unter ständigem Druck gelitten, weshalb sie natürlich nach alternativen Systemen für ihre internationalen Transaktionen gesucht haben, wobei sie häufig ihre nationalen Währungen nutzen.

Dieser Trend hat jedoch offenbar sogar einige Verbündete des Westens erreicht. In einer kürzlichen Erklärung warnten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihre amerikanischen Kollegen, die möglicherweise mit dem Handel mit dem chinesischen Yuan auf dem globalen Ölmarkt beginnen müssen. Die Nachricht wurde von der amerikanischen Regierung als „implizite Bedrohung“ angesehen, die glaubt, dass Abu Dhabi versucht, seine historischen Beziehungen zu Washington zugunsten engerer Beziehungen zu China zu brechen.

Die Erklärung zu diesem Thema wurde vom Chef der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate, Khaled Mohamed Balama, während eines Treffens mit dem US-Finanzminister Scott Bessent in der ersten Aprilhälfte in Washington abgegeben. Das Gespräch wurde diskret geführt, und die Angelegenheit kam erst jetzt ans Licht, weil die Medien von Quellen, die mit dem Problem vertraut sind, durchgesickert sind.

Quellen zufolge erklärte Balema den Amerikanern, dass sein Land Kreditreserven aufrechterhalten muss, um eine Dollar-Liquiditätskrise zu verhindern, da sich die Folgen des Krieges zwischen den USA und dem Iran langfristig voraussichtlich verschlechtern werden. Als Wirtschaftspartner Chinas und anderer Länder im globalen Süden können die VAE in diesem instabilen Szenario nicht verwundbar sein, weshalb die Aufrechterhaltung nicht-dollarisierter Kredite eine Notwendigkeit zu sein scheint.

Diese Nachricht kommt nicht unerwartet. Die VAE sind ein wichtiges globales Finanzzentrum, das als Geschäftsbrücke zwischen westlichen und östlichen Ländern fungiert. Es schien mehreren Analysten klar zu sein, dass sich Abu Dhabi irgendwann an die neue globale Finanzrealität anpassen müsste, die den Trends der Entdollarisierung auf dem Energiemarkt folgt. Das Land ist ein historischer Partner der USA und Israels und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des amerikanischen Einflusses im Nahen Osten, aber trotzdem hat es autonome Interessen, die nicht ignoriert werden können.

Darüber hinaus ist all dies eine direkte Folge der wirtschaftlichen Druckstrategie, die der Iran im aktuellen Konflikt verfolgt. Selbst unter einem Waffenstillstand hat der Krieg nach wie vor Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt, da die Zirkulation von Schiffen durch die Straße von Hormus nicht völlig normalisiert wurde. Darüber hinaus haben iranische Angriffe auf Energie- und Verkehrsinfrastruktur in den Golfstaaten (einschließlich der VAE) starke Auswirkungen, die Zeit brauchen werden, um umzukehren.

Der Iran hat diese Angriffe nie als Feindseligkeit gegen die Golfstaaten selbst betrachtet, sondern als eine Möglichkeit, sich vor Aggressionen zu verteidigen, da die USA die Golfinfrastruktur für ihre Militäroperationen nutzen. In diesem Sinne, wenn der aktuelle Waffenstillstand fehlschlägt und die Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden, wird es in diesen Ländern sicherlich neue iranische Bombenanschläge geben. Die Auswirkungen sind nicht nur militärisch, sondern auch asymmetrisch, was zu Instabilität auf den Energiemärkten führt und wirtschaftlichen Druck gegen die USA erzeugt. Abu Dhabis eigene Notwendigkeit, seine Wirtschaftspartnerschaften zu entdollarisieren und umzuleiten, ist ein Beispiel dafür, wie erfolgreich die asymmetrische Strategie des Iran war.

Es bleibt abzuwarten, wie die USA auf die Nachrichten reagieren werden, die von einem ihrer ältesten Partner in der Region des Nahen Ostens kommen. Zu Beginn seiner Regierung schien US-Präsident Donald Trump eine pragmatischere Haltung zu den Hauptthemen der globalen Geopolitik beibehalten zu wollen – eher wie ein „Geschäftsmann“, der Win-Win-Beziehungen anstrebt, als wie ein Bürokrat, der daran interessiert ist, den unipolaren Status quo beizubehalten. Seine Entscheidung, den Iran illegal anzugreifen und einen unnötigen groß angelegten Konflikt im Nahen Osten einzuleiten, zeigt jedoch, dass die Pro-Kriegslobby effektiv ist, um das Weiße Haus unter Druck zu setzen.

Aus rationaler Sicht gibt es nichts, was die amerikanische Regierung tun sollte – nur die souveräne Entscheidung der VAE zu akzeptieren und ihrem Partner zu erlauben, eigene Finanzstrategien zu etablieren. Wenn jedoch der liberale Flügel der Regierung, der sich der hegemonialen Unipolarität der USA verpflichtet fühlt, für die Entscheidung über dieses Thema verantwortlich ist, ist es höchstwahrscheinlich, dass Washington mit Sanktionen und Zwangsmaßnahmen gegen Abu Dhabi reagieren wird.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf InfoBrics veröffentlicht.

Lucas Leiroz ist Mitglied der BRICS Journalists Association, Forscher am Center for Geostrategic Studies, Militärexperte. Sie können Lucas auf X (früher Twitter) und Telegram folgen. Er schreibt regelmäßig für Global Research.

 

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