USA bombardieren Zivilisten im Jemen

Von Peter Haisenko (anderwelt)

Militärisch gesehen ist der Jemen ähnlich schwieriges Terrain wie Afghanistan. Das überwiegend bergige Gelände macht es einfach, militärische Objekte in Tälern und Schluchten zu verstecken. Die können dann kaum mit Fernwaffen getroffen werden. So beschießen die USA in bekannter Manier Zivilisten in Städten.

Nur die USA und England haben Waffensysteme, mit denen Flächenbombardements durchgeführt werden können. Dass diese nur bedingt für präzise Schläge gegen gut geschützte Militäreinrichtungen geeignet sind, ist selbsterklärend. So haben die Huthis im Jemen ihre Anlagen in Tunnels und Kavernen in den Bergen versteckt, wie es auch im Zweiten Weltkrieg Hitler-Deutschland getan hat. Jetzt wollen die USA Jemen „bestrafen“ für die Störungen des Schiffsverkehr im Roten Meer. Sie wissen aber, dass sie eben nicht in der Lage sind, militärische Objekte im Jemen gezielt anzugreifen. Deswegen bombardieren sie Zivilisten in den Städten. Das sollte man Staatsterrorismus nennen.

Während der letzten hundert Jahre waren es ausschließlich die USA und England, die Städte vorsätzlich in Schutt und Asche gelegt haben. Millionen Zivilisten sind so weltweit ums Leben gekommen. Seit Oktober letzten Jahres hat Israel dieses verbrecherische Verfahren in Gasa übernommen. Schon bevor Hitler an die Macht kam, haben die USA begonnen, riesige Bomberflotten zu bauen, die B 17, die für Flächenbombardements weltweit zum Einsatz kommen sollten. Die deutschen Städte und ihre zivilen Einwohner waren die ersten Opfer. Diese Einsätze waren in Deutschland kaum gegen militärische Ziele gerichtet. Auch in Japan haben die USA gezielt Zivilisten ermordet. In Tokyo haben sie einen Feuerring gelegt, aus dem die Zivilisten nicht entkommen konnten. Auch die Atombombenabwürfe auf Hiroschima und Nagasaki hatten keinerlei militärischen Sinn. Es war blanker Mord an Zivilisten.

USA und England sind Massenmörder

Es ging weiter. In Koreas Norden stand nach den US-Bomben kein einziges zweistöckiges Gebäude mehr. In Vietnam haben die USA die Stadt Hanoi mit Bombenteppichen aus den B 52 terrorisiert. In Libyen waren Städte wie Tripolis an der Reihe. Im Irak haben sie als erstes Bagdad bombardiert. Die Liste der Kriegsverbrechen der USA ließe sich weiterführen. Niemals sind die USA für diese Verbrechen auch nur angeklagt worden. Nun wissen die Kriminalisten, dass ein Verbrecher immer weiter macht, immer skrupelloser wird, solange er nicht angeklagt und verurteilt wird. Auch bei den „Nürnberger Prozessen“ wurden deutsche Angriffe auf englische Städte nicht einmal thematisiert. Wie könnten sie auch, denn dann hätte auch die Zerbombung deutscher Städte durch die USA und England Eingang in diese Prozesse finden müssen. Die Sowjetunion hat niemals Städte bombardiert, auch keine deutschen.

Im Ukraine-Krieg erleben wir Gleiches. Kiew beschießt seit neun Jahren Zivilisten im Donbas und jetzt auch im russischen Belgorod. Kiew will Russland provozieren, mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Dazu sagt Putin: „Ich koche vor Wut, aber wir werden uns nicht dazu hinreißen lassen, Zivilisten anzugreifen.“ Die russischen Vergeltungsschläge richten sich ausschließlich gegen militärische Objekte. Und um das nochmals zu verdeutlichen: Weder die Sowjetunion noch die Russische Föderation haben Bomberflotten gebaut, die für Flächenbombardements vorgesehen oder geeignet wären. Die russische Armee ist als Verteidigungsarmee ausgelegt, nicht für Einsätze weltweit. Die US-Armee hingegen ist gar nicht zur Landesverteidigung gedacht, sondern für Aggressionen weltweit. Deswegen haben sie auch so viele Flugzeugträger. Eine Verteidigung der USA ist überflüssig, denn niemand wird diese Insel zwischen Pazifik und Atlantik angreifen. Realistisch gesehen, würde für die USA ein moderater Küstenschutz ausreichen.

Was wollen die Jemeniten?

Zurück zum Jemen. Bis vor dreißig Jahren war der Jemen aufgeteilt in Nord und Süd. Im Süden das kommunistische Aden und im Norden das westlich orientierte Sanaa. Das ist heute das Gebiet der Huthi. Ist es nicht interessant, dass der ehemals kommunistische Süden problemlos läuft und der Ärger mit dem westlich orientierten Norden zusammen hängt? Auch die Angriffe der Saudis mit Hilfe der USA waren gegen den Huthi-Norden gerichtet. Betrachtet man nun die Ziele, die von den USA und natürlich wieder England angegriffen worden sind, sind es wieder Städte mit Zivilisten. Und zwar nahezu ausschließlich. Das kann nicht anders als Terrorangriffe bezeichnet werden. So, wie die Angriffe auf deutsche Städte, Pjöngjang, Hanoi und und und. Das angegriffene Sanaa mit seinen einmaligen Lehmbauten ist Weltkulturerbe.

Natürlich reklamieren die USA auch bei den Bomben auf Jemen „Selbstverteidigung“. Ach ja, auch in Afghanistan wurde Deutschland am Hindukusch verteidigt. Dass all das nur ein schlechter Witz sein kann, ist offensichtlich. Weder der Irak, Jemen schon gar nicht ebenso wie der Iran haben auch nur ansatzweise die Fähigkeit, die USA auf ihrer Insel anzugreifen. England auch nicht. Die nächste Frage sollte lauten: Was haben US-Flugzeugträger überhaupt im Roten Meer verloren? Die gehören da nicht hin. Genauso wenig wie in die Nähe der nordkoreanischen Küsten. Wären diese für die Landesverteidigung gedacht, dürften sie nur vor den US-Küsten patrouillieren.

Aber warum haben die Huthis überhaupt Schiffe in der Meerenge des Roten Meers angegriffen? Worum geht es den Jemeniten? Das haben sie klar gesagt: Sie wollen einen sofortigen Waffenstillstand in Gasa. Damit stehen sie nicht allein, aber sie sind die einzigen, die ihrer Forderung mit Taten Gewicht verleihen. Sie greifen keineswegs wahllos Schiffe an, sondern nur Schiffe, die mit Israel in Verbindung zu bringen sind. So kann man den Jemeniten eine geradezu humanistische Motivation nicht absprechen. Es ist bezeichnend, dass die USA den Jemen dafür „bestrafen“ will.

Wer sind die wahren Terrorstaaten?

Die Huthis im Jemen haben zwar mittlerweile ein ansehnliches Arsenal an Raketen aufgebaut, aber das sind keine Waffen, die angreifende Raketen oder Flugzeuge abfangen können. So ist der aktuelle Angriff auf jemenitische Städte wieder ein feiger Akt gegen ein Land, das sich nicht wehren kann. Das ist auch das Einzige, was das US-Militär kann. Zerstören, zerstören, zerstören und Millionen Leichen und zerstörte Städte und Infrastruktur, ja ganze zerstörte Staaten, hinterlassen. Solange der Wertewesten da billigend zusieht, wird sich das nicht ändern. Solange das „Imperium der Lügen“ nicht die USA selbst und jetzt Israel verdammt und sanktioniert, hat es jeglichen Anspruch verloren, irgendjemandem moralische Vorhaltungen zu machen.

Es ist ein interessanter Vorgang, dass sich die Technologien für Raketen derart verbreitet haben, dass sogar ein Land wie Jemen solche selbst herstellen kann. Es kann sein, dass sie dazu Hilfe aus dem Iran bekommen haben. Da bin ich beim nächsten Aspekt, das Imperium der Lügen betreffend. Der Wertewesten schickt Waffen in die Ukraine im Wert von hunderten Milliarden. Das ist in Ordnung. Aber es reicht schon das Gerücht, die Behauptung, aus, Nordkorea oder der Iran würden Waffen nach Russland liefern, um laut aufzuheulen. Es ist da schon überflüssig, auf die Doppelmoral hinzuweisen. NATOstan darf alles, was für alle anderen selbstverständlich verboten sein muss. Wir, die wir nicht laut Einspruch erheben, wenn weltweit Zivilisten ermordet werden, sind ja die Guten und bringen Demokratie. Selbstlos, ohne Macht- oder Finanzinteressen.

Wann wird der erste Flugzeugträger versenkt?

Russland führt gerade der NATO die Grenzen ihrer militärischen Macht vor. Russland fordert die USA auf, ihre Angriffe auf den Jemen sofort einzustellen. Wird das die USA beeindrucken? Sicher nicht. Solange ihre Vasallen bei der Stange bleiben, wird es keinen Frieden auf der Welt geben. Was kann da noch helfen? Ich denke, es ist an der Zeit, dass der erste Flugzeugträger der USA versenkt wird. Egal von wem. Die dadurch entstehenden tausenden toten US-Soldaten werden einen Aufschrei in den USA selbst auslösen und zu einem großen Nachdenken unter der amerikanischen Bevölkerung führen. Des Weiteren wird das die Aggressionslust der USA dämpfen.

Sollte das den Huthis gelingen, und das erscheint möglich, weil sie eben eine erstaunliche Anzahl an Raketen haben, was wollen die USA dann tun? Sicher nicht mit Bodentruppen einmarschieren. Das hat schon in Afghanistan nicht funktioniert. Eine Atombombe auf Sanaa abwerfen? Das würde zu der längst fälligen Verdammung und Isolierung des einzigen Staats führen, der das schon zweimal gemacht hat. Vergessen wir nicht: Es ist unnötig Gewalt gegen die USA anzuwenden. Es reicht aus, die aus dem Nichts geschaffenen US-Dollar als gültiges Zahlungsmittel nicht mehr anzunehmen. Nur noch Ware gegen Ware.

Dann fehlen den USA Importe im Wert von etwa 1.000 Milliarden Dollar und sie haben kein Geld mehr, für ihre übergroße Angriffsmaschine. Ein paar Sanktionen und Embargos wären auch zu verhängen, bis die USA Reparationen an all die Staaten bezahlt haben, die sie gegen jedes Recht zerstört haben. Aber bis das für dieses bankrotte Land überhaupt möglich ist, müsste mindestens ein Jahrhundert vergehen. So stelle ich fest: Die USA sind der verwundbarste Staat, sobald die Welt erkannt hat, dass das Böse seine Heimat in London und Washington hat und sein Militär eben nicht in der Lage ist, einen ernsthaften Gegner zu dominieren. Dann, und nur dann, wird es auch möglich sein, im Nahen Osten und dem Rest der Welt zum Frieden zu finden. Es wäre ein Witz der Geschichte, wenn ausgerechnet der Jemen der Auslöser wäre für das Ende des Imperiums der Gewalt, des Mordens und der Lügen.

Wie Sie auf der Karte sehen können, findet der Beschuss auf den Jemen durch die USA und England nahezu ausschließlich auf zivile Städte statt.

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2 Kommentare

  1. Drohnen werden mangels genügender Vernichtungskraft grundsätzlich für die Versenkung eines Flugzeugträgers nicht taugen – mehrfachüberschallschnelle Seezielflugkörper wie „Yachont“ schon, jedenfalls wenn zwei oder drei dieser Flugkörper den Träger treffen.
    Aber auch nur ein Treffer würde selbst einen Flottenträger der „Nimitz“-Klasse mutmaßlich sehr schwer beschädigen.

    Der jetzt für die Aggression gegen das Land vor die Küste des Jemen verlegte Träger ist übrigens die U.S.S. DD Eisenhower (CVN-69), der mit 47 Dienstjahren älteste Träger im Bestand der Flotte nach der U.S.S. Nimitz (Typschiff der Klasse), welche allerdings der Ausmusterung entgegen sieht (vorgesehen für 2026).

    Da könnte man zumindest auf die Idee kommen, daß -nach dem Beispiel der im Dezember 1941 in Peral Harbour liegenden, veralteten Schlachtsschiffe; die wertvollen Flugzeugträger hatten den Hafen unmittelbar vor dem japanischen Angriff „zufälligerweise“ zu einer Übung verlassen- hier ein alter Eimer als Köder auf die Reise geschickt wird.

  2. Sollte es den Huthi tatsächlich gelingen ein großes US-Schiff zu versenken, so ähnlich wie Roosevelt dies für das vorsätzlich nicht gewarnte Pearl Harbor mit der Arizona zu verantworten hat, würde das allgemeine Überraschung auslösen, so ähnlich wie der nicht erwartete Untergang von drei römischen Legionen durch die weniger gut bewaffneten Germanen im Teutoburger Wald. Der Kaiser Augustus soll damals gesagt haben: „Varus, Varus gib mit meine Legionen wieder“ und zog sich linksrheinisch zurück.

    Wie man sieht, hängen jetzt Siege von Drohnen ab, und die Israelis haben die syrische Luftabwehr durch soviel billige Drohnen angegriffen, bis dieser die Munition ausging und dann doch getroffen wurde. Derselbe Trick könnte auch bei US-Flugzeugträgern angewandt werden oder mit JaCHONT-Seezielflugkörpern; wenn die Huthis treffsicher wären, was sie jedoch nicht zu sein scheinen. Da die amerikanische Psyche nur stabiliert werden kann, wenn sie ununterbrochen durch Erfolge erhalten wird, ist bei einem solchen Unglück eine große nationale Depression in den USA zu erwarten. Der von Roosevelt erwartete und eingetretene Pearl-Harbor-Effekt würde vermutlich nicht eintreten, weil die USA derzeit innerlich zerstritten sind und nicht mehr zu einer übergreifenden Rache motiviert werden könnten.

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