US-Forscher erschaffen gefährlicheres Covid-Virus

Peter Meier-Schlittler (infosperber)

Labormäuse wurden von dem neuen Virus dahingerafft. Die englische«Daily Mail» schreibt vom «Spiel mit dem Feuer».

mfr. – Die «Gain-of-Function-Forscher» möchten Viren «funktionstüchtiger» machen, also gefährlicher, ansteckender und/oder resistenter gegenüber Medikamenten bzw. Impfstoffen. Die Rede ist auch von «dual use research of concern». Damit sind Forschungsvorhaben gemeint, die der Menschheit dienen sollen, aber leicht zu ihrem Schaden missbraucht werden können – wobei etwa militärische Forschung auch unter dem Deckmantel von «hilfreicher» Forschung stattfinden kann. Angesichts der weiterhin offenen Frage, ob Sars-CoV-2 in einem Labor entstanden ist, fordern verschiedene Wissenschaftler einen Stopp der «Gain-of-Function»-Forschung, international bessere Überwachung solcher Forschungsprojekte und eine gesellschaftliche Diskussion darüber, was erlaubt sein soll und was nicht. Aktuell entzündet sich die Diskussion an Experimenten, die der Arzt für Allgemeinmedizin Peter Meier-Schlittler in einem Artikel für «Inside Paradeplatz» zusammengefasst hat. Infosperber bringt hier eine leicht redigierte, vom Autor autorisierte Fassung.

Bei diesen Experimenten schufen Wissenschaftler im Labor eine Art «Kombi-Virus» aus einer Sars-CoV-2-Virusvariante aus den Anfängen der Pandemie und der Omikron-Variante. Ihnen ging es laut eigenem Bekunden darum, herauszufinden, welche Veränderungen am Virus dazu führen, dass es krankmachender wird und welche dafür verantwortlich sind, dass es dem Immunsystem von geimpften Menschen entwischt. Für ihre Experimente benützten sie Mäuse, die genetisch so verändert sind, dass ihnen Sars-CoV-2 besonders zusetzt, aber auch menschliche Zellen. Finanziell gefördert wurden die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von den US-National Institutes of Health und von Anthony Faucis Institut (NIAID). Eine noch offene Frage ist, ob das Forschungsvorhaben wegen seiner Brisanz speziell streng geprüft hätte werden müssen, bevor es genehmigt wurde.

Bereits im Juni und im September veröffentlichten andere Forschergruppen laut dem Wissenschaftsmagazin «Science» die Resultate ähnlicher Experimente, die keiner solchen Prüfung unterzogen worden seien. An einem dieser Forschungsprojekte waren Mitarbeitende von Biontech und Pfizer beteiligt, am anderen Angehörige der US-Arzneimittelbehörde FDA und ein Mitarbeiter eines IBM-Forschungszentrums. Diese Experimente verursachten bislang keinen solchen Wirbel wie die im Folgenden vorgestellten.

Peter Meier-SchlittlerAm 14. Oktober veröffentlichte die Universität Boston einen noch nicht begutachteten Forschungsbericht. Er beschreibt, dass es Forschern der Universität gelungen sei, ein neues Corona-Virus mit einer Sterblichkeitsrate bei Labormäusen von 80 Prozent zu erschaffen.

Wie dem Bericht zu entnehmen ist, wurde die infektiöse Omikron-Variante mit einer ursprünglichen Sars-CoV-2-Variante kombiniert. Damit erzeugten die Forscher eine neue, deutlich infektiösere und – zumindest für bestimmte Mäuse – tödlichere Corona-Virus-Variante. Das im Labor geschaffene Virus entzieht sich laut den Erkenntnissen der Boston-Wissenschaftler der Immunität, die durch eine Impfung hervorgerufen wurde – eine Eigenschaft, die auf den Omikron-Anteil zurückzuführen ist.

Zugleich ist das neue Virus gefährlicher. Diese Eigenschaft geht auf die ursprüngliche Virusvariante zurück. Bei Labormäusen sei eine schwere Krankheit ausgelöst worden, acht von zehn Tieren seien während der Tests verstorben. Von den sechs Tieren, die zum Vergleich mit der frühen Virusvariante infiziert worden waren, starben alle. Von den mit «Omikron» infizierten Mäusen starb dagegen keine.

Fünfmal mehr Viruspartikel in menschlichen Lungenzellen

Weiter sagen die Forscher, dass der neue Stamm bei Menschen wahrscheinlich weniger tödlich sei als bei Mäusen. Gleichzeitig stellen sie aber fest, dass ihr neues Virus im Vergleich zur Omikron-Variante in menschlichen Lungenzellen fünfmal so viele Viruspartikel produziere wie die ursprüngliche Variante.

Als «Spiel mit dem Feuer» wurden diese Experimente an der Bostoner Universität rundum (in den USA selbst, in England und wenigen deutschsprachigen Medien) heftig kritisiert, beispielsweise vom US-Senator und Mediziner Roger Marshall.

«Diese Forschung muss sofort eingestellt werden»

Marshall schrieb am 17. Oktober, nur drei Tage nach Veröffentlichung des Forschungspapiers, es sei «skrupellos, dass das NIH (Nationales US-Gesundheitsinstitut) diesen tödlichen Gewinn an funktioneller Virusforschung durch die Universität in Boston und die EcoHealth Alliance in dicht besiedelten Gegenden fördert, wodurch das Potenzial geschaffen wird, mehr Menschen zu töten als durch jede Atomwaffe».

«Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es Viren gelungen ist, selbst den sichersten Labors zu entkommen. Dies ist kein Risiko, das Wissenschaftler alleine ohne Zustimmung der US-Öffentlichkeit eingehen können sollten. Diese Forschung muss sofort eingestellt werden.»

Und weiter: «Das NIH finanziert weiterhin diese gefährliche Forschung, während es die Untersuchungen des Kongresses zu den Ursprüngen von Covid behindert, obwohl die US-Geheimdienste, die WHO, «The Lancet» und mehrere andere zugegeben haben, dass die Covid-19-Pandemie möglicherweise durch einen Laborunfall in Wuhan entstanden ist.»

«Ich werde weiterhin die Verabschiedung meines Moratorium-Gesetzes zur Virus-Gain-of-Function-Forschung fordern – es war noch nie so wichtig.»

«Könnte eine neue Pandemie hervorrufen»

Dabei muss man wissen, dass Senator Roger Marshall das erste Mitglied des Kongresses war, das im Repräsentantenhaus wegen der Ausbreitung von Covid-19 Alarm geschlagen hatte und sich im US-Senat bemühte, in den USA den Ursprüngen von Covid-19 auf den Grund zu gehen.

Die englische «Daily Mail» schreibt: «Dies ist ein Spiel mit dem Feuer und könnte eine neue, im Labor erzeugte Pandemie hervorrufen.»

Experten prügeln auf das Labor in Boston ein: Wissenschaftler würden einen neuen tödlichen Covid-Stamm mit einer Tötungsrate von 80 Prozent entwickeln, das Team der Boston-Universität habe einen Hybrid-Virus hergestellt, das in einer Studie 80 Prozent der Mäuse getötet habe.

Der Fall zeigt, wie die gefährliche Forschung zur Virus-Manipulation sogar in den USA weitergeht, obwohl befürchtet wird, dass ähnliche Praktiken die Pandemie ausgelöst haben könnten.

Der Chemiker Richard Ebright von der Rutgers University in New Brunswick (New Jesey) meinte zur «Daily Mail»: «Wenn wir eine nächste, durch Labore verursachte Pandemie vermeiden wollen, ist es unerlässlich, dass die Aufsicht über die Erforschung potenzieller Pandemieerreger gestärkt wird.»

Die Forderungen von Ebright sowie des US-Senators Marshall entsprechen den seit langem geforderten Massnahmen des Hamburger Physikprofessors Roland Wiesendanger, der im September einen Fachartikel dazu veröffentlicht hat.

«Funktionserweiterung» und Forschung mit potenziellen Pandemieerregern geht uns alle an, wenn wir die nächste, im Labor erzeugte Pandemie verhindern wollen.

Dazu muss die internationale Aufsicht, wie dies die Universität Hamburg mit Wiesendanger längst fordert, vorangetrieben und umgesetzt werden.

Der Vollständigkeit halber und um die Thematik abzurunden, erwähne ich hier auch, dass Victoria Nuland (eine einflussreiche Mitarbeiterin im US-Aussenministerium) in einer Anhörung des US-Kongresses die Existenz von «biologischen Forschungseinrichtungen» in der Ukraine bestätigte und ausführte, diese beziehungsweise die Forschungssubstanzen dürften nicht den Russen in die Hände fallen. Gesamthaft handelt es sich um mehrere von den USA geführte und finanzierte Biolabore, mehr dazu hier und hier, letzteres mit einer interessanten Video-Bestätigung von Nuland.

Kommentar: Auffallend ist, dass in den Schweizer Medien bis gestern nichts über diese Umstände berichtet worden ist. Bei der Beurteilung einer Medienlandschaft ist das Augenmerk nicht nur auf die Ereignisse zu richten, über die berichtet wird, sondern viel mehr darauf, was und worüber nicht berichtet wird.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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