Über das „in die Ecke stellen“

Gastbeitrag von Jürgen

Tja, die Älteren können sich sicher noch erinnern, damals im Kindergarten. Wenn man sich nicht zu benehmen wußte, schickte „die Tante“ einen in die Ecke! Da durfte man dann in sich gehen und über sein (Fehl-) Verhalten nachdenken. Und nach Absolvierung dieser kleinen Auszeit, war dann aber auch wieder gut!

Diese Form der Disziplinierung setzte sich dann in der Schule und im Elternhaus weiter fort. Wenn auch unter geänderten Vorzeichen. In der Schule lernten die Kinder fliegen, das heißt, sie „flogen `raus“ aus dem Unterrichtsraum; zuhause wurden sie hingegen eingesperrt, Hausarrest war angesagt, wenn der Filius oder das Töchterlein nicht so wollten, wie die zur Erziehung berechtigten.

Der Erfolg dieser Maßnahmen war zwar unterschiedlich, aber ein beliebtes Mittel, der Aufsässigen oder Störenfriede, zumindest für eine Zeit lang, Herr zu werden!

Dies setzt sich dann auch im Berufsleben fort. Wer die Stechuhr mal nicht ehrt, wird mit Lohnabzug beschert; wer seinem Vorgesetzten nicht unterwürfig genug erscheint, bezahlt dies mit verzögertem Fortkommen im Betrieb, Amt oder Behörde.

Es hat also Tradition von Kindesbeinen an. Wer sich nicht einfügt, wird diszipliniert und wenn das nicht reicht, dann wird er ausgegrenzt, indem man ihn dann moralisch in eine Ecke stellt. Für diese „speziellen“ Ecken gibt es unterschiedlichste Bezeichnungen. Versager, Verschwörungstheoretiker, Linke, Verweigerer, Asoziale, Außenseiter und manches mehr. Nur um die gängigsten zu nennen.

Ganz oben auf der Hitliste steht allerdings die „rechte“ Ecke! Was mich allerdings doch etwas verwundert, wenn ich mir überlege, was alles mit „rechts“ assoziiert wird, im Gegensatz zu „links“?

Aber egal, es ist so! Was natürlich verschiedene Fragen aufwirft.

Was bedeutet „rechts“, heute?

Wer ist, in diesem Sinne, „rechts“?

Warum wird diese Ecke so ausgiebig genutzt?

Welche Fehlleistung wurde begangen?

Wer sind eigentlich die „Erziehungsberechtigten“?

Man kann es nicht „Punkt für Punkt“ abarbeiten, es ist alles viel zu eng miteinander verwoben!

Nun, in Deutschland scheint es eine andere Zeitrechnung zu geben, in der, wie sonst üblich, vor und nach Christi Geburt, unterschieden wird. Wir hingegen, haben derer gleich drei!

Vor, nach und während! Wobei auf „vor“ noch am wenigsten Wert gelegt wird, weil, das könnte ja auch schon so manches erklären, was „offiziell“ eher unwichtig erscheinen soll …

„Danach“ ist jetzt; ein vom „während“ sogenanntes „befreites“ Land (Volk gibt es ja nicht mehr, nur mehr Bevölkerung), daß sich aber, seltsamerweise, ausschließlich über diese 12 Jahre „während“ zu definieren scheint?! Sich, sozusagen, als Gegenpol darstellt und erklärt. Als ob es sonst niemals nichts gegeben hätte.

Weil, alles was damals geschah, sei grundfalsch und böse und somit zu verurteilen. Das angeblich Gute definiert sich über das, als solches erkannte, Böse! Und dieses Böse wird als rechts bezeichnet. Somit ist alles, was man auch nur in die Nähe dieses Bösen bringen kann, rechts, und daher zu bekämpfen. Ergo, alles was der Nachkriegsgesinnung nicht entspricht, kann nur „Nazi“ sein!

Soweit die Beweisführung!

Freilich, es gibt Gruppierungen in unserem Lande, die sich sogar selbst als Nazis bezeichnen. Ich weiß, es gehört sich nicht, daß man über andere urteilt; daher stelle ich auch nur fest, daß diese „Parolen grölenden, Springerstiefel tragenden Glatzen“, sehr vermutlich, nicht verstanden haben, warum „während“ so wichtig ist, zu bekämpfen!

Aber, genau diese nimmt man zum Vorbild, um anders Denkende zu diffamieren! Das mag zwar plump erscheinen, aber, bislang ist die Rechnung unserer „Erziehungsberechtigten“ ja aufgegangen.

Offensichtlich muß das Schreckgespenst nur medial grauslich genug erscheinen, um wirkungsvoll zu sein?

Wer wollte in diese eben beschriebene Ecke gestellt werden wollen? Eben. Keiner!

Deshalb hat es ja auch, viel zulange, viel zu gut, funktioniert!

Wenn ein ganzes Volk (damals gab es das noch) sich einer Idee, einem Ideal, freiwillig hingibt und deswegen, über Generationen, schuldig gesprochen wird, müsste man sich eigentlich Gedanken darüber machen, was dahinterstecken könnte, daß dies so gehandhabt wird?

Davon ausgehend, daß dies für einen aufgeschlossenen, interessierten Menschen völlig normal sein sollte, scheint es, in diesem Falle, so etwas wie eine unsichtbare Wand zu geben, die genau das zu verhindern trachtet! Ein „Stoppschild“ im Kopf, das besagt, „Halt, bis hier her und nicht weiter!“

Unterstützt durch eine Gesetzgebung, die davon ausgeht, daß es Offenkundigkeiten gibt, die allein zu hinterfragen, einen schon in ernsthafte Bedrängnis bringen kann. Ein an sich schon recht erstaunliches Paradoxon, für eine angeblich aufgeklärte, rechtsstaatliche Gesellschaft, die die Meinungsfreiheit so hoch in ihrem Banner trägt!

Sehr wirkungsvolle Arbeit, in diesem Sinne, leisten die Medien, fest in den Händen unserer Erzieher. Kein Tag vergeht, ohne daß über „während“ berichtet wird. Auf daß ja keiner vergesse!

Allerdings machen sie von ihrem öffentlich-rechtlichen Auftrag, zur umfassenden Information, recht wenig Gebrauch! (Wie auch die Schulbücher; die scheinen auch mehr der Er-Ziehung zu dienen, denn irgend einer Form der Bildung) Warum so einseitig, wenn doch alles geklärt und die Schuldigen benannt sind?

Da könnte man doch auch mal ein Ha`avara – Abkommen erwähnen?

Da könnte man auch mal darüber berichten, wer wem bereits anno 1933 den Krieg erklärte,

einhergehend mit dem Boykott Deutscher Waren, vor allem in den VSA?

Hat, zu diesem Zeitpunkt etwa schon wer gewusst, was da kommt?

Man könnte auch mal schildern, wie es gelang, aus den Ruinen der Weimarer Republik, gleichsam wie der Phönix aus der Asche, aus Deutschland ein blühendes und zufriedenes Land zu machen?

Kinder würde dies nicht abschrecken. Da ist die Neugier, das Wissenwollen; „Erklär´ mir das mal!“ und dieses ewig löchernde „Waruuum?“, eine Selbstverständlichkeit! Nur wir Erwachsenen trauen uns, anscheinend, nicht mehr!

Nun, Zeiten ändern sich! Seit (durch?) der Teil-Wiedervereinigung scheint etwas „Pupertierendes“ in dieses Land gekommen zu sein! Da wird doch, in immer größer werdenden Teilen des Volkes, widersprochen! Teils offen, teils hinter vorgehaltener Hand. Es wird sich getraut, dieses Stoppschild im Kopf, zu ignorieren! Wobei eben die oben genannten Fragen gestellt und auch die, deren entsprechenden, Antworten gefunden werden!

Und was dabei herauskommt, ist alles, aber kein plumpes, grölendes Nazitum! Damit muß man sich dann ernsthaft befassen! Was dann und wann auch geschieht, bevorzugt vor Gericht …

Man kommt zur Erkenntnis, daß wohl mehr dahinterstecken muß, wie das, was uns von offizieller Seite, unseren Erziehern, gesagt wird! (Und nicht nur zu diesem Thema!)

Und deshalb funktioniert dieses „in die Ecke stellen“ auch immer weniger! Man kann nicht ein ganzes Volk in die Ecke stellen und schon gar nicht für immer!

finito la comedia!

Jürgen

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Lieber Jürgen,

vielen Dank für Deine gelungene sozialpsychologische Abhandlung! 8-)

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