Trumps politische Hetze (Demagogie) ist aus den Fugen geraten

von Finian Cunningham (theblogcat)

https://www.strategic-culture.org/news/2019/02/20/trump-demagoguery-goes-off-rails.html

Es mag wie ein Oxymoron erscheinen, aber Präsident Trump ist der lebende Beweis dafür, dass Irre nicht kleckern, sondern klotzen. Nicht zufrieden damit, „nur“ Venezuela mit einem Regimewechsel zu drohen, erweitert der amerikanische Führer seine Mission, um die westliche Hemisphäre vom Sozialismus zu befreien, und Kuba und Nicaragua sind die nächsten für eine „Erlösung“ durch die USA.

In einer besonders verwirrten Rede am letzten Wochenende in Miami, Florida, hat Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zu einer „kubanischen Marionette“ und einem „gescheiterten Diktator“ ernannt. Trump hat den Sozialismus mit einem Eifer kritisiert, wie man es von einem US-Präsidenten seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges vor mehr als 30 Jahren nicht gehört hat.

„In Venezuela und der gesamten westlichen Hemisphäre stirbt der Sozialismus und die Freiheit, der Wohlstand und die Demokratie werden wiedergeboren“, sagte Trump und spielte auf die „Troika der Tyrannei“ an, die sein Nationaler Sicherheitsberater John Bolton – und andere Irre – zur Beschreibung von Venezuela, Kuba und Nicaragua benutzte.

Der Miami Herald nannte Trumps Rede eine „Frühlingsbotschaft“ für Regimewechsel in diesen drei lateinamerikanischen Ländern.

Trumps Behauptung über eine „Wiedergeburt der Demokratie“ ist etwas schwer zu verkraften, zu einer Zeit, in der der Präsident zuhause Notstandsvollmachten ausruft um sein „aufgeblasenes Projekt“ einer bröselnden Grenzmauer umzusetzen. Dutzende von US-Bundesstaaten verklagen Trump wegen „Missbrauchs von präsidialen Exekutiv-Vollmachten“. Verfassungsgelehrte warnen vor einer aufkommenden Hinwendung zum Faschismus unter Trump.

Dass Trump nun verkündet, er sei die Speerspitze für Freiheit in der gesamten westlichen Hemisphäre, das ist ein unheilvolles Anzeichen dafür, dass sein Größenwahn außer Kontrolle gerät.

Die Aussicht, dass das US-Militär einen Krieg in Venezuela kämpft, geschweige denn in Kuba und Nicaragua, das gehört ins Reich der unmöglichen Phantasie. Aber mit diesem Oberbefehlshaber wird diese Phantasie in Erwägung gezogen.

Trump übermittelte in seiner Miami-Rede ein Mafia-artiges Ultimatum an das venezolanische Militär. Entweder man unterstützt die US-gesalbte, minderwertige Oppositionsfigur Juan Guaidó, der sich selbst vor fast einem Monat zum „amtierenden Präsidenten“ Venezuelas ernannt hat – oder die Streitkräfte sehen ihrer Vernichtung entgegen, sagte Trump.

Im Ton eines Unterwelt-Bosses warnte Trump, dass Venezuelas Verteidigungskräfte „ihr Leben riskieren“, wenn sie die „gescheiterte Diktatur“ des „ehemaligen“ Präsidenten Maduro unterstützen. „Wenn ihr diesen Weg einschlagt, dann werden ihr keinen sicheren Hafen finden, keinen einfachen Exit und keinen Ausweg.Ihr werdet alles verlieren“, fügte Trump hinzu.

In einer Antwort verurteilte Präsident Maduro Trump für dessen „Nazi-gleiche Rede“ und dass er es wagt, dem Militär seines Landes mit Vernichtung zu drohen, falls es sich nicht unterwirft.

Der Kriminalität der Insassen des amerikanischen Weißen Hauses ist verblüffend. Die blanke Androhung von Gewalt gegen eine andere Nation – und auch gegen Kuba und Nicaragua – steht auf einer Stufe mit dem Faschismus der 1930er, der zum 2. Weltkrieg führte.

Das Einfliegen von US-Militärflugzeugen nach Kolumbien und Brasilien, die angeblich mit Nahrungsmittelhilfe für Venezuela beladen sind, ist eine flagrante Tarnung für den Aufbau eines bewaffneten Überfalls. In enger Abstimmung mit dem von der CIA betreuten Oppositionellen Juan Guaidó haben die USA eine Frist bis zum Wochenende vereinbart, bis zu der die Hilfsgüter nach Venezuela einreisen dürfen.





Präsident Maduro weigert sich, das US-Material in sein Land zu lassen. Die venezolanischen Streitkräfte unterstützen entschlossen die Regierung in Caracas und man kann daher darauf zählen, dass sie jeden Versuch blockieren werden, dass die US-Hilfe über die Grenzen von Kolumbien und Brasilien hereinkommt. Diese Sackgasse könnte jedoch als Vorwand für eine militärische Intervention der USA dienen.

Die drohende Krise, die von Trump mit Venezuela ausgelöst wurde, scheint verrückt zu sein. Das südamerikanische Land befindet sich zwar in wirtschaftlichen Turbulenzen, aber es ist kaum eine humanitäre Katastrophe, die ein solches Drama verdient. Außerdem wurden die Turbulenzen größtenteils durch die in Washington verhängten Sanktionen und das Einfrieren von Vermögenswerten für die Ölwirtschaft Venezuelas ausgelöst. Wenn die USA ihre illegalen Sanktionen gegen das Land aufheben würden, dann würde ein Großteil des Chaos nachlassen.

Dass die Trump-Administration eine kleine Oppositionsfigur zum „anerkannten Präsidenten“ Venezuelas erklärt, ist eine kühne Verletzung des Völkerrechts und der internationalen Normen. Schändlicherweise haben mehrere europäische Staaten versucht, die Subversion Washingtons in Venezuela zu legitimieren.

Natürlich hat die Unterwerfung der sozialistischen Regierung von Nicolas Maduro den entscheidenden Preis, dass das US-Kapital den riesigen Ölreichtum Venezuelas in die Finger bekommt.

Ein weiteres Motiv ist, jede „Bedrohung durch ein gutes Beispiel“ in Uncle Sams mutmaßlichem Hinterhof zu beseitigen. Wenn Venezuela unterjocht werden kann, dann hat die Trump-Regierung Nicaragua und Kuba als nächstes im Fadenkreuz für einen Regimewechsel. Es hat auch den Vorteil, jede politische Opposition im Inland innerhalb der USA zu unterdrücken. Mit einer Kampagne gegen den Sozialismus in der westlichen Hemisphäre, mit der aufstrebende Sozialisten zu Hause beschimpft werden.

Ein weiteres Motiv für Trump ist der verzweifelte Versuch, einen patriotischen Zweck zu finden, mit dem er seine Unterstützer mobilisieren kann. Trotz seiner stürmischen Wahlversprechen hat Trump in den letzten zwei Jahren an seinen Wählern sehr wenig geliefert. Mit seiner Wiederwahlkampagne für 2020 in Sichtweite ist Trumps schwankendes Grenzmauerprojekt vielleicht das peinlichste Scheitern. Trump ist nicht in der Lage, sein „eitles Projekt“ zu verwirklichen, und wirbt für eine alternative berühmte Sache .

Der „Kampf gegen den Sozialismus“ in Venezuela und anderswo in der westlichen Hemisphäre ist Trumps neuste Trumpfkarte. Aber wie absurd wird das noch werden? Trump präsentiert sich noch messianischer als die Kriegsfalken in Washington während vergangener Jahrzehnte, als die wenigstens noch plausibel einen sowjetischen Expansionismus als Propaganda-Vehikel benutzen konnten.

Trumps irre politische Hetze ist großartig … aus den Fugen geraten.

Trumps politische Hetze (Demagogie) ist aus den Fugen geraten
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10 Kommentare

      • Ja, Jürgen,

        hat lange gedauert, den Fehler zu finden. Die neue WP-Version akzeptiert dieses Plugin nicht. Kann sein, dass es in einigen Tagen wieder funzt. So lange müssen wir halt ohne Spielereien auskommen.

        LG Dieter

        • Ich hatte einen Weg gefunden, dies zu umgehen.
          Rechtsklick auf „Antworten“ und „im neuen Tab“ öffnen.
          Dann ging es!
          So wie es jetzt ist, hilft „freies, queres und kreatives Denken“ aber auch nicht weiter!
          Da helfen nur noch Tastaturbefehle … 😉

  1. 25.02.2019

    Ich glaube, die USA, sind doch stark auf dem absteigenden Ast wegen einer unfähigen und größenwahnsinnigen Regierung.  Nach dem Shutdown oder parallel zu ihm haben die Amis jetzt eine Venezuela-Krise produziert – und ihre Oligarchie ist sich durch die Bank einig:  Demokraten, Republikaner, Trump, Marco Rubio haben Blut geleckt und wollen jetzt nach so vielen Mißerfolgen in Afghanistan, Syrien und der Ukraine wenigstens in Südamerika punkten.  So oder so dürfte Trump die Präsidentenwahl 2020 schon verloren haben,  denn ein wesentlicher Teil seiner Anänger waren Isolationisten.  Ich bin nicht so sicher, daß Venezuela fallen wird, genausowenig wie Syrien bisher gefallen ist.  So ähnlich wie für Assad heißt es jetzt für Maduro:  It's time for him to go.  Aber er geht nicht.  Und wir werden jetzt wieder quälende Wochen und Monate erleben, in denen unser Satans-Rundfunk mit allen möglichen Mitteln versuchen wird, uns gegen Maduro aufzuhetzen.  

    Odyssee 1, 32

    http://www.gottwein.de/Grie/hom/od01de.php

    "Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter!
    Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch
    Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.

    So nahm jetzo Aigisthos, dem Schicksal entgegen, die Gattin
    Agamemnons zum Weib', und erschlug den kehrenden Sieger,
    Kundig des schweren Gerichts! Wir hatten ihn lange gewarnet,
    Da wir ihm Hermes sandten, den wachsamen Argosbesieger,
    Weder jenen zu töten, noch um die Gattin zu werben."

    Hinter einem großem Teil der Probleme in der Welt, steckt Israel, weil es unternahm in einer Kulturlandschaft einen jüdischen Staat zu gründen.  Trump und seine Leute wollen den Iran vernichten, weil sie diesen relativ hochentwickelten Staat als Gefahr für Israel ansehen, und das werden sie vermutlich auch erreichen.  Und die Gegner Trumps wollen sein angekündigtes Ende der illegalen Besetzung Nord-Syriens auch nicht, darunter auch die zionistische deutsche Regierung, weil sie die Brücke Iran-Irak-Syrien-Libanon nicht wollen, weil sie die Hizbollah fürchten.  Es handelt sich also um zwei verschiedene Anti-Iran-Koalitionen, beide zionistisch, doch mit verschiedenen Strategien.  Man wird abwarten müssen, wie die beiden Fälle, Syrien und Venezuela, letztendlich ausgehen werden.  Syrien wurde schon in Schutt und Asche gelegt, und die Hoffnung war, daß während der "westlichen" Okkupation Syriens es gelingt, so wie in Deutschland nach 1945, eine Vasallenregierung zu installieren, die alle Schuld auf sich nimmt, das Geld zum Wiederaufbau aus der eigenen Bevölkerung erpreßt und die Sünden des "Westens" in Vergessenheit geraten  bzw. von installierten Rundfunk unterdrückt werden.  So ist es jedoch nicht gelaufen, Assad steht noch und die Schutthaufen in Syrien klagen den "Westen" tagtäglich  an.  

    Der "Westen" hat sowohl in Syrien als auch in Venezuela ein Hazard-Spiel betrieben.   Selbst pleite zu sein und sich zu retten, indem man andere erst mal in die Pleite treibt.  

    Das Spiel hat im Zweiten Weltkrieg geklappt und ein gut geführtes und entwickeltes Land zur Untertänigkeit und Selbstkastration gezwungen, aber wird der Profit bei Syrien und Venezuela genauso groß sein???

  2. Ich nehme an, es liegt an einem neuen update, daß "Antworten" nicht mehr funzt? Oder greift hier schon die neue uploadkontrolle, der ausgerechnet der Herr Baerbock von de Grünen so vehement widerspricht?

    ——————————————————————————————————————

    Jürgen (II), ich bin mir da nicht so sicher, ob es mit den anstehenden Wahlen zu tun hat. Die Präsidentschaft Trumps wurde zugelassen. Und da ja angeblich nichts passiert, was nicht gewollt ist, hat dieser Präsident ja auch eine Aufgabe?

    Ob Venezuela oder Syrien, wenn ich jetzt mal unterstelle, er hat beides nur übernommen, ist also ursächlich nicht beteiligt, was sagt uns das? 

    Daß er, wie in Syrien, das Spiel mitspielt und mit dem letzten Bombenhagel auch beendet hat. Er hat gesagt, sie werden abrücken. Und wenn sie jetzt auch noch ein Restkontigent stellen mögen, ändert das nichts an seiner Entscheidung! Er hat sich durchgesetzt!

    Ja aber! Venezuela, das findet doch erst jetzt statt, unter Trump!

    Nun, wenn es um Auslöschung der letzten Reste von Sozialismus geht (was ich für ein Feigenblatt zur Bemächtigung von Ressourcen halte), das wurde auch nicht erst vor 14 Tagen geplant?

    Wie also umgehen, mit diesem "tiefen Staat"??? Diesen Raubmördern?

    Ich weiß nicht wie, aber, der Herr Trump ist, entgegen aller "populären" Darstellungen alles, aber nicht blöd!

    Das Deutsche Reich wurde nicht wegen seiner Gesinnung verfolgt, sondern wegen seiner Loslösung aus dem weltweiten finanziellen Geflecht! Sehr vermutlich auch Libyen. Aber, die Zeiten ändern sich! Kuba ist zu klein, hat keinerlei Außenwirkung. Wen schert es, ob die noch eine eigene Bank haben?

    Venezuela hingegen sitzt auf den größten, anzapfbaren, Ölreserven weltweit!

  3. An Jürgen:

    Natürlich ist der Trump nicht "blöd".  Aber auch weder besonders geschickt noch intelligent.  Warum brüskiert er ganz unnötig und ohne Selbstbeherrschung? Warum trifft er sich mit Kim, wo doch dabei nichts rauskommen kann?  Warum stranguliert er Maduro, wo er doch selbst der bestgehaßte Mann Amerikas ist und Amerika recht eigentllich pleite ist?

    Ich glaube, daß die geheime Macht ihn Anfang 2017 einmal gebrieft und eingenordet hat.  Denn plötzlich war Bannon weg und am 6. April 2017 fiel er ganz im Widerspruch zu seinen Wahlkampfversprechen über Syrien her.  Er ist mit über 300 Millionen Dollar bei der Deutschen Bank verschuldet.  Warum war der Trump ab März 2017 nicht mehr derselbe wie vorher?

    Du neigst dazu, für Trump eine weitere Strategie oder Metaebene einzuziehen, derzufolge sein Verhalten konsistent erscheint.  Ich kann so eine übergeordnete Gesetzmäßigkeit nicht sehen.

    Gute Nacht lieber Namensvetter!

  4. Geschätzter Jürgen,
    auch Nordkorea ist doch nur ein Nebenkriegsschauplatz zur Ablenkung der Weltöffentlichkeit! Das spielt welche Mundharf´?
    Trump ist nicht über Syrien hergefallen! Das waren doch ein oder manch` andere vor ihm? Das hat er doch nur übernommen und beendet es jetzt!
    Was die Inkonsistenz angeht, auch ein Trump ist nicht sein eigener Herr? Auch er, wie Putin, nachvollziehen, was von der wirklich maßgeblichen "Ebene" vorgegeben wird!  Wobei Putin, mittlerweile, etwas mehr "freie Hand " hat!
    Lineares Denken hilft da nicht weiter!:-)

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