Spanischer Putsch-Dämon bislang unbezwungen

Aus der Rubrik Satire von WiKa (qpress)

Murdrid: Der große Showdown ist bislang ausgeblieben. Das große Bangemachen hingegen geht noch eine Weile weiter. Wer kann hierzulande schon den Namen “Carles Puigdemont i Casamajó” korrekt aussprechen? Niemand! Aber Putsch-Dämon kriegt hier noch jeder phonetisch auf die Kette. Er ist der Ministerpräsident der Region Katalonien. Genau der Typ, der im Zweifelsfall mit militärischer Gewalt seines Amtes enthoben wird, soweit er gegenüber der Zentralregierung in Madrid nicht der Abspaltung Kataloniens von Spanien postwendend abschwört.

Die EU als auch die Medien – eigentlich die ganze Welt – soweit sie von den Medien hinreichend manipuliert ist, hat sich gegen Katalonien und diesen Mann verschworen. Im 21. Jahrhundert muss das Selbstbestimmungsrecht der Menschen massiv eingedämmt werden, um der Menschenplage Herr zu werden. Sicher, das ist ein Witz. Es geht um ganz andere Dinge. Nämlich um höherwertige Ziele, wie Profit und Macht. Das sind vermutlich auch die Hauptgründe dafür, dass sich die Zentralregierung in Madrid so vehement gegen eine Selbstständigkeit Kataloniens wehrt. Nur an dieser Stelle wird eisern gegenteiliges berichtet: Spanien droht Katalanen mit Rauswurf, falls sie eigene Republik ausrufen[Der Postillon]. Aber wer wollte schon pragmatische Lösungen in dieser Sache.

Der in die Enge getriebene Putsch-Dämon, der sich offenbar noch nicht wirklich für die finale Richtung entschieden hat, bekommt aus Madrid gleich zweifach die Pistole auf die Brust gesetzt. Madrid setzt Puigdemont Ultimatum[SpeiGel auf Linie]. Da Katalonien selbst über keine Armee verfügt, ist der Ausgang des Spiels bereits heute absehbar. Spanien hat entsprechende Truppen in dem Landesteil konzentriert, um jederzeit etwaige Revolten und Aufstände gleich mal im Keim niederzumachen. Damit wäre die Frage endgültig beantwortet, wem die Katalanen gehören … definitiv nicht sich selbst. In diesem Fall scheinen sie Eigentum der spanischen Zentralregierung zu sein, soweit nicht auch die von irgendjemandem gekauft ist.

Exakt aus diesem Grunde ist der aktuelle Ablauf in Spanien so beachtenswert. Es wird mehr oder weniger die Blaupause, nach der zukünftig innerhalb der EU Verfahren wird. Wann immer irgendwelche Minderheiten auf die seltsame Idee kommen, ihr Schicksal als Gemeinschaft selbst in die Hand nehmen zu wollen, kommt der Knüppel aus dem Sack. Es ist ein glasklares Signal an die Menschen der EU, dass das Gesetz und der Staat ultimativ über ihnen steht und sie keineswegs der Staat sind. Egal wie sich die Menschen regional gerne anders aufstellen oder organisieren wollten, sie haben kein Recht dazu. Verselbständigung scheidet aus. Hier wird es dem “Souverän” einmal mehr nach allen Regeln der Kunst besorgt und gezeigt wer Herr im Haus ist. Spanischer Putsch-Dämon bislang unbezwungen

Das Ende vom Leid

Völlig unabhängig davon, wie viel Sinn es macht, aus einem föderalen Staat auszusteigen und in einer kleineren Einheit auf eigene Faust wirtschaften zu wollen, es geht schlicht um Selbstbestimmung. Genau diese Selbstbestimmung wird aktuell in Spanien von der Zentralregierung massiv torpediert und wir werden es an anderer Stelle, in anderen Regionen der EU in vergleichbarer Weise erleben. Immer noch geht der Trend zu größeren Einheiten in der NutzMensch-Haltung. Das ist auch der Grund, warum sich die EU in diesem Fall sehr zurückgehalten hat und kein positives Wort für die Katalanen fand. Es durchkreuzt ihre Großmannssucht, nach den 500 Millionen Stück Nutzmenschen die man gerne als EU beherrschen möchte.

Mit Ablauf der gesetzten Fristen wird der Putsch-Dämon sicherlich einknicken. Er wird klein beigeben, um nicht im Madrider Gefängnis zu verschwinden. Das Thema selbst wird in den kommenden Jahre behutsam in der Versenkung verschwinden. Verloren haben nicht nur die Katalanen, verloren haben sehr viele Regionen in Europa, die selber auf mehr Selbstständigkeit hofften. Angesichts der Machtambitionen aus Brüssel eine durchaus nachvollziehbare Einstellung, die Spanien bereits recht mustergültig beantwortet.

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