Die US-Regierung unter Joseph Biden hat den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines 2022 vorbereitet und durchführen lassen. Das betont der US-Journalist Seymour Hersh erneut. Er bezeichnet die Erzählungen von ukrainischen Attentätern auf einer Segeljacht als «lächerlich».
Von Tilo Gräser (transition-news)
Noch immer ist der Sprengstoff-Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee am 27. September 2022 offiziell nicht aufgeklärt. Ermittlungsbehörden aus Deutschland, das durch den Anschlag am meisten geschädigte Land, verkünden seit geraumer Zeit, sie hätten Informationen, dass Kiew etwas damit zu tun haben könnte.
Dazu wurde am 23. August ein in Italien verhafteter Ukrainer präsentiert, der demnach bei der «Operation sogar die wichtige Aufgabe übernommen haben soll, die Gesamtoperation und das Sabotageteam zu leiten». Eine Gruppe Ukrainer soll mit Hilfe der Segeljacht «Andromeda» den Anschlag in rund 80 Meter Tiefe verübt haben.
Die deutschen Ermittler gehen nach Medienberichten sogar von einer «staatlichen Beteiligung» aus, also davon, dass das offizielle Kiew beteiligt gewesen ist. Das scheint die Bundesregierung aber nicht weiter zu kümmern, weshalb Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) Ende August der ukrainischen Führung weitere Milliarden an Hilfe versprach – also jenen, die verdächtigt werden, ein wichtiges Element der Energieversorgung Deutschlands angegriffen und gesprengt zu haben.
Das sorgt nicht allein für große Fragezeichen zur Haltung Berlins, sondern auch zu der Erzählung von den ukrainischen Saboteuren auf der Segeljacht «Andromeda», die von dieser eine komplizierte technische Operation ausgeführt haben sollen. Zu denen, die große Zweifel an der offiziellen Erklärung haben, gehört von Beginn an der US-Journalist Seymour Hersh.
Er hatte im Februar 2023 von Informationen berichtet, wonach der US-Geheimdienst CIA zusammen mit norwegischen Spezialkräften drei der vier Stränge der Nord-Stream-Pipelines gesprengt hätte. Nun hat er auch in Reaktion auf das massive Infragestellen und Ignorieren seiner Informationen durch die Mainstreammedien diese in einem aktuellen Text noch einmal bekräftigt.
Vor allem, weil er sich nur auf einen Informanten stützte, sei er vielfach angegriffen und ignoriert worden, schreibt der heute 88-jährige Investigativjournalist. Einer, der sich mit Spezialoperationen des US-Militärs und der Geheimdienste auskennt, half ihm, die Informationen zu prüfen. Er bestätigte mir gegenüber, dass korrekt ist, was Hersh veröffentlichte.
Doch die westlichen Mainstreammedien machen sich anscheinend nicht die Mühe, Hershs Aussagen zu prüfen. Das unterlassen sie aber auch bei den offiziellen Erklärungen und deren offensichtlichen Widersprüchen. Umso mehr vertrauen sie den Aussagen aus dem Weißen Haus und der CIA, oder eben der bundesdeutschen «Sicherheitsbehörden».
In seinem neuen Text erinnert Hersh daran, dass der damalige US-Präsident Joseph Biden auf einer Pressekonferenz mit dem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 7. Februar 2022 damit drohte, «wenn Russland zum Beispiel mit Panzern und Truppen die Grenze zur Ukraine überquert, wird es Nord Stream 2 nicht mehr geben». Scholz stand damals daneben und sagte kein Wort dazu.
Ebenso verweist der Journalist darauf, dass Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan «eine wichtige Rolle bei der Vertuschung durch die USA spielte». Sullivan habe nicht nur Russland verdächtigt, sondern auch versprochen, die Biden-Regierung wolle den Anschlag umfassend aufklären. Vielleicht geschah das nach dem alten Prinzip, wonach der Räuber ruft: «Haltet den Dieb!»
Aufgeklärt wurde bis zum Wahlsieg von Donald Trump nichts – auch nicht danach –, dafür präsentierten deutsche Geheimdienste mit Hilfe ihrer US-Kollegen und der Mainstreammedien die angebliche ukrainische Spur. Hersh hält die Geschichte vom Anschlag in 80 Meter Tiefe mit Hilfe der «Andromeda» schon aus technischen Gründen für «lächerlich».
«Das Tauchen in dieser Tiefe in den ständig bewegten Gewässern der Ostsee wird als technisches Tauchen bezeichnet und erfordert, dass das betreffende Schiff über die Möglichkeit verfügt, Taucher in Not schnell mit einer motorbetriebenen Winde an Bord zu ziehen, sowie über eine Dekompressionskammer an Bord, in der gerettete Taucher sich von der Ansammlung von Stickstoff in ihrem Blut in großen Tiefen erholen können. Die Vorstellung, dass solche lebensrettenden Geräte auf einer 49-Fuß-Yacht Platz finden könnten, ist lächerlich, aber ich habe noch nie gesehen, dass dies von den großen Medien erwähnt wurde.»
Im Zusammenhang mit der Kritik an seinen Berichten, er stütze sich nur auf eine Informationsquelle, verweist er auf ein historisches und prominentes Beispiel: Der ehemalige US-Sicherheitsberater Henry Kissinger hat demnach in den 1970er Jahren die New York Times anonym mit Informationen über die damaligen Friedensverhandlungen mit Vietnam versorgt.
Kissinger habe die Medien oft «für seine eigenen, oft egoistischen Zwecke manipuliert», so Hersh. Dagegen gründe seine Darstellung der Sabotage der Nord-Stream-Pipeline auf Aussagen von jemandem, «der tief in der amerikanischen Geheimdienstgemeinschaft verwurzelt ist und dessen erklärtes Motiv für das Gespräch mit mir einfach darin bestand, die Wahrheit zu sagen, wenn er es für notwendig hielt».
Hersh wiederholt in seinem aktuellen Text die Aussagen zu dem Anschlag, die er bereits zuvor veröffentlichte. Demnach hatte Biden die US-Geheimdienste beauftragt, die Sprengung der Pipelines vorzubereiten, ohne Spuren zu hinterlassen. Das sei als Warnung an Russlands Präsident Wladimir Putin gedacht gewesen, falls es zum russischen Einmarsch in die Ukraine kommt.
Doch Biden habe mit dem Befehl zur Sprengung sieben Monate gewartet, als das Vorbereitungsteam schon wieder aufgelöst gewesen sei. Die CIA sei zu einem solchen Anschlag fähig, schreibt Hersh und verweist auf zwei historische Beispiele: 1978 habe es in einer sowjetischen Trasse für Erdgas nach Westeuropa schwere Turbinenprobleme gegeben und 1982 sei eine andere sowjetische Trasse explodiert. Die US-Agenten, die die Anschläge ausgeführt hätten, seien nie ausfindig gemacht worden.
Die Versorgung Westeuropas mit sowjetischem Erdgas war den USA ein Dorn im Auge, so dass sie die entsprechenden Projekte und Verhandlungen mit allen Mitteln zu verhindern suchten. Das galt nicht minder bis zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines. Hersh berichtet, «dass einige derjenigen, die von der Biden-Operation wussten, erstaunt waren, dass die US-Medien nicht in der Lage waren, diese als übereilt und ungeschickt empfundene Vertuschungsaktion zu durchschauen».
Die ganze Geschichte, wie sie in der Presse dargestellt wurde, ergebe keinen Sinn, habe ihm ein US-Regierungsbeamter gesagt. Der habe hinzugefügt:
«Eine offensichtliche Frage: Woher wussten diejenigen, die die Pipelines gesprengt haben, wo sie den effektivsten Ort für die Platzierung einer Unterwasserbombe finden konnten? Und warum gab es nicht mehr Schäden?»
Nach dem anfänglichen Plan, Putin nur mit der Sprengung der Pipelines zu drohen, habe die Biden-Regierung diese dann zerstören wollen – «um eine Einigung zwischen Russland und Westeuropa vor dem Winter zu verhindern». Ohne die Pipeline würden die Europäer gezwungen sein, der US-Politik der Unterstützung der Ukraine gegen Russland nachzugeben, sei die Überlegung gewesen.
Sein Informant habe sich abfällig über die Begründung für die Sabotage geäußert, teilt der Journalist mit. Demnach sei es darum gegangen, mit der Unterbrechung der russischen Gaslieferungen nach Westeuropa – «seit langem ein Traum der US-amerikanischen Politik» – eine fortgesetzte europäische Unterstützung für den Krieg gegen Russland als «unvermeidlich» zu sichern.
Für diejenigen in der US-Regierung, die den Krieg wollten, sei die Chance, die Pipeline zu beseitigen, «ein Geschenk Gottes», gewesen, zitiert Hersh seinen Informanten. Die Planer des Anschlages hätten nie Angst vor den Medien gehabt und seien sich sicher gewesen, dass diese die wahre Geschichte nicht herausfinden würden.
«Niemand würde die Wahrheit herausfinden, und wenn doch, würde die US-Bürokratie lügen, und die Wahrheit würde nie bekannt werden.»
Die US-Geheimdienste hätten darauf gesetzt, dass auch aus Norwegen keinerlei Informationen durchsickern würden. Dort sei die Pipeline-Mission vorbereitet und trainiert worden. Hersh berichtet, dass ihm aber ein norwegischer Beamter, der zuerst jede Beteiligung Norwegens abgestritten habe, gesagt habe, er liege mit seiner Darstellung richtig.
Der (verdächtige) Zeitpunkt der ukrainischen Spur bei der Sabotage von Nord Stream 1 und 2
Wer befahl den Nord Stream-Anschlag? – Neue Informationen von Seymour Hersh
Quelle:
Seymour Hersh: ON ANONYMOUS SOURCES (hinter Abo-Schranke) – 4. September 2025
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Obwohl wir soviel Wissen haben und sogar WhatsApp AI (artificial intelligence) so ziemlich alle Fragen beantworten kann, ist doch die zentrale Frage unserer Energieversorgung, die Verhinderung des günstigen russischen Gases, das jetzt China bekommt, ungeklärt, woduch unsere Deindustrialisierung eingeleitet wurde, die auch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die zionistischen Medien inkl. der Staatsrundfunk, sind genauso egozentrisch wie Israel und ziehen alle am gleichen Strang und haben uns schon unendlich geschadet bei der Fälschung unserer Geschichte, Migration, Corona und dieser Energieversorgung.
Unsere eigene Regierung selbst ist unser Todfeind, weil sie zusammen mit dem gesamten Beamtengesocks, besonders der Unrechts-Richter, uns partout verheimlichen will, daß unser engster Verbündeter gleichzeitig unser größter Schädiger ist. Was kann da noch gut oder sogar noch besser werden, wenn so die Wahrheit von der eigenen Regierung unterdrückt und verweigert wird???
Rette sich, wer kann!