Seymour Hersh: Iran nach Venezuela nächste Etappe im US-Feldzug gegen China?

Trumps jüngste Handlungen hätten ihren Ursprung in Richard Cheneys Plänen für die Welt nach dem Kalten Krieg, meint der US-Journalist Seymour Hersh. Der Überfall auf Venezuela ziele auf China – als nächstes werde der Iran ins Visier genommen.

Quelle: transition-news

Eine interessante Antwort auf die Frage, warum US-Präsident Donald Trump Venezuela in nackter imperialistischer Manier überfallen und dessen Präsidenten entführen ließ, gibt der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh in einem aktuellen Text. Aus seiner Sicht richtet sich der Angriff langfristig gegen China – und der Iran könnte das nächste Etappenziel sein.

Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses und Berater für innere Sicherheit, habe am Montag gegenüber dem Sender CNN erklärt, dass das, was in Venezuela passiert sei, «völlig angemessen und logisch war»:

«Wir sind eine Supermacht und unter Präsident Trump werden wir uns auch wie eine Supermacht verhalten. Es ist absurd, dass wir zulassen, dass eine Nation in unserer Nachbarschaft zum Lieferanten von Ressourcen für unsere Gegner wird, aber nicht für uns.»

Miller betonte demnach, die USA hätten mit ihrem massiven Militäraufgebot in der Karibik «das Sagen» und würden die Bedingungen festlegen. Gegen Venezuela sei ein vollständiges Embargo für das gesamte Öl und dessen Handelsmöglichkeiten verhängt worden.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Michael Waltz, habe sich am Montag ähnlich vor dem UN-Sicherheitsrat geäußert:

«Man kann nicht weiterhin die größten Energiereserven der Welt unter der Kontrolle von Gegnern der Vereinigten Staaten haben.»

Die «großspurigen Äußerungen» der US-Politiker und «ihre derbe Sprache» lenken laut Hersh die Aufmerksamkeit von einem opportunistischen Plan Trumps ab. Dessen Ziel sei nicht nur gewesen, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu stürzen, sondern vor allem China, den wirtschaftlichen Rivalen der USA, von seinen laufenden Käufen von billigem Schweröl aus Venezuela abzuschneiden.

«Das nächste Ziel, so wurde mir gesagt, wird der Iran sein, ein weiterer Lieferant Chinas, dessen Rohölreserven die viertgrößten der Welt sind.»

Die religiöse Führung des Iran stehe bereits unter politischem Druck, der auf Wasserknappheit und den mangelnden Zugang der Bevölkerung zu einer Vielzahl lebenswichtiger Güter zurückzuführen sei. Monate nach den Bombenangriffen der USA und Israels im Juni letzten Jahres hätten massive Proteste im Iran begonnen.

Ein «wichtiger Akteur der internationalen Ölbranche» habe den US-Journalisten nach eigener Aussage daran erinnert, dass die Pläne für einen Angriff auf Venezuela alt seien. Die «Notwendigkeit» der aktuellen US-Intervention sei erstmals von einer geheimen Task Force festgelegt worden, die kurz nach der Wahl von George W. Bush im Jahr 2000 zusammengestellt wurde. Vizepräsident Richard «Dick» Cheney, ehemaliger CEO von Halliburton, einem der weltweit größten Energieversorgungsunternehmen, habe sich damals für die Unabhängigkeit der USA in der Öl- und Gasversorgung stark gemacht.

Innerhalb weniger Tage nach seinem Amtsantritt habe Cheney die geheime Gruppe von Ölmanagern und Energieexperten einberufen, die offiziell als «National Energy Policy Developmental Group» bekannt war und später als «Cheney Energy Task Force» bezeichnet wurde. Die Existenz der Gruppe war demnach öffentlich bekannt, aber Cheney weigerte sich trotz des starken öffentlichen Drucks, irgendetwas darüber öffentlich zu machen, einschließlich der Namen ihrer Mitglieder.

Später erfuhr Hersh nach eigenen Angaben, dass eines der Ziele Cheneys darin bestand, einen Weg zu finden, den Ölfluss aus Russland zu den Verbrauchern in Mittel- und Osteuropa zu unterbrechen und die später bedeutenden Verkäufe an China zu verlangsamen. Die Pipelines Russlands nach Europa seien seit den Anfängen der Kennedy-Regierung ein Grund zur «politischen Besorgnis für US-Regierungen», fügt er hinzu.

Die Cheney-Gruppe habe ihren Bericht im März 2001 vorgelegt und sei nach dem 11. September 2001 nicht mehr erwähnt worden. Cheney sei dennoch entschlossen geblieben, seine Hände «um den Hals» – so laut Hersh die genauen Worte eines Mitarbeiters – des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu halten.

Er sei damals Korrespondent des Magazins The New Yorker in Washington gewesen und habe einiges davon gewusst. Aber es habe Krieg gegen den islamistischen Terrorismus geherrscht und Russlands Ölbedarf habe in diesem Konflikt keine Rolle gespielt. Die Bush-Regierung marschierte 2001 in Afghanistan und 2003 im Irak ein.

Aus Sicht einiger internationaler Ölmanager sei das eigentliche Ziel des Angriffs auf Venezuela nicht Maduro selbst gewesen, so der US-Journalist, sondern seine Bereitschaft, Öl an China zu verkaufen. Das werde vom US-Militär und vielen US-Politikern seit langem als einstiger und zukünftiger Feind angesehen. «Das große Spiel ist die USA gegen China», habe ihm ein Ölexperte gesagt und hinzugefügt: «China ist der größte Ölimporteur der Welt, und der wahre Deep State ist der, der von Trump geführt wird.» Hersh warnt am Ende den Iran vor einem US-Angriff:

«Teheran, sei auf der Hut. Er kommt, um deine Ölindustrie zu zerstören und vielleicht sogar deine klerikale Regierung zu stürzen, wieder einmal mit der Unterstützung und den Informationen Israels, und es gibt niemanden in der US-amerikanischen Politik, der bereit wäre, ihn aufzuhalten.»

Quelle:

Seymour Hersh: WHAT IS TRUMP’S GAMBIT IN VENEZUELA? (hinter Aboschranke) – 8. Januar 2026

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4 Kommentare

  1. Zum geplanten Krieg Trumps und Netanjahus berichten die Türken (TRTWorld) derzeit folgendes: Netanjahu habe mit Rubio telefoniert über die Revolte im Iran und vermutlich auch wie man jetzt militärisch gegen den Iran vorgeht. Irans Präsident Massud Peseschkian habe sich vor einer Stunde an die Bevölkerung gewandt und versprochen die wirtschaftliche Misere zu verbessern, was jedoch angesichts der Sanktionen der USA und der EU auf die Schnelle als gering angesehen wird. Der Iran bekräftigt, auf jeden Schlag Israels und der USA adäquat zu antworten, also alle arabischen Verbündeten der USA im Persischen Golf, ihre Häfen sowie Israel seien ein legitimes Ziel. Der Iran hält sich auch einen Präventivschlag vor. Der Sohn des Schahs Reza Pahlavi hat tatsächlich Ähnlichkeit mit seinem Vater, und rief heute abend zu Massenkundgebungen auf. Es gäbe viele, die in ihrer wirtschaftlichen Bedrängnis in der Monarchie tatsächlich einen Wechsel zum besseren sehen. Nachteil des von den USA in petto für einen Machtwechsel gehaltene Marionette ist, daß er ein Anhänger Israels ist, das im Juni 2024 einen überraschenden Krieg gegen den Iran eröffnete.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reza_Pahlavi

    Der Iran ist ein Vielvölkerstaat und besteht aus sehr vielen ethnischen Gruppen, die zum Teil nach Unabhänigkeit streben, so daß die Gegner des Irans genügend interne Kräfte gegen die Zentralregierung mobilisieren können. Da sind die Kurden, die aserbeidschanischen Türken, die zwar auch Schiiten sind, denen aber Erdogan mit seinen Drohnen half die christliche armenische Jugend in Berg Karabach zu töten und die christliche Bevölkerung dort zu vertreiben. Im Nordosten die Turkmenen von denen schon Hermann Vámbéry schrieb, wie sehr sie als Sunniten die persischen Schiiten hassen.

    https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?an=Vambery%20&cm_sp=SearchF-_-home-_-Results&kn=Mittelasien&ref_=search_f_hp&sts=t

    Ferner im Südosten die Belutschen an der Grenze zu Pakistan:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Belutschen

    Man muß abwarten, mit welcher Pager-ähnlichen Attacke Israel und die USA den Angriff auf den Iran eröffnen, und ob es ihnen gelingt, den Iran gleich mit der ersten Attacke so vernichtend zu schlagen, daß er zu keiner Antwort mehr fähig ist, also Chamenei liquidieren mit gleichzeitigem Schachmatt.

    • Wenn der Iran fällt, verliert Rußlands innerhalb von 14 Monaten bereits den drttten Verbündeten: Assad in Syrien im Dezember 2023, der jetzt in Moskau lebt, Venezuela, wo Putin sogar einmal seinen einzigen Flugzeugträger hinschickte, und jetzt den treuen Verbündeten Iran, von dem er viel Drohnen mit dem Krieg in der Ukraine bekam. Wird er auch das hinnehmen können bzw. müssen???

  2. Hinter all diesem Rummel von Trump steht offensichtlich ein glasklares Ziel des Hegemon seine bisherige Stellung gegenüber China zu erhalten, weswegen er sein Ziel durch ziemlich viel verborgene Winkelzüge erreichen will. China muß von seiner Energiezufuhr abgeschnitten werden, solange das US-Militär aufgrund des derzeitigen Dollars noch so allmächtig ist.

    Zunächst wurde Panama erpreßt, und die Verwaltung des Kanals Blackrock Larry Fink übergeben und die Chinesen dort verbannt. Dann wurde Venezuela überfallen, weil seine Bodenschätze von einem Gegner nicht genutzt werden dürfen. Und jetzt ist der Iran dran, der derzeit vom Mossad und CIA weich geklopft wird, nachdem er durch Sanktionen der USA und der EU in eine wirtschaftliche Schieflage mit Hyperinflation getrieben wurde. Und Merz, selbst eine Marionette von Blackrock Larry Fink, beteiligt sich an den Sanktionen, damit Israel weiter seine Nuklearüberlegenheit hat und seine Nachbarn beherrschen kann.

    Es zeigt wieder einmal die schizophrene Lage der Deutschen, die selbst NIE Atomwaffen haben dürften, aber für deren Existenz von Israel in perverser Weise kämpfen müssen.

    Der Krieg gegen den Iran des an einem Strang ziehenden Trump und seiner prinzipiellen Gegner vom anglo-zionistischen Westen, die ihn am kommenden Dienstag bei Arte wieder verwünschen werden, MUSS jetzt kommen und hat drei Ziele, die jetzt von den Massenmedien mit dem Aufruhr der CIA- und Mossadagenten im Iran begründet werden wird.

    a) China muß vom iranischen Öl abgeschnitten werden.
    b) Die nukleare Übermacht Israels muß erhalten bleiben.
    c) Ein Verbündeter Rußlands muß vernichtet werden.

    Alle drei Gründe sind zwingend, so daß der Krieg gegen den Iran unausweichlich ist. Die USA haben neben der Basis in Katar sich jetzt auch eine Basis in Armenien für einen vernichtenden Schlag gegen den Iran geschaffen.

    „Die USA vermitteln einen historischen Friedensdeal („Trump Route for International Peace and Prosperity (TRIPP), TRIPP“) [Die „Trumproute für internationalen Frieden und Wohlstand“ ist wieder so ein Friedensweg zum Krieg!] für einen Korridor durch Armenien zu Aserbaidschans Exklave Nachitschewan, der Armenien nicht zerschneiden, sondern als internationale Transitroute dienen soll, mit US-Investitionen in Infrastruktur, um Handel und Frieden zu fördern, was die geopolitische Lage der USA stärkt, aber Russlands Einfluss schwächt.“

    Meinrad Müller und Marc Friedrich sind begeistert bei MMNEWS, daß der „korrupte“ Maduro beseitigt wurde und jetzt wieder Wohstand in Venezuela einsetzt, der durch US-Sanktionen und US-Interventionen zerstört wurde.

    https://www.mmnews.de/wirtschaft/244631-der-krieg-um-rohstoffe-und-hegemonie-eine-neue-zeitrechnung

    Aber noch ist der Wohlstand nicht gekommen und blockiert die US-Armada das Land, um seine Rohstoffe ausbeuten zu können. Dabei finde ich, daß die Demokratie weltweit größtenteils nicht mehr besteht, und die Massenmedien nur solche als Demokratiefeinde benennen, die der „Westen“ nicht mag. Ist ein Politiker nicht korrupt, der vor der Wahl alles den Menschen verspricht, aber nach dem Wahltag genau das Gegenteil macht? Und wo ist die Demokratie in der Türkei, wo Erdogans Rivale, der Bürgermeister Istanbuls İmamoğlu, von einer willfährigen Justiz ins Gefängnis gesteckt wurde, in Pakistan, wo Imran Khan mit seiner Frau ins Gefängnis von einer willfährigen Justiz gebracht wurde, gegen den Willen eines großen Teils der Bevölkerung oder in Saudi-Arabien, wo Andersdenkende geköpft werden oder im Konsulat in Istanbul verschwinden?

    Und haben wir nicht auch eine willfährige Justiz, die Michael Ballweg monatelang ins Gefängis brachte oder Rainer Füllmich? Bei uns findet man genauso wie in Pakistan ein Haar in der Suppe, in Pakistan veruntreute Staatsgeschenke fremder Potentanen, bei uns Veruntreuung von Spenden, weil die Justiz weiß, daß man immer für Politik auch Geld braucht z. B. für Plakate. Unsere Gesinnungsjustiz greift also nie die politische Meinung an, die man angeblich äußern darf, sondern stellt den Gegnern ein Bein beim Geld, das sie für die Politik brauchen.

    Der Silberspekulant John Ag ist derselben Meinung wie Marc Friedrich, daß eine neue Epoche begonnen hat, wenn auch aus anderen Gründen. Er sagt, die internationalen Schuldner der USA ziehen ihr Geld zurück. Die USA haben ca. 38 Billionen Dollar Staatsschulden, mit Sollzinsen von einer Billion Dollar jährlich, der Staatsbankrott bzw. die Hyperinflation ist also unvermeidlich. Und wenn Powell ausscheidet, werden die Zinsen aus innenpolitischen Gründen weiter gesenkt werden, der Dollar wird also immer schwächer. Dann wird die Zeit kommen, daß die USA gar nicht mehr das Geld haben, um Rohstoffe für Importe zu bezahlen, also müssen sie lebensnotwendige Rohstoffe jetzt erobern, die sie später nicht mehr bezahlen könnten. Vielleicht liegt dieser Überlegung auch der beabsichtigte Grönland-Deal bzw. -Raub zugrunde.

    DOLLAR DEATH BLOW: Why The Venezuela Raid Means $200 Silver Is Inevitable.
    („Dollar-Todesstoß: Warum der Venezuela-Überfall 200 Dollar für die Silberunze unvermeidlich macht.“)

    • Nebenbei ein ganz guter Kommentar auf Deutsch zum kurzfristigen Crash des Silberpreises am Donnerstag/Freitag, der von allen Massenmedien aufgeblasen wurde, damit das Geld aus den schwachen Händen ängstlicher Anleger zu den durch Derivate-Zockerei vor Existenzvernichtung stehenden Banken getrieben werden soll:

      $80-SILBER-„CRASH“ ENTHÜLLT – Chinas Überraschungsschritt, der den ABVERKAUF auslöste!

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