Schäubles diabolischer Plan

Wer angesichts der Griechenland-Krise auf das Ende des Euro hofft oder gar auf den Zerfall der ganzen EU, macht seine Rechnung ohne den Wirt, und der heißt Wolfgang Schäuble.

Der eiskalte Taktiker sieht sich als Architekt einer neuen Union in Europa, und danach handelt er auch. Die unbeschreibliche Demütigung Griechenlands entspringt eiskalter Berechnung:

Will Schäuble den Grexit ist und das anschließende Chaos? Aus der Katastrophe könnte die politische Union wie Phönix aus der Asche aufsteigen. Diesen Plan könnte nur ein Schäuble mit äußerster Härte durchsetzen. Unterstellen wir ihm diesen Plan.

Die New York Times schrieb im November 2011, daß Schäuble die Unruhe an den Märkten „nicht als Hindernis, sondern als Notwendigkeit“ sieht: „Wir können eine politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben.“

Daran arbeitet Schäuble unerbittlich. Die Indizien dafür sind nicht zu übersehen.

Schäuble könnte als Krönung seiner Laufbahn beweisen wollen, daß man mit Fleiß, Disziplin und Beharrlichkeit ans Ziel kommt.

Er muß nur noch kurze Zeit warten. Wenn Griechenlands Pleite nicht mehr zu verheimlichen sein wird, steht Schäuble nur noch einen winzigen Schritt vor seinem Ziel. Wer denkt, Schäubles Taktik könne nicht aufgehen, wird eines Besseren belehrt werden. Rücksichtslos wird er „sein“ Volk vor eine brutale Alternative stellen. Ganz nach dem Muster dessen, was er gerade mit Herrn Tsipras vorexerziert hat. Für die Deutschen wird es nur viel verheerender sein, und Merkels Wort „alternativlos“ wird seine volle Bedeutung erfahren.

Alles was die Deutschen bisher in das System EURO eingezahlt, garantiert und kreditiert haben, die Summe von etwa drei Billionen EURO, hätte das Potential, die gesamte Banken-, Versicherungs- und Industrielandschaft in der BRD und ganz Europa zu pulverisieren. Das System ginge in Rauch auf, wenn Schäuble in dieser „Sternstunde“ – vor keiner Grausamkeit zurückschreckend – nicht seine Trumpfkarte aus dem Ärmel zöge.

Das Sparvermögen der Deutschen in Höhe von sechs Billionen EURO wird er feilbieten und damit Europa retten. Nicht die gesamte Summe, aber so viel, wie für ein nachhaltiges Bail-In nötig erscheint.

Niemand im Land wird gegen den diabolischen Schachzug oponieren und gegen die Aussicht einer besseren, sichereren, geordneteren Zukunft einen Hair-Cut hinnehmen – an dem sich alle diejenigen EURO-Mitglieder beteiligen müssen, die „die Einheit Europas vollenden wollen“. Wer nicht mitziehen will, darf gern draußen bleiben.

Die Briten gehören ohnehin nur noch halb dazu. Die Italiener, Spanier und Portugiesen haben mit Austerität nichts am Hut. Schäuble traut ihnen ebenso wenig wie den Griechen. Die skeptischen Finnen und mit ihnen die Balten werden auch kein Geld hergeben wollen. Als Rest bleiben: Deutschland, Österreich, die Niederlande, Luxemburg, die Slowakei und, vielleicht noch, Frankreich. Allerdings nicht, wenn Le Pen die Macht übernimmt.

Das EURO-Abenteuer geht zu Ende – anders als viele denken und wünschen.

Diese kleinere Euro-Zone wird nach Schäubles Vorstellung eine echte politische Union als Transferunion, mit gemeinsamem Haushalt, einem mit allen erforderlichen Vollmachten ausgestatteten Finanzminister, einer gemeinsamen Einlagensicherung, Arbeitslosenversicherung und allem, was zur Integration sonst noch gehört. Der neuen Währung des neuen Europa wird nichts mehr vom Moder des gerade sterbenden EURO anhaften.

Schäubles Perforce-Ritt wird die deutschen Steuerzahler hunderte Milliarden ihres Vermögens kosten. Schäuble kennt die notwendige Zahl – und die ist schrecklich. Er will nicht als treuer Finanzverwalter in die Geschichte eingehen, auch nicht als größter Geldvernichter aller Zeiten; er will sich als der Architekt des neuen zentralen Europa verewigen – eines Europa, das den Menschen sein Geld wert erscheint. Je verheerender die Krise zuvor, desto eher werden die Bürger ihre finanzielle Kastrierung verschmerzen. Die Menschen werden lachen: „Endlich Währungsreform!“ Wenige werden das alles gelassen hinnehmen.

Die Zeit wird knapp. Den Abbruchbagger für die alte EU will er auch vom Rollstuhl aus dirigieren. Kollateralschäden werden nicht weniger schlimm sein, als sich unbegrenzt mit „Griechen“, „Italienern“ usw. herumschlagen zu müssen. Merkel wird ihrem Finanzminister so lange folgen, solange das Politbarometer „stimmt“.

Aufzuhalten ist dieser Plan nicht – so lange die USA dessen Verwirklichung als Bollwerk zur Eindämmung Rußlands sehen.

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