Sanktionen gegen Russland könnten den Dollar versenken

Richtig, Herr Paul. Der Schuss der Sanktionen gegen Russland wird letztendlich nach hinten los gehen. Die USA und die EU sanktionieren sich damit selbst. Die Leidtragenden sind, wie immer bei solchen sinnlosen Entscheidungen, die Arbeitnehmer sowie die gesamte Bevölkerung dieser Staaten.

Viele Länder, die jetzt neue Geschäfte mit Russland betreiben, reiben sich die Hände und schwächen den Dollar im Außenhandel. Hier baut sich ein Gegenpol zum Dollar auf.

Die USA und die EU werden schon bald erkennen, dass die Sanktionen gegen Russland ein großer Fehler war – und diesen werden sie niemals zugeben. Polit-Darsteller dieser Kategorie geben nur äußerst selten fatale Fehler zu. Die USA und viele EU-Staaten, die schon jetzt tief im Sumpf stecken, werden noch tiefer in ihm versinken. 

Die BRICS-Staaten werden sich ausweiten. Immer mehr Staaten sind es leid, sich von den USA gängeln zu lassen. In letzter Konsequenz wäre nicht auszuschließen, dass einige europäische Länder der EU den Rücken kehren. Ungarn könnte z.B. so ein Kandidat sein.  

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Ron Paul (antikrieg)

Die Entscheidung der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, mehr Sanktionen gegen Russland zu verhängen, ist ein schwerer Fehler, und wird eine bereits angespannte Situation nur weiter eskalieren und letztendlich die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika selbst schädigen. Während die Auswirkungen von Sanktionen auf den Dollar kurzfristig vielleicht nicht abgeschätzt werden können, so sind diese Sanktionen langfristig nur ein weiterer Schritt in Richtung Untergang des Dollars als Reservewährung der Welt.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sanktionieren nicht nur russische Banken und Firmen, sie versuchen auch, europäische Banken zur Einführung harter Sanktionen gegen Russland zu zwingen. Geht man vom Umfang des Geschäfts aus, das die europäischen Banken mit Russland machen, dann könnten europäische Sanktionen Europa mindestens so schwer schädigen wie Russland. Zur gleichen Zeit, wo die Vereinigten Staaten von Amerika Zusammenarbeit von europäischen Banken erwarten, verfolgen sie diese Banken und verhängen milliardenschwere Geldstrafen über sie für Verstöße gegen bestehende Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika. Man kann sich leicht vorstellen, dass europäische Banken es zunehmend satt haben werden, als unbezahlte Polizisten der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika handeln zu müssen, während sie jedesmal Milliarden von Dollars als Geldstrafe bezahlen müssen, wenn sie Geschäfte betreiben, die Washington nicht passen.

Europäische Banken lösen bereits Verbindungen mit amerikanischen Bürgern und Firmen aufgrund der zwingenden Willfährigkeit, die von kürzlich eingeführten Gesetzen wie FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act – Gesetz über die Anpassung der Steuern bei fremden Konten) gefordert wird. Mit dem Bestreben der IRS (Steuereintreibungsbehörde), so viele Steuerdollars wie möglich aus aller Welt anzusaugen, hat diese die Amerikaner zu Parias des internationalen Finanzsystems gemacht. Da die Lasten schwerer werden, die die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika den europäischen Banken auferlegt, sollte davon ausgegangen werden, dass immer mehr europäische Banken ihre Kontakte zu den Vereinigten Staaten von Amerika und zum Dollar reduzieren. Mit dem Versuch, Russland zu isolieren, isolieren sich die Vereinigten Staaten von Amerika in Wirklichkeit selbst.

Ein weiterer Effekt von Sanktionen ist, dass Russland enger an seine BRICS-Verbündeten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) heranrücken wird. Diese Länder umfassen 40 Prozent der Weltbevölkerung, haben zusammen eine Wirtschaftsleistung, die nahezu gleich groß ist wie die der Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union, und verfügen über bedeutende natürliche Ressourcen. Russland ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und beliefert Europa zu einem hohen Prozentsatz mit seinem Erdgas. Brasilien verfügt über den zweitgrößten Industriesektor in Amerika und ist der weltgrößte Exporteur von Ethanol. China verfügt über reiche Mineralvorkommen und ist der größte Nahrungsmittelproduzent der Welt. Russland und China unterzeichnen bereits Abkommen, nach denen sie ihren bilateralen Handel über ihre eigenen Währungen abwickeln statt über den Dollar, ein Trend, der, wenn er stärker wird, weiterhin die Position des Dollars im internationalen Handel untergraben wird. Vielleicht wichtiger ist, dass China, Russland und Südafrika zusammen nahezu 40 Prozent des Goldes auf der Welt produzieren, was eine Rolle spielen könnte, falls die BRICS-Staaten beschließen, eine Währung auf Goldbasis einzuführen, um den Dollar herauszufordern.

Die Politikmacher der Vereinigten Staaten von Amerika verstehen nicht, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr die globale Vormachtstellung einnehmen, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg innehatten. Sie verstehen nicht, dass ihre überheblichen Aktionen gegenüber anderen Ländern, selbst gegenüber jenen, die als Freunde betrachtet werden, jeden guten Willen schwer untergraben haben, der früher existiert haben mag. Und sie begreifen nicht, dass mehr als 70 Jahre Abwertung des Dollars den Rest der Welt an den Rand getrieben haben. Das ist ein Grund dafür, dass der Euro geschaffen wurde, ein Grund dafür, dass China dabei ist, seine Währung zu internationalisieren, und ein Grund dafür, dass weitere Länder rund um die Erde versuchen, Finanz- und Handelspakte auszuhandeln. Der Rest der Welt ist es leid, die gigantischen Schulden der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zu subventionieren, und hat es satt, Güter im Wert von Billionen von Dollars in die Vereinigten Staaten von Amerika zu exportieren, nur um im Gegenzug dafür zunehmend wertlose Dollars zu bekommen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich immer darauf verlassen, dass die Kooperation anderer Länder die hervorragende Stellung des Dollars erhalten wird. Aber die internationale Geduld lässt nach, überhaupt wo aus der Methode Zuckerbrot und Peitsche der vergangenen Jahrzehnte nur mehr Peitsche ohne Zuckerbrot geworden ist. Wenn Präsident Obama und seine Nachfolger weitermachen mit ihrer gefühllosen Vorgangsweise der Verhängung von Sanktionen gegen jedes Land, das irgendetwas macht, was den Politikmachern der Vereinigten Staaten von Amerika nicht passt, dann wird das nur dazu führen, dass immer mehr Ländern den Dollar meiden, und das Abgleiten des Dollars in die Bedeutungslosigkeit beschleunigen.

 

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