Russische Migs am syrischen Himmel?

Wenn der Bericht von YNet News der Wahrheit entspricht, wurde die syrische Krise jetzt noch komplexer und gefährlicher. Rußland hat seine militärische Intervention in Syrien begonnen, den Einsatz eines Vorauskontingents zur Errichtung einer dauerhaften Basis, zum Angriff gegen den ISIS und islamistische Rebellen. Die USA schweigen bis jetzt.

Russische Kampfpiloten, Mig 31 und Angriffshubschrauber sollen voraussichtlich in den kommenden Tagen die syrische Luftwaffe im Kampf gegen ISIS und Rebellen unterstützen, wie Ynet berichtet.

Laut westlichen Diplomaten, sei das russische Expeditionskorps bereits in Syrien angekommen und hätte sein Lager in einem druch Assad-Truppen gesicherten Luftwaffenstützpunkt eingerichtet. Die Basis liege in der Umgebung von Damaskus und solle als russische Vorhut dienen.

In den kommenden Wochen sollen dann Tausende russischer Militärangehöriger in Syrien aufgesetzt werden: Berater, Ausbilder, Logistikspezialisten, technisches Personal, Mitglieder der Luftschutzabteilung und den Piloten, zur Luftsicherung.

Der aktuelle Umfang des Expeditionskorps ist noch unbekannt, aber es besteht kein Zweifel, daß Kampfeinsätze russischer Piloten am syrischen Himmel die bestehende Dynamik im Nahen Osten verändern wird.

Die Russen haben keine offensiven Absichten gegenüber Israel oder einen anderen souveränen Staat in der Region, das Hauptziel sei die Bekämpfung von ISIS und die Festigung der Herrschaft Assads. Allerdings wird ihre Anwesenheit eine Herausforderung an den operativen Spielraum der israelischen Luftwaffe.

Westliche diplomatische Quellen berichteten kürzlich, es habe eine Reihe von Verhandlungen zwischen Russen und Iranern gegeben, vor allem mit Schwerpunkt ISIS und die Bedrohung des Assad-Regimes; auch hielt sich kürzlich der Generalmajor Qasem Soleimani der berüchtigten iranischen Special-Quds-Force in Moskau auf. Russen und Iraner vereinbarten die gemeinsame Anstrengung, um Assads Macht zu erhalten, damit Syrien weiterhin als Barriere wirkt, die Ausbreitung der ISIS und islamistischer Milizen zu verhindern. Anderenfalls sei langfristig die Stabilität in den islamischen ehemaligen Sowjet Republiken gefährdet.

Die Russen sind nicht die einzigen, die ihre Nahost-Politik mit den Iranern koordinieren. Die USA versuchten ebenfalls auf den Zug zu springen. Amerikanische Regierungsbeamte pflegen derzeit intensive Konsultationen mit Vertretern der iranischen Regierung hinsichtlich einer stärkeren gemeinsamen Anstrengungen gegen ISIS im Irak. Es scheint, das Weiße Haus betrachtet aktuell den Iran als eine zentrale und notwendige Kraft im Kampf gegen ISIS im Irak.

Die iranisch-amerikanische Zusammenarbeit konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: Der erste betrifft die Provinz Anbar, wo es die Iraker bisher nicht schafften, ISIS zu vertreiben; der zweite Schwerpunkt betrifft Mosul, wo die Iraker keinen machbaren Plan zustande bringen, die Stadt zurück zu erobern.

Westliche diplomatische Quellen haben betont, die Obama-Regierung wisse natürlich von der russischen Absicht, direkt in Syrien einzugreifen, habe aber darauf aber noch nicht öffentlich reagiert. Das Ausbleiben einer lautstarken Entgegnung der Obama-Regierung unterstreicht Tatsache, daß sich die Auflösung des Assad-Regimes mörderisch verschärft hat.

Iraner und Russen „dürfen“ folglich Einverständnis der USA die syrische Armee stärken. Sie wollen nicht nur Assads Armee trainieren, sondern auch aufrüsten. Sie haben nicht nur während des gesamten Bürgerkriegs wöchentlich immer wieder Waffen über den fest in russischer Hand befindlichen syrischen Hafen Tartus geschickt (Raketen, Ersatzteile und Munition für die syrische Armee).

Arabische Medien haben vor kurzem berichtet, daß Syrien und Rußland übereingekommen wären, einen zusätzlichen Hafen an der syrischen Küste einzurichten, um das Tempo der syrischen Aufrüstung zu beschleunigen.

Gegenwärtig befindet sich Assads Armee im Rückzug aus der strategischen Provinz Idlib. Vor wenigen Tage erst hat ein Kommando der Jaesh Al Fatah (eine Koalition oder Rebellengruppen einschließlich Jabhat al-Nusra) erfolgreich den Militärflugplatz Abu Ḑuhūr in der Provinz Iblib im Südwesten Syriens eingenommen. Christliche Bewohner der Gegend seien mit den letzten verbliebenen Alawiten Bantustans entlang der Küste geflohen.

Die Türken haben sich als sprunghaft und irrational in Bezug auf ihre Bombenangriffe erwiesen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß Erdogan davon überzeugt ist, in der Lage zu sein die Führungsrolle zu übernehmen, um die Russen zu provozieren, die, wenn sie dann reagieren, einen Angriff gegen NATO-Streitkräfte beginnen würden. Immerhin haben die Türken bereits damit begonnen eine „Muslim Brigade“ in der Ukraine aus ISIS-Terroristen zu schaffen, die gegen Russland in einer Reihe von Orten kämpft.
Alle diese Situationen könnten möglicherweise zu einem katastrophalen Krieg führen.

Anmerkung von www.konjunktion.info: Turbeville schreibt zu recht im vorletzten Absatz davon, daß bislang nur eine Nachrichtenagentur diesen Sachverhalt bekannt gemacht hat. Daher ist es wichtig, kritisch an diese Meldung heranzugehen, könnte sie doch auch der Versuch sein Russland erneut zu diskretitieren und als „Kriegstreiber in Syrien“ zu diffamieren. Ich habe trotzdem diesen Artikel übersetzt und veröffentlicht, um zu zeigen, dass sich die Situation in Syrien keineswegs verbessert hat und sich jederzeit verschärfen kann – weg von einem Stellvertreterkrieg, bis hin zu offenen Kampfhandlungen zwischen der NATO und Rußland.

Der Krieg um Syrien könnte demzufolge in Kürze in ein neues Stadium treten, das sich durchaus zu einer größeren Auseinandersetzung über die bisherigen Grenzen hinaus entwickeln könnte.

Mit einem weiteren Ansturm syrischer Flüchtlinge auf die Bundesrepublik ist damit zu rechnen. Es ist zu fürchten, daß die Millionenschwelle noch in diesem Jahr bei weitem überschritten wird.

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