Religiöse Genitalverstümmelung

Bundespräsident Gauck über Genitalverstümmelung und Zwangsheirat als Beispiele für schwere Menschenrechtsverletzungen: „Die Universalität der Menschenrechte muss in jeder und für jede Kultur verteidigt werden“ (Gauck am 06.12.2013 in Berlin in einer Rede zum 65. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte).

Im November 2013 äußerte sich der damalige Bundespräsident gegenüber Zentralratspräsident Dieter Graumann in einem öffentlichen Gespräch.

Graumann: Herr Bundespräsident, wie haben Sie als Mann des Glaubens die Beschneidungsdebatte empfunden? So wie viele von uns, jenseits unserer Verletzungen, als einen Respektentzug vor der Religion in der Gesellschaft generell?

Gauck: Es ist so, dass eine bewusst religiöse Erziehung von Kindern in manchen Bevölkerungsgruppen schon als fundamentalistisch gilt. Es hat in Deutschland eine sehr heftige Debatte gegeben, in der diejenigen, die nur die Tradition des Rechts sehen, ein Problem gesehen haben mit der Beschneidung. Es würde sich nicht gehören oder auch nicht der Realität entsprechen, die Menschen, die aus dieser Tradition heraus argumentiert haben, als Menschenfeinde zu denunzieren. Das sind sie nicht. Aber sie haben eine etwas einseitige Sicht auf die komplexe Wirklichkeit des Menschen. Das Gemeinwesen hat etwas davon, wenn es viele Menschen gibt, die Werte verinnerlicht haben. Und zu den bedeutendsten Wertevermittlern gehören nun einmal die Religionen.

Nun haben die Glaubensgemeinschaften selbst eine Menge dazu getan, durch Engstirnigkeit, zum Teil durch Borniertheit, dass säkulare Bewegungen entstanden sind. Deshalb will ich auch keinem Kampf zwischen religiösen und säkularen Menschen das Wort reden. Sondern einfach sagen, liebe nicht glaubende Mitbürgerinnen und Mitbürger: Achtet darauf, dass ihr die Religion, die ihr nicht teilt, nicht beschädigt. Und ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mitgewirkt haben, dass bei uns in der Gesetzgebung ein Modus Vivendi gefunden worden ist.

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In einem vorausgehenden Antrag der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP für die rechtliche Regelung der Beschneidung minderjähriger Jungen heißt es:

„Zudem hält der Deutsche Bundestag die Beschneidung männlicher Kinder, die weltweit sozial akzeptiert wird, für nicht vergleichbar mit nachhaltig schädlichen und sittenwidrigen Eingriffen in die körperliche Integrität von Kindern und Jugendlichen wie etwa die weibliche Genitalverstümmlung, die der Deutsche Bundestag verurteilt.“ (Quelle)

„In Deutschland ist es gesetzlich erlaubt, sogar Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat ohne Narkose und ohne Schmerzmittel von nicht ärztlichen Personen beschneiden zu lassen.“ (Quelle)

Im Zuge der Massenmigration tritt eine uralte Tradition aus arabischen Ländern verstärkt hier in Deutschland auf: das 5.000 Jahre alte Beschneidungs-Ritual junger Mädchen.

Beitragsfoto: qpress

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