postfaktisch

postfaktisch ist das neue Wort des Jahres. postfaktisch beschreibt die tagtägliche Berieselung der Menschheit mit gefühlsschwangeren Belanglosigkeiten anstelle von Fakten, damit eine objektive Meinungsbildung verunmöglicht wird. Aber genau dieses fiese Spiel durchschauen die meisten Menschen in unserer dekadenten, politisch-kulturellen Endzeit  nicht mehr.
(Foto: wikipedia)

Das Unterdurchschnittliche, besser das Minderwertige (lt. Edgar J. Jung) beherrscht das Tagesgeschehen in Kultur, Politik. In grooßen Teilen des Kloakenfernsehens werden uns Sendungen mit drittklassigen Protagonisten zugemutet, über die Redakteure der Qualitätsmedien artikelweise debattieren, warum die neuen Brüste der Exx-Bachalor-Kandidatin Angelina H. plötzlich größer geworden sind. Gibt es angesichts der eskalierenden Probleme nichts Wichtigeres, als die Menschen mit minderwertiger Trivialität einzulullen?

Ernst zu nehmender Journalismus und volksbezogner Politik sind nicht mehr gefragt. Denkende Menschen könnten sonst die Frage stellen, warum wir massenhafte Zuwanderung angeblich potentieller Arbeitskräfte brauchen, wenn gleichzeitig auf dem gestrigen IT-Gipfel zur Sprache kommt, daß in den kommenden Jahren 20% der Arbeitsplätze durch computergesteuerte Roboter ersetzt werden sollen.

Angesichts der exponentiellen Zinses-Zins-Kurve muß der Trend zwangsläufig dahin gehen. Wegen der neuen, sich steigernden technologischen Arbeitslosigkeit werden in der künftigen Arbeitswelt Millionen Menschen überflüssig werden. Da kommende Rototer-Generationen keine Steuern und Sozialabgaben zahlen, darf der Rest im Hamsterrad nicht nur die freigesetzten Kolleginnen und Kollegen finanzieren, sondern auch das Heer der nicht integrierbaren „Dauergäste“ aus der Zweiten und Dritten Welt.

Die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs war eines der zentralen Versprechen der »alten« BRD – und tatsächlich wurde es meistens eingelöst: Aus dem Käfer wurde ein Audi, aus Facharbeiterkindern Akademiker. Mittlerweile ist der gesellschaftliche Fahrstuhl stecken geblieben: Uniabschlüsse bedeuten nicht mehr automatisch Status und Sicherheit, Arbeitnehmer bekommen immer weniger ab vom großen Kuchen. Oliver Nachtwey analysiert die Ursachen dieses Bruchs und befasst sich mit dem Konfliktpotenzial, das dadurch entsteht: Selbst wenn Deutschland bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen sein mag, könnten auch hierzulande bald soziale Auseinandersetzungen auf uns zukommen, die heute bereits die Gesellschaften Südeuropas erschüttern.

Landläufig war man bisher der Meinung, daß, wenn Arbeitsplätze verschwinden, anderer Arbeitsplätze automatische entstehen. So war es, als sich  immer mehr Bauern auf Fabrikarbeit umstellen mußten. Heute gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß das gleiche auch für die Zukunft gilt. Technologischer Fortschritt schafft heute keine Arbeitsplätze mehr. Fakt ist dagegen: Die Robotisierung verlangt vom künftigen Mitarbeiter höhere Qualifikation. Doch daß die Kassiererin im Supermarkt, die durch eine automatische Kasse ersetzt wird, sich zur Physikerin mausert, dürfte ein Seltenheitsfall sein.

Seit vierzig Jahren macht Hermann L. Gremliza alles nieder, was Menschen erniedrigt: den Kapitalismus, das deutsche Vaterland, seine Antisemiten und Rassisten: „Das andere, bessere Deutschland gibt es nicht. Was es gibt, sind die Deutschen und ein paar Menschen, die auch in dieser Gegend wohnen.“ Für diesen Band hat Gremliza Gedanken aus den letzten zwei Jahrzehnten gesammelt und neu gefasst: über Sommermärchen und Winteralpträume, über deutsche Unglücksfälle auf G (wie Gauck, Gabriel, Gysi), über deutsche Verbrechen gegen die Menschheit und andere Exportschlager.

Zu den deutschen Verbrechen gehört auch das Bildungssystem. Geschichte, Deutsch, Mathematik werden von Politik und Ethik zunehmend marginalisiert. Zugleich greift die Infantilisierung der Smartphone-Gesellschaft immer weiter um sich.

Angenehm für die Regierenden, wenn sie dieser Schwachmaten-Gesellschaft selbst die dümmste Behauptung, die Krawallköpfe der Antifa seien nichts weiter als ein Ausdruck des Wiederstands gegen rechtsexreme Auswüchs. Dabei sind die bezahlten, radikalen Linksextremisten nichts anderes als das Werkzeug der bundesrepublikanischen Multik-Kulti-Religion. Die Frage sei erlaubt, wer denn nun eigentlich die Rassisten in dieser Gesellschaft sind?

Sollte Trumps Kampf gegen die Geheimlogen und die Finanzindustrie – die in Wahrheit hinter der Bildungsmisere und der  Auflösung jeglilchen gesellschaftlichen Zusammenhalts stecken – echt sein und  kein Betrugsversuch sein, um das unvermeidliche Zinses-Zins-Desaster noch eine kurze Zeit hinauszuschieben, dann hätte die Welt womöglich noch die Chance für eine Umkehr, selbst und zwangsläufig gewaltigem Beben und Schmerzen.

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