Palim-Palim! Die Demenz-Brigade rettet das Abendland

Palim-Palim! Die Demenz-Brigade rettet das Abendland

Tja, Didi. Dumm gelaufen, nicht wahr.

BRDigung – Demokratie ist eine feine Sache, aber eben auch verdammt anstrengend. Zum Glück gibt es in Dessau-Roßlau helfende Hände, die den Bürgerinnen und Bürgern die schwere Last der freien Machtausübung sanft von den gebrechlichen Schultern nehmen. Wer braucht schon mündige Wähler, wenn man pflichtbewusstes Pflegepersonal und eine Prise magischen Realismus im Seniorenheim hat?

Quelle: pandora (qpress)

Betreutes Wählen: Mit sanftem Druck zum Rettungsanker für die CDU

Gerüchten zufolge hallte kurz vor dem politischen Wunder ein leises, aber bestimmtes „Palim-Palim!“ durch die Flure der Residenz. Ein mysteriöser Unbekannter betrat die Bühne, um der 95-jährigen Bewohnerin nicht etwa die Hilfe zur Pflegestufe 4 zu verabreichen, sondern eine späte politische Erleuchtung.

Dass die Dame aufgrund ihrer Demenz eigentlich gar nicht mehr wusste, wer hier überhaupt zur Wahl steht, tut der demokratischen Pflicht keinen Abbruch.

Wo die eigenen Synapsen streiken, hilft der betreute Kreuzchen-Service: Mit liebevollem Druck wird die zitternde Hand geführt, bis der Stift zielsicher beim rettenden Kästchen der Volkspartei einrastet. Man will der CDU schließlich nicht nur auf die Beine, sondern gleich ganz aus dem Umfragetief auf den Thron verhelfen.

Der Reißwolf als Wahlurne: Moderne Verwaltungstricks im Pflegeheim

Besonders charmant wird die Posse durch die gewohnt kreative Kommunikation des Pflegeheims. Dem gesetzlichen Bevollmächtigten der Dame – der sich dreist anmaßt, die Post der Seniorin zu verwalten – teilte man vorab beruhigend mit, die lästigen Wahlunterlagen seien selbstverständlich fachgerecht vernichtet worden.

Ein echter Klassiker des modernen Verwaltungsverfahrens: Erst in den Reißwolf, dann in den Wahlbriefumschlag. Dass der Angehörige über die lokale Wahlbehörde erfahren musste, dass die 95-Jährige in Wahrheit eine glühende Verfechterin der Briefwahl ist, ist sicher nur einem bürokratischen Missverständnis geschuldet. Oder einem Wunder der Geriatrie.

Ermittlungen und Schweigen: Die Mauer der Funkstille steht

Die Reaktion der Beteiligten zeugt von tiefem Respekt vor der Transparenz: Die Polizei Dessau-Roßlau ermittelt bereits wegen des Verdachts auf Wahlbetrug, die Stadtverwaltung übt sich im feinen Schweigen, und der Heimbetreiber stellt sich vorsorglich tot – was in einer Seniorenresidenz zumindest für Verwirrung beim Schichtwechsel sorgen dürfte.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, eröffnet das völlig neue Perspektiven für künftige Wahlkämpfe. Warum Millionen für Plakate und Podiumsdiskussionen ausgeben, wenn die wahre Stammwählerschaft in den Betreuungseinrichtungen des Landes schlummert? Zur Belohnung für die demente Wählerschaft gibt es ganz sicher „eine Flasche Pommes“.

Ein Hoch auf den Pflegenotstand: Er sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern pünktlich zum Wahltag auch die Mehrheitsverhältnisse. Palim-Palim!

Anmerkung: Die „Ostdeutsche Allgemeine“ berichtete als erste über den vermuteten Wahlbetrug.

(Visited 109 times, 1 visits today)

Entdecke mehr von Krisenfrei

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*